Kampfsport und BDSM

Kampfsport kann BDSM durchaus auf vielfältige Weise bereichern, besonders wenn der dominante Part Erfahrung im Kampfsport hat, ergeben sich interessante Möglichkeiten, Macht, Kontrolle und körperliche Präsenz auf eine intensive Art in einer Session einzubringen.

Ein zentrales Element vieler BDSM-Dynamiken ist das Spiel mit Macht und Unterwerfung. Wer als Dom Kampfsport betreibt, bringt häufig eine körperliche Sicherheit und Überlegenheit mit, die sich sehr direkt ins Spiel übertragen lässt, sei es in Form von Fixierungen, kontrollierten Haltegriffen oder dem bewussten Überwältigen des Subs. Dabei geht es nicht auf rohe Gewalt oder brachiale Durchsetzung an, ganz im Gegenteil! Die meisten Kampfsportarten nutzen präzise, kontrollierte und oft minimalinvasive Techniken mit dem eigenen und dem fremden Körper. Gerade Hebel-, Griff- und Kontrolltechniken aus Disziplinen wie Jiu-Jitsu oder Judo können eine intensive physische Komponente ins BDSM-Spiel bringen, ohne ein großes Verletzungsrisiko zu erzeugen. Besonders wirkungsvoll ist hier, dass der Sub in dem Moment sehr deutlich spürt, wer die Kontrolle hat, ohne dass Schläge oder gar Tritte nötig wären.

Bei Schlag- und Tritttechniken kann man geteilter Meinung sein. Ich glaube wenn eh bereits eine starke körperliche Überlegenheit besteht, sollte dies eher vermieden werden, außer beide wollen dies explizit. Ich verzichte bewusst auf diese Techniken beim BDSM. Das ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern vor allem auch der Sicherheit und Grenzen. Ein gezielter Schlag oder Tritt kann im Training vielleicht durch Schutzausrüstung oder eben Übung abgefedert werden, in Session mit einer kampfsportunerfahrenen Person wird der andere schnell außer Gefecht gesetzt sein, im schlimmsten Fall sogar Verletzungen davontragen könnte, wenn die Intensität nicht angepasst wurde. Auch wenn der Reiz der „echten“ körperlichen Auseinandersetzung für manche Subs (im Sinne von „Gegenwehr“) bestehen mag, ist es oft sinnvoller, die Spannung über kontrollierte Fixierung, Bewegungslenkung und eingeschränkte Bewegungsfreiheit aufzubauen oder eben Schläge und Tritte nur für den/die unterlegene/n Sub freizugeben.

Ein besonders reizvolles Szenario, das durch Kampfsportkenntnisse stark aufgewertet werden kann, ist das Spiel in einer Konstellation mit zwei Subs, die sich gegen den Dom „verbünden“. Hier geht es nicht um den sportlichen Wettbewerb, sondern darum zu sehen, ob Dom auch zwei Subs gleichzeitig unter Kontrolle halten kann, wenn diese zusammenarbeiten. Die Dynamik ist besonders und wenn Dom beide kontrollieren kann, ist dies bei einer Dreierkonstellation sicher nicht nachteilig.

Wer sich ernsthaft mit Kampfsport auseinandersetzt, entwickelt dabei nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern auch ein feines Gespür für Grenzen, Körpersprache und Eskalationsvermeidung. Der letzte Punkt mag für eine gesunde BDSM Beziehung nicht wichtig sein, die beiden anderen hingegen sind durchaus eine Bereicherung. Zudem kennen Kampfsportler ihren eigenen Körper sehr genau und wissen, wie weit sie bei anderen gehen können. Griffe und Hebel können so eingesetzt werden, dass sie schmerzhaft, provozierend oder demütigend wirken, aber eben nicht gefährlich sind. Dennoch bleibt auch hier immer noch ein Restrisiko, wie so oft bei sehr körperlichen BDSM Spielarten.

Genauso sollte man aber auch seine Grenzen kennen. Vor vielen Jahren hatte ich eine Spielbeziehung mit einer Krav Maga Trainerin, damals eine recht unbekannte Disziplin in Deutschland. Auf keinen Fall hätte ich mich mit ihr angelegt, wahrscheinlich hätte ich verloren und selbst wenn nicht, wären meine Blessuren so schmerzhaft gewesen, dass mir danach erst einmal sicher jede Lust auf BDSM abhandengekommen wäre.

Eine Frage in die andere Richtung, die ich mir vor zwei Jahren zum ersten Mal gestellt habe, als ich häufiger mit jungen attraktiven Frauen trainierte, ist eben: „Ist es moralisch problematisch, dass ich als Dom mit Frauen trainiere, mit denen es häufig zur Submission kommt und die eben nichts von meiner Neigung wissen?“

Ich bin BDSMler, aber außerhalb vom BDSM eben ein ganz normaler Typ. Ich engagiere mich für Inklusion, Gleichberechtigung und kann sehr gut meine BDSM Neigung vom restlichen Leben abgrenzen. Im Training ist die Partnerin keine Sub sie ist Kampfsportlerin, Trainingspartnerin, vielleicht Kollegin oder Bekannte. Gerade im Kampfsport ist gegenseitiger Respekt essenziell. Wer mit Frauen trainiert, die ihm körperlich unterlegen sind, übernimmt als Sportler und Trainingspartner Verantwortung. Das hat nichts mit Dominanz oder Unterwerfung zu tun, sondern mit sportlicher Integrität. Solange diese Trennung immer gelingt und ich sie immer als Sportlerin sehe und nicht als (potentielle) Sub spricht für mich nichts gegen das Training. Dennoch, beim Hockey und Badminton wissen einige von meiner Neigung, beim Kampfsport habe ich mich bewusst entschieden, hierzu nichts zu sagen, denn ich glaube durchaus, dass die ein oder andere Trainingspartnerin hier kein gutes Gefühl hätte, wenn sie wüsste, dass ich die gleichen Griffe in einem anderen Kontext durchaus auch sexualisiert einsetze.

Wie seht ihr das, würdet ihr euch outen? Habt ihr Erfahrung in Form von konsensualen körperlichen Auseinandersetzungen beim BDSM gemacht? Gibt es Szenarien die euch dabei besonders reizen könnten?  


Kommentare:


Dr. Brumm schrieb am 11.09.2025


Hallo, ich bin zwar neu hier, aber bei diesem Thema möchte ich doch gerne eine kurze Praxiserfahrung beitragen. In meiner Jugend habe ich lange Jahre Judo und Ju-Jutsu trainiert. Was mir beim Spielen immer noch, und immer wieder, zugute kommt, ist ein Gefühl für den anderen Körper. Dabei kann es, beispielsweise, ganz simpel darum gehen, mittels Hebelkraft jemanden umzudrehen oder darum, die Hand der Partnerin auf dem Rücken festzuhalten, ohne dass es ungewollt schmerzt. Diese technischen Kenntnisse sind für mich schon eine Erleichterung und Hilfe.


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Das sehe ich sehr ähnlich.

aYlNlfdX schrieb am 08.08.2025


Könntest du in einer Beinschere dominieren?


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Du meinst wahrscheinlich, ob ich, wenn ich eine Beinschere mache noch anderweitig dominieren könnte. Nun wie ist die Frage der Umetzung aber die Beinschere bindet meine Beine und eine Hand wäre sicher frei und ich habe auch einen Mund. Was wohl schwer aktiv einsetzbar wäre, wäre etwas zwischen den Beinen, zumindest wüsste ich gerade nicht, wie das bei einer klassischen Beinschere gehen sollte :D

MisterH schrieb am 24.07.2025


Moin Gentledom,

als Dom mit vielen Jahren Kampfsporterfahrung stimme ich föllig zu, das kann eine Session durchaus bereichern, soweit ich aus Rückmeldungen mitbekommen habe auch für beide Partner. Auf Schläge und Tritte in dem Kontext habe ich bisher allerdings ebenfalls verzichtet, das Risiko ist einfach zu groß.

Ich bin beim Training tatsächlich noch nie auf die Idee gekommen, dass man das auch in einem BDSM-Kontext sehen könnte, obwohl ich andersrum ja auch schon Elemente übernommen habe, spannend. Den Konsens der Beteiligten vorausgesetzt mag das auch interessant sein, ich kann es mir für mich aber grade schwer vorstellen, zumal bei Kampfsportübungen, solange es grade nicht rein kompetitiv ist, die entsprechenden Techniken ja auch abwechselnd geübt werden und somit auch die Dominante Person mal überwältigt wird. Outen würde ich ich da eher nicht wollen, ich denke, das könnte das notwendige Vertrauensverhältnis beschädigen.

Wie man meinen Ausführungen bisher wohl entnehmen kann, sehe ich auch durchaus Parallelen zwischen Kampfsport und BDSM, natürlich zum einen durch die Techniken, die in beiden Bereichen verwendet werden können, aber auch durch die bei beidem nicht auszuschließende Verletzungsgefahr und vor allem durch die auch schon von dir angesprochenen notwendigen psychischen Eigenschaften.

Und aus meiner Sicht ist weder Kampfsport noch BDSM Gewalt. Wenn es zur Gewalt wird, ist BDSM kein BDSM mehr und auch Kampfsport kein Kampfsport.

Viele Grüße
MisterH


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Gerade den Punkt, dass es beides keine Gewalt ist finde ich sehr wichtig. Danke für dein Feedback

Princess schrieb am 21.07.2025


Hallo Gentledom!

Ein toller Beitrag aber in meiner Vorstellung wären Schläge und Tritte inkludiert. Könnte man nicht doch mit Schlägen und Tritten arbeiten, also zumindest in die Bereiche die nicht gefährlich sind?

Liebe Grüße
Princess


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Hallo Princess!

Vielleicht unterschätzt du in deiner Fantasie den Impact von Schlägen und Tritten, Wenn du damit keine echte Erfahrung hast, der andere dies aber kann, dann sollte der erste Schlag maximal mit 10% der Kraft erfolgen, welche er hat. Danach könnt ihr natürlich die Intensität steigern.

Wenn es beide so wollen, spricht sicher nichts dagegen. BDSM ist auch immer eine Dynamik zwischen Menschen, wenn es der ausdrückliche Wunsch meiner Sub wäre, würde ich es, mit dosierter Kraftsteigerung, evtl versuchen. Da ich jemand bin der viel aus den Reaktionen der Sub zieht, mag das sogar funktionieren. Dennoch glaube ich nicht, dass ein echter Tritt oder Schlag mit voller Härte, selbst auf die am besten geeigneten Stellen wie Po oder möglicherweise Oberschenkel, wirklich gut funktioniert kann. Ich verstehe, dass man Treten als besonders entwürdigen empfindet und wenn dies die Intention ist, kann man den Fuß auch dafür nutzen kontrolliert den Kopf/Oberkörper auf den Boden zu drücken.

Wie geschrieben, solltest du es einmal umsetzen, tastet euch bitte langsam heran, nicht alles was im Kopf kickt, funktioniert auch in der Realität und das Herantasten ist nicht nur für die Psyche wichtig, sondern wird auch besser vor unschönen physischen Verletzungen schützen.

Liebe Grüße

Gentledom

Lucy schrieb am 19.07.2025


Kann man denn Sex dabei haben wenn sich der anderer richtig wehrt?


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Ja, wenn man genug Kontrolle hat ist das möglich, zum einen kann der dominante Part mit Schmerz zur Kooperation „zwingen“ (natürlich alles dennoch konsensual) zum anderen ist es möglich so zu fixieren, dass mindestens eine Hand beim Dom frei ist und einhändig bekommt man es hin ein Kondom überzustreifen und einzudringen. Wobei ich ehrlich gesagt mich nicht erinnern kann dabei jemals auch die Hose ausgezogen zu haben, aber auch das sollte möglich sein denke ich, also wenn Sub nicht bereits nackt, in Unterwäsche oder rocktragend ist.

Katharina schrieb am 18.07.2025


Dann oute ich mich einmal, um auch eine Sub-Perspektive in die Diskussion einzubringen: Ich bin masochistisch veranlagt und mag Rapeplay, Playfighting usw. Vor ein paar Jahren habe ich eine Weile JiuJitsu trainiert, wobei wir in der Regel nur Techniken geübt haben. Einmal gab es dann doch ein Sparring (mit sehr klaren Vorgaben und Regeln). Ich hatte gegen meinen wesentlich erfahreneren und doppelt so großen Übungspartner keine Chance, mein Stolz (oder Masochismus, keine Ahnung) hat aber dazu geführt, dass ich trotz schmerzhafter Haltegriffe usw immer weiter gekämpft habe statt abzuklopfen, bis schließlich der Trainer kam. Ich muss zugeben, dass das mein Maso-Zentrum damals schon sehr stark getriggert hat, was mich in dem Moment selbst überrascht und irritiert hat. Insofern konnte ich diesen Beitrag gut nachvollziehen. Für mich war es damals aber mit ein Grund, diesen Sport zu beenden, um meine (Stino-)Beziehung nicht zu gefährden. Ich kann es auch verstehen, wenn jemand einfach seinen Sport ausüben will und keine Lust auf eine Vermischung mit Erotik hat und ich sehe es auch kritisch, sich beim Kampfsport so ablenken zu lassen.

Ich glaube aber schon, dass Überwältigungsszenarien mit Partnern mit Kampfsporterfahrung tendenziell sicherer sind, als wenn jemand “nur” stärker ist, seinen Körper aber völlig unkontrolliert einsetzt.


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Ein schöner Perspektivenwechsel, vielen Dank dafür und zeigt, wenn die Kontrolle verloren geht, können Grenzen viel zu leicht verletzt werden. Würde ich beim Kampfsport BDSM Gedanken haben würde ich nicht mehr mit dem anderen Geschlecht trainieren und die Beziehung sollte eh immer vorgehen.

Olympia schrieb am 18.07.2025


Ich finde es spannend, wie sich Kampfsport und BDSM auf so vielen Ebenen begegnen, gerade wenn es um Kontrolle, Präsenz und das feine Gespür für Grenzen geht. Erfahrung darin habe ich bisher nicht dabei sammeln dürfen. Für mich ist das Kinder Vorstellung aber kein Spiel mit Gewalt, sondern mit Vertrauen, Timing und Körpersprache. Ich mag es sehr, wenn eine Session nicht nur psychisch intensiv ist, sondern auch physisch spürbar wird. Griffe, Fixierungen oder auch das ‘Überwältigen’ können so wahnsinnig intensiv sein, wenn der Rahmen stimmt!


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Bei mir liegt es auch schon wieder recht lange zurück, es ist nicht das übliche Spiel innerhalb einer D/s Dynamik. Aber das macht es auch irgendwie besonders, man sollte sich nur etwas kennen es wäre nichts was ich in den ersten Sessions machen wollen würde.

AndersimNorden schrieb am 18.07.2025


Wir betrachten die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln. Aber unterstell mir da nicht zuviel...

Ich finde Verdrängung und sich Dinge schön reden naiv und gefährlich, genauso wie unkritisch mit dem eigenen Handeln umzugehen.

Sicherlich hat Kampfsport oder auch medizinische Erfahrung und ähnliches (Psychologie zum Beispiel) im BDSM seine Vorteile, zumindestens zu wissen welche Dinge man nicht tun sollte. Leider führt das bei vielen zur Fachidiotie und Selbstüberschätzung.

Einfaches Beispiel; Breathplay, Würgen. Dafür brauch man nur anatomisches Basiswissen um die Luftröhre mit der Hand abzuklemmen. Im Kampfsport lernt man aber nicht die Luftröhre zu verschliessen, das dauert viel zu lange, man lernt die Blutzufuhr (Halsschlagadern) zum Gehirn abzudrücken das es zum KO kommt in wenigen Sekunden. Oder Impactplay, bezweifle das ein Treffer auf den Solar Plexus gewollt ist oder so ein schöner Leberhaken, wo man 2 Wochen oder länger was von spürt bei jedem Schritt. Und Blumenkohlohren findet doch jeder hübsch, muss man nur oft genug draufhauen...

Es gibt einen Grund warum im BDSM gewisse Körperzonen gerade für Impactplay "NoGo" Zonen sein sollten (und es auch eigentlich sind). Konsens hin oder her.

Ich sehe selbst Praktiken im BDSM wie Ohr/Backpfeifen oder Bastonade kritisch. Wer bei gewissen Praktiken nicht mit Gefühl rangeht, kann nicht nur dauerhafte Spuren (die ich sogar für mich verantworten kann wenn im Konsens, ein paar Sesseionarben habe ich auch), sondern richtige Dauerschäden hinterlassen. Schonmal so ein Fußskelett betrachtet ? Da will man nichts kaputtmachen.

Und ja, auch im Kampfsport gibt es einen Konsens mit dem Wissen das bei dem Blödsinn auch was kaputt gehen kann. Ich bin im Sparring KO geschlagen worden, ausgewürgt worden, im Stockkampf habe ich mir eine 10cm Narbe über der Schläfe eingefangen und ich hatte auch das Pech meinen Trainingspartner ins Krankenhaus fahren zu müssen weil er scheisse gelandet ist. Ein Bekannter der im Fechten und Schertkampf aktiv ist trägt auch gewisse Schnitt und Stichnarben mit sich. Man ist sich dem Risiko bewusst das sowas passieren kann auch wenn man es zu vermeiden versucht. Was bin ich froh das ich noch alle Zähne habe.

Und auch im BDSM geht man immer gewisse Risiken ein und manches ist fragwürdig oder an der Grenze des Machbaren. Aber es sind und bleiben verschiedene Paar Schuhe. Wenn man ins Sparring geht, weiss man das man danach eventuell in der Notaufnahme sitzt und es gibt einen Grund für Ringärzte bei Veranstaltungen.

Ich bezweifle das man für Sessions Dungeonärzte im Nebenraum hat oder das Sub einkalkuliert Aftercare in der Notaufnahme zu erfahren. Wobei ja genug Sex- & BDSM-Unfälle passieren, teilweise tödlich.

Verschiedene Paar Schuhe... und vor allem verschiedene Mindsets.

Wo ich zustimme ist das bei beiden ohne Selbstkontrolle nicht geht. Aber Kampfsport ohne (Voll)Kontakt ist auch nur Gymnastik, da würde ich eher Tanzen oder Tai Chi empfehlen. Denn egal in welchem Stil, 90% der Dinge die man da lernt und trainiert funktionierten nicht außerhalb des Regelwerkes.

Und ich will auch nicht den Menschen auf die Füsse treten die ein rangeldes Spiel bevorzugen.

Aber wenn man schon versucht 2 Welten die eigentlich nicht miteinander vereinbar sind zu verschmelzten, dann sollte die Vorstellung davon ein bischen kritischer stattfinden, statt es nur mit der rosaroten Brille zu verkaufen. Du kannst einfach nicht von deiner Position der Selbstkontrolle, Verantwortungsbewustsein und Vernunft ausgehen und dies blind bei Menschen die dies lesen vorraussetzen, gerade im Netz.

Das führt nur dazu das Subs neue Horrorgeschichten erzählen können. Und davon haben diejenigen die länger dabei sind, wohl mittlerweile genug von gehört.

Leben & leben lassen, aber erwarte nicht das ich alles gut finde und unterstütze, wenn es aus meiner Sicht falsch ist.


Antwort auf diesen Kommentar

Ich würde aus einer Session auch keine Kampfsportrunde machen wollen, zumal ich beim Kampfsport eben nicht übers Sparring hinausgehen würde, Wettkämpfe reizen mich da nicht und ich bin recht froh, es auch nie außerhalb von den Matten irgendwie anwenden musste. BDSM ist BDSM und Rimg/Matte ist Ring/Matte man kann beides kombinieren und ein Rangeln mit einem Dom der halbwegs weiß was er da tut wird sicherer sein als eines bei dem der stärkere Part Reaktionen und Auswirkungen nicht wirklich aus der Praxis kennt. Ich würde BDSM Rituale nicht in den Kampfsport bringen wollen aber jene die das tun, denen würde ich auch nicht absprechen wollen, dies nicht zu tun. Es gibt nicht grundlos Workshops fürs Rangeln und Co im BDSM Kontext, einfach da gewisses Basics wichtig sind, wenn es darum geht Verletzungen zu vermeiden.

Doro schrieb am 17.07.2025


Hallo Gentledom,
mein Problem ist genau anders herum. Ich bin seit meiner Kindheit Judoka und würde mich eigentlich verdammt gerne überwältigen lassen, mein Dom scheitert aber immer wieder daran, weil mich dann doch der Ehrgeiz packt und ich mich befreie oder gar ihn zur Aufgabe zwingen. Hast Du eine Idee?
Liebe Grüße
Doro


Antwort auf diesen Kommentar

Das tut mir sehr leid, ich kann mir vorstellen, dass es für euch beide frustierend ist. Natürlich könntet ihr mit Handicap (teilfixiert) arbeiten, ihn trainieren (Brazilian Jiu-Jitsu könnte Judo evtl gut kontern), Hilfsmittel nutzen oder noch jemanden dazunehmen, Ich vermute, die Ideen hattet ihr selber schon. Wie wäre es zu akzeptieren, dass Du ihm überlegen bist wenn es um diese Art der Auseinandersetzung geht? Du könntest ihn überwältigen, aber für jede Minute die du dafür brauchst, wirst du danach X Minuten in einer Position gefesselt. Wobei, wenn man sich immer automatisch gegen Überwältigungen wehrt, dann wäre ich am Anfang sehr vorsichtig, wenn es so etwas noch nie gab und es viel Gegenwehr gibt die (natürlich konsensual) gebrochen wird, weiß man nicht immer vorher, was das mit der Psyche macht. Ich drück euch beiden ganz fest die Daumen, dass ihr einen Weg findet eure gemeinsame Fantasie irgendwann erfolgreich umzusetzen.

 

AndersimNorden schrieb am 17.07.2025


Nein, einfach nur Nein. Ich kenne beide Welten, die Kampfsportwelt als ehemaliger Aktiver vielleicht sogar etwas besser. Beides ist anhand der verschiedenen Philosophien für mich in keinster Weise vereinbar.

Gewalt hat im (BD)SM nichts zu suchen, im Kampfsport ist dies essentiell. Und wenn jemand kontasktlosen Kampfsport betreibt und es als Fitness Programm ansieht, dem würde ich eher zum Tanzen oder Tai Chi raten.

Es kommt früher oder später der Punkt bei jedem Kampfsportler, wo das Trainierte und Erlente dem Realitätscheck unterzogen werden will und wird, ob im freundschaftlichen Sparring, dem sportlichen Wettkampf oder auch im aufgezwungendem Selbstschutz.

Der "Zustand" in den man sich dann schaltet, hat nicht mal einen Ansatz oder einen Funken davon im (BD)SM zu suchen, selbst wenn man sich im Primal-, Rape-play oder ähnlichem bewegt (wovon ich persönlich auch nichts von halte, aber jeder wie er mag und leben & leben lassen).

Wenn ich einen Vergleich zu einem Kampfsport & BDSM ziehen müsste, dann wäre das vielleicht Wrestling. Da stehen Switcher im Ring die um die Dominanz ringen auch wenn das Ergebnis vorgegeben ist. Aber vieles funktioniert nur wenn das "Opfer" mitspielt und die oberste Regel im Wrestling Ring für den Ausführenden ist es den Empfangenden so gut es geht zu schützen. Das tut weh, schwere köperliche Dauerschäden inklusive, aber es ist spielerische Kampf- & Gewaltdarstellung, eine Geschichte die im Ring erzählt wird, Akrobatik & Zirkus. Aber vom realen Kampf(sport) und die Umsetzung der Techniken weit entfernt.

Ob (BD)SM, Wrestling oder Kampfsport in seinen vielen Facetten, alles davon ist sein eigenes Ding was man für sich selbst "lernen" muss, mit einer eigenen Philosophie und "Gewaltgrad".

Alleine zu versuchen, eine Verbindung zu finden, zeigt mir nur, das man weder die eine Philosophie noch die Andere verstanden hat. Und so hat auch damals ein Michael Schuhmacher den Sprung vom Formel 1 zum Motorradrennsport verkackt, genauso anderherum ein Valentino Rossi. Das einer von den beiden nicht fahren kann, wird wohl niemand behaupten.

Sicherlich mag es dem Zeitgeist entsprechen, die "alten" Abgrenzungen zu hinterfragen und einzureissen, aber diese haben einen Sinn und man sollte aufhören Verbindungen zu schaffen wo keine sind. Wenn also Karate-Joe jetzt meint, er ist auch Spankingmaster im Dungeon und Übermasterdom-John glaubt mit seinen Rohrstockkünsten auch im Fechten oder Escrima was reissen zu können... das endet jeweils in einer Katastrophe.

Ich bin kein Mensch der Gewalt generell ablehnt oder gar verpöhnt, aber (BD)SM heisst für mich das Zufügen von Schmerz und mit diesem spielen... ohne der Absicht von Gewalt, im Gegensatz zum Kampfsport.

Von daher... Nein. Es gibt keine Parallelen und ist auch nicht miteinander vereinbar. Bei dem Thema ist auch die Grenze meiner Toleranz erreicht, als (Ex)Kampfsportler wie auch als SMler...


Antwort auf diesen Kommentar

Gerade wenn man beide Welten kennt, weiß man, beide beruhen auf Konsens, bei beiden wird der Rahmen dessen was man macht von allen Beteiligten gemeinsam angesteckt und jeder kann jederzeit die Szenerie abbrechen.

Ob Kampfsport Gewalt ist, ist eine sehr spannende Frage, hier kommt es auf die Definition von Gewalt an. Gleiches kann man aber auch zum SM überlegen. Beides sollte auf keinen Fall destruktiver Natur sein.

 

Wenn die Grenze deiner Toleranz erreicht ist, ist das sehr bedauerlich, insbesondere unter dem Aspekt, dass jemand der sich intensiver mit dem Bereich BDSM auseinandergesetzt hat, wohl irgendwann mal auf die Bereiche ImpactPlay, Playfighting, Rough Body Play, usw gestoßen sein wird. Das ist zurecht Teil von BDSM und der Szene und ja, da geht es genau auch um Techniken aus dem Kampfsport, die übernommen werden.

 

Wobei wir schon mehrere "Diskussionen" miteinander hatten, ich erinnere mich hier an wenige Personen aber der öffentliche Beitrag zum, ab wann ist BDSM krankhaft ist hängen geblieben... "Krankhaft finde ich den Versuch, BDSM als "normal" hinzustellen. Sorry, aber gerade im masochistischen wie auch submissivem Bereich ist mir noch keine "Spielpartnerin" begegnet, die nicht irgendwelche therapeutischen Massnahmen erfahren hat in der Vergangenheit oder in Behandlung war aus diversen Gründen und diese "Hilfe" bei vielen es eher einem seelischem Martyrium glich, was nichts veränderte sondern eher langfristig noch schadete und es verschlimmerte. "

 

Daher ordne ich dies hier auch als eine sehr persönliche Ansicht ein, die wohl nur wenige BDSMler teilen werden.

 

Wrestling ist, das setze ich mal bei einem erfahrenen Kampfsportler voraus (und wenn eben nicht das olympische Ringen gemeint ist) kein Kampfsport, ebenso wenig wie Krav Maga, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

 

„Wer versucht, da Parallelen zu ziehen, hat keine der beiden Philosophien verstanden.“

 

Was du hier eigentlich sagst ist: „Wer das anders interpretiert als ich, versteht es nicht.“ Das ist nicht Argumentation, das ist ähnlich wie die Aussage alle Subs sind krank Absolutismus. Du verteidigst deine Lesart der Disziplin, das ist dein gutes Recht. Aber sie ist nicht exklusiv gültig und die Philosophien sind schon sehr unterschiedlich je nach BDSMler oder auch Kampfsportler.

 

Du wirfst hier zwei Disziplinen in einen Topf und lehnst ihre Verbindung aus Prinzip ab, nicht aber aus Logik.

 

Ich finde:

• Wer sich nicht im Griff hat, gehört in keine dieser Welten.

• Wer Gewalt sucht, ist in beiden fehl am Platz.

 

Gerade wenn man beide Welten wirklich kennt dann sollte man auch wissen, dass wer sich nicht unter Kontrolle hat, hat in keinem dieser Bereiche etwas verloren. Kontrollverlust oder Gewaltphantasien, die ohne Konsens ausgelebt werden haben in beiden Bereichen keine Daseinsexistenz. Dennoch kann man es nicht 1:1 in allen Bereichen vergleichen, im BDSM-Kontext ist der Schaden durch Kontrollverlust in meinen Augen wesentlich gefährlicher. Denn hier geht es oft um Verletzlichkeit, emotionale Öffnung, intensive Nähe, nicht selten bei verbundenen Augen, fixierten Gliedmaßen oder bewusstem Kontrollabtritt. Wer dort die Grenze überschreitet, schädigt nicht nur körperlich, sondern tief emotional und dies mitunter sehr nachhaltig.

 

Mir geht es also mit Nichten darum zu sagen, beides ist eins. Aber Teile von dem einen Bereich dürfen, sofern sie im anderen Bereich auf einen Konsens aller Beteiligten treffen, übernommen und auch genossen werden. Für mich gibt es nur die Richtung Kampfsport hinein in den BDSM Bereich, ich kenne aber auch andere, die in die gegensätzliche Richtung übertragen wollen und dürfen (weil Konsens).

 

Sweetbound schrieb am 17.07.2025


So etwas wäre sehr heiß, besonders bei einer Überwältigungssession!


Antwort auf diesen Kommentar

Für solche Szenarien ist es auch sehr geeignet, sofern vorab abgesprochen.

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