Eigentlich gehört für mich zärtlicher Sex (Blümchensex) in eine Beziehung. In meinen Augen ist diese Art der Sexualität etwas sehr intimes und damit eigentlich einer Liebesbeziehung vorbehalten.
Es ist Sommer, ich bin schon etwas länger wieder solo und wie immer bin ich mit meinen Einkäufen viel zu spät dran. Sprich es ist 21.20 Uhr und der große Supermarkt in der Nähe schließt um 22 Uhr. Also Einkaufskorb eingepackt und los.
Es fällt mir immer wieder auf, dass gerade zwischen 19 und 22 Uhr der Supermarkt von Leuten im Alter von 21 bis 35 regelrecht überlaufen wird. Recht zielgerichtet landen die Einkäufe in meinem Korb und in der Süßigkeitenabteilung halte ich mich wieder etwas länger auf. Katjes gibt es im Sonderangebot und so versorge ich mich für die kommenden Wochen mit den entsprechenden Tüten.
Eine junge Frau scheint in der Abteilung etwas zu suchen und ich frage sie, ob ich ihr vielleicht kurz helfen könnte. Nun, sie plant am Wochenende eine Party und sucht Essigchips. Auch wenn das nicht gerade mein Fall ist, weiß ich zufällig, wo diese stehen, zeige es ihr und wir gehen danach wieder getrennte Wege.
Bei den Getränken sehen wir uns erneut. Sie kauft die harten Sachen für die Party, ich bin mit Wasser, Saft und Vitamalz wohl die Kategorie Softie. Beim Vorbeigehen kann ich nicht anders und sage kurz zu ihr, dass es wohl eine ganz schön wilde Party wird. Sie lacht und sucht weiter.
Zu guter letzt treffen wir uns an der Kasse, wo die Schlange doch recht lang ist. Kein Wunder, abends werden die Kassierer besser bezahlt und der Laden spart wohl am Personal. Also reihe ich mich hinter ihr ein. Da es nicht meine Art ist eine Frau in der Öffentlichkeit mit den Augen auszuziehen, hatte ich mir bisher nur ihr Gesicht wirklich eingeprägt: dunkelbraune Haare, rehbraune Augen und schöne gleichmäßig Gesichtszüge gepaart mit relativ vollen Lippen. Was ich nun hinter ihr stehend sehen konnte, gefiel mir ebenfalls sehr gut. Eine schlanke Taille und ein knackiger Po.
Bei einem Blick in ihren Einkaufswagen denke ich mir, dass dies für eine Party nicht viel sei, sie aber wohl Studentin ist und es ohne Auto sicher ein Transportproblem gäbe, würde sie mehr einkaufen. Ich kann es mir nicht verkneifen und sage zu ihr: „Nun, das sieht wirklich nach einer netten Party aus, da frage ich mich fast, was man dafür tun müsste um eingeladen zu werden.“ Keine Ahnung, wie ich dazu kam, so etwas zu sagen. Eigentlich dachte ich, dass ich inzwischen aus dem Alter heraus bin, mich selbst auf Partys einzuladen. Da ich aber immer neugierig auf neue Leute bin, habe ich mich wohl wieder mal getäuscht.
Sie sagte recht frech: „Da musst du dir schon etwas einfallen lassen.“ Da ich mir recht sicher war, dass sie wohl die Bahn oder den Bus nehmen müsste, die jeweils in rund 500 Meter entfernt eine Haltestelle haben, sagte ich: „Bei dem ganzen Einkauf könnte ich dir meine Hilfe beim Transport anbieten.“ Sie schaute etwas verdutzt, aber entgegnete schlagfertig: „Das hättest du mir aber ruhig früher sagen können.“ Darauf meine ich: „Nun, bei den Süßigkeiten hättest du es doch als ganz dumme Anmache aufgefasst.“
Wir lachten, plauderten fröhlich weiter und sie stellte mir in Aussicht, dass dieser Dienst vielleicht mit einer Einladung honoriert werden würde. Ich merkte, wie ich anfing sie zu wollen. Tja, Sommer, Sonne, solo und nur eine Affäre, die ich alle zwei, drei Wochen sehe, das hat eben seine Auswirkungen.
Wir packten also die Sachen in mein Auto und ich fuhr sie nach Hause. Dort angekommen, half ich ihr und brachte die Einkäufe in ihre Wohnung. Ob man so etwas machen sollte als Frau, ist eine andere Frage, aber aus welchem Grund auch immer, Menschen vertrauen mir sehr schnell und so war es scheinbar auch in diesem Fall - btw. welcher Serienkiller kauft schon Malzbier ein -. Inzwischen wusste ich auch, dass sie Studentin der Rechtswissenschaften ist und die Wohnung war eine typische Studentenbude.
Ich fragte, ob ich denn nun eingeladen wäre. Frech, wie sie zu sein scheint, meinte sie nur, ich hätte es fast geschafft. Ok, ich bin ehrlich, es ging mir gerade nicht wirklich um die Einladung, sondern darum, eine ganz andere Art von Einladung zu erhalten, also sagte ich: „Du siehst recht verspannt aus, bei deinem Studium, bei dem man die ganze Zeit in der Bib sitzt, ist das kein Wunder, also mein letztes Angebot: Eine Nackenmassage und danach sehen wir uns am Wochenende.“ Sie schaute mich wieder etwas verdutzt an und ich meinte kurz, dafür musst du dich nur an den Tisch setzen. Ein kurzes „OK“ und ich begann mein Werk.
Früher waren meine Massagen das, was man heute wohl einen Türöffner nennt. Ich war darin recht geschickt und es ist eine sehr gute Möglichkeit körperlichen Kontakt aufzunehmen und unter einem netten Vorwand Körperstellen zu erkunden. Wenn man dann noch weiß, wie man nicht nur entspannt, sondern auch subtil stimuliert, dann kommt man dem Ziel ein gutes Stück näher. Es kam also wie es kommen sollte (musste wohl nicht, immerhin bin ich im "normalen" Kontext wohl etwas aus der Übung), wir landeten auf ihrem Bett, zogen uns aus (wobei sie bereits am Küchentisch einen Teil ihrer Kleidung verloren hatte) und hatten einfach eine Menge Spaß miteinander.
Ich verwöhnte, wurde verwöhnt und es kam mir gar nicht in den Sinn, sie irgendwie zu schlagen oder zu erniedrigen. Sie ist einfach ein nettes Mädel und ich glaube sie wäre recht geschockt, wenn ich ihr von meinen Vorlieben berichten würde. Angeschnitten hatte ich das Thema schon und wie es aussieht, ist das wohl so gar nichts für sie.
Einige Folgen hatte das Ganze natürlich: die Lebensmittel, die gekühlt werden sollten und die ganze Zeit in meinem Auto lagen, landen daheim gleich in der Tonne, ich hatte das erste Mal seit gut zehn Jahren wieder normalen Sex außerhalb einer Beziehung, lag seit meiner letzten Beziehung das erste Mal wieder in einem fremden Bett, hatte sehr unverhofft einen wirklich schönen Abend und ganz ehrlich, ich fühle mich wirklich befriedigt. Ach ja, und zur Party bin ich auch eingeladen, so schlecht scheint demnach der normale Sex mit mir auch nicht zu sein.
Tja, ich bin eben einer dieser ganz Perversen, die sogar an normalen Sex ihren Spaß haben. Ob ich nochmals mit ihr Sex haben werde, keine Ahnung, eigentlich gehört der zärtliche Sex für mich noch immer in eine Beziehung, aber vielleicht starte ich auch einfach mal eine Kuschelaffäre…
Cleopatra schrieb am 13.01.2015
Hallo Gentledom,
lese gerade deinen Blog "späte Einkäufe und Blümchensex".......... Und bin verwirrt.
Dachte immer, Blümchensex kommt für viele BDSMler, gerade Doms nicht mehr in Frage - zu fade, zu wenig aufregend, zu "vanilla" (wie ich dieses Wort hasse...)
Ich persönlich kann auch noch sehr netten Kuschelsex haben, mal mehr oder weniger zart oder hart. Richtig gut gemacht, steht er einem "Spiel" nicht allzu weit entfernt gegenüber...
Danke für die nette Geschichte; ermutigt mich, einfach so zu bleiben wie ich bin....
Ich könnte eher auf BDSM denn auf "liebevollen" Sex in einer Beziehung verzichten :) Also ich habe auch sehr viel Spaß ohne Ketten, Peitschen und Co. Wobei ich sicher nichts gegen Spaß auch mit diesen habe ;) Schön dass mein Einblick dich ein wenig in deiner Meinung bestärken konnte.
Sarah schrieb am 01.08.2010
Ach,
so ein schöner Eintrag und so ein schöner Abend. So soll es doch sein. Man erwartet gar nichts und dann ergibt sich so etwas Spannendes. Ja, auch Blümchensex kann spannend sein... ;)
Das sind doch die Momente, die das Leben so lebenswert machen.
Gerade wenn man dies schon recht lange nicht mehr hatte ist es spannend ;-) wobei ich mich natürlich schon ein wenig nach dem "Warum" frage.
Kleine Blonde schrieb am 10.07.2010
Hallo Gentledom,
ich durfte dich im vergangen Jahr kennenlernen und habe die Zeit mit dir sehr genossen. Es wundert mich kaum, dass du eben nicht nur mit deiner Dominanz, sondern auch ganz normal mit Charme und Geschick verführen kannst.
Die kleine Blonde mit dem Schokokuchen
Hallo "Kleine Blonde",
es scheint wohl zu einem Trend zu werden sich hier zu anonymisieren ;-) danke für die lieben Worte und auch wenn ich den Schokokuchen sehr genossen habe bleibst du mir weitaus intensiverer in Erinnerung. Wobei es mich wundert, dass du einen so alten Blogeintrag kommentiert hast.
Liebe Grüße
Gentledom