Ich hatte also Blut geleckt. Und von da an prangte auf fast jedem Buch, das ich virtuell in die Hand nahm, ein eindeutiges Etikett. Romane, Geschichten, Sachbücher – egal was, es musste BDSM drauf stehen.
Nicht ganz ungefährlich. Denn Kunst neigt, wie wir wissen, zur Übertreibung. Also waren alle Doms in den Stories entweder unglaublich gutaussehend verantwortungsbewusst, selbstlos und klug oder eben das genaue Gegenteil. Wohingegen Sub meist ein Trauma überwinden, aus den Fängen eines Perversen befreit oder zum Subsein überhaupt erst einmal bekehrt werden musste. Und am Ende bekam sie stets genau den Dom, der richtig für sie war. Schöne „neue“ BDSM-Welt.
Ich weiß, die BDSMler unter euch werden jetzt die Nase rümpfen. Und das wohl gar nicht zu Unrecht. Obwohl es wirklich Ausnahmen gibt – ich kenne einige sehr gute BDSM-Bücher. Aber die Klischees, die sich in den genretypischen Romanen versammeln, tragen nicht unbedingt zu einem objektiven Umgang mit dem Thema bei. Wir wissen alle, dass es hauptsächlich Frauen sind, die diese Romane lesen. Der Begriff stammt übrigens aus dem Französischen und hatte tatsächlich Einfluss auf die Ableitung romantisch. Unter romantisch verstand man nämlich als allererstes romanhaft. Der Eindruck, den die moderne, BDSM-Romane lesende Frau also erhält, ist in des Wortes bester Übertragung romantisch. Dass das reale Leben anders läuft, dachte ich mir irgendwie schon ;-)
Warum mir meine Sturm- und Drangzeit dann plötzlich wieder in den Sinn kam? Sicher eine Art Assoziationskette. Mir wurde bewusst, dass ich selbst schon dominante Männer kennengelernt hatte (oder solche, die es sein wollten). Nur war ich nicht in der Lage gewesen, das in der entsprechenden Situation zu realisieren. Selbst ziemlich direkte Informationen ignorierte ich mit einer Naivität, die mir inzwischen unvorstellbar erscheint. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich bis auf einmal an Männer geraten war, die im Hinblick auf Dominanz einfach nicht authentisch rüberkamen. Warum sonst fiel es mir schwer, sie ernst zu nehmen? Vermutlich trauten sie sich selbst noch nicht so recht über den Weg. Findungsphasen halt. Da passte ich ja perfekt rein. Oder eben nicht. Die Doms unter euch mögen mir diese saloppe Betrachtungsweise verzeihen.
Wie auch immer – die Erkenntnis war vor allem hilfreich. Konnte ich BDSM doch als eine Spielart der Sexualität wahrnehmen, die gar nicht so selten ist, wie immer behauptet wird. Ich mache an dieser Stelle mal lieber keine Verhältnisgleichung auf ;-) Aber was brachte das Ganze nun für mich?
Im Grunde nichts als Qual – na, das passt ja dann wieder perfekt zum Thema. Denn wie es ist, tanzen lernen zu wollen, wenn der Partner nicht mitmacht, muss ich sicher keinem von euch erzählen.
Und damit sind wir auch schon beim aktuellen Stand der Dinge. Sozusagen im Schnelldurchlauf und ohne all zu sehr ins Detail zu gehen. Doch ihr dürft gespannt sein auf meinen nächsten Beitrag. Ich grübelte nämlich lange über die Frage: Wie erkennt man einen Dom?
Wounded-Angel schrieb am 24.10.2014
Ich finde deinen Blog wunderbar Vicky
mach bitte so weiter!
Lieben Gruß
Ich freu mich über deine Worte, Wounded-Angel. Danke.
Liebe Grüße, Vicky
Biene81 schrieb am 23.10.2014
Huhu
Herrlich dein Blog **lacht**
Ich erkenne mich so sehr in deinem geschriebenen ;))
Hihi wie erkennt man einem Dom ;) das frage ich mich auch des Öfteren....
Mach weiter so, ich bin gespannt und freue mich total ;)
Schönen Abend und einen guten Start ins Wochenende
Ich freue mich, Biene, dass du Spaß hast ;)
Auch dir ein schönes Wochenende! Liebe Grüße, Vicky
Jade_M schrieb am 23.10.2014
"Also waren alle Doms in den Stories entweder unglaublich gutaussehend verantwortungsbewusst, selbstlos und klug oder eben das genaue Gegenteil. Wohingegen Sub meist ein Trauma überwinden, aus den Fängen eines Perversen befreit oder zum Subsein überhaupt erst einmal bekehrt werden musste."
Liebe Vicky, das hast du echt gut beschrieben!
Die Authentizitätsproblematik zum Thema Dominanz, kann ich gut nachvollziehen und warte gespannt auf deine Erkennungsmerkmale eines "Doms".
Herzlich! Jade
Interessant, dass es dir ähnlich geht, Jade. Ist wirklich ein bisschen schade, dass sich viele Autoren an den gängigen Klischees festhalten. Ich hab ja nichts gegen gutaussehende Männer ;-) Aber sie dürfen so viel Persönlichkeit haben, dass sie nicht beliebig und austauschbar wirken.
Also - in Kürze konkreter zum Dom ;-)
Liebe Grüße, Vicky
Sunshine schrieb am 22.10.2014
Oh es geht weiter :-) sehr schön.
Dann bin ich nun Gespannt wie man denn Dom erkennt.
Ich muss gestehen das ich mich nun auch ab und an dabei Erwische,wenn ich Morgens zur Arbeit Fahre,mir Menschen nun doch genauer anzusehen,und mich Frage ist er einer oder sie eine :-)
Liebe Grüße
Kann ich total gut nachvollziehen, Sunshine ;-) Na, du wirst ja in Kürze lesen, wie ich die Frage angegangen bin.
Liebe Grüße, Vicky