Misshandlung und Missbrauch unter dem Deckmantel BDSM - Albtraum Dates

Durch einen Kommentar zu meinem anderen Beitrag "Dumm gelaufen, voll verkackt. - Euer Best Of der dööfsten Dates" (http://www.gentledom.de/community/paten-blog/Blogartikel/Paten-Blog/dumm-gelaufen-voll-verkackt-euer-best-of-der-dfsten-dates-514/), die Leiter der Paten-Gruppe, beschlossen noch ein weiteres Dating Erlebnis zu posten. Eines der schmerzhaften Art, ein entgleistes Treffen...


Was ich mit den beiden Berichten zum Ausdruck bringen will ist - Paten sind auch nur Menschen denen nicht immer nur Schönes widerfährt, auch ihnen kann etwas passieren! Es soll KEIN Pranger sein, wie mir schon unterstellt wurde, und gerade hierbei sehe ich mich auch in der "Vorbildfunktion" und will weder Stimmung machen noch eine Hetzjagd eröffnen.
 

Der Rinderzüchter

Auch diesen Herrn lernte ich auf virtueller Ebene kennen...andere Community, gleiches Internet ;)
Ich war recht frisch auf dieser Seite angemeldet, seit kurzem wieder Single und kam aus einer 4 Jahre währenden Stino-Beziehung. Diese hatte ich beendet, weil mir der BDSM-Aspekt gefehlt hat. "Normaler" Blümchen-Sex ist gut und schön, macht auch Spaß, aber wirklich erfüllend ist er auf Dauer nicht für mich. Das war allerdings nicht der einzige Grund, es spielten noch andere Faktoren eine Rolle.
Ich schrieb ihn an, mir gefiel sein Profil, zudem kam er auch noch aus mittelbarer Nähe. Wir schrieben uns eine Weile und dabei merkte ich schon - dass ist nicht das was ich will. Aber, curiosity killed the cat, ließ ich mich nach einiger Zeit auf ein Treffen mit ihm ein. Wir trafen uns im nächstgrößeren Ort am Bahnhof. Ich fuhr auf den Parkplatz davor, kramte noch einen Moment in meiner Tasche nach meinem Handy, öffnete die Tür und wollte gerade aussteigen als ich auch schon von einem Mann begrüßt wurde der neben dem Auto stand. Er schien auf mich gewartet zu haben. Nach einer kurzen Unterhaltung fragte er mich ob wir nicht zusammen in den Wald fahren wollten, er habe noch reichlich Kälberstricke im Kofferraum und damit ließe es sich gut fesseln, er könne es sich sehr gut vorstellen wie er mich an einen Baum bindet und mich benutzen würde. Ich schaute ihn an, im ersten Moment wirklich sprachlos und erwiderte dann das nur ein Kennenlern und Beschnupperungsdate ausgemacht war. Nach einigem hin und her willigte er schließlich ein mit mir einen Kaffee trinken zu gehen, nicht ohne mir vorher die Seile aus seinem Auto zu zeigen. Sie stanken bestialisch, genau wie er auch. Es fiel mir nur draußen an der frischen Luft nicht auf wie unangenehm er roch, das bemerkte ich erst als wir nebeneinander im Café saßen. Wir unterhielten uns eine Weile etwas angestrengt über ziemlich alltägliche Dinge als er, quasi aus dem Nichts, meinte er wolle mal meine Belastbarkeit testen. Dann ging alles sehr schnell, im gleichen Moment in dem er es ausgesprochen hatte sauste seine Hand sehr hart auf meinen Oberschenkel und ich spürte einen wirklich heftigen Schmerz der auch nicht im mindestens lustvoll war. Aus Reflex drehte ich mich zu ihm um und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht, stand auf und stolzierte mit hocherhobenen Kopf hinaus. Ich spürte wie er mir hinterher sah, ebenso wie sicher auch die anderen Gäste, die es natürlich mitbekommen haben. Ich ging zu meinem Auto und da konnte ich nicht mehr, mir liefen die Tränen nur so übers Gesicht. Ich rief schluchzend eine sehr gute Freundin an, die in dem Ort wohnt, und erzählte ihr was passiert ist. Sie sagte ich solle vorbei kommen. Ich fuhr also zu ihr und da sah ich erst wie ich oder besser mein Oberschenkel aussah. Sie war ebenso entsetzt wie ich. Meine Strumpfhose war gerissen und die Haut aufgeplatzt. Meine Freundin holte etwas zum desinfizieren und verarztete mich erstmal bevor sie mir einen Kaffee machte und ich mich langsam beruhigte. Den Typen habe ich zm Glück nie wiedergesehen.

Ihr seht also, auch einer "Patin" können solche Dinge passieren und auch wir sind nicht davor gefeit an die falschen Männer zu geraten. Ich würde mich freuen wenn der kleine Bericht euch ermutigen würde selbst auch von ähnlichen Erlebnissen zu berichten.

Eure Abigail


© www.Gentledom.de

Kommentare:


Anonym schrieb am 10.11.2014


Ich wurde vor ein paar Jahren auf dem Parkplatz vor einer Bar nach Ladenschluss überfallen und vergewaltigt und ich kann von mir sagen dass ich echt Glück hatte, denn ich habe es ganz gut verarbeitet und mir auch mit Selbstverteidigungskursen und Tränengas in der Handtasche mein Gefühl der Sicherheit zurückerkämpft. Und man sagt sich ja, so etwas passiert einem nur einmal. Danach war ich aber stets vorsichtig und dachte, wenn ich mich covern lasse und bei ersten Treffen stets ein Freund in der Nähe wäre, dann könnte mir nie wieder etwas geschehen.

Ich habe mich geirrt. Ich hatte ihn im Internet kennengelernt. Wir schrieben uns tagelang, telefonierten lange und oft und stellten fest, dass der erste Eindruck passte. Wir trafen uns dreimal an öffentlichen Orten und dann beim vierten Mal gingen wir zu mir und ich hatte einem Freund gesagt, dass es mir genügt am nächsten Morgen mit ihm zu telefonieren, um doch noch eine Absicherung zu haben. Zu dem Zeitpunkt hatte ich wirklich das Gefühl, dass alles passt. Nun ich bin devot und daher war es anfangs echt ok, dass der Sex etwas härter war, doch dann hat er irgendwie geschafft, mich schwerer zu verletzen und es tat echt weh. Wir hatten kein Safeword ausgemacht und daher schrie ich nur immer wieder Nein und es war ja auch zu sehen dass es ziemlich blutete, aber er reagierte überhaupt nicht auf meine Versuche ihm zu entkommen und wurde dadurch eher noch angestachelt. Nun als er endlich fertig mit mir war und ich ihm deutlich sagte, dass er sofort gehen soll, da hat er mich erst beschimpft und meinte ich wäre wohl nicht wirklich devot, wenn ich wegen „so einer Kleinigkeit“ schon das Treffen abbrechen möchte. In den nächsten Tagen bekam ich noch SMS und Mails mit Entschuldigungen und meine Nachbarin hat mir auch erzählt, dass er (zum Glück wenn ich nicht da war) vor der Haustüre gestanden und auf mich gewartet hätte. Dann hat ein Freund ihm eine Mail geschrieben. Ich habe danach nie wieder etwas von dem Typen gehört.

Was ich damit sagen will: Seid anfangs immer vorsichtig! Und ich werde nie wieder sagen, so etwas passiert einem nur einmal. Aber ich weigere mich auch mich zum Opfer machen zu lassen. Inzwischen habe ich mich meinen Freunden gegenüber als devot geoutet (auch wenn es nicht leicht war) und es hat unsere Freundschaft nur verstärkt und mich auch selbstsicherer gemacht. Und ich kann es euch auch nur empfehlen. Ich weiß wie schwer es ist mit jemandem „darüber“ zu reden, aber es hilft.


Antwort auf diesen Kommentar

Lachauge schrieb am 06.11.2014


Hallo Abigail und Luna,
vielen Dank für diesen Blog! Den ich einerseits sehr gut und wichtig finde. :) Anderseits hat er auf mich (als absoluter BDSM-Neuling) auch was abschreckendes ...
Zu dem Rinderzüchter, Abigail, deine Faust in seinem Gesicht fand ich super! ;)

Lieben Gruß
Lachauge


Antwort auf diesen Kommentar

Liebe Lachauge,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Die realen Albtraumszenarien, die man mitunter von manchem Opfer zu geschildert bekommt hinterlassen durchaus ungute Gefühle. Es ist unschön, darüber zu lesen und kann abschreckend wirken.

Allerdings ist dieses Thema aus Abigails und meiner Sicht insbesondere für 'Neulinge' besonders wichtig. Sind sie doch diejenigen, die in besonders hohem Maße davon betroffen sind. Gerade Anfänger lassen sich zu den gefährlichsten Handlungen/Verabredungsszenarien drängen (sei es sehr früh persönliche Daten herauszugeben, Treffen an nicht-öffentlichen Plätzen zuszustimmen, Verabredung zum Spiel als erstes Treffen usw.). Teilweise fehlt sogar das Bewusstsein, dass es solche Arschlöcher (bitte entschudige die Ausdrucksweise, mir fällt nur kein besseres Wort ein) auch hier gibt - wie in allen Gesellschaftsbereichen.

Auch wenn wir dadruch Dir und anderen ein wenig die Unbeschwertheit des Neuanfangs vermiesen, empfinden wir die Sensibilisierung hierfür als immens wichtig. Man kann in gewissen Rahmen 'vorsorgen'. Beispielsweise durch eine langsame, 'sittsame' Annäherungs- sowie Kennlernphase und indem man sich Unterstützung bzw. Rat bei datingerfahreneren Mitgliedern in der Com oder bei uns Paten sucht.

Natürlich sind auch erfahreneren Menschen (wie Abigails Geschichte beweist) davon betroffen. Aber für Abigail ist es im Prinzip sogar noch glimpflich abgelaufen. Schließlich trug sie als Verletzung 'nur' aufgeplatzte Haut am Bein und den Schock davon. Was wäre aber geschehen, hätte sie sich zum Treffen in privateren Rahmen drängen lassen? Die Antwort überlasse ich der Fantasie der Leser.... Mein persönliches Fazit: Abigail hatte noch Glück im Unglück!

Viele Grüße,

Luna

Jenny schrieb am 06.11.2014


Es war das zweite Date und gleichzeitig auch Spiel mit einem Dom. Wir waren essen, haben uns gut amüsiert und landeten bei ihm. Er verlor in der Session die Beherrschung weil er mit meiner durchaus aufmüpfigen Art nicht zurechtkam. Das Resultat war ein gebrochener Kiefer, vier geprellte Rippen und für mich fünf Jahre BDSM Pause, bis ich mich wieder getraut habe mich auf einen Dom einzulassen. Ich kenne auch Frauen die vergewaltigt wurden bei ihrem ersten Date und wo der Typ danach nur meinte, sie sei ja devot und stünde darauf. Jeder hat da seine Perspektive was ein wirklich mieses Date ist, aus meiner Erfahrung heraus ist das Zuspätkommen und blöd sein da etwas das man durchaus gut verkraften kann. Du kannst leider nie wissen wie dieser Mann in einer Session reagieren wird, selbst wenn er vorher ganz normal erscheint kann es ein Psychopath sein. Wenn sich die Leute trauen wirklich über ihr schlimmsten Date zu schreiben werdet ihr hier sehr heftige Stories lesen.

Liebe Grüße

Jenny


Antwort auf diesen Kommentar

Liebe Jenny,

vielen, vielen Dank für Deinen Beitrag. Wir freuen uns sehr, dass sich endlich jemand traut, das Schweigen bzgl. "Missbrauch und Misshandlung unter dem Deckmantel BDSM" zu brechen.

Allerdings empfanden wir dies Thema als so wichtig und schwerwiegend, dass wir Deinen Kommentar lieber in einem separaten Beitrag veröffentlichten. Es ist ein sehr sensibles Thema, welches wir nicht in solch einem eher "spaßigen" Beitrag stehen und behandeln lassen wollen, wie das der dööfsten Dates.

Wir erhoffen uns, dass andere sich ermutigt fühlen, ebenfalls das Schweigen zu brechen und den selben Mut beweisen, wie Du.

Wir möchten uns nochmals ganz herzlich für Deinen Beitrag bedanken.

Viele Grüße,

 

Abigail und Luna

Melanie schrieb am 05.11.2014


Bei mir war es auch ein Internetdate, ich kannte diese Seite nicht und wusste daher nicht wirklich wie man sich schützt. Ich traf mich also mit einem Mann mit dem ich mich vorher sehr angenehm über meine BDSM Fantasien ausgetauscht hatte. Nach einem Besuch in einem Cafe ging ich mit zu ihm. Wir hatten vorher über meine Tabus gesprochen und ich habe ihm gesagt, was ich mir nicht vorstellen konnte. An diese Tabus hielt er sich, wir hatten aber kein Safeword und was noch viel schlimmer war, alles was nicht auf meiner Tabuliste stand meinte er dann machen zu dürfen und bestand auch später darauf, dass er sich korrekt verhalten habe. Die Einzelheiten dieser Vergewaltigung erspare ich lieber allen Lesern. Ich habe immer noch Probleme damit einem Mann mein Vertrauen zu schenken und bin deswegen in Behandlung. Ich denke ich werde es irgendwann überwinden aber ich will allen Frauen einen Rat mitgeben die sich in diesen Bereich hineinbegeben wollen. Es ist manchmal einfach unmöglich hinter die Maske des Typen zu schauen und sein wahres Gesicht zeigt er dann erst wenn ihr schon in seiner Gewalt seid.


Antwort auf diesen Kommentar

Anonym schrieb am 04.11.2014


Ich habe bei einem Onlinespiel, das so garnichts mit BDSM zu tun hat, jemanden kennengelernt. Nach stundenlangen Telefonaten kamen wir irgendwann auf das Thema Sex und ich fand nach einigen Erklärungen heraus das er ein Dom ist, und noch bis vor kurzem eine Sklavin hatte. Ich erzählte ihm von meinen Wünschen und Sehnsüchten und er sagte das er mir alles zeigen würde, ich müsste nur 'Ja' sagen.

Ich sagte JA.

Da er ca. 700km entfernt wohnte blieb es anfänglich bei Telefonaten. Schliesslich lud ich ihn zu mir ein, ich war sehr aufgeregt und voller Erwartungen. Zwei Tage lang 'tobte' er sich aus, Deatils sind nicht nötig denke ich mal. Alles geschah tagsüber, da mein Sohn noch bei mir wohnt und er nur dann aus dem Haus war. Am dritten Tag wachte ich morgens schon mit Rückenschmerzen auf. Ich nahm gleich Schmerzmittel und auf Nachfrage teilte ich ihm mit das ich starke Rückenschmerzen habe. Mittags musste meine Ärztin kommen und mich spritzen. Eine Weile nachdem sie weg war, mein Sohn war mittlerweile zu Hause, fragte er mich was es zu Essen gäbe. Ich schaute ihn an und meinte das ich was bestellen müsste da ich mit den Schmerzen nicht in der Küche stehen und kochen kann. Daraufhin fing er an mich zu beschimpfen und nannte mich unter anderem ein faules Fickstück. Ich war sprachlos, denn wir waren nicht alleine, ergo war es die Kumpelzeit und nicht die Spielzeit, und ich war in einer scheiss körperlichen Verfassung, was ihn aber anscheinend nicht interessierte. Und als ich alles nochmal Revue passieren ließ musste ich feststellen das eigentlich garnichts so war wie ich erwartet hatte, sondern ich lediglich ein Objekt war an dem er sich austoben konnte, und ich nicht mal 1 Orgasmus hatte.

Ich war mehr als froh als er ging.


Antwort auf diesen Kommentar

Liebe anonym,

 

vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich hoffe es werden Dir noch einige folgen die nun auch den Mut gefunden haben sich zu äußern.

Mir scheint, Du warst für ihn nur ein williges Bückstück das er benutzt und fallengelassen hat in dem Moment wo es Dir nicht gut ging. Für mich zeugt es von einen empathielosen Egoisten. Ich bin auch Mutter eines Sohnes, gerade wild am pubertieren, und sollte der jemals mitbekommen wie mich ein Mann derart mies behandelt und mit solchen Begriffen tituliert - wäre dieser Typ schneller draußen als er sich die Unterhose hochziehen kann! Ich hoffe Du hast nach dem "Herrn" noch andere, angenehmere Zeitgenossen kennen gelernt. Für die Zukunft wünsch ich Dir alles Gute!

 

Abigail

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