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BDSM Geschichten

Die venezianische Maske

Voller Vorfreude öffnete sie das Paket, das sie gerade mit der Post bekommen hatte. Vorsichtig zupfte sie das feine Seidenpapier beiseite, das die kostbare Ware auf dem Transport geschützt hatte, und vor lauter Entzücken angesichts ihrer neuesten Erwerbung blieb ihr anschließend glatt der Mund offen stehen.

Nur gut, dass ihr Herzblatt bei der Arbeit war und nicht sehen konnte, wie sie mit einem seligen Grinsen ihre neue Metallmaske vorsichtig in ihren Händen wog und hin und her drehte, wobei die auf der filigran gearbeiteten Maske im venezianischen Stil aufgebrachten Straßsteine wild und kostbar funkelten. Die feinen Kettchen unterhalb der Augenöffnungen der Maske pendelten sacht hin und her, und sie konnte es kaum erwarten, sich damit im Spiegel zu betrachten.

Und deshalb setzte sie das edle Stück auf ihre Stirn und Nase, band die beiden Satinbänder hinter ihrem Kopf zu einer ungemein zierenden Schleife und rannte fast ins Schlafzimmer vor den großen Spiegel, wo sie sich wiederum vor Begeisterung kaum zu fassen wusste. Sie lockerte ihre dunkle lange lockige Haarpracht mit den Fingern noch etwas mehr auf, dann war sie mit ihrem neuen, ungewohnten Erscheinungsbild vollauf zufrieden. Diese Maske gab ihr etwas Martialisches, und aufgrund der zarten Ranken und glitzernden Schmucksteinchen zugleich etwas ungemein Elegantes. Zufrieden schnitt sie ihrem Spiegelbild noch eine Grimasse und brachte das gute Stück vorsichtig zurück zur Versandschachtel. Sie verpackte es wieder gut und sicher und versteckte die Schachtel bis zum Wochenende in ihrem Kleiderschrank, für den sie ihrem Göttergatten schon vor längerer Zeit ein absolutes „Gruschtelverbot“ (Verbot, den Schrank nach irgendwelchen Sachen zu durchsuchen) gegeben hatte.

Als der lang ersehnte Samstagabend endlich anbrach und ihr Liebster seinen sehr anziehenden Körper mal wieder beim Training stählte, machte sie sich aufgeregt daran, die Vorbereitungen für einen weiteren interessanten Spielabend zu treffen. Dieser Abend begann mit einem schon liebgewonnenen Ritual, das ihre Vorfreude noch weiter steigerte und auch für ihn hoch erfreulich war. Sie entzündete ein Räucherstäbchen mit dem Duft, den sie beide so liebten und durchwanderte damit einmal die gesamte Wohnung vom Eingangsbereich bis zum Schlafzimmer. Dort angekommen, stellte sie das Räucherschiffchen auf die Kommode neben dem Bett, um dem Raum für die kommenden Stunden einen angenehmen Duft zu verpassen. Dann zog sie sich ins Badezimmer zurück, wo sie sich darum kümmerte, dass auch ihr Körper sich in eine einzige zarte, wohlduftende Verführung ohne jegliche lästige Körperhärchen verwandelte. Ihre Augen betonte sie anschließend mit einem geschmackvollen Make-up in sehr dunklen Farbtönen und mit einem Hauch Glitzer, während sie für ihren Mund einen verführerischen dunklen Rotton wählte.

Barfuss und nackt tapste sie anschließend ins Schlafzimmer, wo sie das Bettzeug im Schrank verschwinden ließ und ein Lacklaken über das Doppelbett ausbreitete. Dann öffnete sie ihren Kleiderschrank und legte ihre neue Maske an. Der Anblick war wirklich atemberaubend. Sie widmete auch ihrer Frisur noch etwas Aufmerksamkeit, indem sie die sanften Locken in eine wilde Mähne verwandelte. Als Schmuck wählte sie lediglich eine schmale Straßkette, die sich um ihren schmalen Hals legte, nach unten über ihren Bauch wanderte, sich dort um ihre Taille legte und dann zwischen ihren Beinen verschwand. Zuletzt legte sie noch ihre liebsten Galahandschuhe aus schwarzem Satin an, die ihr bis über die Ellbogen reichten. I-Tüpfelchen war das schmale Straßarmband, das sie noch an ihrem linken Handgelenk befestigte.

Mit einem weiteren Griff in den Schrank förderte sie das Leder-Fesselset zutage, mit dem ihr Geliebter sie beim letzten Liebesspiel gefesselt hatte. Allein der Gedanke daran ließ ihr Gesicht in einem gesunden, frischen Rotton erstrahlen. Rasch entfernte sie die feingliedrigen Ketten von den Hand- und Fußfesseln. Diese würden ihren wilden Lover nicht in Schach halten können bei dem, was sie mit ihm vorhatte. Stattdessen wählte sie eine etwas stärkere Kette aus und befestigte sie am Ring des Halsbandes. Das sollte vorerst genügen.

Schmunzelnd entzündete sie die dicke Kerze mit den drei Dochten im Schlafzimmer, entsorgte das mittlerweile abgebrannte Räucherwerk und markierte den Weg von der Haustüre bis ins Schlafzimmer mit unzähligen kleinen Kerzen, so dass das elektrische Licht getrost ausbleiben konnte.

Dann platzierte sie zunächst einen Zettel auf der untersten Treppenstufe, auf dem sie für ihr Herzblatt in schön geschwungenen Lettern notiert hatte: „Hallo, schöner Mann, zieh Dich bitte ganz schnell aus und komm hoch zu mir ins Schlafzimmer, ich habe eine Überraschung für dich!“

Dann stieg sie ein paar weitere Stufen die Treppe hoch, wo sie ein weiteres Blatt platzierte und darunter die Handfesseln versteckte. Auf diesem Blatt war notiert: „Mein Liebling, heute musst Du für mich diese Handfesseln anlegen, ich möchte Dich heute mit etwas Neuem überraschen, das Dir sicher auch gefallen wird.“

Mit beschleunigtem Herzschlag kletterte sie weiter die Stufen hinauf und deponierte die Fußfesseln unter einem weiteren Blatt, dass von ihrer zierlichen Handschrift beschrieben war mit den Worten: „Jetzt noch die Fußfesseln, Geliebter, denn Du sollst heute genauso wehrlos sein, wie ich es bei unserem letzten Spiel war, und Du sollst es genauso genießen, wie ich es genossen habe.“

Schließlich legte sie das Halsband mit der Kette versteckt unter die letzte Nachricht an ihren Mann auf die oberste Treppenstufe, und auf diesem Blatt war zu lesen: „Heute wirst Du mein Sklave sein und alles tun, was ich von Dir verlange. Lege dieses Halsband an als äußeres Zeichen Deiner Unterwerfung unter meinen Willen!“

Atemlos vor Erregung betrachtete sie ihr Werk und war schon sehr zufrieden. Dann ging sie wieder ins Schlafzimmer zurück und zog die vier Seilschlaufen unter den Matratzen hervor, mit denen die Hand- und Fußfesseln am Bett befestigt werden konnten. Sie hatte sie extra mit dem Lattenrost unter der Matratze verknotet, um ihm jegliche Fluchtmöglichkeit zu nehmen. Sie befestigte rasch die vier Karabinerhaken an den Schlaufen, denn so konnte sie die Arm- und Beinfesseln sicher und schnell daran fixieren.

Plötzlich breitete sich ein sardonisches Grinsen über ihrem Gesicht aus. Ihr war gerade eine geniale Idee gekommen. Sie schnappte sich die Reitgerte, die er beim letzten Spiel benutzt hatte, um sie zu necken und zu leiten, und legte sie vor der Schlafzimmertüre auf dem Boden ab. Rasch beschrieb sie ein weiteres Blatt, diesmal in flammendem Rot mit dem Befehl: „Wenn Du bereit bist, Sklave, dann darfst Du die Gerte in Deinen Mund nehmen und an meine Türe klopfen. Dann hast Du kniend mit gesenktem Kopf zu warten, bis ich Dich herein befehle!“

Kichernd klebte sie den „Brandbefehl“ an der Schlafzimmertür mit Klebeband fest. So, jetzt konnte ihr „Opfer“ nach Hause kommen. Sie war bereit. Naja, fast. Da sie mit ihren neuen Bettstiefeln so schlecht laufen konnte, zog sie diese erst jetzt über, wobei sie schon einmal auf dem Bett Platz nahm. Denn Laufen war mit den Dingern nur sehr eingeschränkt möglich, geschweige denn längeres Stehen. Also drapierte sie sich in einer lasziven Pose auf dem Lacklaken und schnappte sich ihr Lieblingsbuch, um sich die Wartezeit bis zum Eintreffen ihres künftigen Liebessklaven etwas zu versüßen.

Nach einiger Zeit, als sie schon am Überlegen war, ob sie sich eine Decke holen sollte, da sie zu frösteln begann, hörte sie ihn nach Hause kommen. Vergnügt pfefferte sie ihr Lieblingsbuch in die nächste Ecke und schmiss sich wieder in Pose, um angestrengt zu lauschen.

Geschafft! Endlich zu Hause. Erleichtert schloss er die Tür von innen ab und beeilte sich, seinen Mantel und seine Schuhe loszuwerden und in seine Puschen zu schlüpfen. Mann, war das wieder ein anstrengendes Training heute! Er warf einen prüfenden Blick in den Garderobenspiegel und ordnete sein vom Duschen noch feuchtes Haar kurz mit ein paar Fingerstrichen. Die Sporttasche brachte er gleich in die Waschküche. Jetzt nur noch gemütlich auf das Sofa mit einem schönen Feierabendbierchen und der Sportschau …

Doch halt. Was war das? Erstaunt fiel sein Blick auf das sorgfältig beschriebene Blatt auf der untersten Treppenstufe und die Spur aus Kerzenlichtern. Beim Lesen huschte ein geschmeicheltes Lächeln über sein Gesicht. Nun gut, darüber ließe sich reden. Eilig befreite er sich von seiner hinderlichen Kleidung, denn die Aussicht auf eine schöne Überraschung von seiner Geliebten hatte es auf Anhieb doch recht eng in seiner Hose werden lassen. Stürmisch wollte er die Treppe hoch zur ersehnten Partnerin rennen, doch da fiel sein Blick auf den zweiten Zettel.


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