Den richtigen Partner finden

Hat man nicht das Glück, BDSM in einer bestehenden Partnerschaft entdecken zu können, in der beide durch Neugier und Erlebnishunger geprägt sind, steht man vor der Frage: Wie finde ich einen Partner, der zu mir passt?

Das ist vor allem abhängig davon, was man sucht und erwartet. Will man BDSM mit einem festen Partner in einer Liebesbeziehung ausleben, sollte man sich bei der Suche darauf einstellen, dass es einige Zeit dauern könnte, bis man den oder die Richtige/n gefunden hat. Will man hingegen das neuentdeckte Verlangen gleich ausleben und nicht warten, bis irgendwann einmal der Richtige auftaucht, ist vielleicht eine Spielbeziehung richtig.

Welche der beiden Varianten die passende ist, hängt auch von den eigenen Erwartungen und Voraussetzungen ab, die man hat bzw. braucht, um sich auf jemanden einlassen zu können. Fällt es jemandem schwer, Vertrauen aufzubauen und auch mal loslassen zu können, ist man wohl in der Sicherheit und Vertrautheit einer festen Partnerschaft besser aufgehoben.Will man vor allem Spaß und die eigenen Grenzen ausloten und kann man sich schnell auf fremde Menschen einlassen, sollte eine Spielbeziehung kein Problem sein.

Als Anfänger/in im Neuland BDSM sollte man sich überlegen, ob man lieber mit einem eher erfahreneren oder unerfahreneren Partner spielen möchte. Der erfahrene Partner kann einem möglicherweise mehr Sicherheit, Anleitung und Anregung geben,er kann seinen Erfahrungsreichtum mit einem teilen. Es kann leider aber auch passieren, dass man von ihm überrumpelt wird und schneller mehr macht, als man eigentlich möchte. Ob dies der Fall ist, hängt davon ab, wie empathisch derjenige ist. Mit einem ebenfalls unerfahrenen Partner hat man das Glück, zusammen erleben und austesten zu können, was man will. Grenzen werden nicht so leicht überschritten, da beide noch unsicher sind. Auch hier sollte man sich aufeinander einstellen und zu Kompromissen bereit sein.

Für die aktive Suche hat man verschiedene Möglichkeiten:

Um regional zu suchen, kann man eine Anzeige in Magazinen oder Zeitungen aufgeben. Wer sich traut, kann auch einen Stammtisch besuchen. Das Internet bietet einem unzählige Möglichkeiten, in Communities, Singlebörsen, Foren, Websites o. ä. aktiv zu suchen. Hier sollte man aber bedenken, dass alles, was man von und über sich preisgibt, von jedem lesbar und eventuell auch nach verfolgbar ist. Auch muss das Gegenüber nicht der sein, für den er sich ausgibt. Bitte hier entsprechende Sicherheitshinweise und Anleitungen (Covern u. ä.) beachten.

Ebenfalls sollte man sich die Seiten, auf denen man suchen will, genau anschauen. Denn sucht man einen Partner mit Niveau, sollte auch die Website ein solches aufweisen. Im persönlichen Profil ist es sinnvoll, als Suchende/r seine Neigung anzugeben und was man von einem potenziellen Partner erwartet. Ja, auch als Sub darf man hohe Ansprüche stellen! Ein Foto kann ebenfalls sinnvoll sein, jedoch sollte man eines nehmen, auf dem man nicht gleich vom Nachbarn erkannt werden könnte.

Was man zusätzlich noch über sich schreibt, bleibt den eigenen Vorlieben überlassen. Und noch ein Tipp: Sollte man sich real treffen wollen, macht es wenig Sinn, falsche Angaben oder Fotos ins Netz zu stellen. Denn bei einem persönlichen Treffen kommt es eh raus, und ein potenzieller Partner wird dann schnell die Flucht ergreifen.

Man kann auch Suchanzeigen von anderen durchforsten. Leider gilt hier ebenso, dass im Netz viel übertrieben und erfunden wird. Der Vorteil beim Beantworten von Anzeigen ist, dass man sich gleich die rauspicken kann, die einen besonders ansprechen. Der Nachteil ist, dass diese Suche sehr lange dauern kann.

Wenn man eine/n potenzielle/n Partner/in anschreibt, sollte man darauf achten, dass das Anschreiben auf diese Person zugeschnitten und originell formuliert ist. Standardtexte, bei denen man nur den jeweiligen Namen einzusetzen braucht, werden keine hohe Antwortquote haben. Auch sollte man nicht vergessen, dass der andere nicht nur Dom oder Sub ist, sondern auch ein Mensch. Man sollte ein Augenmerk darauf legen, diesen im Schreiben nicht nur auf die jeweilige Dom-/Sub-Rolle zu reduzieren. Oft liest man, gerade in Briefen männlicher Subs, dass der potenzielle Partner zu aufdringlich umworben oder in einer Weise angesprochen wird, die demjenigen allenfalls ein Lächeln abringt, aber kein wirkliches Interesse bereitet (z. B. „Göttliche Lady D….“). Man sollte sich auch als Sub nicht in einem negativen Licht erscheinen lassen. Auch Sub darf ihre Vorzüge zur Geltung bringen und muss ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Unpassend sind Unterschriften wie „Euer unwürdiger Diener P.“ oder „Euer Sklave J.“.

Ebenso kommt es weniger gut an, als Dom im Anschreiben mit „Dein Herr“ abzuschließen. Dazu gehören immer zwei und die Person wurde ja noch nicht einmal gefragt, ob sie diesen Dom überhaupt als ihren Herrn annehmen will.

Ist man fündig geworden, könnte man sich anfolgenden Kriterien orientieren:

Wichtig ist, die eigenen Wünsche und Tabus ehrlich festzulegen. Es bringt nichts, seinem Partner zuliebe und um ihn nicht zu verlieren, Dinge zu tun, die man nicht will und für die man (noch) nicht bereit ist. Auch der dominante Part sollte ehrlich sein in dem, was er erwartet und zu geben bereit ist.

Ein einfühlsamer und verantwortungsbewusster Dom wird gegen ein Covern bei den ersten Treffen nichts einzuwenden haben, es eher noch befürworten (sich nur beim ersten Treffen covern zu lassen, reicht nicht aus; man weiß so gut wie nichts über diese Person).

Er wird einem zuhören, über Tabus sprechen, sie akzeptieren, und er sollte vor, während und nach dem Spiel das Gespräch mit einem suchen. Außerdem sollte man ein Safeword vereinbaren, und er sollte bei Nennung dieses Worts bereit sein, das Spiel sofort abzubrechen.

Ganz gleich, wie ihr sucht und wen: Achtet darauf, nicht nur euer Herz entscheiden zu lassen, sondern auch den Kopf, und lasst den gesunden Menschenverstand nicht außer Acht.

Viel Erfolg bei eurer Suche!

Redakteur:


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