Persönliche Fragen und Antworten

Bevor ich mich daran setze ein Resümee mit den hoffentlich passenden Abschiedsworten zu verfassen und meine Lieblingsblogbeiträge niederschreibe, will ich doch erst einmal allen abschließend die Möglichkeit geben mich mit der ein oder anderen Fragen zu löchern.

Damit es keine voreiligen Bedenken wegen des gesamten Projekts gibt: Ich höre auf, über BDSM zu bloggen. Dies bedeutet weder, dass ich nicht mehr schreibe (mache ich sogar wieder, nur nicht über BDSM), noch dass ich mich nicht mehr in diesem Projekt engagieren werde. Nach nunmehr 200 Blogbeiträgen und weitaus mehr Artikeln für diese Seite und auch da BDSM in meinem Leben nicht mehr so präsent ist wie es vor 6 oder gar 9 Jahren war, also als ich das Projekt gestartet, bzw. angefangen habe zu bloggen, will ich für den Blog, der mir lange Zeit sehr am Herzen lag, einen schönen Abschluss finden.

Hier hatten die Blogbesucher vierzehn Tag lang Zeit, mich mit ihren Fragen zu löchern und sie haben davon sehr rege Gebrauch gemacht :) Also dann viel Spaß mit den Fragen und Antworten zur meiner Person, meinem BDSM und diesem Projekt.

Du bist scheinbar sehr weitgehend geoutet, gibt es da keine Nachteile?
Sehr selten, das einzige an das ich mich in der letzten Zeit erinnern kann wäre, dass mich die Ehefrau eines Badmintonkollegen deswegen nicht mag und ihm gerne den Kontakt mit mir untersagen würde. Ihm ist das scheinbar ein wenig unangenehm, da er nichts gegen mich hat und wir eben ab und an mal zusammen auf dem Court stehen und man sich auch mal danach beim Grillen sieht. Echte Nachteile habe ich wegen meiner Neigung bisher nicht erlebt, höchstens mal eine Abfuhr bei Damen, die ich außerhalb dieser Seite kennengelernt habe.

Wann hattest du dein letztes Date?
Mehr als 6 Monate her. Wir waren nett essen, aber der Funke sprang zumindest bei mir nicht über, daher blieb es bei dem einen Date.

Bedeutet Date bei dir nur ein Treffen, welches auf eine Beziehung abzielt?
Nein, mit Date meinte ich ein Treffen mit einer Frau, um vielleicht mit ihr eine Beziehung, eine Affäre, einen Dreier, whatever in Richtung Sex oder Beziehung geht zu haben. Es gab aber sicher auch Zeiten in denen ich viele Dates hatte, meist wenn ich ein wenig verkrampfter eine Liebesbeziehung gesucht habe und mich daher 2-3 mal im Monat mit einer mir unbekannten weiblichen Person getroffen habe. Also, dass ich mal sechs Monate lang gar kein Date hatte ist lange her, aber wie man sieht kann es vorkommen ;)

Kannst du es dir vorstellen, einen Mann intim zu berühren oder dich intim berühren zu lassen?
Ich glaube ich hätte damit kein Problem, da ich wenig Berührungsängste habe. Jedoch kann ich mit dem männlichen Geschlecht sexuell nichts anfangen und ich finde, man sollte sich nur intim berühren wenn man auch intim wird oder man eine medizinische Untersuchung hat :D Daher kann ich mir zwar beides grds. vorstellen, sehe darin aber für mich keinen Sinn, da es keine erregende, sondern eine recht neutrale Vorstellung ist.

Bist Du glücklich als Single?
Ich finde wer nicht mit sich allein (plus Freunde, Familien und andere soziale Kontakte) glücklich sein kann, kann es auch nicht dauerhaft in einer Beziehung sein. Mir sind Menschen ein wenig suspekt, die nur glücklich sein können wenn sie vergeben sind und ich bin froh, nicht zu dieser Gruppe zu gehören. Also ja, ich bin auch als Single glücklich, wobei ich den passenden Partner als schönes I-Tüpfelchen ansehe, mit dem sehr viel eben noch schöner wird.

Wie viel Zeit kostet dich dieses Projekt?
So gut wie keine, also wenn ich keine habe oder mir anderes wichtiger ist, dann laufen die Gentledom Projekte auch ohne große Beteiligung von mir weiter, unverzichtbar bin ich nur im Bereich Recht und Konzept und so viel Arbeit machen diese beiden Bereiche nicht. Wenn ich mich aktiv einbringe (Support, neue Helfer, Artikel suchen, c&p Tests, usw.), dann können es aber schon mal 20 Stunden im Monat sein und das dürfte dann unter den Bereich Hobby fallen ;) Das merkt man dann aber meist auch schnell, da es dann auch Neues gibt. Seien es Artikel, neue Bereiche oder auch neue Helfer.

Was missfällt dir an deinen BDSM Projekten?
Das Forum ist inzwischen sehr auf Linie gebracht und ich wüsste nicht was mich daran stören könnte. Das Projekt an sich ist mir zu MaleDom-FemSub und DS lastig. Klar sind das meine Neigungen aber ich fände es sehr schön, wenn es auch mehr Artikel zum Thema Bondage, homo, FLR, Rack und persönliche Ansichten Dritter geben würde. Ich gebe aber zu, dass ich nicht motiviert bin nun Stunden in Klinkenputzen zu investieren, um die entsprechenden Beiträge zu bekommen, das habe ich früher mal gemacht, sehe ich aber heute nicht mehr ein. In der Community gibt es sicher Optimierungsbedarf, wobei die Punkte die mich wirklich stören, wird man wohl nie abschaffen können. Vor allem stört mich die Frischfleischjagd auf junge Subs, die sich recht frisch angemeldet haben. Dass immer die gleichen Leute anschreiben kam durch Subs raus die sich mal ausgetauscht haben und feststellten, dass die Dater und Handynummerntauscher zu mehr als 50% am Anfang eine kleine Gruppe von Doms ist, die sich hier nett durchpoppt oder es zumindest versucht. Ich finde das OK, wenn sie es eben offen sagen würden, aber vielleicht bin ich da auch zu moralisch. Ich für meinen Teil finde virtuelle Parallelkontakte unschön, würde es nur nach mir gehen, so dürfte man in der Com immer nur einen haben (mit dem man z.B. mehr als drei PNs in den letzten 2 Wochen ausgetauscht hat) und nur wenn man aussteigt, könnte man mit wem anders (mehr als drei PNs) schreiben. Das Konzept ist aber wohl nicht mehr zeitgemäß im Netz der unendlichen Möglichkeiten :)

Du schreibst also inzwischen über Themen die nichts mehr mit BDSM zu tun haben, unter welchem Namen veröffentlichst du die denn?
Menschen die mich real kennen, denen sage ich das gerne. Der Sinn unter einem anderen Namen zu schreiben ist aber eben, dass ich losgelöst von diesem Projekt agieren will, daher werde ich ihn hier nicht öffentlich verraten.

Hast Du Kontakte zu anderen BDSM Webseitenbetreibern?
Sehr, sehr lose ja. Also ich kenne ein paar virtuell und mit dem ein oder anderen hatte ich schon mal ein Telefonat, wirklich Kontakt würde ich das aber alles nicht nennen.

Kannst du dir wirklich ein Leben ohne BDSM vorstellen?
Ja. Ich hatte schon BDSM Auszeiten und abgesehen von einem Zeitraum von 5-6 Jahren, in dem BDSM weitaus mehr Raum in meinem Leben eingenommen hat als in der übrigen Zeit, konnte ich mir immer eine Beziehung ohne BDSM vorstellen, bzw. ich hatte sie sogar.

Was war bisher die schönste Reaktion eines Users dieser Seite?
Ich habe ein Hochzeitsfoto von einem Paar erhalten, das sich scheinbar hier kennengelernt hat. Sie haben es per Post an die Adresse im Impressum geschickt und sich beide hinten auf der Fotokarte noch mit lieben und vor allem sehr persönlichen Worten verewigt. Scheinbar haben sie sich in der Community kennengelernt und später auch lieben gelernt :)

Ich finde du solltest deine Ansprüche an eine Sub mal gehörig runterfahren oder was meinst du wie das gerechtfertigt ist?
Dass ich bei einer Liebesbeziehung hohe Ansprüche habe wurde mir schon öfters vorgeworfen, bezüglich einer Spielbeziehung kam der Vorwurf da weitaus seltener. Da du keine Mailadresse hinterlassen hast kann ich nur raten, auf was sich das nun beziehen soll. Ich vermute mal auf Sub als Spielbeziehung, denn sonst würde ich zumindest die Frau in den Vordergrund stellen, da in meinen Augen die Sub maximal ein Teil der Frau ist mit der ich eine Liebesbeziehung eingehe.
Aber zuerst einmal frage ich mich, warum ich meine Ansprüche runterfahren sollte? Meine letzten Dom/Sub Beziehungen dauerten alle länger als ein Jahr, für eine reine Spielbeziehung im Bereich BDSM ist das in meinen Augen eher ungewöhnlich. Ich war zu keinem Zeitpunkt unglücklich, weil ich keine oder gar zu wenig Subs hatte. Daher scheint mein Anspruch für das was ich suche sehr passend zu sein. Wenn ich die Kriterien senken würde, dann würde es nur bedeuten, dass ich mehr Subs haben könnte. Was aber hätte ich von mehr Subs? Ich habe derzeit eine, hätte nichts gegen eine weitere aber suche nun auch nicht krampfhaft danach. Also bevor ich mit irgendwem meine Freizeit verbringe, warte ich lieber ein wenig ab und verbringe sie mit jemandem, mit dem ich wirklich gut harmoniere.
Zudem sind meine Kriterien für eine Spielbeziehung in meinen Augen nicht exorbitant hoch. Klar sie muss einen gewissen Intellekt haben, da ich eben nicht nur Sex im Kopf habe und ich nicht 24/7 wenn sie bei mir ist Sex oder BDSM praktizieren will. Sie muss mich körperlich ansprechen, also gepflegt und einen BMI von <23 haben. Wir müssen neigungskompatibel sein (wenn sie primär auf das Knoten von Seilen steht wäre ich eben der falsche Mann). Da ich sie regelmäßig sehen will, muss ein Treffen von mehr als ein paar Stunden mindestens alle drei Wochen möglich sein (was eigentlich kein Problem ist, außer man ist vergeben und der Mann weiß nichts davon). Bei einer Spielbeziehung werde ich mich nicht zur Monogamie meinerseits verpflichten (erwarte ich von ihr aber auch nicht, außer man hat eine intensive DS Beziehung) und die Person muss psychisch gesund und stabil sein. Ups eins noch vergessen U18 geht nicht und Ü40 auch nicht :)
Ich finde die Kriterien nun nicht extrem. Ich erwarte keine spezielle Haarfarbe, Riesentitten (wäre eh für mich kein Auswahlkriterium), keine Bewerbung, kein Unterwerfung bevor man sich kennt, Nacktfotos vorab oder was auch immer. Sie muss eben zu mir und meinem Leben passen.
Was es rechtfertigt, soll ich hier nun ernsthaft meine Vorzüge aufzählen? :D Ich denke ich lasse das lieber, sonst komme ich noch arrogant rüber :D Aber ganz losgelöst von meiner Person könnte man die Partnersuche mit dem System der Freien Marktwirtschaft vergleichen. Da ich in den letzten Jahren nur sehr selten (und dann meist ganz freiwillig) komplett sublos war, scheint dem Angebot was ich repräsentiere eben eine entsprechende Nachfrage gegenüber zu stehen :)

Was wäre wenn du eine Frau fürs Leben findest und sie nach 1 oder sogar 2 Schwangerschaften deinem Ideal nicht mehr entspricht? Ist sie dann nicht mehr attraktiv für dich, sexuell nicht mehr ansprechend? Was machst du wenn sie wie ich in dieses Loch fällt?
Ob sie dann sexuell attraktiv auf mich wirkt kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber ich sehe es bei meinen Eltern. Meine Mutter war bis zu ihrer Menopause eine sehr schlanke Frau, und was ich von meinem Vater weiß, ist es auch der Figurtyp der ihn anspricht. Kurz nicht nach den Schwangerschaften aber wohl auch durch Hormone hat sich bei ihr einiges geändert und sie nahm zu. Die beiden scheinen aber dennoch recht glücklich miteinander zu sein. Ich denke die körperliche Komponente ist eben nur eine von vielen die in eine Beziehung einspielt. Zumal Liebe den Blick auf den Partner nochmals sehr positiv verändert, nur Liebe ist eben etwas das über Monate, meist sogar Jahre, wächst. Darin sehe ich auch den Unterschied, eine gemeinsame Entwicklung, die das Band zwischen den Partnern stärkt, führt zu einem ganz anderen Partnergefühl und einer anderen Intimität. Zudem hat Mutter Natur da zum Glück noch einige Kniffe parat. Entwicklungen, die schleichend sind führen bei uns zu einer Akzeptanz, wer über Jahre also das ein oder andere Kilo zugenommen hat, den nimmt man anders wahr als jemand der beim ersten Kennenlernen bereits jene Figur hat. Ein weiterer Trick der Natur ist es, jenes was wir oft sehen, als attraktiv zu bewerten. Dazu gibt es ein Experiment das wirklich spannend ist. Man nehme zwei Aufnahmen von sich selbst die sehr ähnlich sind. Einmal gespiegelt (seitenverkehrt) und einmal nicht gespiegelt. Spannenderweise schätzen so gut wie alle Menschen bei sich selbst das nicht gespiegelte Bild als weniger attraktiv ein, während Freunde und Bekannte das nichtgespiegelte Bild als attraktiver bewerten. Das hat den Hintergrund, dass wir uns selber eigentlich nur im Spiegel sehen und diesen Anblick gewohnt sind. Leben bedeutet Veränderung, solange sich diese Veränderung nicht in einem extremen Maße vollzieht bin ich da guter Dinge, dass ich mit solch einer körperlichen Veränderung des Partners klarkomme, ohne dass eben das sexuelle Begehren übermäßig darunter leiden wird.
Wenn sie selbst unzufrieden mit ihrem Körper ist kann ich sie nur dabei unterstützen, wieder zufriedener zu werden. Partnerschaft bedeutet füreinander da zu sein und wenn man Kinder in diese Welt, setzt sollte man dem Partner besonders verbunden sein und ihn in so gut wie allen Lebenslagen unterstützen.

Bei einem Date, bei dem es nicht um die große Liebe sondern einfach nur Spaß geht, wie schnell hast du dann Sex mit der Dame?
Ich schätze mal damit ist ein erstes Date mit einer bis dato „Unbekannten“ (sprich nur bekannt durch Internet/Telefon) Person gemeint ,bei dem beide nur eine Spielbeziehung wollen. In dem Fall ist es sehr unterschiedlich. Es gab schon Dates bei denen so gar nichts passiert ist und dennoch wurde daraus später eine Spielbeziehung und wenn vorher beide sich sehr klar waren, dass es eine sein soll und nur noch abzuwarten war, ob man sich anziehend findet, naja ich habe nie eine Stoppuhr genutzt aber ich bin mir sehr sicher, dass es mindestens zwei Dates gab bei denen es unter fünf Minuten gelegen haben wird.

Hat Sub das Recht auf einen Orgasmus und gewährst du einer Sub gerne Orgasmen?
Eine Frage die in letzter Zeit im Forum erneut heiß diskutiert wurde. Ich nutze hier auch mal Teile meiner dortigen Antwort.
Es kommt auf die jeweilige Beziehungskonstellation an. Wer sagt er begibt sich in die Hände eines Doms und er soll machen was er will, der hat kein Recht mehr auf einen Orgasmus, denn machen was man will ist eben was man und nicht Sub will, auch wenn Sub das sich insgeheim wohl anders wünscht. Grundsätzlich ist eine Beziehung immer ein Geben und Nehmen. Die Bedürfnisse beider sollten also Beachtung finden. Bei mir kommt es auf die Partnerin und die Partnerschaft an. Da ich gerne Lust schenke und finde, Lust erzeugt Lust (hochschaukeln) spiele ich gerne mit ebendieser und zum Spiel gehört auch das Kommen. Wenn Sub mir nun sagen würde, sie hätte ein Recht darauf heute abend zu kommen, würde ich sie anschauen und sagen: "viel Spaß bei der Selbstbefriedigung, ich bin denn mal mit Freunden aus".
Ich finde grundsätzlich entscheidet jeder über seinen eigenen Körper und seine Sexualität. Würde ein normaler Mann in einer Beziehung ohne BDSM Komponenten Orgasmen zu bestimmten Zeiten verlangen, würden die meisten von uns (und noch mehr von den NichtBDSMlern) die Augen verdrehen und sagen, was für ein Spinner/Macho/Arsch/whatever. Im Bereich von BDSM geben nicht wenige Subs einen Teil ihr sexuellen Bestimmungsrechts in die Hände des Doms. Mal temporär, mal eingeschränkt dauerhaft (z.B. EPE) und mal vollständig (TPE). Zwar sehe ich in dem Abtritt an Rechten auch eine Pflicht der Person gegenüber (Fürsorge), diese Pflicht dürfte aber nicht pauschal zu einer Orgasmuspflicht werden. Dennoch hat Sub natürlich immer Möglichkeiten, wenn sie unzufrieden ist kann sie es kommunizieren oder auch die Sachen packen und gehen.
Kurz die einzige Möglichkeit von einem Subrecht auf den Orgasmus zu sprechen, wäre die Fürsorgepflicht. Ich denke aber nicht, dass die meisten Subs ohne den Orgasmus in der Form leiden, dass sie einen Schaden davon tragen. Zudem, ob es klug und angenehm ist, eine dauerspitze aber unbefriedigte Person in seinem Haushalt zu haben, ist nochmal eine andere Frage, evtl. wird der Dom hier schon aus Eigeninteresse handeln wollen.

Worauf kommt es meiner Meinung nach an:
Machtgefälle: Je intensiver umso weniger Rechte hat Sub, was eben auch Orgasmen betrifft
Stellenwert für Sub: Je wichtiger der Orgasmus für Sub ist, umso eher könnte aus dem Fürsorgegedanken ein Recht entstehen

Auch wenn ich meiner Sub gerne einen (bzw. eher mehrere) Orgasmus schenke, so sehe ich kein Recht ihrerseits darauf. Wir haben die Regel, dass sich für jeden Orgasmus bedankt werden muss. Hätte sie ein Recht auf diese Orgasmen, so wäre der Dank recht witzlos, denn es wäre kein Geschenk gewesen sondern es wäre die Ableistung einer Pflicht die mir aufgrund von Subs Rechten obliegt.
Kurzfassung: Ich schenke sehr gerne Orgasmen, da ich aber kein Sexdienstleister oder eben eine diesseitige Verpflichtung eingegangen bin, sehe ich dies als freiwillige Leistung an zu der ich mich niemals verpflichtet habe.

Gibt es bei dir eigentlich fließende Übergänge von normalen Sex hin zu BDSM?
Die gibt es sicher, aber vor allem bei jemandem mit dem ich schon lange BDSM betreibe. Das große Problem bei fließenden Übergängen sehe ich darin, dass die Beteiligten sich dann in unterschiedlichen Bereichen aufhalten können. Eine Ohrfeige die im Bereich BDSM erlaubt ist, ist außerhalb dessen in meinen Augen etwas, für das jede Frau (oder auch Mann) den Partner verlassen sollte. Nicht einvernehmliche Gewalt ist in meinen Augen unentschuldbar. Damit wären wir schon bei dem Punkt, weswegen mir die klare Trennungen wichtig ist, man stelle sich vor, dass ich die Situation schon als BDSM empfinde, meine Partnerin aber noch ganz im Alltag (= gleichberechtigt) hängt. In dem Fall würde ich aus meiner Position etwas machen das nach Absprache erlaubt ist, sie hingegen würde es als nichteinvernehmliche Gewalt empfinden. Je besser man einen Partner kennt umso einfacher wird es natürlich. Ist etwas 24/7 (also immer) erlaubt hat man dieses Problem nicht, wobei auch dann der dominante Part in der Verantwortung ist zu sehen, ob nicht doch etwas dagegen spricht.

Wirst du den neuen Shades of Grey ansehen?
Ich werde ihn sicher nicht im Kino anschauen. Bisher habe ich nicht einmal den ersten Teil gesehen, aber ich will nicht ausschließen, dass ich den Film irgendwann sehe, sofern es mich eben kein Geld kostet. Geld gebe ich lieber für andere Filme aus :)

Alle sagen, Shades of Grey sei total gefährlich. Lydia Benecke warnt sogar eindringlich vor den Büchern und dem Film, was denkst du darüber?
Totaler Humbug. Shades of Grey ist und bleibt ein Unterhaltungsroman und kein BDSM HowTo. Wenn sich über Shades of Grey so sehr aufgeregt wird, warum dann nicht auch über die Geschichte der O, Gor oder Marquise de Sades Werke. In diesen Werken geht es viel heftiger zur Sache und SSC, was Shades of Grey wirklich nicht immer ist (Alkohol, Missachtung des Safewords, usw.), ist dort in weiten Teilen gar nicht vorhanden und zumindest die Geschichte der O und Gor dienen einem Teil der Szene als Vorlage für ihr BDSM. Vielleicht trifft SoG aber genau den Nerv vieler BDSMler. Shades of Grey scheint näher am normalen BDSM dran zu sein als die angeführten Klassiker auf die sich die Szene gerne beruft und weil es eben trotz Milliardär und Jungfrau näher an unserer Realität dran ist, verwechseln wir es mitunter mit einer BDSM Anleitung. Persönlich glaube ich aber, dass NichtBDSMler diesen Fehler machen und das Buch und den Film eben als Unterhaltung und eben nicht als Aufklärungsmaterial ansehen. Ein weiterer Punkt könnt die Angst der „verschworenen“ BDSM Gemeinschaft sein, die sich gerne abgrenzt. Wenn hier keine Grenze gezogen und gesagt wird, nein Shades of Grey ist kein BDSM und hat damit nichts zu tun, dann erhebt man sich gefühlt über die einströmende neue Masse an BDSMlern. Jaja, der Mensch ist eben gerne Elite und nicht einer unter vielen, dieses hochhalten an dem elitären Gedanken, dass BDSM nur von besonderen Menschen betrieben wird, gleichzeitig aber zu fordern, dass man doch bitte nicht diskriminiert wird ist schon sehr grotesk.

Einige deiner Ansichten werden sehr persönlich und anonym kritisiert blieb es bisher immer bei dieser Kritik oder bist du auch schon mal zugespamt, gestalkt oder persönlich belästigt worden?
Die Leute die Ärger machen sind eher gesperrte Nutzer in der Community oder dem Forum. Bei denen wird es immer mal wieder persönlich (was recht absurd ist da ich mit ihren Löschungen nichts am Hut habe, das ist Modsache) und die häufigsten beiden Reaktionen sind das Drohen mit einer Klage/Anzeige oder das Indenverkehrbringen von Gerüchten. Wegen meiner Blogbeiträge hingegen wurde ich noch nie zugespamt, gestalkt oder intensiver persönlich belästigt. Klar, gab es da mal ein paar Beleidigungen aber das hielt sich alles sehr im Rahmen, also soweit ich mich entsinne. Da ich als Betreiber der Com und des Forums aber anderes gewohnt bin habe ich evtl. an der Stelle auch einfach etwas vergessen oder evtl. falsch zugeordnet :)

Doms mögen ja unterschiedliche Anreden, was denkst du über Herr, Sir, Master, Hochwohlgeboren und Daddy als Anrede?
Zuerst einmal will ich niemandem in sein BDSM reinreden. All diese Anreden mögen in einer entsprechenden Beziehungskonstellation ihre Berechtigung haben. Nun aber zu dem was ich persönlich über die „Titel“ denke.
Master: Weder spiele ich in englischer Sprache noch sehe ich mich als Südstaatenplantagenbesitzer mit 50 Sklavinnen die für mich schuften. Passt also nicht.
Sir: Wenn ich mit etwas wie einem Adelstitel spielen wollen würde, dann würde ich den Mädchennamen meiner Mutter wählen. Nach meiner Erfahrung schmücken sich oftmals eher komische Leute im Bereich BDSM mit Adelstiteln. Da ich weder dazugehören will, noch in englischer Sprache spiele und mir zudem Rollenspiel nicht liegen, wäre es nichts für mich.
Hochwohlgeboren: Ich bin das Kind meiner Eltern und Demokrat, für mich sind Menschen grundsätzlich gleich und ich finde es lächerlich wenn man aus seiner Geburt ein Recht ableitet, etwas Höhergestelltes zu sein. Höhergestellt wird man durch eigene Leistungen, nicht über ein angebliches Geburtsrecht, das verschafft einem höchstens Erbansprüche.
Daddy: Die wahrscheinlich schnellste Möglichkeit meine Erektion zu beenden :D
Herr: Wenn ich es wirklich bin und die Person mich wirklich als diesen ansieht, etwas das mir sehr zusagt. Wobei es schon recht lange her ist, dass ich diese Worte gehört habe.

Wo greifst du gerne bei einer Frau hin?
Puh, also bis auf Füße finde ich an der richtigen Frau alles sexy. Wenn es ums (zu)greifen geht vor allem der Nacken und die Handgelenke, zum Teil aber auch der Hals, Haarschopf und der Schritt.

Hattest du schon mal eine Shoppingslave, es gibt ja viele Dominas die einen haben und da du gerne einkaufen bist, wäre das doch sicher auch etwas für dich!
Auf die Idee mir einen Shoppingslave anzulachen bin ich noch nie gekommen. Ich finde dieses Aushaltenlassen von mancher FemDom durch ihren Sub nicht wirklich dominant. Klar hat sie da die Kontrolle und nutzt es aus, aber es zeigt doch eigentlich nur, dass sie nicht wirklich in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen, bzw sich selbst den Luxus den sie sich wünscht leisten zu können. Für mich ist dieses Aushalten oftmals nur ein Zeichen dafür, dass der Mann überlegen ist, wobei es gewisse Konstellationen gibt die eine Ausnahme darstellen. Grundsätzlich kann er sich aber die Aufmerksamkeit der Frau erkaufen und egal wie dominant die Frau meint dabei zu sein, sie lässt sich auf dieses Geschäft ein und unter Strich ist sie damit eigentlich nur eine Ware, vielleicht eine schöne und sehr teure aber eben doch etwas, das zu kaufen ist. Für mich gehört zur Dominanz für sich selbst sorgen zu können.

Kaufst du wirklich für jede Sub alle Spielsachen neu und geht das nicht ganz schön ins Geld?
Nein, keine Ahnung wer das sagt aber so etwas mache ich nicht. Ich kaufe oder stelle alles neu her was in meiner Sub ist (Dildo, Liebeskugel, Vibratoren, etc), alles was einen symbolischen Wert hat (Halsband) und bei Schlaginstrumenten die mit dem Intimbereich oder Blut in Berührung kamen (schwere Peitsche oder Pussypeitsche) gibt es ebenfalls keine „Zweitverwendung“. Dies bedeutet aber nicht, dass ich nicht zum Beispiel der Magic Wand ein Kondom überstülpen würde bei einem Dreier und eben nicht für den Dreier eine neue anschaffe, Dildos und Co aber schon. Es stimmt aber wohl, dass fast alles neu angeschafft wird und das direkt zu Anfang, also schon für das erste gemeinsame Mal. So teuer ist es aber auch nicht, zumal ich sehr wenig wechselnde Spielpartner habe und das ein oder andere Werbegeschenk als Gentledom von großen Sexshops erhalte. Ein für mich halbwegs solider Grundstock an Spielsachen kostet keine 100 Euro und das sollte sich jeder leisten der davon ausgeht, dass er noch sehr viele schöne Tage und Nächte mit der Person verbringen wird.

Sklavin oder Sub, was reizt dich mehr?
Zuerst einmal sind das Begriffe, die von verschiedenen Personen recht unterschiedlich genutzt werden. Diese abstrakten Begriffe müssten also zuerst einmal mit Leben gefüllt werden. Das habe ich gerade aber nicht vor, da meine Antwort in eine ganz andere Richtung geht.
Unabhängig von der Rolle oder Bezeichnung der Person reizt mich in der Regel die Frau, mit all ihren Facetten, weitaus mehr als ihre jeweilige Neigungseinstufung. Zumal ich finde, dass BDSM immer einer Eigendynamik unterliegt, wenn sich beide darauf einlassen. Egal in welche Richtung ich mich mit ihr entwickele, also ob es eine intensiveres oder weniger intensives Machtgefälle mit der Zeit wird oder eben alles beim Alten bleibt: Hauptsache wir schenken uns viel Freude und das nicht nur während der gemeinsamen Sessions.

Seit wann hast du mit dem Schreiben zum aller ersten Mal (nicht nur auf BDSM bezogen) begonnen und welcher Gedanke hat dich dabei als Erstes dazu inspiriert/ animiert? Und wenn es nicht zu persönlich für dich ist, von was handelte dein erster Text?
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Schon als kleines Kind habe ich Geschichten erfunden, es war ein Spiel mit meiner Mutter. Zu Anfang hat sie mir, wie es viele Mütter machen, Geschichten vorgelesen. Das fand ich schön aber oft fand ich, dass die Geschichte zu früh geendet hat, also bat ich sie eine Fortsetzung zu erzählen. Das machte sie dann auch. Irgendwann ging sie dazu über, dass wir uns abwechselten. Also den einen Abend erzählte sie eine Geschichte fort, den anderen Abend ich. Somit dürfte ich meine ersten Geschichten schon als sehr kleiner Junge ersonnen haben. In der Grundschule nahm ich dann an einem Wettbewerb teil, in dem es darum ging, ein modernes Märchen zu schreiben. Ich habe den Wettbewerb gewonnen und das ist auch die erste Geschichte, bei der ich mich daran erinnere, dass ich sie eben niedergeschrieben habe. Bezüglich des Inhalts der Geschichte fehlen mir aber die konkreten Erinnerungen, ich meine aber es kam ein U-Boot darin vor (keine Ahnung was mich da geritten hat eine Geschichte mit einem U-Boot zu verfassen). Es kann aber gut sein, dass es schon davor welche gab, wegen der Auszeichnung ist das Ereignis, wenn auch nicht die Geschichte selbst, hängengeblieben.

Wie schreibt man als Sub einen Dom richtig an?
Da jeder Dom anders ist gibt es da kein Patentrezept. Bei mir würde der Betreff "Bewerbung" oder die Abschiedsfloskel "Devote Grüße" zum Beispiel nicht gut ankommen, wobei wenn mir der Inhalt sehr gefällt, würde ich wohl drüber hinwegsehen. Ich denke anders herum wird es meist ähnlich sein, wichtiger als die Form ist daher der Inhalt. Neugier wecken, auf den anderen eingehen ist immer gut. Persönlich finde ich eine optische Kurzbeschreibung, Alter und einen Vornamen schön. Letzteres da ich ungern mit Sub123 sondern eben lieber mit einer Julia oder Bettina schreiben. Alter und Aussehen (ich fände es mal cool wenn jemand direkt ein Bild mitschickt) sind mir wichtig, da ich beim Aussehen in Bezug auf sportlich/schlank festgelegt bin und das Alter, naja irgendwie spricht meine Art zu schreiben sehr oft Frauen Ü40 und nicht U40 an, da ich selber zu diesen U40igern gehöre reizt mich der Ü40 Kontakt in Bezug auf Sub seltenst. Kurz schreib wie dir der Schnabel gewachsen ist, man selbst sein ist immer der richtige Weg. Wenn man weiß dem anderen sind gewisse Punkte wichtig, dann sollten diese zumindest irgendwo beiläufig erwähnt werden.

Redest du lieber oder hörst du lieber zu?
Grundsätzlich ist mir der gegenseitig Austausch, also die Interaktion, am liebsten. Interaktion setzt von beiden Seiten eine gewisse Aktivität voraus, daher reizt es mich wenig Monologe zu halten, ebensowenig solchen zu lauschen (außer es sind wirklich mal außergewöhnliche oder sehr interessante Ausführungen). Da ich gerne kommuniziere mag ich beides, wobei ich für ein einen Mann wohl ein recht hohes Redebedürfnis habe :D

Gibt es Blogbeiträge, die du heute nicht mehr so verfassen würdest, weil sich deine Einstellung, Ansicht, Meinung dazu geändert hat? Anders gesagt, gibt es Beiträge, die dich aus heutiger Sicht mit dem Kopf schütteln lassen?
Ich habe heute die Formatierung alter Blogbeiträge überarbeitet, da es bei der Umstellung des Systems ein Problem gab und teilweise eine andere Schriftart und Schriftgröße dabei war. Ich wollte das immer mal machen, aber nun wo ich den Blog einstelle, fand ich sollte es endlich gemacht werden. Ja, ein Blogbeitrag wurde dabei deaktiviert, in diesem ging es aber um mich privat und er war 6 oder 7 Jahre alt. Als ich die Formatierung geändert habe stolperte ich darüber, dass einiges was dort zu mir privat steht nicht mehr stimmt (unsportlich, das hat sich zum Beispiel vor 5 Jahren arg geändert) oder auch, dass mein Büro immer sehr unordentlich aussieht (das hat sich in den letzten 2 Jahren arg geändert). Da ich nachträgliche Editierungen nicht gut finde, habe ich es aus dem Index genommen. Auch bei BDSM Artikeln gab es Inhalte die ich so nicht mehr einstellen würde. Da ich aber finde, dass BDSM immer eine Entwicklung ist und ich mit dem Projekt aufklären will habe ich sie online gelassen. Wobei ich zu jedem der Beiträge stehen kann. Also auch wenn sich etwas geändert hat, echtes Kopfschütteln im Sinne von „wie konnte ich das nur schreiben“ gab`s nicht, wobei ich die Beiträge auch nur überflogen habe. Vielleicht wäre es anders gewesen wenn ich sie gelesen und nicht nur die Formatierung geändert hätte.

Hast du in den letzten zwei Jahren Erfahrungen gemacht die dich dazu bewegen in Zukunft deine Handlungen in einer Beziehung zu ändern?
Solche Erfahrungen macht man doch immer :) Erfahrungen beeinflussen einen, wobei dies oftmals eher unbewusst geschieht. Was ich aber immer wieder gemerkt habe ist, dass meine Beziehungen gerne als Hebel genutzt werden mir zu schaden. Sprich ihnen werden Gerüchte erzählt um die Beziehung zu untergraben, sie werden in irgendwelche Ränkespiele reingezogen oder man hofft, bei einer Spielbeziehung dem großen Gentledom die Sub ausspannen zu können um sich damit zu brüsten. Sollte ich in der Zukunft mit jemandem eine neue Beziehung eingehen, so würde ich sie darum bitten, dass falls sie sich im Netz auf BDSM Seiten rumtreibt und mit fremden Leuten schreiben will (was für mich kein Problem ist egal was für eine Beziehung wir haben), unsere Beziehung nur den Menschen zu offenbaren die sie real kennt und schätzt und mich ansonsten einfach verschweigt :) Klar gibt es dann immer noch die Doms, die sie rumkriegen wollen, aber eben nicht mehr jene die versuchen sie mit viel Aufwand zu manipulieren. Mir würde es fernliegen eine Partnerin von anderen BDSMlern abzukapseln oder gar ihre Kontakte zu überwachen, sie nach mehrfacher Erfahrung aber irgendwelchen Manipulationsversuchen aussetzen will ich eben auch nicht. Ja, es ist nicht nur Sonnenschein wenn man eine Seite wie diese hier hat. Wobei mit ein wenig Grips und Mut eigentlich alles ganz gut zu händeln ist.

Wie sieht deine Wunschbeziehungsform aus?
Viele BDSMler wollen bei der Art wie sie ihre Beziehung führen keine Kompromisse eingehen. Da es aber nicht den perfekten Partner gibt, gehen sie dann logischerweise bei der Person, mit der sie die Beziehung führen, umso mehr Kompromisse ein. Für mich steht der Mensch an erster Stelle und meine Neigung nimmt in meinem Leben keinen dominanten Platz ein. Natürlich bin ich an den meisten Punkten kompromissbereit, aber eben bei der Person weit weniger als bei der Art der Beziehung die wir führen könnten. Deswegen kann ich mir recht viele Beziehungsarten vorstellen. Dies reicht von einer vollkommen monogamen Beziehung, in der BDSM gar keine Rolle spielt, bis hin zu einem permanenten Machtgefälle, das sich jedoch nicht auf alle Lebensbereich erstreckt, TPE in einer Liebesbeziehung ist für mich daher derzeit nicht vorstellbar. Die Wunschbeziehungsform ist also eine ganz spießige 4-5 Personenfamilie, sprich Frau, die ich liebe und respektiere, Kinder (gern ein Junge und ein Mädchen), gesunde Großeltern, usw… da dies schwer genug zu finden ist, mache ich mir ehrlich gesagt wenig Gedanken über die +X Komponenten, wozu auch BDSM gehört. Ist sie BDSMlerin wäre es perfekt wenn sie bisexuell wäre und wir uns lieben aber, gemeinsamen ab und an eine nette Frau zu unser beider Vergnügen ins Bett holen würden. Wenn ich mit jemandem zusammenleben würde, der Spaß an so etwas hat, würde ich wohl, also selbst wenn ich es dürfte, keine Frau in mein Bett lassen solange meine Partnerin nicht dabei ist. Mich allein, dieses Vergnügen sollte dann meiner Partnerin vorenthalten bleiben, kurz selbst als „Perverser“ bin ich wohl ein Fan der Exklusivität ;)

Was hältst du von sozialen Projekten? Unterstützt du einen Verein o. Ä.?
Ich spende zumeist einmal im Jahr. In der Regel wenn ich meine Steuererklärung wiederbekomme und sehe wie das Jahr gelaufen ist. Dann spende ich einen festen Prozentsatz vom erzieltem Gewinn, das habe ich vor Jahren mal festgelegt und ziehe ich seitdem so durch. Nach dem Bescheid für die 2014 Steuer war es ein Projekt, bei dem mit wenig Geld Kinder vor dem Erblinden bewahrt werden. Aktuell warte ich noch auf den Steuerbescheid 2015 und überlege mir dann was ich damit mache, zum Glück gibt es inzwischen einige Transparenzorganisationen die gemeinnützige Projekte intensiv durchleuchten. Mir sind zwei Komponenten wichtig, was kommt von meinem Geld wirklich an (minimal 65%) und was wird unterstützt (Nachhaltigkeit). Klar gibt es auch viele tolle Projekte in Deutschland, aber der Hebel, also was man mit dem Geld erreichen kann, ist in sehr armen Regionen der Welt einfach viel größer als hier bei uns. In Deutschland unterstütze ich immer mal wieder soziale Projekte, meist aber durch Rat und Tat und nicht durch Geld. Unterstützt habe ich halbwegs regemäßig nur den Weißen Ring. Ich kenne dort ein paar aktive Ehrenamtliche und wenn es mal etwas im Bereich Internet gibt versuche ich zu helfen.

Ist Dir eigentlich klar, dass Leute wie Du BDSM total verwässern und wegen Dir echte naturdevote Sklavinnen Dinge in den Kopf gesetzt werden die nur dazu führen, dass sie kein echtes BDSM mehr betreiben?
Zuerst einmal vielen Dank für diese „Frage“, wobei es wohl mehr ein Kommentar sein sollte. Ich sehen ihn als eins der schönsten Kompliment an, das ich in der letzten Zeit erhalten habe. Zuerst einmal bin ich mir sehr sicher, dass es nicht das eine „echte“ BDSM gibt und wer es anders sieht vieles ist... vor allem wohl recht verbohrt. Wobei ich echt ein Genie sein muss, wenn ich Leute so vom einzig wahren BDSM Weg abbringe die ja „echt und naturdevot“ sind. Wahrscheinlich war mit echt und naturdevot gemeint, dass Sub einfach naiv, dumm und willig sein soll. Wenn es wirklich solche Frauen gibt und ich sie davon abhalte, große Dummheiten zu machen, dann freut mich das sehr.
Dieses Projekt ist geprägt von Offenheit und Toleranz. Daher ist es selbstverständlich, dass jede BDSM Richtung hier zu Wort kommen kann. Gladius, als einer der wenigen bekannter Blogger die extreme Arten der Unterwerfung ausleben, hat hier schon öfters Gastbeiträge veröffentlicht und auch andere TPEler schreiben für dieses Projekt, und ich kenne einige von ihnen persönlich. Probleme oder Berührungsängste habe ich mit dem Bereich des legalen BDSM so gar keine. Würden diese Leute wirklich das Gefühl haben, dass ich hier nur weichgespültes BDSM darstelle, würden sie mir sicher nicht mit ihren Beiträgen unterstützen.
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Menschen sollte man die verschiedenen Perspektiven aufzeigen und dann frei wählen lassen für welchen Weg sie sich entscheiden. Wer sagt das eine BDSM ist echt und das andere nicht, der versucht eben nicht aufzuklären, sondern Meinungen zu manipulieren. Wer sein BDSM als echt darstellt, unterstellt anderen Spielarten eben nicht echt zu sein und erhebt sich über diese. Darin sehe ich weder Toleranz noch Respekt, dafür aber Überheblichkeit, Angst vor Zurückweisung und mitunter auch Verzweiflung.
Also wer wirklich naturdevot ist wird nicht wider seiner Natur handeln. Naturdevot (wenn es das denn gibt) bedeutet aber sicher nicht, dass die Person dämlich, verzweifelt oder anspruchslos ist. Gerade wenn jemand so viel von sich zu geben hat, wird er oder sie, den nötigen Intellekt vorausgesetzt, sich den Partner sehr genau aussuchen, denn es kann bei einem solchen Geschenk auch viel verloren werden.
Wenn meine Texte dazu führen, dass Subs, welcher Couleur auch immer, mehr Ansprüche bei der Partnerwahl haben und das ein oder andere zu große Risiko nicht eingehen, dann hat dieser Blog genau das erreicht wofür ich ihn mal ins Netz gestellt habe :)
Ich wenn es zeitlich sicher nicht die zuletzt gestellte Frage in diesem Blog sein wird, so werde ich diesen Beitrag dennoch als Endpost wählen und daher nochmal meinen Dank an den Fragesteller!


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