Hassliebe

Ein Erfahrungsbericht über die Orgasmusfolter

Es gab schon ziemlich lange ein Thema, das mich sehr gereizt hat: die Orgasmusfolter. Also das Gegenteil von der Orgasmuskontrolle, die ich bis jetzt allzu oft erleben durfte/musste. Man findet im Internet viele Meinungen von Begeisterung bis hin zur totalen Ablehnung und ziemlich oft sind die Erfahrungen negativ behaftet. Das hat mich zwar eine Zeit lang davon abgehalten diesen Wunsch umzusetzen, aber wie allzu oft im Leben hat die Neugierde dann letzten Endes doch gesiegt.

Vor der Session war ich tatsächlich ein wenig nervöser als sonst, weil ich wusste, dass es mir entweder sehr Gefallen oder ich es eben sehr, sehr verabscheuen würde. Und da mein Dom und ich Tunnelspiele lieben wusste ich ebenfalls, dass er es bis zum Schluss (den er definiert) durchziehen würde, ob es mir nun gefallen würde oder nicht. Ich hoffte also das Beste.

Die Session selber bestand dieses Mal aus einer Schlagsession zu Beginn und eben der Orgasmusfolter. Gerade das Schlagen hat mich aber ein wenig runtergebracht und vor allem meinen Schalter umgelegt und somit die Nervosität gänzlich verschwinden lassen. In einem X (sehr stramm) ans Bett gefesselt, konnte ich mich kaum noch bewegen. Ich trug außerdem eine Augenbinde und hörte irgendwann, wie unser Magic Wand eingeschaltet wurde. Der erste und zweite Orgasmus waren, gerade durch die vorherige Schlagsession, ziemlich intensiv und atemraubend. Dann folgte allerdings schon langsam die Überreizung der Klit und ich habe mich wirklich stark in die Seile geworfen, wollte ausweichen aber es hat natürlich absolut nichts gebracht. Trotzdem bin ich immer und immer wieder gekommen und war irgendwie jedes Mal aufs Neue geflasht.

Nach einiger Zeit habe ich alles um mich herum vergessen und irgendwie gab es nur mich und meinen Körper, mein Stöhnen und die Vibration – ein wirklich wunderbares Gefühl. Man hangelt sich aber stets von Schmerz zu Orgasmus zu Schmerz und irgendwann erbebt und zittert der ganze Körper. Allerdings hat mich das nicht weiter gestört. Im Gegenteil. Man zählt die Orgasmen nicht mal mehr mit, sondern lässt es über sich ergehen, genießt es und verflucht es im selben Moment. Für mich stand in der Zeit die Welt still, denn ich wusste nicht wie lange ich schon dalag, wie viele Orgasmen ich hatte, oder wann es aufhörte. Es war als sei ich irgendwie in einer kleinen Parallelwelt angelangt und ich habe dieses Gefühl sehr gemocht. Als mein Dom dann den Wand wieder irgendwann abgesetzt hat, war es ein voller Genuss einfach nur zu liegen und zu genießen und den Körper herunterfahren zu lassen. Mein Dom fand die Erfahrung übrigens auch ziemlich intensiv, wie er mir hinterher berichtet hat. Er hat es auf jeden Fall sehr genossen.

Warum habe ich die Überschrift „Hassliebe“ genannt hat? Ich fand die Erfahrung wirklich toll und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir dies in Sessions einbinden, aber es gab zwischendrin Momente, in denen ich meinen Dom wirklich anflehen wollte aufzuhören, denn der Moment, bevor die Überreizung in Lust gewandelt wird, ist ein wirklich intensiver und harter Moment. Trotzdem habe ich keinen Mucks gesagt, denn es war definitiv aushaltbar und bin jetzt umso stolzer, dass ich stark geblieben bin und freue mich wahnsinnig drauf dies wieder erleben zu dürfen.

Und als kleine Erinnerung an dieses Erlebnis hatte ich tatsächlich ein paar Tage danach Muskelkater im ganzen Körper. :-) 


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    Ceerny
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