Der Fluch der devoten Alphaweibchen

Nicht wenige Frauen, die eine sexuell devote Ader haben, sind im Alltag sehr selbstbewusste Frauen, denen man ihre Neigung niemals ansehen würde.

Ich denke da nur an eine kleine Anekdote, die einige Monate nach meinem Outing geschah. Ich stellte damals meine neue Partnerin meinen Eltern vor. Als diese dann zur Toilette ging, schaute mich mein Vater mit großen Augen an und sagte: „Diese Frau ist doch niemals devot!“ Ich musste lachen, denn meine Partnerin war im Alltag alles andere als devot. Sie war eine sehr selbstbewusste und zielstrebige junge Frau, die alles Mögliche, aber sicher nicht auf den Mund oder Kopf gefallen war. Sobald ich sie mir aber als Dom packte war sie ein ganz anderer Mensch.

Solch eine Frau schüchtert natürlich auch nicht gerade wenige dominante Männer ein. Vor Jahren hatte ich eine kurze Affäre mit einer sehr erfolgreichen Frau, groß, attraktiv, wohlhabend, eigenes Unternehmen mit Mitte Dreißig, welches mehr als nur ein paar Mitarbeiter hatte. Sie liebte schnelle Sportwagen und hatte eine ausgezeichnete Allgemeinbildung. Wir hatten auch nach unserer Affäre noch einen freundschaftlichen Kontakt und so erlebte ich, wie sie mir eine Geschichte nach der anderen darüber erzählte, wie sie, obwohl sie dies anfangs gar nicht wollte, einen Dom nach dem anderen umdrehte und zu einem gefügigen Mann machte. Und das, obwohl sie eigentlich einen dominanten Mann wollte!

Eine, nennen wir sie einfach mal, alltagsdominante Frau hat ein großes Problem, sie wirkt alles andere als devot und somit wird sie eben keinesfalls als devote Frau wahrgenommen. Dieser Umstand gestaltet für viele die Partnersuche recht schwierig.

Der andere Faktor ist aber hausgemacht. Ich habe das Gefühl, dass viele dieser Alphaweibchen selbst ein großes Problem damit haben, dass ihre Neigung und ihre Fremd- wie auch Selbstwahrnehmung so weit auseinanderfallen. Sehnt sich der eine Teil von ihnen nach der Unterordnung unter einen Mann, so versucht der andere Teil dagegen zu steuern. Als Ausgleich wird hier dann oft der Alltag gesehen und in diesem versuchen sie, den dominanten Part losgelöst vom Kontext BDSM zu dominieren. Es ist wie ein kleines Machtspiel, für jede Freiheit/Machtposition, welche der dominante Part im Kontext BDSM hat, versuchen sie ein Äquivalent im Alltag zu finden. Dies kann natürlich nicht gut gehen. Entweder schafft es das Alphaweibchen, ihren dominanten Partner unter ihren Pantoffel zu bekommen, dann verliert dieser aber meist auch recht fix seine Dominanz im Kontext BDSM oder, da sie nicht gut verlieren kann (sicher weil sie dies auch nicht gewohnt ist), geht sie einen anderen Weg.

Ob ich selber ein Alphamännchen bin will ich gar nicht beurteilen, die meisten Leute (und vor allem solche die sich Doms nennen) halten sich für ein solches und daher überlasse ich die Einschätzung lieber meinem Umfeld. Dass ich ein gutes Selbstbewusstsein und Auftreten habe, kann ich aber wohl schon sagen. Auch für mich war es alles andere als leicht, meine verschiedenen Seiten unter einen Hut zu bekommen und es hat Jahre gedauert, bis ich meine erste Liebesbeziehung im Kontext BDSM geführt habe. Für mich war es eben auch ein langer Weg zu akzeptieren, dass ich jemanden schlage oder erniedrige, für den ich mehr als nur Sympathie empfinde. Diesen und andere „Widersprüche“ aufzulösen, hat bei mir rund sechs Jahre lang gedauert.

Alphaweibchen müssen sich in unserer Gesellschaft besonders behaupten, denn in den Köpfen vieler herrschen immer noch patriarchalische Strukturen. Eine Frau die sich durchsetzen muss, wird daher früh lernen sich nicht zu schnell zu fügen, sondern einen natürlichen Egoismus entwickeln. Gerade diese erzwungen verstärkte Selbstbehauptung macht ihr ein Problem wenn es darum geht auch einmal zurückzustecken. Devot sein sehr gerne, dann aber zu ihren Bedingungen.

Alphaweibchen hatten in der Vergangenheit häufig schwache Partner, mit denen sie ganz anders umgehen konnten als mit einem mindestens ebenbürtigen Mann. Kein Wunder, zieht doch deren Ausstrahlung auch eher devote Männer an. Sie hatten in diesen Beziehungen häufig mehr Freiheiten, als sie eine Frau in einer gewöhnlichen Beziehung hat. Weil sie sich ihrem Partner überlegen fühlten, nahmen sie sich auch Dinge heraus wie flirten oder mehr mit anderen. Der Partner hielt ja still und verschloss wohl auch ab und an einfach die Augen. Gehen sie nun eine Partnerschaft mit einem dominanten Alphamännchen ein, so ist es schwer eine über Jahre gepflegte Sozialisation abzulegen. Dass dies dann zu einem enormen Konfliktpotential führt, liegt auf der Hand.

Ich bin dreimal in meinem Leben hintergangen worden, zweimal davon waren es eindeutige Alphaweibchen. Da ich Alphaweibchen sehr eng definiere (zähle rund 5% der Frauen dazu), sehe ich die dritte Person trotz eines überdurchschnittlichen Egos und auch anderer Faktoren nicht als Alphaweibchen an. Was alle drei Frauen verbindet ist, dass sie vor unserer Beziehung alle einen sehr „schwachen“ Partner hatten, der voll und ganz unter ihrem Pantoffel stand.

Devote Alphaweibchen, die sich noch nicht selbst gefunden haben, verbindet unter anderem wohl eins: sie scheinen alle gerne zu flirten. Zumindest ist das die Erfahrung, die ich in aber auch außerhalb von Beziehungen machen durfte. Ich weiß selber wie schwer es ist, auf den ersten Blick widersprüchliche Eigenschaften des eigenen Charakters zu akzeptieren, wie bereits erwähnt, hat es bei mir rund sechs Jahre gedauert. Hier kann man als Partner aber nur helfen. Das Alphaweibchen muss es vor allem selber wollen und in der Lage sein, sich kritisch mit sich selbst auseinander zu setzen. Dafür bedarf es natürlich erst einmal einer fortgeschrittenen geistigen und emotionalen Reife. Es gibt sicher Ausnahmen, aber jene Alphaweibchen die ich kenne, haben es alle nicht mit 18 oder 21 Jahren geschafft. In den mir bekannten Fällen kam es zu diesem Schritt im Alter von 25-35 Jahren oder eben auch mal gar nicht.

Ich glaube, ein devotes Alphaweibchen kann ein sehr guter Partner für einen dominanten Mann sein, aber eben nur, wenn sie für sich ihre Neigung akzeptiert und solange sie dies nicht tut, sollte man die Finger von ihr lassen. Weder sie noch man selbst wird dann auf Dauer glücklich sein und die Beziehung ist nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern wird von ständigen Konflikten geprägt sein. Alphas sind es eben gewohnt zu kämpfen und solange die Rangfolge in den verschiedenen Bereichen nicht geklärt oder auch die eigene Neigung nicht akzeptiert ist, wird es immer wieder zu Scharmützeln kommen und diese sind für die Involvierten alles andere als schön.


Kommentare:


Alexa schrieb am 06.06.2015


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Hallo,

auch wenn Dein Artikel nicht gerade taufrisch aus der „Tastaturfeder“ kommt und ich in einigen der Kommentare ein: „Habe ich auch gerade gedacht“ in mir aufblitzte, so will ich dennoch einige Worte dazu schreiben. Na um die Wahrheit zu sagen, es werden sicher „einige“ Worte mehr…

Das Alphaweibchen, oh ich habe schon verstanden, dass damit ein ganz bestimmter Frauentyp gemeint ist, und es nicht darum geht Frauen, die selbstbewusst, selbstbestimmt oder selbstwirksam sind damit alle über einen Stempelkamm zu scheren. (Tut mir leid, nein eigentlich nicht, ich habe einfach Spaß an Neologismen, seien sie nun gut oder eben nicht.)
So, also wenn ich das verstanden habe, und einige der Damen, die zuvor ihre Kommentare schrieben wohl auch, warum stößt es dann dennoch so auf?
Warum dann doch die Frage: „Bin ich vielleicht auch so? Nein?“
Warum bleibt die Frage, warum beschäftigt mich das so?

Das wäre dann wohl doch die Sache mit dem Stempel, den man als Frau immer und immer übergezogen bekommt, und den man kommen sieht, auch wenn er gar nicht da ist.
Aber das ist sicherlich zu einfach, denn ist der Blick nach außen nicht immer einfacher, als der Blick nach innen?
Also der neueste Stempel, oder die Schublade in die ich gerne gesteckt werde, ist:
„Na, wie sieht es mit der Arbeitssuche aus?“
Ich lächle diesen Menschen dann immer freundlich zu und antworte, danke ich bin zufrieden. Ja, denn so ist es, obwohl ich einen guten Bachelor Abschluss habe, hatte ich mich entschlossen den Master abzubrechen.
„Das kannst du doch nicht tun.“
Doch offensichtlich konnte ich, und das war aus verschiedenen Gründen auch gut so.
„Aber du kannst doch nicht alles wegwerfen, wenn du dir nur Mühe gibst, findest du sicher einen Job.“
Danke, ich werfe nichts weg, und ja ich KANN zu Hause bleiben, meine Familie managen und meine Bilder malen.
Schublade auf, ab hinein mit dem Stempel „versagen“, Schublade zu und Schlüssel wegwerfen.
Wie gesagt, dann lächle ich einfach nur müde.
Eine ganze Zeit lang dachte ich, mich erklären, nein rechtfertigen zu müssen.
„Ja aber Frauen haben doch jetzt endlich alle Möglichkeiten“, hieß es dann immer.
Eben drum ja, ich nehme mir meine Freiheit auch diese Möglichkeit zu nutzen.
Für meinen Mann ist das in Ordnung, sogar sehr entlastend mit seinen beiden Zwillingen, so sind wir beide zufrieden.
In irgendeiner Form kennt das wohl jede Frau. Irgendwas ist immer falsch…

Damit wäre der Fall dann ja abgeschlossen, ich kann aufhören zu schreiben. Nicht? Es beschäftigt mich noch immer, da sind noch weitere Gedanken? Natürlich sind sie das…
Irgendjemand hat mir mal gesagt, ich sei wie ein Spürhund, der, wenn er einmal eine Fährte (also einen Gedanken, eine Frage) aufgenommen hat furchtbar hartnäckig auf Schnüffelsuche geht. Ich habe nie erfahren, ob das positiv oder abwertet gemeint war, es ist mit mittlerweile auch egal, denn warum sollte ich nicht etwas verfolgen, was mir wichtig erscheint?

Ah, ja richtig, da kommen die anderen Worte, die mir ein wenig aufgestoßen sind in dem Artikel (obwohl ich denke, dass sie so ja gar nicht gemeint sind): …“die sich noch nicht gefunden haben“, schreibst du.
Nun, sich suchen ist leicht, man muss ja nur den Fährten folgen. Sich finden….
Uh, Individuation ist halt ein Prozess. Hört man auf zu suchen (und ich finde leider, dass es viel zu viele Menschen tun), dann kann man sich schon mal ein schönes Fleckchen auf dem Friedhof aussuchen. Mal ganz hart ausgesprochen.
Wie gesagt, ich sehe schon, dass es darum bei Deinen Worten gar nicht geht.

Und um mich nicht länger zu fassen, als ich das eh schon mache, springe ich jetzt gleich von dem Stichwort Individuation (klingt nicht schön, oder?Vielleicht denke ich mir hier auch noch einen hübschen Neologismus aus) zur Sozialisation.
Stichwort: Cinderellakomplex.
Wie so viele habe ich gebannt dem Märchen gelauscht, brav mit meinen Puppen gespielt, und auf den Prinzen gewartet.
Doch irgendwie war ich wohl dennoch anders. Ich sprang mit den Jungs durch den Matsch, klatsche mit ihnen von den Bäumen, und mein Lieblingsspiel war wohl „Indianer“, vor allem wenn ich dann am „Marterpfahl“ gebunden stand.
Uh, oh… da kommt die Sache mit der Neigung, also DAS geht gar nicht… und so jung? Pfui, sagt die Sozialisation.
Gemeinhin sagt man wohl Cinderellakomplex dazu, doch mir ist eine Dornröschenmetapher lieber.(Ist der Prinz schon da? Nein, dann schlaf ich eben noch ein wenig), habe ich das dann auch schön vor mir selbst vertuscht. Damals war es ein Kinderspiel was mir einfach gefallen hat, und es wurde IRGENDWIE geduldet, wenn man sich leise, lieb und artig verhalten hat. Denn das lernen wir doch auch.
Unsere Eltern oder Lehrer mögen uns zwar Astrid Lindgren in die Hand drücken, doch wehe wir gebärden uns tatsächlich „frech und wild und wunderbar“. Uh oh, das gibt Ärger, das stört das Bild.
Nebenbei gefragt: Ist der Prinz schon da? Nein, gut schlaf ich eben noch ein wenig…

Ich war anders, ich habe gerne gelesen (nein, leider hat mir lange Zeit niemand Lindgren in die Hand gedrückt, erst als ich energisch einen Büchereiausweis haben wollte, war eine Bibliothekarin so gütig meine Welt zu öffnen.)
Ich war relativ alleine mit meinen Büchern, aber sie haben mich zum ersten Mal zum nachdenken angeregt, mich auf die Fährte geschickt.
Trotzdem steckte ich wohl noch eine ganze Weile im Dornröschenschlaf.
Schließlich hatte ich davon aber wohl irgendwann die Nase voll. „Ist der Prinz noch nicht da? Also mir reicht es jetzt, rette ich mich eben selbst!“
Und ich begann aufzwachen. Allgemein nennt man diese Phase wohl den Beginn der Pubertät.
Ich zog nicht mehr die netten adretten Prinzessinnenkleider meiner Eltern an, ich zog nicht an, was Mode oder Klassenkameradendruck befahl, ich zog an, worauf ich Lust hatte. Ich war eben anders. Und zum ersten Mal war es gut und richtig. Während andere „Outsider“ regelrecht nieder gemacht wurden, war ich hier und dort, wo es mir beliebte, und das war dann für alle in Ordnung. Weil es meine Entscheidung gewesen ist, und ich selbstbewusst aber ohne mich je zu rechtfertigen oder Entschuldigen zu murmel, sprach, anzog, zurückzog, mich einbrachte, hatte ich zum ersten mal das Gefühl Macht zu haben über mein Leben. Und das war gut.
Wenn da nicht diese andere Sache wäre… Also darüber mal schön den Deckel des Schweigens gepackt…
Gut ich war wie alt? Elf oder zwölf? Da gab es ein Bild auf einem Comiccover. Nicht das ich die Hefte je gelesen hätte, die mir in der Familie weitergereicht wurden („Du bist ja so ein vernünftiges Kind, du liest doch so gerne…Wie bist du nicht zu jung für Erwachsenenbücher, hier ist etwas mit Bildern…)
Ich hatte schon ablehnen wollen, das Zeug war total uninteressant und nur aus Höflichkeit sah ich mir den Stapel „Das Phantom“ an.
Kurzerhand sagte ich danke, nahm die Hefte an, verbannte alle bis auf eines in eine Zimmernische.
Doch das eine Heft holte ich nun immer öfter heimlich heraus, ohne zu verstehen warum. Wie gesagt ich war höchstens zwölf.
Aber das Bild gefiel mir gut, die kribbelnden Gefühle, die sich in meinem Körper ausbreiteten noch besser. Da war eine Frau, angekettet, ein Bein glaube ich erhoben an die Wand, und diese gemalte Frau, mit ihrem stolzen Blick und den raus gestreckten Brüsten gefiel mir. Und ich wäre gerne sie gewesen. Ich dachte an die Indianerspiele zurück und mir war das alles furchtbar peinlich.
Also wenn mein Prinz irgendwann käme… dann wäre er ja total schockiert… so ging das nicht.
Ich öffnete meine Schublade und versuchte diese Gefühle weit unten unter anderem Chaos zu verbannen.
In den folgenden Jahren bekam ich viele Stempel aufgedrückt, aber „Gott sei dank“, hat niemand je in meine persönliche Schublade gelinst.
Ich weigerte mich dies oder das zu tun, ich bestand auf jenes und welches und wurde immer mehr zum schwarzen Schaf.
Dann schimpfte man mich Emanze, Schlampe (was total witzig war, denn ich hatte gerade meinen ersten Freund, mit dem ich nicht einmal geschlafen hatte) und was nicht sonst noch alles.
Ich war hartnäckig geworden und das passte nun vielen nicht mehr. Ich sagte was ich wollte (wenn ich nicht gerade in die alte Lieb-sein-Schüchternheit verfiel und setzte durch was ich brauchte. Mein zweiter Freund war davon sichtlich eingeschüchtert, das hatte er sich anders vorgestellt. Der Prinz war gekommen, der Prinz war schneller verschwunden als er Pfui rufen konnte, und der Prinz tauchte wieder auf.
Oh, hätte die nette Bibliothekarin mir damals mal das Märchen von Blaubart in die Hand gedrückt. Mist, ich fiel darauf hinein. Aua das hatte aber weh getan.
Danach suchte ich also weiter, und fand… natürlich etwas in der untersten Schublade, das jetzt bereit war hinaufgeholt zu werden.
Und damit kam dann die berühmte Frage: Wie passt das alles zusammen, wie kann ich solche Fantasien haben (mein Comiccover war jetzt im Vergleich was mein Kopf da alles malte, sehr blass und farblos geworden) und gleichzeitig „frech und frei und wunderbar“ sein?

Das ganze hatte lange in meiner Schublade geruht, und nun studierte ich als erste unserer ganzen Familie und alle hatten sehr hohe Erwartungen, jetzt da ich ja wieder das liebe und gute Kind in ihren Augen war.
Ich hinterfragte und hinterfragte und suchte nach Fährten.
Und dann war da ein Buch, was zu einem ersten Aha-Effekt führte: „Frauen lesen anders“ von Ruth Klüger. Hm, ja stimmt, vieles von dem Frauenbild (hier in der Literatur) ist Männer gemacht. Da waren wieder die Stempel, auch die, für die ich blind gewesen war, weil ich eben einfach da hinein gewachsen bin.
Nun, mal nachdenken….und weiter suchen.
Wer schon einmal versucht hat, sich durch den irrsinnigen Dschungel von „Frauenliteratur“ zu wühlen sei gewarnt: Das meiste ist… um es nett auszudrücken…nein, ich glaub das kann ich nicht nett ausdrücken.
„Ja aber wie kannst du es wagen, das nieder zu machen… Es geht um die SACHE!“, schreit mich meine Gender-Emanze (ja, ist genauso gemeint wie es klingt)- Professorin an. Ich glaube sie wollte noch hinzufügen: „Und zieh dir mal was hübsches an.“
Nein, das hat sie natürlich nicht gesagt, nur gemeint, dass es in der Sozialen Arbeit ja schon erhebliche Fortschritte in Sachen geschlechtsspezifischer Angebote gab, so sei die Opferbegleitung für Mädchen ja schon sehr gut ausgebaut.
Nun, entschuldige bitte, dass ich jetzt kurz diesen Faden verfolge (Ich verfolge immer zu viele gleichzeitig), ich komme noch auf die Bücher zurück…
Nun, man kann sich vorstellen, dass es im Seminarraum einen „Aufschrei“ gab. Das habe ich um ehrlich zu sein, noch nie erlebt gehabt, aber ALLE, alle wirklich Jede und Jeder (Jeder ist in der Sozialen Arbeit eine so kleine Minderheit, dass sich gerade mal zwei Männerhände nach oben streckten) hob im Sturm die Hand.
„Und was ist mit den Jungen?“, fragte schließlich jemand. Und alle Hände sanken wieder, weil alle wohl an die gleiche Frage gedacht hatten.
„Nun, also die Täterberatung…“ Weiter kam sie nicht, weil jetzt wieder alle Hände oben waren, und alle aufgebracht durcheinander redeten.
Aber die gute Frau hatte ihre Schubladen sorgfältig sortiert, und ich schüttelte zusammen mit den anderen nur den Kopf. Was man nicht alles für Schwachsinn über sich ergehen lässt um an einen blöden Schein zu kommen…

Nun, aber da gab es ja die Bücher. Ich wühlte mich durch die Unibibliothek, aber Wissen reichte mir nicht, denn es war ja nicht nur mein Kopf, der Wissen erwerben wollte.
Nein, es ging nicht nur um eine viel tiefer liegende Etage, es ging mir auch um wirkliches Verstehen von ALLEM. (Ich will auch immer ein bisschen viel auf einmal…)

Bücher über die weibliche Psyche, weibliche Spiritualität… vielleicht hätte ich doch besser geschlafen, bis der Prinz kommt. Das war ja totaler Blödsinn. Auch wenn mir schon ein paar Mal vorgeworfen worden ist, ich sei eine Männerhasserin (aber das war der Blaubart), so konnte ich nur ungläubig den Kopf schütteln. Locker hab ich trotzdem nicht gelassen, und fand schließlich meine Antworten.

Aha, und jetzt komme ich ENDLICH darauf, warum Alphaweibchen und die Doppelseite so aufrührt.

Ist es denn wirklich ein Widerspruch? Nein. Natürlich nicht, Du hast ja selber gesagt, dass es nicht um Selbstbewusstsein geht. Nein eher um die sich selbst auferlegte Ellebogenmentalität, um den wohl gescheiterten Ausgleichsversuch zwischen zwei scheinbar widersprüchlichen Seiten. Gut das sind jetzt meine interpretierenden Worte.
Aber: Jetzt kommt das Aber: Ich wage zu behaupten, dass es so gut wie in jeder Frau, zwei Widersprüchliche Seiten gibt. Eine Doppelnatur. Damit ist nicht die Kluft zwischen einer devoten Seite und allem anderen gemeint. Ist dieser Aspekt vorhanden, macht es den Weg nur etwas steiniger.
Nein, ich denke jede Frau trägt eine Doppelnatur in sich. Einmal etwas sanftes, etwas aus dem sie Dinge erwachsen lassen will, und einmal etwas kraftvolles, wildes, vielleicht gar animalisches, das hin und wieder hervorlugt, manches Mal vielleicht mit einer recht zerstörerischen Kraft, die aber auch Raum für Neues schafft.
Ein einziges Buch habe ich gelesen, dass weder zu dogmatisch, zu verbohrt, überheblich, abgedroschen, Männer hassend oder sonst was war, ein Buch, was neue Fragen und Antworten aufgezeigt hat.
Und mich schließlich meine eigene Kluft hat überbrücken lassen.
Zwei locker miteinander verknüpfte Zitate aus dem Buch „Die Wolfsfrau“ (denkbar schlechte Übersetzung aus dem Original) von Clarissa Pinkola Estés:

Freilebende Wölfe und ungekünstelte Frauen haben vieles gemeinsam: die Akkuratheit ihres instinktiven Feingefühls, eine Vorliebe für alles Spielerische und eine schier unverrückbare Loyalität. Beide Gattungen sind von Natur aus beziehungsorientiert, sie schnüffeln gern neugierig herum, sie sind wissbegierig, spitzfindig, zäh, ausdauernd und seelenvoll.

Gesunde Frauen sind in vieler Hinsicht wie Wölfe: robust, vital, großmütig, territorial, einfallsreich, treu und verspielt. Nur durch die Abspaltung von ihrer Wildnatur werden sie mickrige, hilflose, schwächliche Püppchen.


Und wir wollen wohl alle, dass auch diese andere Seite nicht nur anerkannt wird (das wäre wohl eine gescheiterte Ellebogenmentatlität, oder eben Versuch Alphaweibchen zu spielen, sondern einfach erkannt und respektiert wird.
Eine Doppelnatur also, und ein Teil mag ein wildes Tier sein. Wie geht Mann also damit um?
Nun, was tat der kleine Prinz, mit dem Fuchs? Richtig er zähmte ihn, er domestizierte ihn nicht, er zähmte ihn mit einem offenen Herzen.
Und hat man diese Kluft dann überbrückt, dass es die zwei Seiten.. drei… da war doch noch was anderes….hmmmm, in einem gibt, nun dann mag der Prinz neben einem gut sehenden Herzen gerne mal die Peitsche zum zähmen mitbringen.
Und wenn ich mich nun schlafen legen will, um geduldig auf den Prinzen zu warten, muss es ja nicht die Disney-Kinder-Version sein, die mir damals eingeimpft wurde.

Ist es also unvereinbar, recht forsch im Alltag zu sein, und dann in anderen Momenten nichts sehnlicher zu wollen, zu brauchen als jemand dem man folgen kann/“muss“?
Nein, wenn man die verschiedenen Seiten nicht als Widerspruch sieht, wenn man aufhören kann, den Leuten mit ihren Stempeln immer wieder „einen Spiegel vor ihr Geschrei“ halten zu wollen, dann sicher nicht.
Ob Mann das auch so sieht, sei dahingestellt. Meiner hat jedenfalls sehr verdutzt aus der Wäsche geschaut als ich ihm sagte: „Also deine Sub bin ich nicht mehr.“ (Natürlich habe ich das anders gesagt, und mit vieeeeeeeel mehr Worten.)
Mann wollte das nicht verstehen, und nicht akzeptieren, und hat mir vorgeworfen, dass ich das ja nicht machen kann, und ich mich ja gar nicht fügen WILL.
Eigentlich hat er mich wohl ein Alphaweibchen „geschimpft“.
Daher halte ich mir jetzt wohl selber einen Spiegel vor mein Geschrei…. Nein, ich überdenke mein Geschrei, das sich als Zerrspiegelbild auftat. So herum ist es wohl richtiger.
Nun, ich hatte selbstverständlich meine Gründe für diese ganz und gar nicht leichte Entscheidung, es zumindest für eine Weile still zu legen. Denn dieser „Wolfanteil“, der, mit der Spürnase, hat wohl schon lange einen Hauch Blaubart bei ihm gewittert.
So, nun habe ich hier viele Worte, wenig Neologismen (seufz), meine Lieblings- Synästhesie von mir selbst geschrieben.
Richtig, ich fürchte das war ein Stück Individuation (leider habe ich noch keinen schönen Neologismus gefunden), und das Ergebnis der Frage, ob ich etwa auch so ein Alphaweibchen bin: Nein, und das darf ich mit reinem Gewissen sagen. Zu den „Wölfen“ zähle ich aber auch nicht, mein Spürsinn ist ein wenig gestört…
Da klang nur wieder ein Stempel nach (juchu, noch eine Synästhesie), doch muss ich ja nicht den Resonanzkörper dafür spielen.

Wie es jetzt weitergeht? Muss ich erst erschnuppern. Eigentlich war ich deswegen auch deiner Seite… um Spuren zu finden, denn es ist eine verdammte Zwickmühle wenn man feststellt, dass man in der eigenen Naivität einen Rattenfänger, Blaubart (Frischfleichjäger?) gefolgt ist und erst einmal die Lügen glauben musste/mochte.
Die Sache mit der Sozialisationsfalle ist ein hässliches und trickreiches kleines Biest.
Habe ich die Kluft also überbrückt, obwohl ich so naiv war/bin? Hm, solange ich meine Fährten verfolge, reicht mir das.

PS – Die Zitate mögen den Anschein erwecken, dass das Buch zu einem dieser miesen: Alle Männer sind Schweine…Frauenpower über alles…. Was hat der Mann in der Damentoilette zu suchen…. Sollen Männer sich gefälligst um Kinderpflege kümmern…. Ach der Wickeltisch ist in der Damentoilette…. TROTZDEM ein Schwein…. Vielleicht sogar erst recht…. Bücherschublade stammen mag.
Aber zumindest im Original (die Übersetzung ist dünn), ist es recht interessant: Es verbindet Märchen, Analyse, die aber weniger Freud, sondern mehr Jung folgt ohne sich zu sehr von einer Männerdominierten, Männerablehnenden Perspektive beeindrucken zu lassen. Jenseits von Dornröschen- oder Cinderellakomplex eben, aber auch nicht einfach nur unreflektiertes Gegenteil wie meine Alphaweibchen-Gender- Studies – Professorin es unter anderen von sich gegeben hat.

PPS: Ich hatte ja gewarnt: Kurz halten ist meine Sache nicht.

Schöne Grüße aus meinem sonnigen Gartenrefugium

Alexa


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Alexa,

 

vielen Dank für deine sehr persönliche und interessante Sicht der Dinge!

 

Beste Grüße

 

Gentledom

Patricia schrieb am 25.05.2015


Ein wahrer, wirklich aus sich heraus dominanter Mann zeigt einer Alpha-Frau relativ schnell unaufgeregt und konsequent ihre devote Seite auf. Genau das wollen wir ja auch ;-)
Den EINEN, der stark, konsequent und bestimmt genug ist, uns zu erlösen ;-)


Antwort auf diesen Kommentar

Ein Erlöser sollte Dom also sein ;)

Nicole schrieb am 24.04.2015


Bester Gentledom,

ein wenig betrübt bin ich jetzt ja schon... gibt es einen Grund warum Kommentare nicht veröffentlicht werden?

Es ist ja nicht so, dass ich mir keine Gedanken zu meinen Äußerungen / Kommentaren zu diesem Blog mache (naja manchmal packt mich auch die Euphorie), ich dementsprechend Hirn und Gefühl reinpacke und mir die Zeit nehme. Daher wäre es schön, wenn diese auch ihren Platz hier finden würden.

Sollte ich etwas ungebührliches geschrieben haben bzw. etwas was den "Benimmregeln" widerspricht dann wäre ich dankbar für einen Hinweis.

Für mich persönlich wäre es schade meine neu entdeckte Lese- und Schreibfreude ad acta legen zu müssen... du schreibst ja selbst, dass nur Kommentare dem Blogger "ermutigen" mit dem weiter zu machen, was er tut.

Ein schönes WE.
So long, Nicole


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Nicole,

 

nein überhaupt nicht aber ich schaue nicht immer nach und gerade wenn es schönes Wetter gibt bin ich öfters auch mal längere Zeit nicht online. Bei aktuellen Beiträgen schalte ich meist innerhalb von maximal 48 Stunden frei, bei ältern kann es durchaus auch mal zwei Wochen dauern, es ist eben nur ein Hobby dem ich nur nachgehe wenn ich Zeit und eben auch die Lust dazu habe :)

 

Liebe Grüße

 

Gentledom

Nicole schrieb am 13.04.2015


Bester Gentledom,

es ist immer recht spannend für mich mit dem erneuten Eintreten in die virtuelle Welt des BDSM und es bringt mir ein süffisantes Grinsen ins Gesicht, wenn ich meinem Wunsch nachgebe und meine Wissbegierde ein wenig hier bei dir stille. Abstinenz ist schon manchmal eine ziemliche Kasteiung.

Und da kommt dann dieser schöne Beitrag über die (devoten) Alphaweibchen unter uns. Skizzierst du also in diesem Beitrag eine Frau, in der ich mich wieder finden könnte?

Da wäre mal die sexuelle devote Ader… natürlich mag ich es wenn mein Mann den Ton angibt, unweigerlich macht mich das an; auch die Art von subtiler Alltagserotik, schätze ich sehr. Dazu muss der Mann, aber auch Mann sein, sich das selbst zutrauen und den möglichen Rahmen schaffen. Bei vielen Exemplaren m. E. undenkbar. Bisher war es meist eher wie ein Spiel, ein umgarnen des Anderen. Ein bewegen im besten Fall auf Augenhöhe, dennoch ist da zumindest unterschwellig dieser Wunsch einer Verschiebung zu noch mehr „Testosteron“.

Wie du schreibst kommt dann nämlich genau der nächste Aspekt, eine selbstbewusste Lady, jemand der mit beiden Beinen im Leben steht wird nicht als devot oder umschreiben wir es mal mit anlehnungsbedürftig wahrgenommen. Als alltagsdominant schätze ich mich also durchaus ein und lebe das auch aus. Wie von dir beschrieben führen manche Lebensumstände eben dazu, genau so zu sein und zu wirken und nicht anders. Führung bedeutet nun mal führen, anleiten, ein Vorbild sein und Dominanz schwingt da sicherlich mit.

Das macht es natürlich nicht leicht bei der Partnersuche, da gebe ich dir vollkommen Recht. Und nur so nebenbei, Hirn finde ich überaus anziehend, irgendwie mehr als alles andere.

Mich besonders behaupten zu müssen, dieses Gefühl ist mir eher fremd. Zumindest überwiegend wenn ich mit Männern agiere und das tue ich einen Großteil meiner Zeit. Sie schätzen Können, Fakten, keine Affektiertheit, ja und zuweilen auch einen netten Augenaufschlag. Ich gebe auch zu: Ich scheine aufgrund meines kleinen Wesens (156cm) einen gewissen Beschützerinstinkt hervor zu rufen. Bei vielen Frauen ist es schwieriger, stutenbissiger, anstrengender, weniger objektiv.

Wir kennen uns nicht persönlich und doch würde ich dich mit deinem Auftreten hier, deinen Äußerungen in erster Linie als Alphamännchen bezeichnen. In einer gewissen Form bist du schon ein Leitwolf für mich durch das BDSM Dickicht ;). Dein Wirken und das deines Teams erlauben mir einen Blick hinter die Fassade.

Ich schätze keinen Partner, der mir nicht mindestens auf Augenhöhe begegnet. Es ist mir wichtig jemand an meiner Seite zu haben, der ähnlich denkt, fühlt und agiert. Mir und meinem Wesen auch Paroli bieten kann und wenn es sein muss mir sagt wo mein Platz ist. Natürlich testet man die Grenzen aus, aber das gehört dazu und dann können auch die Fetzen fliegen. Nein, wir reden nicht von Versöhnungssex oder doch?

Es ist nicht schön zu lesen, dass du hintergangen wurdest. Ein bitteres Gefühl mit einem schalen Geschmack. Ein Gefühl, dass mir nicht unbekannt ist, ob es aber am Alphamännchen lag… hm, ich glaube er fand sich einfach zu schön für eine Frau. Menschen betrügen einanander aus den unterschiedlichsten Gründen. Ich sage es mal einfach so: Ich will nicht betrogen werden und dementsprechend halte ich es genauso. Wie lautet denn deine engmaschige Definition?

Natürlich ist es schwer die Geister, die ich rief im Zaum zu halten und es kratzt mich sicherlich auch an, mich völlig auf einen anderen einzulassen und die Zügel abzugeben. Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Bleiben wir mal bei den schönen Zitaten: Der Weg ist das Ziel.

Ich persönlich wünsche mir daher für mich und meine Ader, die noch genau zu spezifizieren wäre, einen durchaus dominanten, selbstbewussten, intelligenten, attraktiven, humorvollen, belastbaren, charmanten Mann, der Ahnung hat, wer er ist und was er tut und meinetwegen darf er dann auch blond sein.

So long, es war mir wie immer eine Freude.
Nicole


Antwort auf diesen Kommentar

Und mir ist es eine Freude wenn sich jemand so differenziert wie du mit meinen Gedanken auseinandersetzt :)

Himmliche schrieb am 20.10.2013


alphaweibchen

Auch ich erkenne mich hier sehr schön wieder. Aber ich denke auch, bin ich zu stark, ist er zu schwach. Veilleicht braucht ein Alphaweibchen einfach nur einen sehr starken Partner. Also Alphadominant????


Antwort auf diesen Kommentar

Im Kontext BDSM ist das sicher so richtig ;)

Austrian_In_Space schrieb am 19.10.2013


Alltagsdevot

Ich weiß nicht, ob ich sonderlich alltagsdevot oder ein "Alphaweibchen" bin, meistens reiß ich ja doch die "Goschn" auf, wenn mir was nicht passt oder jemand Schwachsinn von sich gibt. Aber manchmal halt ich die Klappe, weil ich weiß, dass ich sonst Konsequenzen zu fürchten habe, und denk mir nur meinen Teil.
Und ich glaube, es gibt durchaus (wenn auch sicher sehr wenige) Männer, die nur so unschuldig und "schwach" tun, aber dann durchaus dominant sind oder sein können.
Ja, die Erziehung von Rollenbildern und -Klischees (auch unter dem Begriff "Gehirnwäsche" bekannt) ist ein nicht unwesentliches Problem, ich glaube nämlich nicht, dass Männer "von Natur aus" dominant und Frauen "von Natur aus" devot sind. Das ist alles erstunken und erlogen.
Zumindest meiner Meinung nach.


Antwort auf diesen Kommentar

Menschen die behaupten Männer sind von Natur aus dominant und Frauen devot sind ziemlich dämlich. Vielleicht gibt es bei einem Geschlecht eine statistische Häufung mehr aber sicher nicht. Über Rollenbilder und deren Ursprung habe ich mich heute noch länger mit einer Bekannten unterhalten die gerade im Bereich Gender Studies ihre Masterarbeit schreibt. Wirklich unterschiedliche Sichtweisen hatten wir da beide nicht :)

red schrieb am 24.09.2013


cooler artikel

du beziehst dich entsprechend deiner definition auf ca. 5% der frauen, dennoch würde ich meinen, dass sich weit mehr durch deine zeilen angesprochen fühlen. (wie ich zb. ;-)))
du magst recht haben, dass nur ein geringer prozentsatz tatsächlich alphaweibchen sind aber auch unter den restlichen 95% müssen sich sehr viele frauen in beruf und alltag behaupten und das zepter in die hand nehmen. es wurde mehr und mehr normal, dass frau ihren mann steht und deshalb fühlen sich wahrscheinlich auch mehr als die 5% angesprochen.

spannende thesen, die du da aufstellst. recht gebe ich dir jedenfalls, dass eine DS beziehung zwischen zwei alphas ausgesprochen interessant sein kann, auch dass die DS beziehung nur funktionieren kann, wenn sub ihren platz kennt und ihn auch einnehmen möchte.

ich hatte nie das bedürfnis oder den drang macht über andere auszuüben, dennoch bin ich oft leitfigur. egal ob schule, studium, beruf und auch partnerschaft. nicht weil ich vorweg schon alles geplant oder organisiert hatte, es ging eher immer spielerisch und ganz von selbst. fing schon als kind an, als es um die verteidigung unseres hofes gegen die "bösen" nachbarskinder ging, schon damals hieß es: "mach du, dir nehmen's das ab!" und so war's auch. ich brauchte mich auch im beruf nicht in gesteigertem maße profilieren oder beweisen. es lief einfach. allerdings unterschied mich von meinen kolleginnen immer, dass ich nicht von selbstzweifel verfolgt wurde. ich fragte mich nicht ständig, ob ich dem überhaupt gewachsen wäre, ich machte es einfach. und ich denke,dass es diese selbstsicherheit war oder ist, die meine umwelt dazu veranlasst, mir zu vertrauen und mir auch mehr zuzutrauen. ich bezeichne mich nicht als dominantes alphaweibchen, gehöre also auch nicht zu den 5%, dennoch bin ich ein alphatier, einfach von natur aus. ob meine früheren partner schwach waren würde ich jetzt mal bezweifeln, was aber sicher war, dass sie mich einfach machen ließen. ich würd sagen, dass war schlichtweg bequemlichkeit. und meine freiheit ließ ich mir sowieso nie beschneiden, wäre völlig abwegig gewesen für mich. ebenso wie mich unterzuordnen. grrr hab nie verstanden, warum sich freundinnen von mir so viel von ihren männern gefallen ließen. vanillas wohlgemerkt!

jetzt stecke also in so einer alpha/alpha konstellation mit D/S anteil. und ja du hast recht gentle, es ist interessant. ich hoffe, dass ich für meinen partner keine enttäuschung werde. scherzhaft gemeint, denn ernsthaft habe ich daran noch gar nicht gedacht, erst als ich deinen artikel las. ich lebe zu sehr im hier und jetzt als dass ich mir gedanken über die zukunft machen würde ;-)
aber vielleicht sollte ich das, denn ich habe meinen platz noch nicht ganz gefunden, bin mir allerdings bewusst, dass es das leben meines partners nicht gerade vereinfacht. wir sind seit einem jahr ein paar und zur zeit genießt er meine entwicklung/verwandlung/rückschritte was auch immer ... noch enorm. ich muss aber auch dazu sagen, dass wir sehr verliebt sind und unsere beziehung auf mehr als bdsm basiert und er im gegensatz zu mir ein unglaublich geduldiger mensch ist.

PS in bezug auf das fremdgehen teile ich deine schlüsse nicht, aber das haben wir ja schon andernorts besprochen ;-)

cooler artikel! es ist schon sehr interessant das mal aus der anderen perspektive zu sehen.


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Danke und was das Fremdgehen anbelangt, nun es war auf die 5% devoten Alphaweibchen bezogen die sich mit ihrer eigenen Rolle noch nicht zurechtgefunden haben. Die These soll ganz sicher nicht für alle dominanten/emanzipierten/selbstbewussten Frauen stehen :D

redcat schrieb am 17.09.2013


Der äußere Schein,

trügt gern einmal. Nicht alle Frauen die leise, zurückhaltend und devot erscheinen sind es auch. Vielleicht haben sie nur gelernt, dass sie auf diese Weise weniger anecken und schneller/ leichter bekommen was sie wollen. Ich hab mit der Zeit nun einige Frauen kennen gelernt, die da so ihre Strategien haben. Eine die mir besonders auf die Nerven geht ist so lange zu Fragen: möchtest du nicht xyz bis die "richtige" Antwort kommt. Weiß nicht wie andere da gestrickt sind aber da ist mir ein: ich möchte xyz, doch wesentlich lieber.

Ein Alphaweibchen bin ich nicht- "Alltagsdevot jedoch auch nicht. Als ich noch suchte hat es mich manchmal zugegebener Maße wirklich frustriert vor allem Männer anzuziehen, die zu mir aufschauen wollten. Ich kann und möchte aber auch nicht das Bedürfnis ablengen um meiner selbst willen respektiert zu werden. Wenn die Suche gerade mal wieder frustet, sollte sich Frau kurz fragen ob sie wirklich einen Mann möchte für den sie sich kleiner machen muss, damit er sich groß fühlen kann. Die meisten dürften da wohl mit nein Antworten ;-).

lg redcat


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Hallo redcat,

schon lange gab es keinen Artikel mehr der mir so viele Nachrichten und selbst den ein oder anderen Anruf eingebracht hat. Dabei geht es in diesem Artikel wirklich nur um eine sehr kleine Gruppe von Frauen, eben den Alphaweibchen. Meine Ausführungen zu diesen will ich keinesfalls auf die gesamte Damenwelt übertragen wissen, denn es wird sehr häufig so gar nicht passen.

Ansonsten kann ich auch deinen Ausführungen nur zustimmen :)

Liebe Grüße

Gentledom

Cathi schrieb am 14.09.2013


Kompliment

Hey, ich lese schon seit längerem Deinen Blog und muss sagen, dass ich es schon fast ein bisschen unheimlich finde, wie gut Du Menschen analysieren kannst. Schon mal überlegt das beruflich zu machen ;) ? Ich denke, Du verstehst Einige besser als Sie sich selbst, und da nehme ich mich nicht aus ;)
Bin schon auf Deine nächsten Artikel gespannt :)
GLG Cathi


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Cathi,

in einem früheren Job habe ich durchaus Menschen beruflich analysiert, aber nicht als Psychologe. Ich habe aber auch ein wenig das Glück, dass sich mir Menschen recht schnell öffnen, dies macht vieles einfacht.

Der nächste Artikel, mal schauen wann und worüber... die Idee kommt meist spontan und aus meinem Alltag heraus.

Liebe Grüße

Gentledom

Natalie schrieb am 14.09.2013


Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse überallhin.

Hallo lieber Gentledom,

ja wir Frauen müssen im Alltag die sogenannte Ellbogentechnik einsetzen. Vor allem beruflich ist es fast unvermeidlich, wenn die Karriere vorangetrieben werden soll. Als Frauen müssen wir sogar noch mehr Gas geben als Männer, da wir noch zusätzlich beweisen müssen, dass wir zwar blond aber nicht blöd sind und dass wir besser einparken können als manch einer Mann. Wenn ich ein Kleid anziehe, dazu schicke Schuhe mit Absätzen, mir ein tolles Makeup und schöne Frisur mache, bedeutet das nicht, dass hinter diesem Outfit nur ein Barbiepüppchen steckt. Und da heißt es, sich beweisen, sich beweisen und nochmals beweisen.

Da ich allerdings immer nur das Positive sehe und es als eine gute Tarnung verwende, ist es mir relativ egal, was diesbezüglich in anderen Köpfen vorgeht.

Somit könnte es eine der Ursachen sein, wieso eine devote Frau im Alltag dominant ist und die Rolle des Alphaweibchens übernimmt. Nur weil sie beruflich viel erreichen möchte und dazu ein sehr starkes Durchsetzungsvermögen benötigt, bedeutet es aber nicht, dass sie auch in einer Beziehung den starken Part übernehmen möchte. Allerdings ist es nicht für alle möglich nach einem Arbeitstag abzuschalten und den Beruf und Alltag hinter sich zu lassen. Ich finde, dass sehr starke Frauen auch sehr starke dominante Partner brauchen. Solche Partner, die der Frau zu jeder Zeit ein Kontra geben können und nicht so schnell aufgeben. Anfangs testen ja die Frauen, wie weit sie gehen können. Ich zum Beispiel provoziere auch mit Absicht und messe mich mit dem Mann. Das ist allerdings für mich ein Spiel, aber nicht alle Männer möchten da mitspielen.

Das aus der Sicht einer im Alltag selbstbewussten Frauen ;-)

Und das mit dem „lieben “ Gentledom konnte ich nicht lassen, Mr. Dunkel und Gefährlich.

Schöne Grüße

Natalie


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Natalie,

an sehr vielen Punkten kann ich dir nur zustimmen, das wird dich aber wohl kaum verwundern ;) Ich finde Alphaweibchen durchaus sexy, aber eben nur wenn sie ihren Platz im Leben für sich selbst schon gefunden haben. Wenn nicht waren es leider immer Enttäuschungen.

Aber wirklich Mr. Dunkel und Gefährlich... dabei bin ich doch ein sehr umgänglicher Mensch und Gefahren gibt es nur wenn man es eben darauf anlegt :P

Liebe Grüße

Gentledom

Rotkäppchen schrieb am 13.09.2013


Wenn das Grinsen über das Gesicht wächst,....

Einen wunderschönen Abend wünsch ich dir lieber Gentledom,

ich bin schon seit längerer Zeit stiller Mitleser und wollte dir endlich mal sagen das ich deine Seite (allen voran deine Artikel) ganz besonders schön finde.

Zu diesem hier im Speziellen: Zu Beginn war es noch ein Schmunzeln....das sich immer mehr verselbständigt hat. So wie du diesen ganz bestimmten Frauentyp beschreibst fallen mir direkt einige Bekannte ein die diesen Artikel dringend einmal lesen sollten.
Der könnte ihnen helfen *lach*
Aber vermutlich würden sie mir den eher um die Ohren hauen. Naja sie sind ja noch jung. Und können bzw. müsse noch lernen =3

Mir hat er jedenfalls den Abend versüßt.

Bleib wie du bist und mach weiter so <3

Liebe Grüße

das Rotkäppchen


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Rotkäppchen,

ich habe nicht vor mich zu ändern... OK ein paar Kleinigkeiten könnten optimiert werden aber mit den Jahren bekommt jeder seine Macken :D Vielleicht solltest du den Text nicht deinen Freundinnen geben, wobei wer weiß vielleicht kommt ihr dann auf ein anderes gemeinsames Thema :D oder aber du entdeckst deine masochistische Seite wenn sie dir einen Satz heißer Ohren verpassen ;)

Liebe Grüße

Gentledom

Sahra schrieb am 11.09.2013


Aus der weiblicher Sicht ...

Hallo Gentledom,

ich kann Deine Beobachtungen auch aus weiblicher Sicht bestätigen. Ich würde mich zwar selbst nicht unbedingt als Alphaweibchen bezeichnen, wohl aber passe ich in das von Dir gezeichnete Bild (Ich habe in einem Männerberuf promoviert und bin im Alltag recht durchsetzungsstark).

Einige meiner frühen Beziehungen gerieten schnell in das von Dir beschriebene Ungleichgewicht, obwohl dies von mir nicht bewußt beabsichtigt wurde. Ich denke, es war auch viel Bequemlichkeit auf Seiten der Männer dabei ... à la warum soll ich mich jetzt mit ihr anlegen, wenn sie doch schon alles durchdacht und organisiert hat ...

Ich hatte jedoch das Glück in meinem Ehemann recht früh einen Partner zu finden, der mir auch im Alltag die Stirn bieten kann und das auch tut. Zwar habe ich meine Neigungen akzeptiert und kann mich durchaus unterordnen, jedoch falle ich im Alltag auch mal in "Arbeits-Verhaltensmuster" ... dann brauche ich eben jemand, der mich in die Schranken weist.

Ich glaube nicht, dass es trotz Akzeptanz der Neigungen immer möglich ist "devotes Verhalten" dem Partner gegenüber zu zeigen (z.B. in Alltagsstress-Situationen). In diesen Momenten ist dann der dominate Charakter des Partners gefordert, um seinen Platz in der "Hackordnung" (um im Bild des Alphatieres zu bleiben) zu behaupten und zu bestärken. Um Fehlinterpretationen vorzubeugen: hier kann ein Blick schon ausreichen ... ;)

Gruß
Sahra


Antwort auf diesen Kommentar

Hall Sahra,

eine wirklich ungewöhnliche Schreibweise. Ja es stimmt ein kleiner Kampf zwischen zwei dominanten Paaren ist kann vorkommen und ist ganz sicher kein Problem wenn beide souverän damit umgehen können.

Ich wünsche dir weiterhin eine tolle Zeit mit deinem Mann

Gentledom

Frechdächsin schrieb am 06.09.2013


alphaweibchen

Irgendwie erkenne ich mich in dem text selbst wieder als "alphaweibchen". Ja es ist schwer in seiner Rolle richtig anzukommen und sich dann auch fallen zu lassen, wenn man im Alltag die Hosen an hat. Mein Partner hats da nicht leicht mit mir. Somal ich ihn am Anfang auch noch alles gezeigt hab was ich gern hätte, wenn ich denn von ihm dominiert werden will. Aber inzwischen klappt das ganz gut und wenn es mal nicht klappt, tauschen wir eben die Rollen. Ich tobe mich als Domse aus und wenn ich nicht mehr stark sein kann, weil ich mich endlich fallen lassen will erobert er mich schnell wieder.


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Dann passt das ja sehr gut bei euch beiden ;)

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