Die Session – ein einziges Rätsel ?

Wir sprechen hier immer wieder davon, jeder möge sein BDSM leben. Beim Thema Session scheint es dann jedoch erstaunlich viel Übereinstimmung zu geben: Fesseln, knebeln, Po versohlen. Stimmt das so?

Was ist überhaupt eine Session? Laut Lexikon dieser Seite „... ein zeitlich, meist auf Stunden begrenztes BDSM-Spiel“. Unter der Maßgabe, dass jeder BDSM-Stil anders ist, könnte eine Session also durchaus auch „einfach nur“ harter Sex im Bett sein, richtig? Oder Sinnesentzug (z. B. eine Augenbinde) mit anschließenden Streicheleinheiten und qualvollem Hinauszögern des Orgasmus? Oder ein Hauch von 24/7, wenn der Partner mir die Art und Menge des Essens aufoktroyiert, entscheidet, was wir anschließend tun, und mir vorschreibt, wie ich mich dafür zu kleiden habe? Oder Sex unter den Augen von Beobachtern? …

Wenn jetzt auch nur an einer Stelle ein kleines Ja kommt, dann habe ich nicht nur meine erste Session schon lange hinter mir. Und muss konstatieren, dass doch mehr meiner Partner, als ich bisher dachte, mit meinen Neigungen gespielt haben. Und genau darauf kommt es wohl an bei einer Session – auf das Spiel. Allerdings gab es bei mir nie ein Safeword. Ich hätte lediglich entscheiden können, nicht mitzumachen. Das ist ok so. Aber heißt das im Umkehrschluss: Man braucht gar nicht immer ein Safeword, weil die erste Session relativ safe ist?

Doch wenn das, was ich oben beschrieben habe, nicht unter den Begriff Session fällt, gibt es vielleicht auch BDSMler, die niemals Sessions haben? Die sich auf eine sehr geringe Wahl an Toys beschränken oder gar keine besitzen? Ist BDSM ohne Session überhaupt noch BDSM?

Ich will nicht auf Begrifflichkeiten herumreiten. Aber bisher war es für mich selbstverständlich, BDSM und Session als zusammengehörig zu betrachten. Und Session war für mich immer das Spiel mit Schmerz und Lust, incl. Fixierung, incl. Schlaginstrument und diversen anderen Dingen. Jetzt bin ich verwirrt, weil sich diese Sache plötzlich so rätselhaft zeigt …


Kommentare:


Sunshine schrieb am 17.11.2014


Hallo Vicky

Also interessanter Artikel wie immer ;-)
Nun habe ich mir auch die Antworten Durchgelesen ,und bin sichtlich Erleichtert mich dennoch als BDSM ler mit bezeichnen zu können obwohl wir das Wort Session eher weniger nutzen bzw.einbauen.
Es ist ja auch nicht immer einfach ,wenn z.b auch Kinder da sind,die Wände sind dünn,kein Raum vorhanden ,Schlafzimmer neben Kinderzimmer,und ja der Keller *lach* zu viele Nachbarn und auch nicht Schalldicht kalt und unangebracht ;-)

Und dennoch Leben wir unsere Neigung aus,so wie es möglich ist :-)
Und gehören zu denen die Gleichgesinnte gefunden haben,die gar nicht mal so unterschiedlich sind,und auch nicht alle das Wort Session benutzen.

Ich Denke auch das man immer wieder auf derartige Gedanken zurückkommt,der Anfang und das Ende,wobei ich irgendwie schon Behaupte das es der Endlosknoten ist aus dem Keltischen wenn ich mich nicht Täusche.

Ich kann mir gut vorstellen das der eine oder andere Kopfschüttelt da sitzt und Denkt Ernsthaft solche Fragen und Gedanken.
Ich bin froh darüber denn jeder hat irgendwann das laufen lernen müssen,und bis man rennen konnte dauerte es doch dann auch.

Genau das ist BDSM für z.b eine so Bunte Welt,wo jeder ein wenig dazu gehört.

Die einen die es mit Sessionen und ja so manches mal "Klischehaften" ausleben
Und ich will hier niemanden zu nahe treten.
Und für andere ist eine Session schon die Handschellen am Bett.

Ich hoffe das war nicht ganz so wirr Geschrieben wie ich gerade das Gefühl habe.

Schön das du Fleißig weiter machst.
Und ich versuche auf dem Laufenden zu bleiben und deinem Blog zu Folgen.

LG Sunshine


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Sunshine,

schön, wieder von dir zu hören :-) Also auch du verwendest den Begriff Session nicht. Du bzw. ihr tut einfach, was euch gefällt.

Ich freue mich darüber, dass offensichtlich viele lieber auf ihren Bauch hören, als sich auf Begrifflichkeiten zu verlassen, wenn es um den eigenen BDSM-Stil geht. Das bedeutet letztlich auch, dass man sich selbst und seine sexuelle Neigung als etwas Selbstverständliches hinnehmen und entspannt betrachten kann. Finde ich schön so :-)

Danke für dein Feedback und hab einen schönen Abend!

Liebe Grüße, Vicky

WahWah schrieb am 17.11.2014


Liebe Vicky,

ob und wie eine Sessions ein Aspekt für BDSM ist oder notwendig für BDSM, scheint im ersten Moment eine berechtigte Frage zu sein, die mir aber als Scheinfrage erscheint, da sich Antwort aus der Vorstellung des BDSM ergibt.
Die Frage ist vielmehr ob es eine Idee (griechisch eidos) des BDSM gibt, an der wir in unserer Auslebung teil haben und in verschiedener vielerlei Hinsicht teilhaben. Angenommen es gibt dies Ideal des BDSM an sich, so ist damit aber nicht gesagt, dass eben dieses erreicht werden könnte, vielmehr mach ich mich dafür stark, dass das ausleben/ausüben meines Verständnis von ebem diesem, lediglich Teile dessen berührt. Stellen wir uns dazu einen Kreis vor der dem Ideal entspräche, als Handelnde Person berühre ich lediglich einzelne Punkte/Aspekte dieses Kreises, es fänden sich Schnittmengen, welche aber im Unterschied zu denen stehen können die eine andere Handelnde Person lebt und erlebt. Sind diese ähnlich so finden sich Gemeinsamkeiten, die es einem ermöglichen sich darüber auszutauschen.
Fernab dessen, ob es dieses Ideal nun gibt, so hat jeder einzelne hier seine eigene Vorstellung dessen, was BDSM ist und was dies ausmacht. Aus dieser Anschauung heraus agieren wir und tauschen uns aus, aber diese Anschauung, dieses Weltbild, ist individuell von Person zu Person unterschiedlich, eine allgemeine Beantwortung wäre also nur im Rahmen des Idealbildes BDSM möglich.
Um nun auf die Eingangs als Scheinfrage abgetane Frage zurück zu kehren, so ist eine Session nicht notwendig für BDSM, sondern kann lediglich ein Aspekt sein der zum ausleben beiträgt.

Gruß

WahWah


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo WahWah,

die Schnittmenge ist noch mal ein interessanter Ansatz zur Betrachtung von BDSM. Und wenn man bereit ist, die Session lediglich als einen Aspekt von BDSM zu sehen, ergibt sich die Antwort auf meine Frage tatsächlich über diese Schnittmenge. Meine Irritation entstand bislang daraus, dass ich glaubte, eine Session gehöre zwangsläufig dazu. Auch bei denen, die BDSM in ihren Alltag integrieren bzw. 24/7 leben. Ich nahm an, die Session wäre soetwas wie der Höhepunkt des BDSM, den man regelmäßig oder von Zeit zu Zeit braucht.

Danke für dein Feedback. Es hilft mir, meine Sichtweise zu korrigieren.

Liebe Grüße, Vicky

Luna schrieb am 17.11.2014


Liebe Vicky,

Genteldom kann ich nur beipflichten:
"Was sich für dich nach BDSM anfühlt oder eben nach einer Session ist eine solche :) Es gibt kein Lexikon des BDSM, dafür gibt es bei fast jedem dieser Begrifflichkeiten zu viele verschiedene Ansichten. Ich habe die meinen und kann sie begründen, mehr kann ich auch nicht :)"
Das ist wohl die einzig allgemein gültige Aussage, die man in Bezug auf BDSM formulieren kann!

Als ich mich hier vor einem knappen Jahr anmeldete, gab ich "erste Erfahrungen" in meinem Profil an. Nach wie vor fühle ich mich wie eine Anfängerin - und bin es auch in Bezug auf das, was ich als mein BDSM verstehe.

Allerdings führte meine Angabe in der Com zu großen Missverständnissen. Denn das, was andere unter BDSM verstehen, habe ich als völlig normale Sexualität aufgefasst. Bei mir waren BDSM Elemente, die üblichen 'Requisiten' in länger währenden Beziehungen der 'Standard'. Dem Mann die Führung im Bett zu überlassen, war meiner Ansicht nach ebenso selbstverständlich, wie ihn zu bitten, den Müll rauszutragen oder von ihm die Tür aufgehalten zu bekommen. Es kam auch immer wieder zu Situationen, die hier durchaus als Sessions bezeichnet würden. Für mich waren es intensive, aufregende Stunden, die ich mit meinem Partner verbrachte. Nach wie vor habe ich Schwierigkeiten, diese Erlebnisse Sessions zu nenen und mein Treiben BDSM. Meine heutige Erklärung dafür lautet: es war noch nicht annähernd mein BDSM.

Meine Erfahrungen sind somit praktischer Beleg für Gentles Aussage, es gäbe keine richtige Trennlinie zwischen "Stino" und BDSM. Diese kann nur jeder für sich ziehen. Dabei ist ausschlaggebend, was das eigene GEFÜHL einem sagt.

Auch die Frage, ob Sessions zu BDSM gehören, beantworte ich, wie Gentle, mit einem Nein. Für mich gehören sie dazu (wie wohl für die Mehrheit der BDSMler). – Soweit ich richtig informiert bin, für andere nicht. Neben den Fällen, die Gentle anführte gibt es noch unter den DSlern die sog. Mommy und Daddy Doms. Bei ihnen gehören Sessions nicht zwingend zu ihrer Lebensform. Weitere Infos kann man z. B. dieser Seite entnehmen: http://a-little-understanding.webs.com/apps/faq/

Zudem ist es kein Muss, für eine Session ein Safeword zu vereinbaren. Es gibt einige, die bewusst darauf verzichten. Ein Safeword macht die Sache nämlich nur dann sicherer (nie safe!), wenn die Beteiligten es auch richtig anwenden (können). Zufälligerweise haben wir aktuell im Patenblog einen Beitrag von Sieur veröffentlicht, der sich damit befasst: "Warum wir ohne Safeword spielen". Link: http://www.gentledom.de/community/paten-blog/Blogartikel/Paten-Blog/warum-wir-ohne-safeword-spielen-528/

Liebe Grüße,

Luna


Antwort auf diesen Kommentar

Liebe Luna,

vielen Dank, dass du mit deiner persönlichen Erfahrung zu meinem Erkenntnisgewinn beiträgst! Ich hatte ja geschrieben, dass mir einige DS-Elemente aus persönlichem Erleben bekannt sind, ich sie aber nie als solche wahrgenommen habe. Insofern trifft es wohl neben Gentledoms Erklärung auch die von SirElijah, der meinte, es käme auf die bewusste Wahrnehmung an, ob man etwas als Session betrachtet oder nicht.

Dass deine Sichtweise auf den Grad deiner Erfahrungen in der Com Missverständnisse auslöste, beweist den differenzierten Blick der Praktizierenden auf das Thema BDSM. Das macht zwar für mich als Vanilla das Verstehen-können nicht leichter. Aber es bestärkt mich darin, in der Praxis ausschließlich auf das zu achten, was für mich in Ordnung ist.

Ein Dom hier in der Com schrieb mir kürzlich, es wäre nicht unbedingt hilfreich, bei der Partnersuche die Neigungen in den Vordergrund zu stellen. Es ginge, wie in jeder anderen Beziehung auch, darum, dass die Chemie stimmt, dass man den anderen sexuell anziehend findet, dass man miteinander reden und lachen kann und all die Dinge tun möchte, die Paare eben tun. Was genau das in sexueller Hinsicht wäre und wie man es dann bezeichnet, würde sich ergeben, wäre aber secundär.

Mir gefällt dieser Ansatz, BDSM nicht ausschließlich per definitionem zu betrachten, genauso gut, wie dein bzw. Gentles Hinweis auf eine fehlende eindeutige Grenze zwischen Vanilla und BDSM. Das nimmt zum einen Anspannung aus meinen Überlegungen, lässt zum anderen aber auch Spannung im Sinne von Erwartung des Möglichen zu.

Danke auch für deine hilfreichen Links, Luna!

Liebe Grüße, Vicky

pixeldom schrieb am 16.11.2014


Hallo Vicky,
nicht das wir uns missverstehen, es geht sich um Anfängerfragen, die sind hier durchaus zulässig und auch wünschenswert ...

Aber um nochmal auf den Kern deiner Frage zu kommen "Gibt es BDSM ohne Session?" zitiere ich einfach Wikipedia zu BDSM, Absatz 4 sinngemäß: "BDSM kann auch permanent in den Alltag integriert werden" - ich denke damit ist die Frage nun beantwortet.

Entschuldige wenn ich Dir zu Nahe getreten bin, ich hatte gedacht die Fragen und Themen die hier behandelt werden liegen oberhalb des Sexualkundeunterrichtes von hessischen Grundschulen, aber wahrscheinlich habe ich mich getäuscht und das ist hier wirklich nix mehr für mich ...


Antwort auf diesen Kommentar

Gentledom schrieb am 16.11.2014


Hallo Vicky,

die Frage wo BDSM anfängt und aufhört muss jeder für sich selber entscheiden. Ich wurde das schon öfters in Interviews gefragt und eine wirklich klare Trennlinie gibt es nicht.

BDSM geht in meinen Augen sogar komplett ohne eine Session. Zum Beispiel wenn zwei Partner sich entscheiden, einfach in einem Machtgefälle zu leben und sich als Herr und Sklavin zu bezeichnen. Aber die Sklavin nie aufbegehrt und immer ihr bestes gibt und der Herr also gar keinen Grund zu einer Sanktionierung hat. Wenn die Sklavin weder eine Belohnung noch eine Bestrafung benötigt um ihre Rolle auszufüllen fehlt es bei den beiden irgendwie an einer Session, sie leben BDSM und das ganz ohne diese spezielle Zeit. Andere mögen auch Adultbabyspiele zu BDSM zählen (ich gehöre nicht dazu) diese können ebenfalls ohne sessionübliche Spiele auskommen.

Was sich für dich nach BDSM anfühlt oder eben nach einer Session ist eine solche :) Es gibt kein Lexikon des BDSM, dafür gibt es bei fast jedem dieser Begrifflichkeiten zu viele verschiedene Ansichten. Ich habe die meinen und kann sie begründen, mehr kann ich auch nicht :)

Liebe Grüße

Gentledom


Antwort auf diesen Kommentar

Danke für deine hilfreiche Erklärung, Gentledom! Sie bestätigt mir, dass es beim BDSM weniger auf das Wording ankommt, als auf mein persönliches Gefühl und ob es mir mit dem, was geschieht, gut geht. Was gleichzeitig bedeutet, dass die Theorie die eine Seite der Medaille ist, die Praxis jedoch etwas ganz anderes. Wird wohl Zeit, dass ich endlich den nächsten Schritt wage ;-)

Liebe Grüße, Vicky

pixeldom schrieb am 16.11.2014


Hallo Vicky,
wenn - Zitat: "Ist BDSM ohne Session überhaupt noch BDSM?" wirklich eine Frage für Dich ist, möchte ich Dich bitten zunächst doch mal die Begriffserklärung bei Wikipedia nachzuschlagen.
Eigentlich setzte ich das voraus wenn man auf einem BDSM Portal blogt, aber mich wundert bei solchen Einträgen langsam nix mehr ...

Ja, Du bloggst auf einer der größten nicht komerziellen BDSM Communities.
Ja, hier gibt es tatsächlich Nutzer, die sich mit BDSM auseinander gesetzt haben.
Ja, auch wenn es für dich Neuland ist, erwarte ich zumindestens ein Grundinteresse an Informationsbeschaffung befpr mal solchen triviale Fragen hochstilisiert.

Das braucht kein Mensch, erst recht nicht auf einem BDSM Portal. Lese Wiki, lese die Info auf dieser Seite. "Nur" Sog wird hat zu solchen Beiträgen führen, in denen Du dich selbst der Lächerlichkeit preis gibst. Aber auch davor kann man eine Sub nicht schützen *kopfschüttel*


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Pixeldom,

danke für deine Wortmeldung. Sie ist ein ordentlicher Schlag hinter die Ohren, wie sich das eben für einen Dom gehört ;-) Aber für mich persönlich nicht hilfreich.

Schade, dass du mir SoG-Ausschließlichkeit unterstellst (ich hab's nicht mal vollständig gelesen). Und schade, dass du davon ausgehst, ich litte unter Informationsmangel. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe inzwischen so viele Infos intus, dass sich durchaus auch solche Fragen herauskristallisieren. Die aber bitte kein BDSMler persönlich nehmen sollte.

Ich blogge hier als Vanilla auf einem BDSM-Portal. Ich weiß das. Und ich tue das mit „Zulassung“. Aber ein toleranter BDSMler sollte mir zugestehen, dass ich auch mal vermeintlich blöde Fragen stelle (wobei, angeblich gibt’s ja keine dummen Fragen …), gerade weil ich eben wenig bis keine praktischen Erfahrungen habe. Man könnte auch großzügig über meinen Blog hinwegsehen, wenn einem Vanilla-Ansichten gegen den Strich gehen.

Vielleicht hätte ich die Frage für dich, Pixeldom, und vielleicht auch für andere BDSMler anders formulieren sollen. Nämlich: Wo hört Vanilla-Sex auf, wo beginnt BDSM? Dann könnten wir über Trennlinien zwischen beidem diskutieren und kämen vermutlich auf die Antwort, dass sich das gar nicht so genau sagen lässt. Oder doch? Kannst du die Grenze ziehen?

Reaktionen wie deine führen bei vielen Vanillas jedenfalls garantiert dazu, dass sie sich nicht mehr trauen, Fragen zu stellen. Aus Angst, sich zu blamieren. Das ist übrigens häufig der Grund, warum viele Fragen ungestellt bleiben. Aber warum sollten wir das nicht tun (dürfen)? Warum sollte sich ein Vanilla schämen, Unwissenheit zuzugeben? Passt doch eigentlich zum BDSM, dass ein Bottom dem Top gegenüber vor Scham vergeht … By the way … ich betrachte mich nicht a priori als Sub ;-)

Viele Grüße, Vicky

SirElijah schrieb am 14.11.2014


Liebe Vicky,
Schöner Artikel. Schöner Gedankengang.
Ich für meinen Teil grenze es so ab, das eine Neigung schon ziemlich lange bestehen kann. Ich merke "Mir macht es Spaß meiner Partnerin mal an den Haaren zu ziehen oder ihr auf den Po zu hauen beim Sex".
Oder auch die anderen DS Aspekte, die du aufführst.
Das fällt schon unter "kleine unbewusste BDSM Elemente".

Jedoch ist es dort für mich noch unbewusst, mir ist noch nicht klar oder eben bewusst deutlich, das ich BDSM betreibe, das ich Freunde an den Emotionen habe die durch mein "tun" an meiner Partnerin, bei ihr verursacht werden.

Wenn mir dann bewusst wird, Hey, ich steh auf BDSM und für mich herausfinde, auf was genau oder was ich noch testen will etc. dann ist das ein durchaus bewusster Vorgang.
Und dann entscheide ich mich eine Session zu machen, mit meinem oder einen Spielpartner, gehe ich dann wissend, das ich meine Neigung habe in eine "Session" und lebe diese Neigung dort voll aus.

Für mich würde ich deine Frage so beantworten:
Wenn ich unbewusst, diese Dinge schon getan habe, dann ist das schön und sicher auch gut.
Aber wenn ich bewusst, sage, ich betreibe BDSM und möchte mich ausleben, meine Neigung und meine sexualität dadurch und gehe dann in eine Session oder versohle meiner Partnerin den Po oder quäle sie, stelle ihr Aufgaben etc. dann ist die Zeit für meine erste "bewusste" Session da und dann beginnt dieser Weg.

Ich freue mich auf deine nächsten Artikel!
Lieben Gruß, SirElijah


Antwort auf diesen Kommentar

Lieber SirElijah,

ein hilfreicher Kommentar. Es kann tatsächlich eine Sichtweise sein, BDSMige Handlungen würden in dem Moment zu einer Session, da man sie bewusst ausführt bzw. zulässt. Insofern wäre das Bewusstsein, sich in einer Session zu befinden, vom inneren Outing oder, wenn wir so wollen, von der Fähigkeit zur Reflektion abhängig.

Ich war mir in den genannten Situationen nicht bewusst, was da geschieht. Bei meinen Partnern bin ich mir da nicht sicher. Mindestens einer wusste genau, was er tat. Nämlich derjenige, der mich sehr gezielt an und anschließend über meine Grenzen geführt hat.

Solange man sich jedoch den BDSM-Kontext nicht deutlich gemacht hat, ist man eher geneigt, das Ganze für eine Spielerei oder durchaus auch für eine etwas extremere Form der Partnerbeziehung zu halten. Wobei ich nicht erkennen kann, dass das der eigentlichen Sache Abbruch tut.

Nur eben jetzt, da ich mich frage, wo hört "normaler" Sex auf, wo fängt eine Session an und ist der Begriff Session überhaupt immer gerechtfertigt, kräuselt sich fragend meine Stirn.

Danke für deinen Lösungsansatz und liebe Grüße, Vicky

Einen Kommentar schreiben:

Bitte alle Felder ausfüllen!

Die e-mailadresse wird nicht veröffentlicht!
Dein Kommentar wird erst sichtbar nachdem er von einem Moderator freigeschalten wurde!
    Vicky
    ... theoretisch informiert, praktisch angefixt, aber bisher nicht auf den Punkt gekommen – fragt sich: Warum lässt mich BDSM nicht los? Ein persönliches Mindgame der Autorin NORA AMELIE. …
Die neusten Artikel
     
  •   GESCHICHTENWETTBEWERB – Runde 3
    Heute habe ich eine besondere Neuigkeit für euch - eine Einladung zum ... [mehr]
  •   „Höschen aus!“, denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
    Ich wette, genau dieser Satz ist DER Klassiker eines BDSMlers. Der ... [mehr]
  •   SM in Romanen – Go oder No?
    Für mich als Autorin eigentlich eine ziemlich unbequeme Frage. Man ... [mehr]
  •   Bettgeflüster 2
    Als Stimmenfetischist hab ich mich ja bereits geoutet. Und wie muss ... [mehr]
  •   Bettgeflüster 1
    Laut oder leise? Tief oder hoch? Sachlich, verbindlich, abweisend – ... [mehr]
Neue Kommentare
     
  •   Rheinpfeil1977 schrieb am 03.09.2016
    Hallo Vicky, den Spruch "Höschen aus!" mag ich auch sehr. Er zeigt ... [mehr]
  •   Corina schrieb am 18.07.2016
    Hallo Vicky, uih, das sind ja tolle Neuigkeiten. Dann will ich mal ... [mehr]
  •   June schrieb am 23.05.2016
    Liebe Vicky, ich denke eher nicht, dass Mann/Dom es toll fänd, wenn ... [mehr]
  •   eve adam schrieb am 09.05.2016
    Hallo Vicky, An diesem Punkt stehe ich gerade, ich bin in so einer ... [mehr]
  •   gabigrau schrieb am 08.04.2016
    Das ist nicht nur ein BDSM Spiel. Wenn ein Mann fantasie voll ist, und ... [mehr]