Maintenance Spanking

Das Ritual der Beständigkeit.

Ich würde Euch im folgenden Blogeintrag gerne ein wenig in die Welt des Maintenance Spanking mitnehmen und Euch ein wenig von meinen Erfahrungen damit berichten. Nicht nur für Anfänger kann dieses Ritual reizvoll sein, sondern auch für Fortgeschrittene. Nun aber erst mal einen kleinen Überblick. 

Maintenance Spanking - was soll das sein?

Es wird aktuell davon ausgegangen, dass diese Art von Ritual die Rollenverteilung und das Machtgefälle festigt. Täglich oder auch wöchentlich wird die oder der Sub an einer bestimmten Tageszeit hierfür geschlagen. Es geht keinesfalls um eine Bestrafung, sondern viel mehr um eine Erinnerung. Wie das Ritual abläuft ist dabei jedem selbst überlassen. So nutzen manche Doms die Peitsche oder den Rohrstock, während wieder andere lediglich auf die Hand zurückgreifen. Es müssen weiterhin nicht viele Schläge ausgeübt werden, um den oder die Sub an seine oder ihre Rolle zu erinnern. 

Vor allem zu Beginn einer neuen Spielbeziehung findet dieses Ritual oftmals Anklang, denn ein noch nicht gefestigtes Machtverhätlnis kann dadurch intensiviert werden. Die Wichtigkeit bei der Umsetzung ist aber ganz klar die Regelmäßigkeit über einen längeren Zeitraum. Meist wird Maintenance Spanking zu Beginn (quasi als Testphase) über einen Monat (also vier Wochen) praktiziert.  Bei einer ersten zeitlichen Grenze und Testphase ist es wichtig, sich auf die Zeit und den Dom einzulassen, um sich in das Ritual einfügen zu können. Aber auch hier gibt es keinen Standard, da jeder andere Vorlieben hat. Oftmals wird Maintenance Spanking auch über einen undefinierten Zeitraum (dauerhaft) ausgelebt. Besprecht dies mit Eurem/Eurer Dom und legt selber fest, wie ihr mit dem Ritual verfahren wollt und könnt. 

Erfahrungswerte

Puh, ganz schön theoretisch diese Thematik. Damit ihr Euch ungefähr vorstellen könnt, wie das Ganze abläuft und wie sich Sub dabei fühlt, erzähle ich ein klein wenig darüber. Mein Dom und ich haben vor circa einem Monat mit Maintenance Spanking begonnen. Obwohl ich sehr maso bin und eine gute Sessions mit dem Rohstock sehr liebe, haben wir uns trotzdem darauf geeinigt die Hand als Instrument zu verwenden. Für uns beide hat es etwas sehr natürliches und daher einen gewissen Charme. Da wir zusammen wohnen beschlossen wir außerdem, das Ritual jeden Abend für einen Monat zu vollziehen - und zwar vor dem Schlafengehen. 

Ich gebe zu: zu Beginn war ich sehr skeptisch, denn gerade wenn man tagsüber mit dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags konfrontiert ist, so muss man in der Lage sein sich aus seinem Trott reißen zu lassen. Einerseits ist das natürlich positiv, denn es obliegt nun beiden sich voll und ganz für einen kurzen Augenblick auf die gemeinsame BDSM Beziehung zu konzentrieren. Andererseits gibt es natürlich auch Phasen im Leben, in denen der Stress oftmals die Oberhand gewinnt und man eben nicht in der Stimmung ist. Doch wie so oft im Leben heißt es auch hier: da muss man eben durch. Und Spoiler vorweg: man hat mit der Zeit einen ganz anderen Fokus auf sich selber, wenn man Maintenance Spanking für eine gewisse Zeit praktiziert. 

Da ich BDSM in meiner aktuellen Beziehung meist nur auf Sessions verlagert habe, war es für mich zu Beginn etwas ungewohnt auch täglich mit meiner Neigung konfrontiert zu sein. Wir fingen langsam und bedacht an: 10 Schläge. Wer mit anderen Werkzeugen spielt und maso ist, weiß, dass 10 Schläge mit der Hand zwar extrem intensiv, aber keinesfalls grenzführend sind. Erst wenige Tage später merkte ich: das soll es auch gar nicht sein. 

Vorher dachte ich immer: "die täglichen Schläge sollen mich züchtigen und mich an meine Rolle erinnern". Letzten Endes hatten die Schläge aber eine ganz andere Wirkung auf mich. Gerade weil die Schläge sanfter waren und mich nicht an meine Grenzen brachten, konnte ich sie auf eine ganz andere Weise genießen. Dieser kleine Moment, jeden Abend, brachte mich meinem Dom ein Stückchen näher. Es war wie "BDSM Wellness", denn für einen Augenblick am Tag gehörte dieser Moment, in denen die Hand meinen Arsch traf, nur meinem Dom und mir. Ich fand in diesen Momenten einen ganz besonderen Fokus zu mir und meiner inneren Sub. Egal was geschehen war über den ganzen Tag - für diesen Augenblick standen nur mein Dom und ich und unsere Neigung im Mittelpunkt dieser Welt. Und das tagtäglich. Deutlich wie nie war klar, dass ich seine Sub bin und er mein Dom. 

Ich freute mich abends auf das Ritual und erinnerte ihn sogar daran, als er es dann doch mal vergaß. Und auch das Gefühl, mit einem angenehm warmen Hintern einzuschlafen, war einfach göttlich. :-) 

In der Tat hat das Ritual unser Machtgefälle intensiviert, jedoch auf eine sehr angenehme Weise. Im Gegensatz zum Strafen lösten die Schläge bei mir einen positiven Effekt aus und ich verband dieses Ritual mit positiven Emotionen und Erinnerungen. Diese wurden natürlich auf meinen Dom übertragen. So wurde unser Machtverhältnis auf eine intrinsische (ausgehend von tiefen Innern) Art gefestigt. Im Gegensatz zum Strafen, wo die Schmerzen und/oder die Demütigung den oder die Sub gefügig macht, wird hier mit der positiven emotionalen Ebene gespielt. 

Natürlich sind all das nur meine Empfindungen und jeder sieht dies vermutlich ein wenig anders. Es kommt auch ganz auf die Ausführung an. Übrigens machen wir auch nach einem Monat wieder einen Monat Pause, um uns die Besonderheit des Rituals zu bewahren. 

Nun bin ich aber sehr auf Eure Erfahrungwerte gespannt: habt ihr bereits Maintenance Spanking in den Alltag integriert ? Setzt ihr es womöglich ganz anders um? Spannend sind hierbei auch Eure Empfindungen, die selbstverständlich bei jedem anders sein können. :-) 


Kommentare:


devote Wölfin schrieb am 24.02.2020


Unser Maintanance:

Das erste Mal, als ich übers Knie gelegt wurde (beim 2. Treffen), tat das so weh, dass ich Pat ins Bein gebissen hab. Danach tats noch mehr weh, weil er das Beißen natürlich nicht durchgehen lassen konnte ;(
Beim 2. Mal war es schon anders, da konnte ich die Innigkeit genießen. Die Nähe beim Spanken zu ihm, das Geräusch, das Brennen, das Nachstreicheln.
Auf die Idee, das danach irgendwann regelmäßig zu machen, hatte uns ein Thread im Forum gebracht.

Seitdem ist es Standard, dass ich den Hintern versohlt bekomme bei seiner Ankunft, vor dem Essengehen, nach dem Essengehen, vor dem Schlafengehen, nach dem Aufstehen, vor dem Abschied. Manchmal vergessen wir es leider.

Ich habe jedesmal vor lauter Vorfreude ein unheimlich breites Grinsen im Gesicht, sobald er sich hinsetzt und auf seinen Schenkel klopft.

Für uns ist das schon auch ein Ritual, um das Machtverhältnis zu betonen.
Wenn ihm danach ist, nimmt er gern auch mal die Tawse, das Paddel oder den verhassten Holzpfannenwender. Dann ist es kein Genuss für mich, ich liebe eben seine Hand. Die hinteren Oberschenkel sind empfindlicher, die werden auch mal schnell blau dann. Den heißen Hintern hingegen liebe ich, vor allem, wenn ich ihn beim Essen im Restaurant spüre, sobald ich mich auf dem Stuhl bewege.

Abgewandelt wird das Ritual auch ab und an, z.B. wenn ich mich voll bekleidet über seine Knie legen soll und er mich langsam, Stück für Stück, entblättert, bis er auf dem schon geröteten nackten Hintern ankommt. Wenn er dann nachstreichelt, weiß ich nie, ob es danach noch weitergeht.
Oder ich bekomme Ohrstöpsel in die Ohren und liege bequem und echt lange bäuchlings über seinen Oberschenkeln auf dem Sofa
oder er sitzt im Auto auf dem Beifahrersitz in einer nicht belebten Gegend.
Am liebsten mag ich es, wenn ich unbekleidet bin und seine Beine auch nackt sind.
Dann sind wir uns besonders nah dabei.

Ist er fertig, klopft er 2x kurz und schnell auf den Hintern und ich habe seine Hand zu küssen und mich zu bedanken, was ich auch jedesmal aus vollem Herzen mache.
Wenn er zu früh aufhört und ich noch am Genießen bin, bedaure ich es. Am besten ist es für mich, wenn die letzten Schläge mich aus dem Wohlfühl- in den Ertragenmodus bringen.


Hachjaaaaa, bald wieder *seufz


Antwort auf diesen Kommentar

Wow, ich danke Dir für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht ! Das hört sich wirklich toll an. :-)

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    Ceerny
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