Immer wieder verbieten Doms ihren Partnerinnen, mit anderen Doms Kontakte zu pflegen. Natürlich kann man es sich leicht machen und sagen, wozu auch, sie hat einen Dom und kann eben auch nur einem dienen.
Führen beide eine reine Spielbeziehung und ist Sub zudem solo, ist das Verbot von neuen Kontakten mehr als unfair. Eine Affäre dient den meisten Menschen dazu, das Singleleben aufzupeppen und eben etwas Spaß zu haben, auf keinen Fall sollte dies aber dazu führen, dass man gezwungen wird die Suche nach dem richtigen Partner einzustellen.
Auch wenn der Dom ein Exklusivrecht auf seine Sub haben will, sollte er ihr, wenn sie den Mann für beides sucht, keine Steine in den Weg legen. Dom sein bedeutet eben auch Verantwortung übernehmen, und wer nett ist hilft vielleicht sogar bei der Suche.
Ist es mehr als eine Spielbeziehung und führen beide eine wirkliche Beziehung, so ist gegen die Kontaktsperre unter dem Gesichtspunkt der Manipulation oder etwaiger anderer nachvollziehbarer Motive nichts zu sagen. Jedoch sollte Sub kritisch bleiben, ob nicht doch ganz andere Beweggründe dahinterstecken, denn diese können recht mannigfaltig sein.
1. Typ Dom, der alte und neue Kontakte zu Doms untersagt
Doms, die alle Neukontakte verbieten und auch Altkontakte unterbinden wollen, tun dies meist nicht ohne Grund, jedoch sind sie selber meist sehr an neuen Kontakten interessiert, denn sie könnten ja etwas verpassen. Sehr häufig schlagen sie sich auch mit eigenen Komplexen herum, vor allem dem der Verlustangst, weil sie als Kinder zu wenig Aufmerksamkeit und/oder Liebe erhalten haben.
Ein Dom sollte immer auch über ein gewisses Selbstvertrauen und natürlich die nötige Ehrlichkeit verfügen. Ich finde, auch wenn es evtl. Gründe geben mag, neue Domkontakte zu unterbinden, die Altkontakte sind nicht ohne Grund alte Kontakte, hätte es die Option auf mehr als Kontakt schon mal gegeben, so wäre dies früher schon geschehen.
Wer einen Dom hat, der alle Kontakte zu dominanten Personen untersagen will, sollte ihn direkt fragen, warum dies so sein soll und ob er sich währenddessen selbst nach neuen devoten Kontakten umschaut.
2. Kein Kontakt zu unbekannten Doms
Gefällt es einer Sub nicht mehr, hat sie die Möglichkeit, die Beziehung, gleich welcher Natur diese auch sein mag, zu beenden. Neue Kontakt zu anderen Doms, die nicht durch den eigenen Dom „abgesegnet“ werden, könnten eben dazu führen, dass Sub einen findet, der besser ist oder sie dies zumindest glaubt. Bedenkt man die bereits erwähnten häufig vorkommenden Verlustängste verwundert es kaum, dass so viele Doms dieses Mittel nutzen, um sich eine gewissen Sicherheit zu schaffen.
3. Kontakt nur zu gleichgeschlechtlichen Subs erlaubt
Darf eine Sub nur mit anderen Subs, am besten noch vom gleichen Geschlecht, schreiben, erhöhen sich zudem die Chancen des Doms auf eine zweite Sub. Daher wird neben dem Verbot, mit männlichen Doms zu schreiben, gleichzeitig die Aufmunterung gesetzt, doch ruhig mit Subs, aber eben nicht mit Paaren zu kommunizieren. Irgendwann mischt sich Dom dann ein um zu sehen, was das für eine ist und ob sie etwas für ihn wäre. Lässt er Sub gewähren ohne wissen zu wollen, mit wem und was sie mit der anderen Sub schreibt, ist zumindest jene Option der Zweitsubintention eher von geringer Wahrscheinlichkeit.
4. Gar keine BDSM Kontakte
Werden auch Kontakte zu anderen Subs verboten, führt dies zu einer Isolation der Sub, sie kann sich somit nicht mehr mit anderen Austauschen und eben auch andere Ansichten als die ihres Doms erfahren. So können gerade unerfahrene Subs viel leichter manipuliert werden. Auch gibt es keine kritischen Stimmen, die Sub zum Nachdenken anregen könnten, wenn etwas wirklich schief läuft in der Beziehung. Ähnliches gilt natürlich auch, wenn Dom die Kontakte herstellt und so durch die Kontakte auch gleich sein Bild von BDSM weiter vermitteln und bei Sub manifestieren kann.
5. Der Typ,Dom, der jegliche Männerbekanntschaften untersagt
Ich habe auch von Doms gehört, welche nicht nur den Kontakt zu anderen Doms/BDSMlern untersagt haben, sondern ganz allgemein zu jeglichen neuen Männerbekanntschaften und zum Teil auch Expartnern.
Wenn es hier nicht um Komplexe auf Domseite geht, dann weiß ich es auch nicht mehr. Dies kann natürlich unter dem Deckmantel 24/7 irgendwie untergejubelt werden, aber die Begründung dürfte objektiv betrachtet eher amüsant denn zutreffend sein. Expartner können durchaus gute Freunde sein, ohne dass einer von beiden mehr will und ja, auch nicht jede normale Bekanntschaft zwischen Mann und Frau zielt nur auf das Eine ab…
6. Reale Gefahren bei anderen BDSM Kontakten
Eine Krähe hackt einer anderen nicht das Auge aus, dies gilt nicht für BDSMler. Die Szene hat - wie viele anderen auch - eine „leichte“ Neigung zur Intrigenbildung und Neid, wie und warum, das können Soziologen besser beantworten als ich.
Ein geschickter Dom – meist getrieben von Eigeninteressen – kann natürlich den eigenen Dom schlecht reden. Wer weiß, wie es geht und das nötige Gespür hat, dem dürfte dies nicht wirklich schwer fallen, denn die Neigungen stimmen eigentlich nie zu 100% zwischen Dom und Sub überein. Zudem geht es ja härter, weicher und es gibt eine Menge möglicher Facetten bei den Spielarten.
Subs sind meist von Neid getrieben, wenn sie versuchen, einen negativen Einfluss auf die Beziehung von Dom und Sub auszuüben. Mal ist es eine Expartnerin, mal einfach nur die Frustration, warum andere glücklich sind, man selbst es aber eben nicht ist.
Ich hatte selbst den Fall, in der sich eine Expartnerin ein neues Profil zulegte, sich virtuell mit meiner damaligen Partnerin anfreundete und zuerst alles über die Beziehung erfahren wollte und nachher versuchte dazwischenzufunken. Auch wenn der Plan nicht gänzlich aufging, kam es zu nicht unerheblichen Irritationen zwischen uns.
Ich weiß, dass ich mir mit dieser Seite nicht nur Freunde mache, besonders in der Szene, von daher mag es sein, dass so etwas zukünftig wieder, diesmal vielleicht von Leuten, die sich auf den Schlips getreten fühlen, initiiert werden könnte. Dennoch ist diese Gefahr kein Grund, neue Kontakte grundsätzlich pauschal zu untersagen.
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