Sklavin werden, Sklavin bleiben

Ich bin Sub, derzeit ohne Herr und ich habe demnach keine Führung. Bei mir ist meine innere Sub, hm... auf Urlaub?

Devotion ist für mich etwas, dass nur in Wechselwirkung mit einem Dom auftritt. Ohne Dom oder auch wenn ich seine Präsenz nicht spüre, wird sie auch nicht gefordert. Mein ExDom sagt dazu schleifende Leine, kann man nennen wie man möchte. Ich merkte dabei ebenfalls wie sich die Sub in mir wegen „Nichtnutzung” oder „Nichtgebrauchtsein” zurückgezogen hat.

Das Schöne an SM Beziehungen ist, finde ich, die Intensität. Das ist aber auch gleichzeitig die Crux an dem ganzen. Es erfordert von beiden auch mehr Beziehungsarbeit. Und so ungerecht das vielleicht auch ist, vor allem fordert das den Dom.

Denn in dem Maß, in dem Sub Disziplin im Aufgaben Erfüllen und für Überwindungen aufbringen muss, so muss Dom ihr in demselben Maß auch Aufgaben stellen und von ihr Überwindungen einfordern.

So schön  die Vorstellung von der bedürfnisfreien Sklavin auch ist, es ist eine Utopie. Nein das trifft es nicht, es ist eine Phantasie. Wir sind Menschen, wir haben Bedürfnisse! Man kann sich eine Weile zurück nehmen, aber langfristig braucht es ein Gleichgewicht. Ja ich finde es ist normal, dass Sklavin Futter braucht. Das ändert nichts daran, dass du eine Sklavin bist, aber ohne Forderung auch keine Sklavenerleben.

Gerade im SM ist es wie mit Yin und Yang. Es braucht beide Seiten, damit es ein Ganzes gibt! Sklavin ist schließlich kein Perpetuum mobile.
Um das ganze mal etwas überspitzt zu sagen: Wäre dass anders, könnte Dom Essen, Trinken und Atmen verbieten und Sklavin würde brav gehorchen und wenn sie erstickt ist, verdurstet oder verhungert, war sie nur nicht Sklavin genug... Wenn man diese Bedürfnisse als Beispiele anführt, klingt es vielleicht lächerlich, aber spätestens seit Kaspar Hauser wissen wir, wie lebensnotwendig auch die Interaktion mit anderen Menschen ist

Wir brauchen Essen, Schlaf, Lob, Lachen, Liebe, Zugehörigkeit und die Sklavin braucht die Dominanz.

Als ich hier neu war, konnte ich nie verstehen, was dieses ominöse Gefühl der Devotion sein soll. Als ich das erste Mal vor einem Dom stand, hatte ich ein unglaubliches „Aha” - Erlebnis. Ich wusste davor auch schon, dass ich Sub bin, nur hätte ich Stein und Bein geschworen, null devot zu sein. Ich kann das nicht aus mir selbst erzeugen, aber mit einem Dom, wenn er es versteht die Sub zu fordern, ja ich war unheimlich überrascht über mich selbst, wie devot ich doch tatsächlich bin.

Darum bin ich mir für meinen Teil auch sehr sicher, dass es kein Unvermögen ist, die Sub aus mir selbst heraus abzurufen. Denn obwohl ich weiß, dass sie da ist, hab ich es noch nie aus eigener Kraft geschafft, sie zu „aktivieren”. Ich kann mich nicht selbst devot machen und ich finde das auch gut so. Ich kann alleine Essen, Lachen und einen Orgasmus haben, aber dieses innige, wohlige Gefühl der Devotion kann ich alleine ebenso wenig erzeugen, wie das Gefühl, geliebt zu werden. Es ist etwas besonderes, dass man nur mit einem Menschen erleben bzw. durch ihn erleben kann.

Ob es Befriedigung bringt, wenn man erfolgreich eingefordert hat wieder getoppt zu werden oder ob man sich danach verrückt macht, weil man topping from the bottom betrieben hat, weiß ich nicht. Ich glaube, Dom sollte sich einfach der Bedürfnisse seiner Sklavin bewusst sein. Versäumt er es, sich um diese zu kümmern, muss er mit den Konsequenzen leben.


Verfasserin Daria (Sara)


Kommentare:


Train-Dom schrieb am 22.04.2013


Dem stimme ich zu

Hallo Daria,
ich gebe dir völlig recht, dass ich als Dom die Bedürfnissen meiner Sub kennen muss und darauf einzugehen habe. Ich habe ein genzes Stück Verantwortung für das wohlergehen meiner Sub übernommen. Entschuldige bitte meinen Vergleich, aber der macht es jetzt deutlich. Wenn ich eine Kuh melken will, recht es nicht aus sie zu füttern, sonder ich muss auch für ihr weitergehendes körperliches Wohlergehen und ihre selische Ausgelichenheit zu sorgen. Wenn meine Sub weiß, dass mir ihre Bedürfnisse wichtig sind, wird sie sich mehr auf mich einlassen und sich nach meiner Ausmerksamkeit sehnen. Sie ist nicht irgendein Objekt meiner Gelüste, sonder eine eigenständige Perönlichkeit. Je ausgeglichener sie seelisch ist, umso mehr kann sie sich fallen lassen, weil sie weiß ihr Meister ist für sie da und kümmert sich um sie.
Train-Dom


Antwort auf diesen Kommentar

Danke für den Kommentar

Marquis de Peine schrieb am 30.03.2013


Sehr treffend...

beschrieben - Yin und Yang! Ich brauche die Sklavin, um meine Dominaz ausleben zu können!
Danke für die Gedanken
Marquis de Peine


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