Das gläserne Haus

Eine Geschichte über einen Ort, an dem die Zeit für einen Augenblick stehen bleibt.

Die Sonne scheint verführerisch durch die Zweige, als ich aus dem Wald auf eine Lichtung trete. Ein Windhauch weht über die Wiese und streicht über meine nackten Oberschenkel. Mit einem langen T-Shirt und ledernen Overknees bekleidet fährt mir eine Gänsehaut über den Körper. Doch dies liegt weniger an dem Windzug, sondern viel mehr an dem atemberaubenden Haus, welches vom Wald umzäunt vor mir steht. Ich weiß nicht wie es architektonisch möglich ist, aber dieses Haus besteht zu 90 Prozent aus Glas und ich kann jeden Winkel des Hauses bereits von außen sehen. Du hast nicht übertrieben, als du von einer überwältigenden Überraschung gesprochen hast. Es kommt mir vor wie ein Traum hier ein ganzes Wochenende verbringen zu dürfen. Und das beste? Zumindest die untere Etage scheint ein Spielparadies zu sein, denn diverse Geräte sind großzügig im Raum verteilt. Peitschen, Halsbänder, Seile, Ketten und vieles mehr zieren die Wand. 

Noch immer staunend und wie am Boden festgewachsen schaue ich in den zweiten Stock und sehe dich grinsend am Fenster stehen. Die oberste Etage ist ein großes Schlafzimmer mit einem traumhaften Bett. Während ich den weißen Schotterweg entlanggehen, kann ich mein Lächeln gar nicht verkneifen, so glücklich bin ich, hier zu sein. 

Ich betrete das Haus und mich empfängt ein Geruch von Leder und die Sonne wirft ihre Strahlen sanft auf all die Geräte. Mit den Händen über das Leder fahrend erkunde ich den Raum. Eine Gänsehaut bildet sich auf meiner Haut und ich schaue mich noch immer voller Begeisterung um, als ich plötzlich zwei Hände in meinem Nacken spüre, die sanft meine langen Haare von der Schulter wischen und einen Mund, der mir sanft einen Kuss in den Nacken drückt. Ich drehe mich um und schaue direkt in Dein Gesicht. Ein Lächeln huscht über Dein Gesicht und auch ich muss unwillkürlich lächeln, merke aber sofort, wie sich meine innere Sub langsam in den Vordergrund drängt und sich in meinen Augen langsam die Unterwürfigkeit einschleicht. 

Ich lege meinen Kopf hinter mir auf deine Schulter und schließe die Augen, während du mit den Händen über meinen Körper fährst. Als ich entspannt ein wenig wegdöse, durchfährt ein Schmerz meine Brüste und ich spüre, wie du die Nippelklammern befestigst. Ich stöhne leise auf und du ziehst mir das T-Shirt aus, unter dem ich völlig nackt bin. Während ich mich auf meine Knie begebe und meine Arme hinter dem Rücken verschränke, suchst du ein Halsband raus.

Nach einigen Minuten spüre ich das kalte Leder um meinen Hals und an dem Halsband ziehst du mich sanft hoch und führst mich zu einem niedrigen Sklavenstuhl, auf den ich mich setze und sofort befestigt werde. Auch mein Halsband wird befestigt, sodass ich wenig Spielraum habe. Danach entfernst du dich wieder und stehst vor der Wand mit den Peitschen und auch wenn ich mich aus Neugier umgucken will, kann ich es einfach nicht. Stattdessen sehe ich, wie sich die Bäume draußen im Takt des Windes bewegen und während sich draußen die Welt normal weiterdreht, scheint sie für mich hier drin so wundervoll stehengeblieben zu sein.

Langsam kommst du wieder auf mich zu und wärmst mit anfangs sanften Schlägen meine Innenschenkel auf. Als ich die Durchblutung in meinen Beinen spüre wechselst du zu einem Bambusrohrstock, der mich nach dem ersten Schlag zusammenfahren lässt. Du legst deine Finger unter mein Kinn und hebst es leicht hoch – ein Signal dafür, dass ich dich anschauen soll, während du deine Schläge fortsetzt. Dein Blick ist kühl und du verziehst keine Miene, während ich damit kämpfe dem Blick und den Schmerzen standzuhalten. Trotzdem kann ich mir ein Stöhnen nicht verkneifen und merke, wie mein Saft langsam an mir runterfließt. Als der letzte Schlag vorüber ist, atme ich kurz auf. 

Du befreist mich auf den Stuhl und ich knie mich wieder vor dich. Den Kopf gesenkt. 

Und ich warte.

Während das Blut durch meine Oberschenkel pocht. 

Und warte.

Nach gefühlt ewig vielen Minuten stehst du nackt vor mir, packst mich an den Haaren und führst mich zu deinem Schwanz. Ich nehme ihn in meinen Mund, während du ihn durch den Druck auf meinen Hinterkopf immer tiefer in mich gleiten lässt.

Minuten vergehen.

Spucke sammelt sich an meinem Mund und tropft runter, während du stöhnst und dein Schwanz in meinem Mund immer härter wird. Als du mit einem lauten Stöhnen kommst, schlucke ich deinen Saft und schnappe nach Luft.  

Du ziehst mich sofort wieder hoch und führst mich zu dem Andreaskreuz, an dem du mich wieder befestigst. Mit einem Ruck löst du die Nippelklammern und ich schreie kurz auf. Noch immer nach Luft schnappend beobachte ich, wie du in die zweite Etage gehst. 

Was tust du?

Ich schaue mich um und betrachte die Glasfassade. Ob jemand die Session von draußen verfolgen kann?

Wo bleibst du?

Mein Atem ist wieder normalisiert, als ich deine Schritte höre und du auf mich zukommst. 

Immer näher. 

Unsere Körper schmiegen sich aneinander und ich spüre, dass du etwas in mich schiebst, was sofort anfängt zu vibrieren. An deinem schelmischen Lächeln erkenne ich, was als nächstes auf mich zukommt. 

Du setzt sich langsam in einen ledernen Sessel und schaust mich an. 

„Weißt du noch, was bei der letzten Session passiert ist?“

Deine Stimme ist ruhig. Dein Blick hart. 

„Ja, Herr,“ gebe ich kleinlaut wieder. 

„Wir üben seit Wochen“, bei dem Wort „Wochen“ wird deine Stimme plötzlich lauter „dass du nur auf mein Kommando kommst und trotzdem hast du es nicht einmal geschafft. Nicht letztes Mal. Nicht das Mal davor. Der Tag wird kommen, an dem ich dich zu Veranstaltungen mitnehme, als meine Sub. Dafür erwarte ich aber, dass du in der Lage bist auf mich zu hören.“

Beschämt senke ich den Blick und versuche auch dieses Mal mich nicht von den Vibrationen nicht ablenken zu lassen. 

„Ja, Herr.“ 

„Sehr gut. Dann üben wir heute so lange, bis du es kannst.“

Die Vibration wird stärker. Ich unterdrücke ein Stöhnen, um dich nicht schon wieder zu enttäuschen. 

„Schau mich an.“

Deine Stimme ist streng und ich schaue dir in die Augen. 

Ich werde es heute schaffen. Ich muss es schaffen.

Es vergehen Minuten. Oder gar Stunden?

Es scheint als würde nur noch die Vibration existieren und dein Blick, der mahnend meine Augen fixiert. Ich reiße mich zusammen und du weißt es. 

Irgendwann stehst du auf und kommst auf mich zu. 

„Sehr gut“, flüsterst du in mein Ohr. „Mal schauen, wie es jetzt aussieht.“

Mit einer Hand massierst du meine Klit und ich kann das Stöhnen nicht mehr unterdrücken.

Ich fange an dich anzuflehen. Wir beide wissen, dass ich jetzt alles dafür tun würde, um einfach kommen zu dürfen. 

Ein „bitte“ kommt krächzend über meine Lippen. 

„Nein“, flüsterst du wieder und kneifst in meine Klit. 

Das Kribbeln im Unterleib wird immer stärker und das Stöhnen immer lauter. Ich spüre deinen Atem auf meinem Hals und spüre wie die zweite Hand langsam um meinen Hals fährt und mir die Luft abschnürt. 

Es ist fies. 

Du weißt wie sehr ich es liebe. 

Mein Körper scheint nur noch aus Lust zu bestehen und ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll – meine Emotionen scheinen irgendwo im Raum verstreut zu sein, während ich auf das eine Wort warte. 

Stöhnen. 

Ich schließe die Augen. 

Dann. Endlich. Das ersehnte Wort. 

„Okay.“

Nur okay. Dieses okay reicht dafür aus, dass mich eine Welle erfasst und meinen gesamtem Körper kommen lässt. Ich zucke noch immer ein wenig, als du mich losbindest und nach oben in das schönste Bett der Welt trägst. 

„Ich bin stolz auf dich“, sagst du, während du dich neben mich legst. 

„Das war aber nur Stufe 1 von 3 – morgen üben wir weiter.“

Ich kann nichts erwidern, weil es mir in dem Moment egal ist und schmiege mich an deinen Körper. 

Und während sich meine Atemzüge im Bett wieder beruhigen schaue ich mit einem Lächeln nach oben in eine wolkenlose und sternenklare Nacht und freue mich auf die nächsten Tage.


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    Ceerny
    Willkommen auf dem Blog der unendlichen Vielfältigkeit, mit einen guten Mix aus Realität und Fantasie. Setzt den Teekessel auf und habt viel Spaß beim Lesen. :)
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  •   Leandra schrieb am 16.10.2018
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