Im Endeffekt haben mich zwei BDSM-Beziehungen wirklich berührt und wie es wohl immer bei intensiven Erlebnissen ist, sie prägen einen. Natürlich neigt der Mensch dazu, nach einer Trennung zu idealisieren oder zu verteufeln. Liegt diese länger zurück, mag dabei ein recht verklärtes Bild herauskommen.
Die beiden für mich prägenden Beziehungen liegen sieben und drei Jahre zurück. Vor etwa drei Jahren endete die Beziehung, die ich unter perfekte Sklavin, labile Frau verbucht habe; vor sieben Jahren die Beziehung, die ich unter perfekte Frau aufführen würde. Natürlich ist mir klar, dass niemand perfekt ist und wenn ich es kritisch hinterfrage, fallen mir einige Gründe ein, warum jene Person in jenem Gebiet sicher nicht perfekt ist. Jedoch mag ich eben auch Persönlichkeiten und diese weisen Konturen auf.
Mit der perfekten Sklavin war ich immerhin gut ein Jahr liiert und wir planten schon das Zusammenleben, bevor sich ihre labile Persönlichkeit einschaltete und uns einen Strich durch die Rechnung machte. Die Beziehung mit der anderen Frau dauerte hingegen nur einige Wochen, also ein Zeitraum, in dem man sich verlieben, aber ganz sicher nicht lieben kann.
Gestern, nach Jahren der Funkstille, meldete sich also „die perfekte“ Frau bei mir. Unter anderem schrieb sie dabei auch: „Ich hab mich immer mal gefragt wie es dir geht, was macht der Job, was macht die Liebe etc.“ Da ich es immer bedauert habe, dass wir keinen zweiten Versuch gestartet hatten – zumal die Beziehung nicht an uns, sondern an externen Umständen gescheitert war – weckte dies bei mir die Hoffnung, sie wäre solo.
Inzwischen weiß ich, sie ist glücklich liiert, und auch wenn dieser Kontakt dazu geführt hat, dass ich etwas den beiderseitig verpassten Chancen hinterher trauere, hat es mich aber auch darin bestärkt, mich intensiver neu umzuschauen.
Es gibt sicher nicht nur eine Person, die wirklich gut zu mir passt und wer weiß, mit etwas Glück finde ich vielleicht auch in nächster Zeit die Frau, die ich als perfekt in beiden Bereichen für mich empfinde und ich hoffe sehr, sie denkt dann ebenso über mich.
Daneben hat mir dieser Kontakt wieder mal eindeutig gezeigt, wo meine Prioritäten liegen, der perfekten Sklavin trauere ich schon lange nicht mehr hinterher, einer kurzen und intensiven Beziehung, die bereits doppelt so lange zurückliegt hingegen schon, und das, obwohl ich mit jener Person nur an der Oberfläche des Bereichs BDSM gekratzt habe.
Noch keine Kommentare.