Zwei Menschen stellen in inniger Umarmung ein Gleichgewicht zwischen sich her.
Ein gemeinsamer Schwerpunkt, der an den Berührungspunkten beider Körper liegt.
Die Vereinigung zweier zu einem Körper. Die leiseste Bewegung des Einen wird zur Bewegung des
Ganzen. Dynamisches Gleichgewicht, mal schnell, mal langsam-bewusst, mal statisch - ausatmen, ankommen.
Die Sprache des Tangos ist eine Sinnliche. Führung ist Dominanz. Führen gebiert Weichen und Mitnehmen gebiert Folgen. In Einheit. Weichen und Folgen sind das "Ja" zu dieser Einheit. Führen und Mitnehmen sind "Sagen", Folgen ist die Antwort. Zögern ist Frage, Innehalten ist ein "Sich neu verständigen’" Tanz wird zum intimen Gespräch. Ein Fließen zwischen zwei Menschen entsteht und diese Einheit gerät ins Fliessen. Mann kann ganz Mann sein und Frau ganz Frau.
Das was ich beim Tango erlebe, wünsche ich mir in einer Beziehung. "Beziehung" möchte ich als ein "Aufeinander-bezogen-sein" verstanden wissen. So wie die zwei Körper beim Tanz aufeinander bezogen sind. Dynamisches Gleichgewicht in inniger Umarmung. So wird Dominanz für mich zur lustvollen Aufforderung zum Tanz. Dabei kann ich die Augen schliessen und mich vertrauensvoll führen lassen, mich dem Tanz hingeben, wissend, dass ich um im Raum befindliche Dinge, an denen ich mich stossen könnte, sicher herumgeführt werde. Es gibt Tänzer, die müssen ihren Schwerpunkt immer bei sich halten, können den ihren nicht zugunsten eines Gemeinsamen aufgeben. Zu diesem Aufgeben gehört Mut, nicht nur für die Tänzerin. Auch der Tänzer, der Dominante kann auf die Nase fallen, wenn seine Tanzpartnerin seinem Druck nicht standhalten kann. Ich erlebe das Tanzen mit einem Mann, der diesen Mut nicht hat, als ein Gezerrt- und Geschobenwerden. Seine ""Dominanz-Sprache" ist für mich unverständlich und ich erlebe Ihn als unzuverlässig und unberechenbar.
Genau um diese Balance zwischen Mann und Frau geht es mir. Ich sehe mich nicht als Sklavin und Willkür in Verhalten und Anforderung, bin ich nicht bereit mich auszusetzen. Ich lass mich aber, wie beim Tanz,, sehr gern in Situationen führen, die mir neu und fremd sind. Ich kann bei sicherer Führung Figuren folgen, die ich nie zuvor getanzt habe.
Verfasserin Britta | brittavienna.de
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