BDSM genormt?

Bald schon gibt es wieder eine neue Ausgabe der Macht-Spiele und diesmal ist das Leitthema die BDSM Beziehung. Zur letzten Ausgabe hatte ich den einen oder anderen Artikel beigesteuert und zumindest das "Plädoyer gegen DIN-Norm BDSM" veröffentliche ich nun auch auf meinem Blog.

Natürlich ist es kompliziert mit jemanden zu reden, wenn beide den gleichen Begriff benutzen, darunter aber etwas völlig Verschiedenes verstehen. Immer wieder kommt daher die Forderung auf, doch bitte endlich mal klar zu definieren, was eine Sklavin, BDSM leben, ein Spiel oder was auch immer wirklich bedeutet. Das ist nur verständlich, denn eine einheitliche Definition würde Sicherheit bringen und so manches Missverständnis gar nicht erst aufkommen lassen.

Nur soll BDSM wirklich definiert werden, und reizt die meisten von uns nicht, sich endlich ohne sonst übliche Zwänge ausleben zu können?

Definitionen und Normen sind sicher vielfach äußerst sinnvoll, ich denke da nur an den Bau meines Hochbetts im Spielzimmer, bei dem ich nicht auf DIN Bauteile verzichten wollen würde. Alles passt ineinander und wo DIN XY drauf steht, ist es dann eben auch drin.

Menschen sind aber keine Schrauben und viel zu individuell und facettenreich, um sie in eine jeweils passende DIN Norm quetschen zu können.

Was ist also eine Sklavin? Ganz vereinfacht ist es für mich eine Frau, die sich mehr als nur im Bereich der Sexualität einer anderen Person unterordnet. Andere sagen, erst wenn sie sich ihrem Herrn und Meister völlig hingibt und der Herr mit ihr tun und lassen darf, was er will, ist sie eine Sklavin und wieder andere sehen eine Frau schon als Sklavin, wenn sie mal eine Session hatte.

BDSM ist bunt und eben nicht schwarz/weiß und selbst wenn zwei Personen die gleiche Situation betrachten, wird ihr Blickwinkel, die eigenen Erfahrungen und selbst die momentane Stimmung sie das alles verschieden interpretieren lassen.

Was aber durchaus Sinn macht, ist für sich selbst entsprechende Definitionen zu finden und in Unterhaltungen nachzufragen, was der andere unter dem Begriff versteht, bevor beide aneinander vorbeireden. Innerhalb einer Partnerschaft müssen die Definitionen nicht deckungsgleich sein, eine eigene Meinung zu einem Punkt kann jeder haben, aber beide sollten wissen, was der andere jeweils meint, wenn er den einen oder anderen Begriff verwendet.

Wer ernsthaft BDSM allgemeingültig definieren will, der sollte sich die Frage stellen: „Wie lange dauert ein Quickie?"

Vielleicht kennt der ein oder andere das Magazin noch gar nicht, diesen Personen lege ich die Macht-Spiele sehr ans Herz. Neben diesem Artikel habe ich die folgenden Inhalte beigesteuert: Der erste Stammtischbesuch, Tipps für den Domeinsteiger, Lachen während der Session und der Reallife BDSM Test, wie auch das Konzept für den ersten eigenen interaktiven BDSM Test.

In der neuen Ausgabe werde ich nur mit einem Interview und einem Artikel über "Hemmungen (beim BDSM) wegen (der) Liebe" zu Wort kommen. Diese Entwicklung freut mich sehr, da ich die Macht-Spiele als eigenes Format sehe und meine Beiträge dort keinen dominanten Anteil haben sollen. Mit zehn unterschiedlichen Verfassern ist die neue Ausgabe noch vielseitiger als die Erstausgabe. So, nun genug der Werbung für die Macht-Spiele. Übrigens werden sowohl für das Magazin und auch die Seite noch Mitstreiter gesucht, die Autoren und Fotografen suchen und ansprechen, damit die Seite noch mehr interessante Inhalte erhält.


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