Denkt man an Druck, fällt einem sicher zuerst der Druck ein, den Dom auf Sub in bestimmten Situationen ausüben kann. In den letzten Tagen ist mir aber eines klar geworden: Oftmals ist der größte Druck, der ausgeübt wird, der, den sich Sub selber macht.
Viele Subs haben gerade zu Anfang das eine Ziel: Perfekt zu sein. Dafür benötigen sie natürlich Informationen, was denn nun perfekt sein könnte. Die einen denken selber nach und entwickeln ihr eigenes Bild, die anderen übernehmen reflektiert oder auch unreflektiert Ansichten des Partners und wieder andere durchforsten das Internet um zu sehen was eine Sub wohl so alles ausmacht oder es ist einfach eine Mischung aus allem.
Natürlich ist dieser Druck nicht nur auf Sub begrenzt, auch einige Doms und hier besonders die Anfänger oder die, die nicht so sicher dabei sind, machen sich viel Druck. Sie wollen es sich und eben auch der Partnerin beweisen, ein waschechter Dom zu sein und zielen dabei leider auch ab und an über das Ziel hinaus.
Für jeden, der gerade in dieser Phase steckt: In meinen Augen gibt es nur zwei richtige Ansichten zu dem Thema. Eine gute Sub ist die, die ihren Herrn und sich glücklich macht oder eben eine gute Sub ist die, die mit sich und dem, was sie macht, glücklich ist. Ein guter Herr ist der, der mit sich und was er tut im Reinen ist und der sich der Verantwortung bewusst ist, die er als Herr hat und ebenso handelt.
Wenn eine Sub nur denkt „ich will für ihn eine perfekte Sklavin sein“, verliert sie schnell die eigenen Bedürfnisse aus den Augen und ja, diese hat jeder und sei es nur, dienen zu dürfen. Man könnte nun versucht sein zu sagen, wenn jemand aber nur dieses Minimalbedürfnis hat zu dienen, dann kann doch zumindest in dem Fall nichts schief laufen. Falsch, wenn Dom Sub dann am langen Arm verhungern lässt, würde selbst eine Sub, die nur dienen will, nicht glücklich werden. Zudem haben die meisten Subs mehr Bedürfnisse als nur dienen zu dürfen.
Ist man neu in dem Bereich, mag einen vieles erschlagen. Hier sollte sich jeder erst einmal herantasten und schauen, was einem wirklich Spaß macht. Wenn man dies dann merkt und weiß, muss man es auch seinem Partner gegenüber kommunizieren. Ein verantwortungsbewusster Dom wird gerade eine Anfängerin nicht direkt durch die Hölle und wieder zurück peitschen, um es bildlich auszudrücken.
Ich persönlich zeige lieber zuerst den Himmel, also das, was ich alles Schönes für eine Sub machen kann, und lasse sie höchstens mal vom Rand des Himmels die Hölle weiter unten erahnen. Kennt sie den Himmel, hoffe ich, sie wird auf mein Wort hören und hört sie dann nicht darauf, gibt es einen Ausflug in die Hölle, aber eben angepasst an die Sub und ihre Verfehlung. So kann ich für nichts bestrafen, was meiner Partnerin nicht bekannt sein kann und als Lehrer/Mentor/Führer oder wie auch immer man sich sieht, liegt es in Doms Hand zu fördern und zu fordern.
Von einer BDSM Beziehung wollen beide Partner profitieren, eine dauerhaft unglückliche Sub, mit der kann ich keinen Spaß haben und ich denke auch niemand geistig gesundes würde einen solchen Zustand dauerhaft ertragen wollen.
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