Verbrannt

Ich verbrenne, meine Seele verbrennt, ich werde zu Asche... NEIN! Noch nicht. Noch hat er mir den Todesstoß nicht versetzt. Ich lecke meinen blutenden Wunden, krieche noch, mühsam quäle ich mich vorwärts. Ach, wäre es doch schon vorbei oder wäre es doch mal gut gegangen...

Immer wieder das selbe Muster mit den Männern, die vernichten, was sie lieben, was sie gern haben, weil sie keine Nähe zulassen können.
Ich habe es gewußt, als ich C. vor zwei Jahren das erste Mal auf dem SM-Stammtisch traf. Er sieht aus wie ein Teufel, schwarze Haare, dunkel funkelnde Augen und kleiner als ich, aber seine Aggressivität und Intensität prallt einem förmlich entgegen.
Gleich an diesem ersten Abend hat er mich regelrecht einem Verhör unterzogen, mein Profil im Internet hatte er genau nach meinen Schwachpunkten durchforstet und mich gezielt darauf angesprochen. Warum ist Dein Dom nicht mit Dir als Partner verlinkt? Meine Gewichtsprobleme... und noch einiges, was mir nicht mehr so bewußt ist.

Nach wenigen Minuten war er drin in meinem Kopf, hatte mich beeinflußt und verstört, so daß ich das erste mal meinen dominanten Partner verbal angegangen bin an diesem Abend. Schließlich hatte C. mit allen Punkten meine Wunden getroffen, sie bluteten fürchterlich und ja, im nachhinein gestehe ich, daß C. auch recht behielt.
Nach diesem ersten Abend ließ er mich in Ruhe, war beschäftigt mit seiner Partnerin, doch nun ist er wieder allein. Und hat mich wieder aufgegabelt im Netz, mich heftigst umworben, nachdem er erfuhr, daß ich nun auch die dominante Seite in mir lebe. Als malesub mich so hefitg umworben, daß ich ihn traf, zum Kaffee am Sonntag.
Doch kein Wort zu realem SM an diesem Nachmittag: Er ist arrogant, selbstverliebt, redete ununterbrochen über seine Ex und andere seiner Sorgen. Die ganze Zeit verspürte ich diesen fürchterlichen Drang, ihn zu würgen, ihm die Luft zu nehmen, das machte mir Angst - diese plötlich aufkeimende rasende Wut und Gewalt in mir.
Er ist ein Gegner, meinte ich, ein schwieriger Gegener, aber ich fühlte mich stark genug. Blieb ruhig und fuhr ohne Spiel unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Völlig irritiert und verärgert, daß ich auf ihn heringefallen war.

Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Abends bekundete er nun doch Interesse an einem Spiel mit mir und ich dusselige Kuh renne in mein Verderben und gestehe, daß auch ich das gern mit ihm ausleben würde... dieses Bemühen meinerseits wird mir nun seelisch bitterlich zum Verhängis. Obwohl ich von seiner blinden Zerstörungswut weiß, stürze ich mich selbst in diese Dornen, hebe sie noch vom Boden auf und ramme sie selbst in mein Herz.
Ich glaubte in meinem Größenwahn, daß er MICH nicht angreifen wird. Dass er MICH mag und ich sein wildes Herz besänftige, doch ich täuschte mich. In dem Moment, in dem ich mein Interesse bekundete, gab er seine devote Rolle auf. Er switcht.
Und nun scheint er mir beweisen zu wollen, wie schwach ich in Wirklichkeit bin. Beleidigt mich wegen meiner Unerfahrenheit als Domina, nur Männer, denen es egal ist, wer sie bespielt, würden zu mir kommen.

Ja, natürlich ist das wieder ein wunder Punkt, Ja ich bin unerfahren - noch, aber ich lebe SM als Sub schon mehr als 10 Jahre. Ich weiß, was ich tue, was ich bieten kann. Aber er bekräftigt doch meine Unsicherheit.
Eer will Fotos von mir sehen, im Fetisch-Outfit. Das ist das nächste Problem. Ich habe bisher kaum Kleidung. Die maßgeschneiderten Stiefel werden erst in 8 Wochen geliefert und die sind so teuer ... 236 €. Das ist ein Wahnsinn.
Schwanke nun, ob ich ihm Nacktfotos schicken soll. Will ich eigentlich nicht, aber die Rollen sind schon gekippt. Er ist stärker als ich, hat wieder Besitz von meiner Seele ergriffen und ich kann mich nicht wehren... noch ist er nicht online. Vielleicht bleibt mir der Todesstoß heute noch erspart. Vielleicht läßt der Teufel mich eine Nacht wieder schlafen, um mich zu erholen, um wieder Kraft zu schöpfen, für das nächste bittere Gefecht!


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