Heute keine schöne Geschichte von mir... ich habe Angst, bin einsam. Und alles nur wieder wegen eines Mannes, der meine Stabilität ins Wanken gebracht hat. Und niemanden, der mir wirklich zuhören mag in meinem kummer, gibt es. Alle drehen sich um sich selbst - haben ihre eigenen Sorgen und Nöte. Rufen mich oft nur an, damit ich ihnen helfe.
I. , mein Ex, der mir zuhört, ist genervt. Er muß sich immer wieder meine nach außen vermeintlich kleinen zwischenmenschlichen Sorgen anhören, aber meine Seele zeschellt doch gerade!!! ... in tausend Stücke, klirrt bitterböse zu Boden, zerbricht mit einem unmenschlichen, innerem Schrei.
Dabei ist doch gar nichts passiert...
ich war glücklich mit mir, mit R. meinem SM-Spielpartner und mit meinem Leben. Ich genieße den Sex und die SM-Partys mit R. sehr - ich liebte ihn nicht und hatte einfach nur Spaß.
Doch meine Stinofreundinnen bringen mich aus dem Gleichgewicht: Wie könne man bloß mit einem Mann schlafen, den man nicht liebt?
Tja, ich kann das. Wobei ich natürlcih Zuneigung empfinde, aber keine Liebe. Es ist diese furchtbare Gier nach körperliche Nähe und sexueller Erregung. Es ist eine Sucht, die ich, so denke ich heute, langsam bekämpfen muß.
Männer im allgemeinen scheinen mein Problem und auch andere Menschen. Es kostet mich soviel Kraft, meine zwischenmenschlichen Beziehungen stabil zu halten. Immer bin ich die liebe, dabei zerberstet mein Körper vor Zorn. Nie sage ich meine Meinung, wenn ich mich verletzt fühle und kann deshalb Kritik nicht ertragen. Ich nehme von anderen doch auch alles hin! Können die dann nicht auch alles von mir tolerieren?
Ich will meine Ruhe - bin schon wieder so erschöpft und muß doch so viel arbeiten im Job gerade. Der nächste Burn-out rast auf mich zu, ich merke die schneller aufsteigende Depression mit ihren dunklen Wassern, immer müde, zielloses essen, Gier nach Sex.
Vverdammt, ich bin wieder instabil und wollte doch nun für den Rest meines Lebens stark sein.
Das Drama begann vorletzten Samstag - eine wahnsinnig tolle, geheime Party in einem mittelalterlichem Kellerrestaurant. Ich sah sehr hübsch aus: langer Lederrock, dunkle Corsage, lockiger Wuschelkopf.
Ich fühlte mich schön, R. war stolz auf mich und führte mich gern als seine Sub vor. Und ich merkte, daß mich auch andere Männer begehrten. Und das fühlte sich sehr sehr schön an...
In dem Keller wurden überwiegend die Sklaven ausgepeitscht - schlichter SM. Und es fühlte sich dort alles richtig an - es hallte schön in dem Gemäuer. Nur geladene, niveauvolle Gäste - ein toller Abend.
Meine Freundin P., die ich immer küsse und liebkose, war in männlicher Begleitung da.
Ich sah A. und war sofort hingerissen: elegante Kleidung, ruhiges stilsicheres und charmantes Auftreten. Hätte er gesagt, er käme gerade aus seinem Schloß, ich hätte es geglaubt.
Er spielte mit P., aber zum Ende des Abends blickte er auch mich mit Interesse an. Ich bin sexuell sehr zufrieden mit meinem R. , aber es reizt mich sehr, wenn ich von Männern begehrt werde. Ich kann mein Ego dadurch aufwerten... ja, ja ich weiß, das ist natürlich nicht gut!
.... und siehe da: Am nächsten Tag schrieb er mich in unserer Internetcommunity an.
Aber er wollte mich nur für eine Nacht, was ich sofort abgelehnt habe. Darüber kam ich ins Grübeln. Ob mein Leben so einen Sinn macht. Liebe finde ich irgendwie nicht mehr. Nur noch Sex - den zwar sehr, sehr gut, aber ich fühle mich neuerdins wieder leer und einsam danach.
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