DARKSIDE - Teil 2

Es geht weiter mit der Geschichte um Hannah und Bernhard.

Aber zunächst ein Link für all jene, die den Anfang der Geschichte verpasst haben ...

 

DARKSIDE - Teil 2

... Vom ersten Moment an fühlte sich Hannah beobachtet. Es verstand sich natürlich von selbst, warum. Sie trug die vollkommen falschen Klamotten! Und konnte sich nicht erinnern, bei anderen Gelegenheiten jemals so gnadenlos daneben gegriffen zu haben. Alle Frauen, aber wirklich alle, liefen halbnackt herum. Die meisten mit blankem Busen. Und viele trugen so kurze enge Röcke, dass der Ansatz der Pobacken darunter hervorlugte. Manchmal wusste Hannah gar nicht, wie sie das Kleidungsstück überhaupt bezeichnen sollte. Überall nackte Haut. Überall amüsierte Blicke. Hannah machte unwillkürlich einen Schritt zurück. Aber hinter ihr stand Bernhard und der wirkte nicht, als würde er ihren Fluchtimpuls unterstützen wollen. Sein Griff um ihre Taille wurde fester. Er dirigierte sie zur Bar.
„Ich hab dir doch gesagt, es wird heiß“, raunte er an ihrem Ohr.
Währenddessen nickte er nach links und rechts, umarmte ein Mädchen mit endlos langen Beinen, das sich kurz an seinen freien Arm hängte, und blieb dann vor dem Tresen stehen. „Einen Mojito?“, fragte er und sah Hannah dabei zu, wie sie sich auf den nächstbesten Barhocker schob.
Ihr war klar, dass er ihren idiotischen Auftritt genießen musste. Sie überlegte, ob sie deswegen wütend sein sollte. Aber er hatte sie gewarnt. Ihr sogar ein passendes Outfit empfohlen. Es war ihre Schuld, dass sie ihn nicht ernst genommen hatte. Jetzt musste sie da irgendwie durch.
       Hannah schaute an sich herunter und verfluchte die schwarze Hose. Die passte zwar hervorragend zu den High Heels, aber eben so gar nicht in diesen Laden. Und ihr Shirt erst! Was nützte die hübsche, viel Haut zeigende Rückenschnürung, wenn der Kragen vorn beinahe bis zum Kinn reichte? Na wenigstens ließ das Teil ihre nackten Arme frei. Aber das war es dann auch schon, und von sexy konnte wohl nicht im Mindesten die Rede sein!
       Hannah nahm das Glas, das man ihr über den Tresen reichte, und einen ordentlichen Schluck vom Mojito. Sofort stieg ihr der Alkohol zu Kopfe. „Ganz schön stark“, sagte sie und drehte sich zu Bernhard, der auf dem Hocker neben ihr saß.
Er lächelte besänftigend. „Das ist nur der erste Schluck.“
Sie schüttelte den Kopf. „Nein. Er ist wirklich heftig.“ Wie zur Bestätigung zog sie erneut am giftgrünen Strohhalm und schüttelte sich.
Bernhard schaute Hannah prüfend an und wandte sich dann an die Barfrau. „Mach ihr noch ein bisschen Eis dazu, Susi!“
Die Barfrau nickte.
Bernhard neigte seinen Kopf dicht an Hannahs Ohr. „Und – wie gefällt sie dir?“
       Hannah wurde verlegen. Sie mochte es nicht, wenn er so direkt zur Sache kam. Außerdem war ihr schon der Gedanke peinlich, man könne sie dabei belauschen, wie sie über Anwesende sprachen. Sie schwang auf ihrem Hocker herum, so dass sie Bernhard direkt ins Gesicht schauen konnte und den Tresen halb im Rücken hatte.
„Nicht so laut“, flüsterte sie und rollte genervt mit den Augen.
Bernhard grinste. „Warum? Susi kannst du ganz offen sagen, dass sie einen knackigen Arsch hat. Die hört das gern, oder Susi?“
Bei den letzten Worten hatte er die Stimme gehoben, so dass Susi zwangsläufig mithören musste.
Sie drehte sich um, wackelte ungeniert mit dem Hinterteil und schlug sich dabei auf den Allerwertesten, der in einer hauchdünnen, die Pobacken halb entblößenden Lederhose steckte. „Schick, oder? Hat Hans ausgesucht.“
       Die Blicke von Susi und Bernhard flogen fast gleichzeitig zu einem großgewachsenen, in schwarzes Leder gekleideten Mann, der Gläser polierte. Offensichtlich Hans. Ein besonnen wirkender Mitvierziger mit halblangem dunklem Haar und kantigem Gesicht. Seine linke Augenbraue war von einer Narbe durchbrochen. Das und sein kräftig definierter Körper gaben ihm etwas Martialisches. Hannah konnte sich kaum vorstellen, dass dieser Mann als Liebhaber zu der kaum einssechzig messenden, zierlichen Susi passen sollte. Sie erwartete, dass Hans der kessen Rothaarigen jeden Moment plump an den Hintern tatschen würde. Das tat er nicht. Statt dessen warf er ihr einen gutmütigen Blick zu, in dem so viel Liebe steckte, dass selbst Hannah hätte dahinschmelzen können.
Bernhard wies mit dem Kopf auf Susis kleine Brüste, die aberwitzig zwischen den Hosenträgern der Krachledernen hervorlugten. „Bringt deine Titten verdammt gut zur Geltung“, sagte er anerkennend.

Spätestens jetzt wäre Hannah am liebsten im Erdboden versunken. Wie konnte er! Fehlte nur noch, dass er mit dem f-Wort kam – dann würde sie aufstehen und gehen. Möglichst unauffällig drehte sie den Kopf in Richtung Garderobe. Dabei fiel ihr Blick direkt zwischen die Beine einer stark tätowierten Frau, an der sich gleich zwei Typen zu schaffen machten. Der eine, ein wandelndes Piercing-Studio, war mit dem Kopf zwischen ihren Schenkeln abgetaucht. Seine riesigen Hände drückten ihre Knie so auseinander, dass Hannah die Abdrücke erahnen konnte, die seine Finger auf der empfindlichen Haut hinterlassen würden. Der zweite Mann hatte seine Arme um die Frau gelegt und küsste sie, als wolle er sie in sich hineinsaugen. Dabei knetete er grob an ihren Brüsten herum. Mehrere Männer mit eindeutig ausgebeulten Hosen beobachteten die drei. Die Frau stöhnte laut ...


Kommentare:


wounded-angel schrieb am 24.12.2014


Hallo Vicky
Habe es gelesen erinnere mich dabei an einen Blockbeitrag von dir ;-)
Liebe Grüße und schöne Weihnachtstage wünsch ich dir
Wounded-Angel


Antwort auf diesen Kommentar

Ja, der Blogeintrag ;-) ... lass dich überraschen, wie das endet, Wounded-Angel ;-)

Liebe Grüße, Vicky

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    Vicky
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