Meine erste Session (Sub)

Meine allererste Session – 01.12.2010: Beinahe zwei Jahre ist sie nun schon her, und doch bleiben manche Bilder im Kopf so scharf und klar, dass es gestern hätte passiert sein können. So ist es wohl, wenn man etwas völlig Neues erlebt, was man vorher nicht zu glauben wagt.  Empfindungen und neue Eindrücke überschwemmen einen, reißen einen hinfort und brennen sich anschließend in das Gedächtnis.  So ist es auch bei  mir.

Ich stehe im Badezimmer einer ganz speziellen Ferienwohnung, und das in Korsett, Rock und Stiefeln. Das gehört nicht gerade zu meiner Alltagskleidung. Was das nun bedeutet? Ein Zimmer weiter ist ein sogenanntes Spielzimmer, und überall in der Wohnung finden sich Elemente, teils auch Dekoration aus dem BDSM-Bereich. So ein Zimmer kann einen zu Beginn ganz schön einschüchtern. Selbst mich. und das will bei meiner großen Klappe, die ich gern unter Beweis stelle, schon etwas heißen. Leugnen ist da wohl zwecklos.

Ganz allein bin ich hier natürlich nicht.  Im Nebenzimmer befindet sich meine Reisebegleitung. In diesem Fall handelt es sich wohl um eine ganz Besondere: Ben und Lena.  Vor einigen Wochen habe ich die beiden im Internet kennengelernt. In der kurzen Zeit hat Ben an Bedeutung für mich gewonnen, und dies als Freund und ebenso als Mentor.

Verständnisvoll, nachsichtig und dennoch fordernd hat er meine Neugier entfacht und etwas in mir angesprochen, von dessen Existenz ich bis dahin nicht vollends überzeugt gewesen bin.

Lena ist mir für ebenfalls eine wichtige Bezugsperson geworden. Geduldig beantwortet sie mir meine Fragen, beseitigt meine Unsicherheiten und steht mir bei, wenn ich Veränderungen, die mit mir vorgehen, nicht zu verstehen imstande bin. Sie ist mein Anker, die Verbindung zur Realität, wie eine Art Schwester – und ach ja, auch sein.

Sein Eigentum. Sein Besitz. Seine Sub.

Da stehe ich nun also und betrachte mein Spiegelbild. Wie lange ich wohl einfach so dagestanden bin? Ich weiß es nicht. Dann erst fällt es mir wieder ein: Ich soll ja mein Make-up richten und stets darauf Acht geben. So nehme ich also Mascara und Eyeliner zur Hand, um sie mit zittriger Hand aufzutragen. Habe ich schon erwähnt, dass ich überhaupt nicht weiß, was mich in den nächsten Tagen erwarten wird? Ich habe keinerlei Erfahrungen auf diesem Gebiet. Die Neugierde ist es, die mich dazu getrieben hat, nun dieses Abenteuer einzugehen und die Sehnsucht nach etwas, das in mir erwacht ist und sich nicht unterdrücken lässt. Ich vertraue den beiden und vor allem ihm. Er weiß, was mir gut tun wird. Bei dem Gedanken muss ich lächeln. Vorfreude vertreibt kurz die Nervosität. Aber wirklich nur kurz, denn dann höre ich einen dumpfen Knall.

Ganz still verharre ich. Was war das bloß? Erneut höre ich dieses Geräusch. Ich halte inne, wage nicht, mich zu bewegen noch auszuatmen. Ein drittes Mal nehme ich es wahr. Dann öffnet sich eine Tür. Das muss die des Spielzimmers sein, denn das Geräusch scheint ganz nah. Schritte. Dann klopft es an meiner Tür. Das Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich reagiere nicht. Erneutes Klopfen. „Ja Herr, was wünschen Sie?“ Ich nehme nur an, dass er es ist. Während ich spreche, gehe ich zur Tür und schließe entschlossen auf.

Die Tür wird geöffnet, und er steht mir gegenüber. In ruhigem, freundlichem Ton spricht er zu mir. „Hier wird nicht abgeschlossen. Komm nun mit mir.“ Ben zeigt auf die offene Tür des Spielzimmers, welches ich langsam betrete. Er folgt mir.

Ich habe genügend Zeit, mich umzuschauen. Ich lasse den Blick schweifen. Geradeaus steht ein Gynäkologiestuhl.  Daneben eine Streckbank. Davor befindet sich eine Balkenkonstruktion, an der in unterschiedlicher Höhe verschiedene Ösen angebracht sind. Daneben wiederum ein Bock aus Holz. Rechts in der Ecke steht etwas erhöht ein Thron aus schwarzem Leder. Der gesamte Raum wirkt durch die Farbgestaltung noch kleiner, als er eigentlich ist. Rote und schwarze Farbe findet sich an Wand, Balken und Spielgeräten. Wie klischeehaft, denke ich und verdrehe innerlich die Augen. Ich stehe direkt vor einem weiteren Balkenrahmen, der einige Befestigungsmöglichkeiten bietet. An den Wänden hängen Peitschen, Gerten, Manschetten und sämtliche Ketten und Karabiner. Eingeschüchtert und beeindruckt stehe ich da.

Moment mal. Habe ich nicht die ganze Zeit ein Geräusch gehört? Er ist doch nicht allein hier gewesen, oder doch? Erneut sehe ich mich im Raum um. Wesentlich aufmerksamer. Dann erblicke ich sie. Lena steht vor der Streckbank mit dem Rücken zu mir. Ihre Arme und Beine sind an dem Balken davor befestigt, sodass sie diese ausgestreckt hält. Nackt steht sie da. Verlegen senke ich den Blick. Wie kann ich sie gerade nur übersehen haben? Benebelte Sinne? Womöglich. Alles ist so unwirklich. Ich nehme  alles um mich herum wie in einem Traum wahr. 

Scheinbar stehe ich unter Beobachtung, denn nun tritt Ben an meine Seite. Meine Verlegenheit scheint ihn zu amüsieren – oder ist es doch eher die Tatsache, dass ich sie gerade einfach offen zeige? Er stellt sich direkt hinter sie und bedeutet mir, sich neben ihn zu knien. Ich folge seiner Anweisung. Bevorzuge dennoch den abgewandten Blick. Eine Hand streicht mir über den Kopf. Welch beruhigende Geste in dieser Unwirklichkeit.

Dann höre ich ein Klatschen. Einmal und dann wieder und wieder. Ich schaue nicht hin. Ich mag es nicht sehen. Fühle  mich unwohl. Wie intim diese Situation doch ist. Er schlägt sie. Scheinbar nicht allzu fest, denn sonst würde sie wohl protestieren, oder nicht? Zwar zucke ich nicht zusammen, dennoch bin ich vollends angespannt. Wieso höre ich nichts von ihr? Nun schaue ich doch auf und sehe gerade, wie die Gerte ihren Po trifft. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass er die Gerte in die Hand genommen hat. Wie unaufmerksam von mir.

Leichte Rötungen kann ich erkennen. Ihre Arme sehen nicht verkrampft aus. Sie steht völlig entspannt da. Nimmt entgegen, was er ihr zu geben bereit ist. Ob es ihr Freude bereitet? Ich entspanne mich und konzentriere mich auf ihre Reaktion. Schaue genauer hin. Beim nächsten Schlag höre ich ein wohliges Seufzen. Ganz offensichtlich ist es keine Strafe. Ich hoffe es. Es beruhigt mich ungemein, dass es ihr gut geht.

Ich spüre seinen Blick auf mir ruhen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass er in meiner Gestik und Mimik liest wie in einem Buch? Schon lang gebe ich mir keine Mühe mehr, es ihm zu erschweren, denn er durchschaut mich sowieso. Ich habe es akzeptiert, genauso wie ich sein Wohl über das meinige stelle. Meistens jedenfalls. Ist das nicht verrückt? Nun ja vor zwei Monaten habe ich das wohl auch noch gesagt, aber manches ändert sich eben. Gut so. Ich schaue hoch, begegne seinem Blick. Abwartend, was er wünscht.

Gebannt sehe ich ihn an. Seine Miene kann ich nicht deuten. Was für eine Ungerechtigkeit. Eigentlich bin ich darin sehr gut, Menschen einzuschätzen. Er schaut zu mir herab. Erst jetzt wird mir meine Position bewusst. Ein wohliger Schauer. Gänsehaut  Wie schön, dass dies auch real so ist und nicht nur in meiner Vorstellung. Die Gerte, die bislang locker nach unten hängt, legt er auf dem Thron ab. Das Zimmer ist ziemlich klein, daher reicht es, wenn er sich nur etwas streckt.

Mit beiden Händen öffnet er nun seine Hose. Herunter zieht er sie nicht. Die Arme hängen ihm nun wieder seitlich an seinem Körper herab. Seine ruhige Stimme durchbricht die Stille: Er nennt mich bei meinem Namen, mehr sagt er nicht. Lediglich seine Augen übermitteln mir die stille Aufforderung.

Kurz überlege ich, ob ich es tun soll, doch dann meldet sich mein Dickkopf zu Wort. Ich habe keine Lust darauf. Bin noch so aufgewühlt von dem, was ich gerade erlebt habe und nun habe ich die Wahl. Die Entscheidung liegt bei mir. Mal sehen, was geschieht? Zaghaft schüttle ich den Kopf. „Bist Du Dir sicher?“, fragt er mich und gibt mir damit meine vorerst letzte Chance. „Ja Herr, ich bin mir sicher.“, antworte ich und schaue ihn dabei so selbstsicher an wie nur irgend möglich. Dann setzt er sich in Bewegung und macht Lena los.

Erst jetzt fällt mir auf, dass sie einen Ballknebel trägt. Ob mir das gefallen würde? Nun kann ich mir die Stille von vorhin erklären. Fast beiläufig spricht er zu mir, ich solle aufstehen. Ich folge seiner Anweisung und hoffe, dass er nicht verärgert ist. Was hat er nun vor? Meine Verweigerung wird er nicht hinnehmen. Das ist mir klar, doch was erwartet mich? Gespannt folge ich jeder seiner Bewegungen.

Unbewusst und doch absichtlich möchte ich ihn testen und sehen, was geschieht. Nun sitze ich in der Falle. Kein Zurück. War meine Entscheidung  voreilig gewesen? Womöglich. War es ein Fehler? Das wird sich nun wohl herausstellen. Mir schlägt das Herz bis zum Hals. Als die letzte Manschette ihren Knöchel freigibt, schaut er mich grinsend an. Sein Ausdruck gefällt mir ganz und gar nicht. Was geht hier vor? Sie folgt seinen stillen Befehlen wie eine Marionette und deutet mir, mich nun auf den Platz zu stellen, auf dem sie gewesen ist.

Zwischen den Balken und den Manschetten stelle ich mich auf. Ein wenig perplex wage ich keine Widerworte. Noch immer habe ich das schlechte Gewissen im Nacken. Ich stehe da und erkenne meine Situation. Ich höre wie die Reißverschlüsse meiner Stiefel geöffnet werden. Ich soll einen Fuß nach dem anderen heben, also folge ich. Nun werden mir von ihr die Arm- und die Fußmanschetten angelegt. Wie gemein von ihm. Als würde ich es ihr erschweren. Sie verlässt den Raum.

Ich drehe meinen Oberkörper so weit wie möglich und sehe ihn auf mich zukommen. Er grinst. Scheint ihm die Tatsache zu gefallen, dass ich hier nicht weg kann? Erfreut es ihn, wie er mir die Selbstsicherheit wie eine Maske von meinem Gesicht zu zerren imstande ist? Er ist wahrhaftig ein Teufel. In meinen Gedanken nenne ich ihn so jedenfalls. Direkt vor mir bleibt er stehen. Wir sind allein in diesem Raum. Völlig allein.

„Ich will, dass Du Dich äußerst, wenn es weh tut.“ Er schaut mich an, während er mich anspricht. Ich reagiere nicht und spüre das Kribbeln. Meine Fassade bröckelt. Was in mir wirklich vorgeht, drängt durch meine Augen an die Oberfläche. Ich möchte ihm nicht die Genugtuung geben, dass ich ängstlich bin und sehr kurz davor, ihn zu bitten es nicht zu tun, doch mein Dickkopf siegt. Womöglich stehe ich mir damit selbst im Weg.

Trotzig halte ich seinem Blick stand. Erst als er sich umdreht und zu etwas Langem greift, ziehe ich besorgt die Stirn kraus. Ich wisse nicht, ob ich masochistisch bin, habe ich im Gespräch zu ihm gesagt. Ich möchte meine Grenzen erkunden und herausfinden, was mir gefällt. Meine Aussagen werden mir nun mehr als deutlich.  Nun habe ich wohl, was ich wollte, oder nicht?

Theorie und Praxis. Wenn einen Hunderte von Kilometern trennen, ist man fernab der bedrohlichen Wirklichkeit. Jetzt bin ich kurz davor herauszufinden, wie es wirklich ist. Nun stehe ich hier und habe den Zorn dieses Mannes auf mich gezogen. Grandios. Selbst schuld.

Er kommt wieder auf mich zu. Ich versuche, ihn mit meinen Augen zurückzuhalten. Ich drehe mich soweit zu ihm um wie nur möglich und ziehe an den Manschetten, bis die Ketten mich zurückhalten. Ihn in meinem Rücken zu haben, bringt meine Nackenhärchen dazu, sich aufzustellen. Wie ungewohnt es ist, nicht selbst bestimmen zu können. Ich bin gefangen und von ihm abhängig. Kaum zu glauben, aber es fühlt sich gut an.

Ben kommt mir näher, streicht mir mit der Gerte über mein Bein. Ich versteife mich und halte die Luft an, während er mich mustert. Solange er mich berührt kann er nicht ausholen, denke ich beruhigt. Dann unterbricht er den Körperkontakt. Ängstlich schaue ich ihn an und ziehe an der Kette. Der erste Schlag. Nicht fest, nicht sonderlich schmerzhaft, aber ich schaue empört drein. Still bleibe ich stehen. Dann holt er erneut aus. Er trifft die gleiche Stelle auf der Haut. Zwar ist es nur die Oberfläche, die er trifft, doch eigentlich kratzt es mehr an meinem Stolz. Wie kann er es wagen? Der dritte Schlag folgt. Nun hat er es auf die linke Seite abgesehen. Die nächsten Schläge verteilen sich auf Oberschenkel und Po und nehmen an Intensität zu.  Trotzig wende ich den Blick von ihm ab. Ich stehe einfach da, rege mich nicht und gebe keinen Laut von mir. So leicht werde ich es ihm nicht machen.

Ich spüre, dass meine Haut reagiert. Ob ich nun auch Rötungen besitze, so wie Lena sie hat? Nach weiteren Schlägen hält er inne. Etwas erleichtert atme ich aus. So langsam wurde es schwer, selbstbeherrscht zu bleiben. Ich spüre seine Anwesenheit direkt hinter mir. Er streicht mit der Hand über die nun empfindliche Haut. Ich beiße mir auf die Unterlippe. „Ich gebe Dir erneut die Chance, meiner Anweisung von vorhin nachzukommen. Machst Du es jetzt?“, fragt er mich völlig ruhig. Kurz denke ich darüber nach. Meine Haut hat sich derweil beruhigt, und der Widerstand keimt von Neuem. Wieder schüttele ich den Kopf.

„Na gut, wir werden sehen“, höre ich ihn sagen. Schon als er mir den Knebel in den Mund schiebt, bereue ich meine Entscheidung. Eine andere Art des Schmerzes durchzieht meinen Körper. Ich kann nicht sehen, was er in der Hand hält. Was hätte mir das auch genützt? Ich versuche, den Knebel loszuwerden, doch er sitzt so fest. Ich höre mich seufzen, wie ich jeden seiner nun gezielten Schläge quittiere. „Pst. Ich weiß.“, flüstert er mir zu. Doch ich will nicht still sein. Ich kann es nicht. Beine und Po beginnen zu brennen. Ich versuche, ein Bein zu heben. Vor ihm zu schützen, doch die Ketten hindern mich daran. Ich bin ihm und seinen Schlägen ausgeliefert, und ich allein bin dafür verantwortlich. Wenn ich einfach nur gefolgt wäre, dann wäre alles gut. Die Erkenntnis trifft mich. Immer wieder und wieder. Es tut weh. Möchte einfach nur, dass es aufhört.

Stille.

Er hat aufgehört. Die Ketten meines rechten Beines und Armes lösen sich. Ich soll mich um neunzig Grad nach hinten drehen in den Raum hinein. Erneut befestigt er die Ketten, diesmal an den Ösen des neuen Balkens. Er tritt hinter mich und legt mir eine Augenbinde um. Alles wird schwarz. Überdeutlich nehme ich die geschundene Haut wahr. Ich höre jeden seiner Schritte. Aufmerksam. Meinen Kopf senke ich, da ich weiß, er erwartet es von mir. Ich höre, wie sich die Tür öffnet.

Lena zieht scharf die Luft ein und bleibt hinter mir in der Ecke stehen. Was hat sie so überrascht? Da überrascht mich ein starker Schlag auf die empfindliche Haut. Drei weitere Schläge folgen mit etwas Abstand dazwischen. Wie gemein es ist, so unwissend darauf zu warten. Ich zittere, atme schnell und oberflächlich. Bitte geben Sie mir erneut die Wahl. Ich werde Sie nicht mehr enttäuschen. Nur leider kann er meine Gedanken nicht hören. Seufzend warte ich auf den nächsten Schlag, doch es kommt keiner. Ich spüre wie sich die Karabiner lösen. Bin ich nun frei? Habe ich es überstanden? Mein Po brennt. Meine Oberschenkel ebenso. Er hat immer mehrfach gezielt dieselbe Stelle getroffen. Dieser Teufel. Er befestigt mit dem Karabiner meine Arme hinter meinem Rücken. Dann führt er mich zwei Schritte vorwärts. Ich folge ihm.

Eine Hand legt sich ruhig, aber mit leichtem Druck, auf meine Schulter. Ich verstehe seine wortlose Aufforderung und füge mich seinem Willen. Ich sinke auf die Knie. Es ist nicht die Angst vor möglichen Konsequenzen und auch kein schlechtes Gewissen, das mich lenkt. Sein Wille ist es. Ich lasse mich führen. Dann geht er fort. Ich höre das Geräusch einer Kette. Was folgt nun? Nervös bin ich nicht mehr.  Ich warte einfach ab. Wie aus dem Nichts legt sich etwas Kaltes um meinen Hals. Verstärkter Druck. Weit entfernt von einer Atemnot, prickelt die Gefahr unter meine Haut. Kaum zu glauben, doch es gefällt mir.

Der Druck schwindet. Die Kette hängt nun lose um meinen Hals und dennoch mit einem Grad der Bedrohlichkeit. Der Druck lässt weiter nach, bis mir der Knebel abgenommen wird. Dankbar schlucke ich den Speichel hinunter. Ich bin froh, dass ich ihn los bin. Nun folgt auch die Augenbinde. Der schwarze seidene Stoff gibt mir die Sicht zurück. Erst mehrmaliges Blinzeln erlaubt mir wieder, mich umzusehen. Die Augen gewöhnen sich an die in indirektes Licht getauchte Umgebung. Auch die ist mir beim Betrachten des Raumes nicht weiter aufgefallen. Lena steht in der Ecke. Ich schaue in ihre Richtung. Ihren Blick vermag ich nicht einzufangen, denn sie steht mit gesenktem Blick abwartend da.

Er tritt in mein Sichtfeld. Steht vor mir, und nun folge auch ich ihrem Beispiel. Ich drücke den Rücken durch, richte mich vollends auf, und senke den Blick. In seinen Worten vernehme ich Zufriedenheit, „Hast Du es Dir nun überlegt?“ Ich nicke. Nicht eifrig und nicht zögerlich. Zärtlich streichelt er meine Wange. Ich schaue ihn an. Keine Enttäuschung liegt in seinem Blick. Zunächst habe ich es befürchtet. Erleichtert lächele ich zaghaft. Er lächelt zurück. Trotz und Widerstand sind verblasst. Was bleibt, ist Dankbarkeit. Ich verstehe es nicht, doch es ist so. Völlig friedlich fühle ich mich schon beinahe sorglos. Ich verschwende keinen Gedanken mehr daran, mich ihm zu widersetzen. Ich lasse mich fallen und folge mit dem Blick seiner Hand, die erneut seine Hose öffnet. Ich werde ihn nicht mehr enttäuschen …

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