Ein ganz besonderer Kurzurlaub

Sie: Mein Partner und ich sind schon seit vielen Jahren zusammen. Wir wussten zwar, dass es so etwas wie BDSM gibt, jedoch haben wir uns nie intensiver damit auseinandergesetzt, geschweige denn in Betracht gezogen, dass diese Spielart der Sexualität uns gefallen könnte. Klar hatten wir auch schon die leichteren Varianten wie Fesselsex oder mal einen Klaps auf den Hintern während des Sex praktiziert. Aber mehr war da bisher nicht.

Bis ich vor einigen Monaten auf eine Website stieß, die so ganz anders gehalten war als alle, die ich zuvor zum Thema gesehen hatte. Mir gefiel, was ich las, und so versuchte ich meinen Partner davon zu überzeugen, mit mir ein paar Experimente zu wagen. Zunächst zögerte er, doch mit einigen Tipps und Tricks aus dem Internet, insbesondere aus der von mir aufgestöberten Seite, konnte ich ihn dazu verführen, doch einmal ein bisschen mehr auszuprobieren.

Schon bald fanden wir beide Gefallen an BDSM, manche Praktiken gefielen uns besser, manche weniger gut, und wir machten beide völlig neue anregende Erfahrungen. So suchten wir uns bald neue eigene Wege zu einem erfüllteren Sexualleben unter Einbeziehung von BDSM, und es dauerte nicht lange, da keimte in uns der Wunsch, ein eigenes Spielzimmer einzurichten. Nur wie?

Im Internet findet man hierzu mannigfaltige Möglichkeiten, die jedoch samt und sonders einen Nachteil haben – man kann sich die Einrichtungsmöglichkeiten und Möbel, die es so auf dem Markt gibt, zwar online ansehen, aber man kann sie nicht vor dem Kauf selbst vor Ort anschauen, geschweige denn testen. Also was tun?

Da mein Partner bald Geburtstag haben würde und so gar nicht wusste, was er sich zu diesem Anlass von mir schenken lassen wollte, ging ich im Internet auf die Suche nach einem Geschenk aus dem Bereich BDSM. Bei einer früheren Bestellung unserer Ringe mit BDSM-Symbol hatte ich als Beigabe zur Lieferung einen Werbeprospekt für eine Ferienwohnung mit BDSM-Spielzimmer bekommen. Nur leider war diese Ferienwohnung in unerreichbarer Ferne für uns. Doch meine Neugier war geweckt. Ich surfte also durch das Netz in der Hoffnung, eine solche Spielmöglichkeit auch in unserer Nähe zu entdecken. Und was soll ich sagen? Es hat geklappt!

Tatsächlich gab es dort ein Angebot, eine Wohnung anzumieten, die sehr vielseitig ausgestattet war. Und es war nun knapp zwei Autostunden von uns entfernt. Besonders angenehm war mir, dass diese Wohnung im Internet durchweg positive Feedbacks im Gästebuch stehen hatte, und die Bilder ließen mir schon beim Anschauen wohlige Schauer über den Rücken rieseln. Listig und mit Unschuldsmiene fragte ich also meinen Schatz, ob er sich denn als Geburtstagsgeschenk eine schöne Städtereise mit einem Musical- oder Theaterbesuch, einer ausgedehnten Shoppingtour und einem gemütlichen Stadtbummel vorstellen könne?

Nach einigem Überlegen fand er die Idee gar nicht so schlecht und stimmte zu. Wir legten gemeinsam einen Termin fest, zwei Tage mit Übernachtung in der von mir ausgewählten Stadt – die Programmgestaltung und die Wahl des Hotels überließ er mir, denn es sollte ja mein Geschenk für ihn werden. Sorgsam achtete ich darauf, dass er von meinen Buchungsvorbereitungen nichts mitbekam. Die Vermieterin des Appartements wurde von mir eingeweiht und hat wunderbar dichtgehalten (an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!).

Als dann der Geburtstag anbrach, ließ ich mir nichts anmerken, obwohl ich natürlich fast platzte und darauf brannte, ihm das Programm für unsere Reise zu verraten. Und als wir dann endlich einen ungestörten Moment für uns hatten, überreichte ich ihm einen selbst gestalteten Gutschein für ein kurzes Liebeswochenende mit entsprechenden Bildern drauf – Handschellen, Peitschen usw., was halt so dazugehört.

Mit diebischer Freude registrierte ich seinen herunterklappende Kiefer und seine sichtliche Vorfreude auf dieses ganz besondere Wochenende. Der restliche Geburtstag war sehr schön, da wir ja auch noch eine große Feier mit Verwandten und Freunden organisiert hatten. Und doch wechselten wir dann und wann verschwörerische Blicke, wenn mal wieder jemand ihn fragte: „Und – was hast Du denn so alles zum Geburtstag geschenkt bekommen?“ Dann konnten wir uns ein gewisses Grinsen nicht verkneifen, haben aber eisern nur die „gewöhnlichen“ Geschenke aufgezählt.

Beide wurden wir immer nervöser, je näher das Wochenende rückte. Schon zwei Tage vorher packten wir unsere eigenen Spielsachen ein, denn wir gedachten, nur diese zum Spiel zu verwenden. Dabei hatte er dann einen schönen Moment zu genießen, als mir die Kinnlade herunterklappte. Hatte er doch heimlich noch ein Spielzeug gekauft, das wir beide schon länger einmal ausprobieren wollten. Und nun lag es nagelneu und verheißungsvoll im Koffer: unsere neue Bullwhip.

Der große Tag brach an, und wir starteten mit einem für eine einzige Übernachtung verdächtig großen Koffer in Richtung des avisierten Urlaubsziels. Über die meiste Dauer der Fahrzeit schwiegen wir beide und lauschten der Musik aus dem Radio, während wir beide unseren Gedanken nachhingen. Erst kurz vor dem Ziel begannen wir, über unsere Wünsche und Vorstellungen zu reden – ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen sollte. Denn insgesamt haben wir uns dann – trotz Navi – ungefähr fünfmal verfahren, bis wir unser Ziel endlich erreichten. Aber wir hatten es geschafft!

Wir standen vor einem unscheinbaren Gebäude, bei dem von außen garantiert niemand drauf gekommen wäre, was sich darin verbergen könnte. Mutig betraten wir den Ort des Geschehens. Und wurden dermaßen freundlich, ja herzlich begrüßt, dass wir gleich viel ruhiger wurden und die aufgestaute Nervosität und viele Befürchtungen sich bei unterhaltsamen Gesprächen und Gelächter in Luft auflösten. Naja, vielleicht nicht ganz. Die Vermieterin dort ist unglaublich sympathisch, und da sie wusste, dass unser Aufenthalt ein Geburtstagsgeschenk für meinen Partner war, hatte sie sich eine kleine Überraschung zur Begrüßung ausgedacht, von der wir beide sehr gerührt waren und die uns sehr gefallen hat. Dann gab es eine Besichtigungstour durch die Räume, wobei sie uns durchaus einige Fragen zu den verschiedenen vorhandenen Spielgeräten beantworten musste.

Und da war sie wieder da, unsere Nervosität … Da gab es einen fast schon romantisch anmutenden Käfig aus Metall, einen imposanten Thron, davor eine an der Decke befestigte Spreizstange, einen Halbbock, einen spanischen Reiter, eine Massageliege der besonderen Art, einen in meinen Augen riesigen hölzernen Pranger und darüber hinaus auch noch viele Spielsachen, die entlang der Wand aufgehängt waren. Dazu standen noch zwei hohe Gefäße mit Gerten und Rohrstöcken bereit. Allein die Ausstattung dieses Zimmers hatte gereicht, um meinen Mund und meine Kehle staubtrocken werden zu lassen. Mir blieb förmlich die Spucke weg! So viel war im Internet gar nicht zu sehen gewesen.

Doch die Führung war noch nicht beendet. Wir gingen weiter in den anderen Bereich des Appartements, in dem es noch ein Andreaskreuz gab, welches man sogar drehen hätte können. Eine Demonstration lehnten wir jedoch dankend ab – wir hatten nicht vor, uns mit dem Teil gegenseitig in die Waagrechte oder gar um 180 Grad gedreht in die Senkrechte zu bringen. Dann gab es noch eine Liege – eine Bondageliege – und darüber hinaus noch eine Liebesschaukel bzw. Sling. Den Toilettenstuhl in der hintersten Ecke ignorierten wir beide geflissentlich; das war nicht unsere Spielart. Es gab auch noch ein kleines Esszimmer, einen Wohnbereich und eine Schlafecke mit einem kuschelig frischen Doppelbett welches – wie hinterlistig – am Kopfende bereits mit Ketten ausgestattet war. Zum Abschluss zeigte uns die Vermieterin noch die kleine Küche, in der sie schon eine gekühlte Flasche Sekt und zwei Gläser für uns bereitgestellt hatte. Dann ließ sie uns allein und wünschte uns viel Vergnügen.

Nervös schauten wir uns an. Und beschlossen dann spontan gleichzeitig, dass es an der Zeit sei, eine erfrischende Dusche zu nehmen. Und da im großzügigen Badezimmer mehr als genug Platz für beide unter der Dusche war, erledigten wir das gemeinsam.

Danach gingen wir beide durch die Wohnung, um uns in Ruhe die verschiedenen Einrichtungsgegenstände zu betrachten. Das Anziehen nach dem Duschen schenkten wir uns dabei. Schließlich blieben wir beide fasziniert vor dem Käfig stehen. So etwas hatten wir beide noch nicht gesehen. Während der Käfig selbst sehr groß war und man darin problemlos aufrecht stehen konnte, war die Tür des Käfigs verhältnismäßig klein. Und da kam mir eine gute Idee. „Schatz, meinst Du, da kommst Du überhaupt rein?“, fragte ich mein ahnungsloses Opfer. Und er probierte es, neugierig wie er ist, natürlich gleich aus. Und schwupps, fiel die Käfigtüre hinter ihm ins Schloss – und damit war auch entschieden, wer von uns beiden im ersten Spiel welche Rolle einnehmen würde. Ungläubig rüttelte er an der Käfigtür, um mich kurz darauf mit seinen herrlichen dunklen Augen anzufunkeln. Ich liebe diesen Blick!

Und seine Wehrlosigkeit nutzte ich weidlich aus. Er musste einige Kitzelattacken über sich ergehen lassen, denen er zu entrinnen versuchte, indem er sich in die letzte Ecke des Käfigs verzog. Da das gute Stück jedoch frei im Raum aufgestellt und somit von allen Seiten zugänglich war, blieben seine Fluchtversuche ohne Erfolg. Erst als er signalisierte, dass er bereit war, die gewählte Rollenverteilung zu akzeptieren, legte ich ihm durch die Gitterstäbe hindurch lederne Fesseln für Hals, Hände und Beine an. Sicher ist sicher! Dann ließ ich ihn heraus und führte ihn schnurstracks zur Bondageliege. Wie praktisch!

Dort gab es genügend Haken links und rechts der Liege, um ihn wie einen leckeren Rollbraten darauf fest zu verschnüren – auch ganz ohne Bondagekenntnisse. Zum folgenden Geschehen sei nur so viel gesagt: Man kann sein Opfer auf so einer Liege herrlich verwöhnen oder aber ein bisschen piesacken, so lange, bis das Opfer und auch der aktive Part nicht mehr anders können und wollen als … Und selbst das klappt auf so einer Liege wunderbar! Man muss das Opfer dafür nicht einmal losbinden! Erschöpft band ich ihn schließlich los, und wir kuschelten erst einmal ein bisschen und gönnten uns eine kleine Pause.

Danach führte ich meinen Schatz zur Spreizstange, die vor dem Thron von der Decke baumelte. Er bekam noch einen zärtlichen Kuss, dann fixierte ich seine Hände an der Stange. Und setzte mich genüsslich auf den Thron vor seiner Nase, um ihn ein bisschen zu necken und zu reizen. Wie, das überlasse ich des Lesers Fantasie. Dies veranlasste meinen Sub, ein bisschen frech zu werden, weshalb ich mich von meinem Thron erheben und ihn erneut kräftig durchkitzeln musste. Das ging noch viel besser als zuvor, da er ja jetzt mit erhobenen Armen vor mir stand und nur eine sehr begrenzte Fluchtmöglichkeit hatte. Als kleine Entschädigung verwöhnte ich ihn anschließend wieder ein bisschen, um mich dann wieder auf den Thron zu setzen – man soll ja immer aufhören, wenn es am schönsten ist. ;-)

Da verwandelte sich mein Schatz in einen Bruddelsub (= schimpfenden Sub), und ich gedachte, ihm ein wenig Angst einzujagen. So griff ich mir unsere neue Bullwhip, die ich sorgsam hinter dem Thron versteckt hatte. Beim Anblick dieses Spielzeugs verstummte er zunächst beeindruckt. Um mir anschließend zu erklären, dass ich mich das ja doch nicht trauen würde. Als ich ihn dann jedoch zuvorkommend fragte, ob er die Schläge lieber vorne auf die Brust oder doch lieber hinten auf den Po oder Rücken haben möchte, entschied er sich spontan, mir seinen Rücken zu präsentieren.

Vorsichtig schwang ich die Whip ein paar Mal durch die Luft, um ihre Flugeigenschaften zu testen. Amüsiert beobachtete ich dabei, wie er zusammenzuckte, wenn er den Lufthauch der Peitsche dann und wann spürte. Schließlich begann ich sachte, mit der Peitsche abwechselnd seinen Rücken oder Po zu bearbeiten, mit nach und nach steigender Intensität. Vom Resultat waren wir beide überrascht. Nur der eine Hieb, der seine Halsbeuge erwischte, war für beide nicht sehr schön *schäm*. Er schien große Schmerzen zu haben, und sämtliche Trostversuche blieben vergebens. Er erklärte mir, ihm gehe es wirklich nicht gut und er wisse nicht, ob er so weiterspielen könne. Da befreite ich ihn selbstverständlich sofort von seinen Fesseln und nahm ihn fürsorglich in die Arme, um ihn zum Bett zu führen.

Er: Ha! Ausgetrickst, dachte ich mir, als meine besorgte Domina mich zum Bett geleitete. Ein kurzes „Switch“ und mal kurz den „strengen Blick“ aufgesetzt, und schon waren die Rollen neu verteilt. Und jetzt mehr nach meinem Geschmack. Plötzlich befand ich mich wieder am richtigen Ende der Bull Whip. Und da Rache ja bekanntlich süß ist: Ab in den Käfig. Nachdem wir ja schon von meinem mehr oder weniger freiwilligen Aufenthalt dort berichtet haben, geht’s gleich weiter mit Schätzleleins erstem Kontakt mit dem Pranger. Also, ich bin mal ehrlich: Wirklich bequem hat das nicht ausgesehen. Und da das Teil auf der einen Seite ziemlich nahe an der Fensterfront stand, war es auch relativ schlecht zugänglich. Nichtsdestotrotz konnte ich endlich die bereitgestellten Gerten und Rohrstöcke nach Herzenslust aus- und durchprobieren.

Aber die wichtigste Frage für mich war: Für was zum Teufel sind die beiden Öffnungen nahe am Boden? Diese Frage sollte sich erst später endgültig klären.

Und jetzt ging es zu einem meiner persönlichen Favoriten: Dem Andreaskreuz. Groß, breit und schwarz. Ideal geeignet für die Frau. Hier kann sie nichts verstecken. Keine Chance. Und wenn Mann dann noch die geeigneten elektronischen Hilfsmittel dabei hat, dann Gnade ihr …! Dann kann sie noch so sehr versuchen, die Beine zusammen zu klemmen. Sieht zwar süß aus (X-Beine lassen grüßen), ist aber gänzlich ohne Wirkung.

Über die Bondageliege möchte ich nicht viel erzählen. Nur eins sei gesagt: Die Spreizstange, die über ihr angebracht ist, sollte man unbedingt benutzen. Den Rest überlasse ich eurem Kopfkino, das sicherlich schon auf Hochtouren läuft.

So und nun aber zu unserer Nummer Eins in Sachen BDSM-Möbel, dem Halbbock. Ein leicht zu unterschätzendes Möbelstück. Nach Subbies Aussage sehr bequem. Vorteile für den Top liegen klar auf der Hand: Das Opfer ist dank Fixierung absolut hilflos, rundherum gibt es vollen Zugriff, er hat genau die richtige Höhe, und nicht zuletzt ermöglicht er einen schönen An- und Einblick auf den tollen Körper meiner Subbie. Nach dieser letzten „Station“ unseres ersten Spieldurchganges war erst einmal Relaxen angesagt.

Langes Spielen macht hungrig. Schnell die bereitgelegten Pizzaservice-Prospekte durchschauen und bestellen. Service kommt ins Haus. Merke: Nicht über das freche Grinsen des ca. 17-jährigen Pizzaboten wundern oder sogar ärgern. Auch den Satz „Na dann einen guten Appetit und noch viel Spaß.“ einfach ignorieren. Der Mann weiß einfach Bescheid. Ach so, den Nachtisch, ich meine wirklich nur das Tiramisu, sollte Mann und natürlich auch Frau sich nicht entgehen lassen.

Schon während des Relaxens auf dem äußerst bequemen Bett hatte ich natürlich die an beiden Enden angebrachten Ketten entdeckt. Mit dem Satz „Schatz, lass es uns doch noch etwas auf dem Bett bequem machen“ lockte ich sie zurück auf die Spielwiese. Dort waren es dann nur noch insgesamt vier Handgriffe, und fertig war meine Kreation „SUBBI AN KETTEN AUF MATRATZE“. Fassungslos, aber immer noch nicht sprachlos meinte sie: „Tja, dann schlaf ich jetzt halt ’ne Runde.“ Weit gefehlt. Denn merke: Doms liebstes elektrisches Spielzeug an der richtigen Stelle angebracht, dann ist an Schlaf nicht zu denken.

Denn bei diesem gibt es nur zwei Geschwindigkeitsstufen (Vollgas und Turbo-Vollgas), und es geht nur in eine Richtung – vorwärts. Und was macht der Dom solange? Natürlich. Er liegt gemütlich neben Subbie und trinkt ein oder auch zwei Gläser Sekt. Der Versuch, das Sektglas auf ihrem Bauch abzustellen und sie anzuweisen, nicht zu wackeln, ist gründlich gescheitert. Was nach der Aufwärmrunde passiert ist, darf sich jeder selbst ausmalen.

So, nun war Nachtruhe angesagt. Ist übrigens ein ganz eigenes Gefühl, in einer Wohnung zu schlafen, die andere als Folterkammer bezeichnen würden. Aber wir beide schliefen nach getaner „Arbeit“ wie die Engel.

4:20 Uhr: Plötzlich ein Höllenschlag, und das Bett fällt nach unten. Ich dachte im ersten Moment wir seien durch die Decke nach unten gekracht. Mein erster Gedanke war: Satan will jetzt auch mitspielen. Wir waren böse. Ihre Stimme brachte mich zurück ins Leben. „Oh Mann, das verdammte Bett ist gekracht.“ Und so war es dann auch. Als wir Licht gemacht hatten, sahen wir das Malheur.

Am Bett war auf einer Seite der Rahmen gebrochen. Also wollten wir den Rest der Nacht mit der Matratze auf dem Boden verbringen. Zwischen Pranger, Thron und Käfig. Da war sie wieder, diese besondere Atmosphäre. Man muss diese einfach mal erlebt haben. Kurzerhand beschlossen wir, unser gemietetes Reich nochmals zu nutzen. Wach waren wir ja sowieso schon. Und da die Spreizstange vor dem Thron in unmittelbarem Blickfeld lag, habe ich meine Sub kurzerhand daran fixiert.

Gemütlich setze ich mich auf den Thron und genoss zunächst einmal die Aussicht. Auch ich testete ausgiebig unsere neue Peitsche. Und damit nicht genug: Wir waren beide neugierig, wie sich wohl Klammern an gewissen empfindlichen Stellen auf sie auswirken würden. Sehr, sehr vorsichtig und bereit, jederzeit abzubrechen, brachte ich die Klammern an. Und überwältigt registrierten wir beide ihr erstes Erleben von Lustschmerz. Wie und wo dieses Spiel geendet hat, könnt ihr euch sicher denken, oder?

Danach noch ein kurzes Schläfchen, und dann war Frühstücken angesagt. Frühstück ist inklusive, aber recht einfach gehalten. Es gibt Brötchen, Butter, Wurst, Marmelade, Orangensaft und Kaffee. Das reicht aber voll und ganz. Denn schließlich sind wir ja nicht zum Essen hier her gekommen. Frisch gestärkt ging es danach unter die Dusche, und wir nutzten die uns noch verbleibende Zeit ausgiebig, um nochmals unsere jeweiligen Lieblingsmöbel auszunutzen.

Dann riefen wir die Beauftragte der Vermieterin zur Schlüsselübergabe und Abnahme der Räume – und beichteten den Totalverlust des Bettgestells. Diese konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und fragte uns gleich besorgt, ob wir uns verletzt hätten. Wir konnten sie nur mit Mühe davon überzeugen, dass das Bett nun ja, öhm, während wir schliefen gekracht war. Als wir erklärten, den Sturz unbeschadet überstanden zu haben, informierte sie die Vermieterin und nahm uns mit in die unteren Räume.

Dort durften wir einen eigens für uns frisch gebrühten Kaffee genießen und uns angeregt unterhalten, während wir auf die Vermieterin warteten. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir auch gleich, für was die unteren Beinöffnungen im Pranger gedacht waren. Man nennt diese Spielart wohl Bastonade. Das heißt, die Füße werden unten im Pranger fixiert, der Delinquent liegt auf dem Boden und erhält Schläge auf die Fußsohlen.

Die Vermieterin kam gleich mit einem männlichen Gehilfen im Schlepptau in der Hoffnung, dass das Bett vielleicht noch repariert werden könne. Leider war nur noch der wirtschaftliche Totalschaden festzustellen. Auch sie hatte sich als erstes besorgt erkundigt, ob wir irgendwelche Verletzungen davongetragen hätten. Wir versicherten ihr, dass wir außer einem gehörigen Schreck ohne weitere Schäden davongekommen waren. Mit vereinten Kräften schafften der Gehilfe der Vermieterin und ich das kaputte Bett in den Keller und ein Ersatzbett in die obere Wohnung.

Die ganze Aktion lief mit einer Komplettbesichtigung des ebenfalls noch vorhandenen Kellers im Haus ab – auch dieser war sehr speziell eingerichtet.

Fazit:

Wir haben unseren Aufenthalt in der BDSM-Wohnung sehr genossen und sind uns sicher, dass wir das wiederholen werden. Wir konnten wertvolle Anregungen für unser eventuell einzurichtendes Spielzimmer mitnehmen und werden uns immer gerne an die Zeit dort erinnern, insbesondere an die sehr sympathische Vermieterin und ihr engagiertes Team.

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