Wir bitten um Eure rege Mitwirkung, Diskussion bei Antwortung der AAQ Anonymous Asked Questions!
Liebe Mitglieder,
ihr habt die Möglichkeit beim Blogbeitrag "Das fragt man nicht!" Eure Fragen anonym zu stellen. Sofern die Frage keine wissenschaftliche Abhandlung und somit ein wenig Zeit zum Bearbeiten verlangt, wird ein Pate seine Antwort zu dieser Frage schreiben. Im Nachgang möchten wir Euch dazu ermuntern, Eure Meinung zu dieser anonym gestellten Frage zu schreiben.
So wie der Fragesteller habt auch ihr die Möglichkeit, Eure Antwort veröffentlichen zu lassen - ohne dass persönliche Daten (Mailadresse, Profilname) für andere ersichtlich ist - außer den Admins. Bitte ersetzt hierfür Euren Profilnamen durch "Anonym".
Wir würden uns über eine rege, intensive Beteiligung Eurerseits freuen. Es wäre toll, würdet ihr uns auf diese Weise einmalige Einblicke in Eure Gedanken-, Lebenswelt, in Euer BDSM liefern.
Viele Grüße,
das Paten-Team
Von einem Mitglied haben wir folgende Frage anonym gestellt bekommen:
Hallo zusammen.
Eine Frage die mich echt beschäftigt ist, das ich mich nirgends zu 100% wiederfinde.
Ich bin devot und doch auch nicht. Ich liebe es mit dem Feuer zu spielen und mir die Finger zu verbrennen. Dennoch könnte ich mich nie als eine Sub vorstellen die mit einem Halsband aus einem Napf trinkt! Und doch liebe ich es in auswegslosen Situationen zu sein. Ich liebe die Atemkontrolle, ich liebe es gefesselt zu sein und am meisten liebe ich die Hände des Mannes. ..man (n) kann diese so vielseitig einsetzen. Schmerz gehört dazu, ein neues Tabu gebrochen. Und dennoch passe ich in kein Sub Schema! Klar, man muss es nicht, sind ja alle individuell. Aber ich würde es einfach gerne wissen!! Was bin ich, wenn überhaupt, für eine Sub die es liebt mit Provokation und Widerspruch den Meister zu reizen, bis ich mich freiwillig ergebe, weil die Konsequenzen mich dazu bringen. Das macht doch keine "Sub". So laß ich es auch im " Interview bei Eis"..., Strafen sollten lediglich ein Mittel zum Zweck sein, der Sub aber doch keine Freude bereiten. Wenn es das aber tut?? Was bin ich...dass passt alles nicht zusammen. Über Einschätzungen anderer würde ich mich freuen und beantworte gerne auch noch Fragen bei Bedarf.
Danke!!!
Ps. Und auch wenn es für manche nicht "wichtig" ist, für MICH ist es das irgendwie ;-)
Antwort Luna (Pate):
Liebe Fragende,
schon unzählig andere, ähnlich geartete Threads, Deine Fragestellung betreffend, schwirren durch die Forenlandschaft bei Gentledom: "Bin ich eine gute Sub?", "Wenn ich dies und jenes mache/sage – bin ich dann eine Sub oder nicht?", "Was macht mich zur guten Sub?". Die Antworten reichen in der Regel von "ja, Du bist auf jeden Fall eine Sub" bis hin zu "diese Frage musst Du für Dich selbst beantworten" - in unterschiedlichsten Variationen und Begründungen. Meine Antwort wird in die letzte Gruppierung fallen.
Mich persönlich macht es nicht an, Sub oder Sklavin genannt zu werden. Darin unterscheide ich mich von vielen, die dies als überaus schön empfinden.
Wie oft ich schon zu hören bekam, ich sei keine richtige Sub, kann ich Dir nicht sagen. Wenn ich so etwas höre, dann kann ich nur zustimmend nicken. Richtig! Ich bin es nicht. Zudem bemühe ich mich nicht darum, eine 'richtige' oder 'gute' Sub zu sein. Vor wenigen Wochen wurde mir der 'Ehrentitel' Subherrin verliehen. Den finde ich einfach geil. Zeugt er doch von Individualität, auf die ich sehr großen Wert lege. Zudem finde ich, dass dieser Titel gut zu mir, meiner Persönlichkeit, passt. Der Gedanke, keine 'richtige' Sub zu sein, bereitet mir somit eher selbstgefällige Wohlgefühle, als dass er mich zum Grübeln veranlasste.
Für mich ist nämlich erstrebenswert, dass mein Partner mich sieht und mich dementsprechend benennt. Deshalb: Luna ist wohl immer eine gute Wahl - Subherrin finde ich auch recht famos.
Halten wir fest: ich finde es nicht erstrebenswert 'eine Sub' zu sein (von einer guten ganz zu schweigen) und bei der Nennung dieser Titel werde ich nicht feucht im Schritt. Bin ich nun nicht berechtigt mich hier aufzuhalten? Disqualifiziert mich dieses Denken, mich BDSM-lerin nennen zu dürfen?
Kann sein…. Aber ganz ehrlich: Falls das so ist, dann ist es auch in Ordnung.
Mir geht es nicht darum, irgendeiner imaginären (oder vorhandenen) Norm zu entsprechen. Ich will mein Leben leben. Sollte es mir ein Bedürfnis sein, dies als 'Sub' oder 'Sklavin' zu verbringen: Gut, dann mache ich es! Sobald aber mir dieser Titel in seiner von anderen (!) zugeschriebenen Bedeutung Schwierigkeiten bereitet, mich daran hindert, meine Bedürfnisse in mein Leben zu integrieren, so distanziere ich mich von diesem. Wozu sich mit solchem sinnlos Gedönse aufhalten? Wozu sich freiwillig in Stereotypen pressen (lassen)? Hier geht es um mein Leben. Das hat Vorrang vor allem anderen.
Vor einigen Monaten bin ich im Internet über einen TV-Mitschnitt gestolpert, mit dem klangvollen Titel "I'm a 24/7 BDSM sex slave"… (das Video findest Du, indem Du den von mir genannten Titel bei google eingibst; es ist bei women24 abrufbar ). Keine Frage, das musste ich mir reinziehen. ;) Mich überraschte, wie diese sogenannte Sexsklavin auftrat und was sie äußerte – dass es so realitätsnah ist, hätte ich bei diesem reißerischen Titel nicht erwartet. Zentral für mich war, dass sie auf die Frage der Moderatorin "Do you find people judge you, when you say such things?" antwortete
"Yeah, but you get to a point in your life, where it really doesn't matter. At the end of the day the only person who I have to go to sleep with is me." (Pause) "And my master as well.".
Über die Szene, zu BDSM, sprach sie die weisen Worte:
"There's no standards. There's no right way of doing it. There's no wrong way of doing it. (…) This is your journey. (…) Don't let anybody tell you, that there's a right way or a wrong way of doing it.".
Nach diesen Ausführungen ist wohl auch schon meine Antwort erahnbar, zu Deiner Frage
"So laß ich es auch im " Interview bei Eis"..., Strafen sollten lediglich ein Mittel zum Zweck sein, der Sub aber doch keine Freude bereiten. Wenn es das aber tut?".
Meine bisherige Erfahrung besagt, dass eine Strafe keinen Spaß macht. Aber es gibt durchaus viele, die Strafen (auch wenn sie unangenehm sind) als Kick bezeichnen, sie geil finden. Und sie natürlich aus diesem Grund auch provozieren. Sollte es Dir so gehen, dann lautet mein Rat: suche Dir jemand, den es genauso kickt – und sezte Dich nicht mit denjenigen auseinander, die es stört, wenn's Dich kickt. So lebt es sich angenehmer.
Nachfolgend die Kopie eines Postes aus dem Forum, von einer Autorin, die eine ähnliche Leidenschaft für Strafen wie Du zu haben scheint:
"Ich liefere meiner Domme meist genug Gründe um mir Strafen einzuhandeln, sie braucht sie nie irgendwas an den Haaren herbeizuziehen.
Wir spielen weil es uns "Spaß" macht (was aber nicht bedeutet, dass alles was passiert "Spaß" macht!! Ein wichtiger Unterschied!). Und zwar gegenseitig. Jede von uns beiden versucht der Anderen das zu bieten, was sie erotisch kickt. Beim Thema Schlagen ist es recht einfach bei uns. Mich kickt einfach so Haue zu beziehen überhaupt kein bisschen. Im Kontext einer "Strafe" hingegen schon. Es ist nicht die Lust am Schmerz sondern das Strafen, das Maßregeln, das "Erziehen" was mich erregt (und nein, ich schreie dann nicht Hurra! Ich werde gestraft! - das ist auch durchaus unangenehm, kickt mich aber trotzdem). Gleichzeitig straft meine Domme recht gerne. Aus den beiden Gründen hat die "Erziehung" eigentlich auch fast immer nur eine mehr oder weniger kurze Halbwertzeit.Im übrigen finde ich die Frage leicht... na ja... "Braucht es Strafen, um BDSM leben zu können?"
Ich lebe nicht "das BDSM", ich leben "mein BDSM" und "mein BDSM" beinhaltet Strafen. Die Frage an sich ist in meinen Augen also völlig falsch formuliert. BDSM leben kann jeder - und dabei ist es egal ob mir Strafen oder einfach so Haue beziehen."
(http://forum.gentledom.de/index.php/Thread/3081-Braucht-es-Strafen-um-BDSM-leben-zu-k%C3%B6nnen/?pageNo=2)
Gentledoms Einstellung ist eine Einstellung - genauer: seine. Eine Ansicht unter vielen. Das hat er auch in seinem Interview so formuliert:
"Für mich ist BDSM kein Rollenspiel. (…) Eine Strafe dient nicht primär meiner Lust oder gar ihrer, sie soll einfach nur ein unerwünschtes Verhalten so sanktionieren, dass es in Zukunft nicht wieder vorkommt.Ich bin niemand der gerne straft, schon gar nicht, wenn ich die Person liebe. Wer als Dom wenig strafen will, muss hart – darf aber nicht unfair sein, und konsequent vorgehen."
(http://blog.eis.de/?p=3150)
Verstehst Du ansatzweise, worauf ich hinaus möchte? Gentle und oben zitiierte Autorin haben ein völlig anderes Verhältnis, eine andere Einstellung zum Strafen. Solch starke Abweichungen sind völlig normal bei BDSM. Die Kunst ist, einen Partner zu finden, der damit zurecht kommt.
Es gibt, wie die o. g. Autorin schrieb nicht "das BDSM". Sondern Dein BDSM, mein BDSM, Gentles BDSM usw.. Du wirst Dich nirgends zu 100% wieder finden – nur Änlichkeiten und Unterschiede feststellen. Deine Neigung musst Du mit Dir in Einklang bringen und dann mit Deinem Partner. – Mit nichts und niemandem sonst. Daher kannst auch Du nur in Bezug auf Dich fragen, ob etwas "zusammenpasst". Gelingt es Dir, Deine Neigung zu aktzeptieren? Deine Bedürfnisse mit Deinem Selbstbild zu vereinen? Bist Du zufrieden, mit dem, wie Du lebst bzw. meinst Du, Zufriedenheit erlangen zu können, sollten Deine Bedürfnisse befriedigt werden?
Befreie Dich bitte vom Gedanken, in eine Norm passen zu müssen. Sei Du. Dann wird' schon passen. :)
Dir wünsche ich alles Gute auf Deinem Weg.
Viele Grüße,
Luna
The Lady Blue schrieb am 17.06.2016
Nun sitze ich seit gefühlten 2 Tagen vor dem PC und stöbere auf dieser Seite. Zerbreche mir den Kopf ob ich wohl in dieses Schema Sub/Dom passe oder überhaupt in BDSM.
Und jetzt, um 4:30 Morgens, nachdem ich eigentlich schon fast aufgeben will und weiterhin den langweiligen Blümchensex ertragen wollte, entdecke ich diesen fast 2 Jahre alten Beitrag und mein Herz hüpft.
Hätte ich mir eigentlich auch alles selber denken können, aber irgendwie treibt es mich doch immer in eine Schublade, obwohl ich eh in keine passe.
Danke für eure ehrlichen Statements. Nun kann ich vielleicht doch den nächsten Schritt gehen, mich hier anmelden und mal gucken was geht ;-) .
Eure Blue
Liebe Blue,
wow, tausend Dank für deinen Kommentar. Mich freut es unheimlich, dass ein Beitrag derart positiv wirken konnte. Das ermuntert doch glatt dazu, wieder mal etwas zu schreiben. ;))
Falls du magst, kannst du dich auch gerne bei uns Paten melden. Am Besten übers Forum, den dies ist unsere Diskussionsplattform: forum.gentledom.de/index.php/BoardList/
Vielleicht kreuzen sich noch unsere Wege? Ich bin gespannt und wünsche dir ganz viel Erfolg.
Liebe Grüße,
Luna
kleines-sub-Biest schrieb am 01.11.2014
Diese Frage wird im Forum immer wieder aufgeworfen. Viele neue Subs/Sklavinnen/oder wie sie sich alle nennen, sind verunsichert. Oft wird auch die Frage nach der "Kampfsub" oder "Kravalsub" gestellt. Die Nicks ändern sich aber die Fragen sind die Gleichen. Auch die Antworten widerholen sich.
Die einen sind ganz gerne mal, nicht so "brav". Sie provozieren meist Verbal, geben freche Antworten oder widersprechen ganz offen. Sie rangeln gerne und möchten seine Kraft körperlich spüren. Sich überwältigen lassen, um seine Stärke zu spüren.
Andere fühlen sich wohl, ihm zu gefallen, zu gehorchen und ihn nicht zu enttäuschen. Wenn sie eine Aufgabe oder einen Wunsch nicht zu seiner Zufriedenheit erfüllen können. Sind sie teilweise so enttäuscht von sich selbst, das es nach meinem Gefühl, keiner Strafe mehr bedarf. (Das ist meine ganz persönliche Ansicht und andere werden es anders sehen.)
Ich persönlich gehöre zu den nicht immer "braven". Es macht mir Spaß ihn hin und wieder herauszufordern, mir ein Wortgefecht mit ihm zu liefern oder auch mal bloß eine freche Antwort zu geben. Aber es ist auch toll, dabei seine Augen leuchten zu sehen, wenn er die Herausforderung annimmt. Wenn ihm wirklich nicht danach zumute ist, reicht ein Blick oder ein Griff in den Nacken. (Kommt auf die Situation an.) Und ich höre auf damit.
Wir rangeln auch mal, es ist ein Katz und Maus Spiel. Dabei ist eindeutig klar, das ich die Maus bin, mit der er spielt. Körpermäßig ist er mir weit überlegen und könnte mich in Sekunden stoppen. Aber er liebt, genau wie ich dieses Spiel.
Daher auch mein Nick... ;)
Das gehört mit in unser BDSM.
Jeder lebt sein eigenes BDSM und jeder hat die Chance auf einen Partner, der das Gleiche möchte. Nicht alle BDSMler sind kompatibel, dafür sind die Vorlieben, zu weit gefächert/ zu verschieden.
Die eine kämpft immer, die nächste ab und an, die letzte ist ganz brav. Wer will jetzt bestimmen, welche die "wahre" Sub ist? Das kann niemand. Den sie alle leben ihr BDSM und wenn es beide Partner kickt, ist es doch toll!
Liebe Grüße
kleines-sub-Biest
Tina.anna schrieb am 28.10.2014
Eine sehr gute Frage, und eine sehr gute Antwort. vielen dank dafür Luna.
Das ist doch sehr aufschlußreich
Sunshine schrieb am 28.10.2014
Das kommt mir Bekannt vor.
Ich sehe mich auch nicht wirklich als Sub,oder würde diese Bezeichnung wohl auch von manch einem nicht zugesprochen bekommen.
Am Anfang meines Neu eingeschlagenes Weges mit meinem Partner hätte mich das vielleicht auch noch Gestört.
Denn ich hatte immer das Gefühl mich Fragen zu müssen gehöre ich überhaupt dazu?
Ich konnte mir vieles nicht vorstellen,und manches davon ist jetzt doch ein Teil von mir geworden.
Bin eine Sub?
Ist mein Partner ein Dom?
Ist das was wir tun Wirklich BDSM?
Die einen würden Sagen Ja so Leben wir es und gehören dazu.
Andere würden Behaupten,das ist kein richtiges Sub/Dom verhalten.
Mittlerweile haben wir aber bemerkt das,das es in der Szene so viele verschiedene arten des Auslebens gibt was dazu gehört,das mir das gar nicht mehr so wichtig erscheint ob ich eine Sub bin oder nicht.
Das was wichtig ist,das ich die Neigung die ich damit in Verbindung bringe nun Ausleben kann.