Ich habe mir heute mal einige der Umfragen angeschaut und war ab und an doch sehr über die Ergebnisse verwundert und daraus entstanden ein paar Gedanken über die Unterschiede zwischen MaleDoms und FemSubs.
Quantität der Partner
Die Umfrage nach der Anzahl der Partner hat mich zwar nicht am meisten verwundert, aber mein größtes Interesse geweckt. Mehr als 60% der weiblichen Subs gaben dabei einen Wert von 0-4 an. Bei den männlichen Doms hingegen wurde diese Angabe von weniger als 30% der Teilnehmer gemacht, hier war die Angabe 25-39 Partner die häufigste Antwort.
Dafür lag die Teilnehmerzahl bei den Subs in dem Fall bei 503 Personen, bei den Doms machten lediglich 332 mit. Nimmt man von allen Angaben den Mittelwert, so passen die Angaben sogar fast zusammen, die Quantität der Subs gleicht die Promiskuität der Doms wieder aus (Genaue Auswertung hier abrufbar).
Demnach ist es eher normal, dass Dom weitaus mehr Partner als seine Sub hatte. Rein statistisch könnte es damit zu erklären sein, dass es einfach viel weniger männliche Doms als weibliche Subs gibt und dies entspricht auch meiner Erfahrung, allgemein sollen Männer aber auch dazu neigen die Anzahl der Partnerinnen zu hoch anzusetzen, während Frauen den ein oder anderen einfach vergessen ;-)
Die einschlägigen Communitys sprechen zwar eher für ein recht ausgeglichenes Verhältnis, aber dies liegt meiner Meinung nach daran, dass viele weibliche Subs vom dortigen Niveau verschreckt sind und sich erst gar nicht dort anmelden oder schnell wieder abmelden.
Rechte und Pflichten In allen Umfragen, in denen es um Sicherheit, Recht und Pflichten etc. ging, war das Bild sehr eindeutig. Die Doms wollen möglichst viele Rechte, die Subs sind eher auf eine gewisse Sicherheit und zumindest keine zu großen Rechtsunterschiede bedacht. Von den Doms, die sich ein Rapegame vorstellen können, akzeptieren mehr als 60% kein Safeword oder Tabus in diesem Kontext, bei den Subs können sich ein solch gefährliches Spiel lediglich 30% vorstellen und die große Mehrheit würde, wenn überhaupt, nur mit einem Safeword spielen. Ähnlich sieht es bei den Freiheiten aus, hier ist bei den MaleDoms die häufigste Antwort: „Ich darf machen was ich will“, zwar gestehen auch die FemSubs ihrem Partner mehr Freiheiten zu, als sie selber haben, aber eben nicht so viele wie sich es die Doms im Allgemeinen scheinbar wünschen. Die häufigste Antwort der weiblichen Subs war: „Der Dom kann neben mir Affären führen, aber keine Zweitbeziehung.“ Dicht gefolgt von der Antwort: „Nur wenn ich eingebunden bin (Dreier)“. Etwas erschreckend fand ich, dass mehr Doms als Subs die Antwort „Die Rechte, die ich auch offiziell habe, reichen mir nicht aus. Ich nehme sie mir daher heimlich“ gewählt haben. Wenn Doms eh in der stärkeren Position sind und fast immer mehr Rechte als Sub haben, warum müssen sie dann auch noch heimlich ihren Spaß haben. Gerade weil Subs meist nicht mit anderen dürfen, aber sicher auch mal diesen Wunsch haben, hätte ich hier sehr sicher vermutet, dass Subs sich eher heimlich die Freiheiten nehmen, da sie sie anders nicht bekommen können. Tja, wie es scheint, sind Subs also nicht nur folgsamer, sondern stehen auch mehr zu ihrem Wort als Doms, eigentlich erschreckend, denn wie soll Sub einem Dom vertrauen, der nicht zu seinem Wort steht? Auch die Umfrage nach dem Duzen oder Siezen des Doms geht in die Richtung, dass Doms mehr erwarten. Die häufigste Antwort der Doms war, sie wollen gesiezt werden, die Subs wünschen es aber eher, ihren Herrn zu duzen. Dieses sollte jedoch nicht wirklich zu größeren Problemen führen. Ich finde eh die Anrede mein Herr am schönsten und somit wird das Problem Du/Sie auch geschickt umgangen. Dass Subs Spuren auf ihrem Körper allgemein mehr schätzen als Doms ist in meinen Augen logisch, es kommt eben auf die Perspektive an. Viele Doms sehen in den Spuren doch noch eine Verletzung, für Sub hingegen ist es meist eine schöne Erinnerung an die gemeinsame Zeit.
Bisexualität Bei der Umfrage Bisexualität lag ich mit meinen Vermutungen etwas falsch. Natürlich wusste ich, dass rund 2/3 der weiblichen Subs bisexuell sind, ich hätte sogar gesagt es sind 3/4. Dass es aber auch auf fast 50% der männlichen Doms zutrifft, hätte ich nicht gedacht, ich kenne dahin gehend nur einen. Ganz ehrlich kann ich mir diesen hohen Wert beim besten Willen nicht erklären. Ich habe einen schwulen Bekanntenkreis und habe allgemein die Erfahrung gemacht, dass Männer fast immer hetero- oder homosexuell und die bisexuellen Männer fast schon Exoten sind. Bei den devoten Männern scheint die Bisexualität recht stark verbreitet zu sein, aber zumindest dieser Umstand war mir bereits bekannt, wenn auch nicht in diesem Umfang. An dieser Stelle ein kleiner Aufruf: Mich würden wirklich Erfahrungsberichte sehr reizen, in denen es um bisexuelle Doms geht. Vielleicht ist der bisexuelle Dom einfach nur ein Tabuthema, mit dem man endlich aufräumen sollte. Da ich selber heterosexuell bin und mit einer Ausnahme ausschließlich heterosexuelle männliche Doms kenne, bin ich auf diesen Aspekt auf gentledom.de nie eingegangen und finde es schade, diesen überhaupt nicht behandelt zu haben, wenn es so viele bisexuelle Doms gibt!
Elternhaus Beim Elternhaus sind die Werte recht ähnlich mit einer Ausnahme. Doppelt so viele Subs scheinen aus einem zerrütteten Elternhaus zu stammen, als es bei den Doms der Fall ist. Eine Sub kann in einer BDSM-Beziehung viel Nähe und Geborgenheit erfahren und es übernimmt jemand Verantwortung für sie in diesem Kontext. Vielleicht ist dies eine schöne Kompensation, wenn man genau dies in seiner Jugend eben nicht erfahren hat.
Resümee Vom Elternhaus abgesehen weisen die Antworten von MaleDoms und FemSubs immer deutliche Unterschiede auf, dies wird das Zusammenkommen der beiden Gruppen natürlich nicht gerade erleichtern. Aber jede Beziehung benötigt bis zu einem gewissen Grad Kompromisse und diese können eben nicht nur von einer Seite aus kommen.
Wenn wirklich fast 50% der männlichen Doms bisexuell sind (wobei hier immer die Frage zu stellen ist, ab wann ist man(n) bisexuell) und meiner Erfahrung nach die weiblichen Subs dies nicht akzeptieren könnten, dann hat diese Gruppe wohl ein besonderes Problem. Vielleicht erklärt diese Gruppe auch, warum Doms sich heimlich häufiger als die Subs mehr Rechte herausnehmen sich auszuleben.
Ich kann mir vorstellen, wie schwer es als MaleDom ist, zuzugeben, bisexuell zu sein, wenn es scheinbar ein Tabu ist und es in den Köpfen vieler nicht zu einem männlichen Dom passt. Bei so vielen Vergleichen fehlt noch ein Vergleich, ein Schwanzvergleich :-D Keine Sorge, es ist wie immer auf dieser Seite jugendfrei und ich denke, die meisten werden den Clip sehr komisch finden: Mama Mirabelle`s Tierkino (youtube.com)
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