Von der Mitschuld der Subs und der Intensität der Macht

Die Praxis ist der beste Lehrmeister, folglich starte ich mit einem aktuellen Beispiel. Auf die konkrete Situation werde ich allerdings nicht eingehen, sondern diese extrem vereinfacht darstellen: Zwei Paare sind zusammen auf einer Playparty. Bei beiden wurden gewisse Absprachen über das Fremdspielen getroffen. Beide Doms setzen sich über diese Absprachen hinweg. Nennen wir die beiden Subs Sub1 und Sub2. Beide Doms spielen also heftig mit einer fremden Sub während ihre Sub ziemlich blöd zuschaut.

Reaktion Sub1
Sub1 bringt ihren Unmut etwas zum Ausdruck und sagt ihrem Dom, dass das gegen ihre Absprache war. Als sie fragt, warum er das gemacht habe, lautet seine Antwort: „Weil ich es kann.“ Da sie sich nicht wirklich wehrt, hat er bewiesen: Er kann es wirklich.

Reaktion Sub2
Sub2 schaut sich das alles in Ruhe an und macht danach ihrem Dom klar, was für ein Idiot er war. Ferner macht sie ihm sehr deutlich, dass sie keinen Dom akzeptieren kann, der sich selbst nicht an die eigenen Regeln hält. Sie erklärt ihm, dass sie keinen Dom ernstnehmen kann, der sich nicht an die eigenen Regeln hält und er damit für sie als Dom nunmehr gestorben ist. Dom ist reumütig und kleinlaut, er bedauert seinen Fehler ernsthaft und will versuchen, das verlorene Vertrauen wiederaufzubauen.

Was waren die Auswirkungen?
Sub1 schluckte ihren Unmut runter und hatte eine wunderbare Nacht mit ihrem Dom, der sie später noch intensiv bespielt hat. Sub2 hat seitdem nicht mehr mit ihrem Dom gespielt, sie wird es erst dann wieder tun, wenn er ihr Vertrauen zurückgewonnen hat - wenn überhaupt. Auf den ersten Blick hat Sub1 also eine kluge Wahl getroffen, nur der Weg des geringsten Widerstandes ist sicher nicht immer der beste.

Sub1 hat ihren Dom bestätigt, er braucht keine Grenzen einhalten. Als Dom weiß ich selber wie schwer es ist, sich in einer Situation selbst unter Kontrolle zu halten, in der meine Sub mir erlaubt, alles (also wirklich tabulos) mit ihr zu machen, was ich will. Wer als Dom einmal diese Art der Macht gespürt hat, weiß wie verlockend es ist, sie auch vollständig zu nutzen. Nur ein hohes Maß an Selbstkontrolle kann dann die ungezügelte Nutzung dieser Macht verhindern.

Wenn ein Dom sich diese Macht nun ohne Absprache nimmt, wird das Gefühl wohl noch intensiver und verlockender sein. Sollte er dann aber auch noch "lernen", dass dies keine Konsequenzen von Seiten seiner Sub hat, was wird dann aus seinen moralischen oder sonstigen Hemmschwellen?

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster. Sub1 wird von ihrem Dom nicht so einfach loskommen, noch oft verletzt werden, aber auch viele intensive BDSM Erfahrungen sammeln, bevor die Beziehung sehr unglücklich für sie enden wird und sie am Boden zerstört ist. Ihr BDSM wird sehr intensiv sein, weil es keine wirklichen Grenzen kennt und das fasziniert und, so paradox wie es sich anhört, schmiedet Sub1 und ihren Dom zusammen. Zu vergleichen wäre dies wohl am besten mit der in der Psychologie umstrittenen Co-Abhängigkeit (und dabei ein Faktor, dass sich der Coabhängige durch seine Bindung zum Abhängigen vor seiner eigenen Verantwortung drückt). Bei Sub2 und ihrem Dom kann ich keine Prognose erstellen, bei ihnen ist alles ergebnisoffen. Vielleicht verändert sich ihr BDSM, vielleicht baut der Dom das Vertrauen wieder auf und sie können noch einmal neu beginnen, vielleicht trennen sich aber auch ihre Wege als Dom und Sub.

Doms, die keine Grenzen kennen, dazu noch einfühlsam sind und darüber hinaus noch die Fähigkeit haben, Nähe aufzubauen, sind absolut faszinierende Partner. Die Partnerschaft erlebt extreme Höhen aber auch Tiefen, es ist eine schier unendliche Achterbahn der Gefühle, die eine Beziehung ermöglicht, die in ihrer Intensität mit keiner anderen zu vergleichen ist.

Gerade die extremen Tiefen lassen die Höhen noch höher erscheinen. Der Nachteil liegt auf der Hand, solche extremen Schwankungen hinterlassen beim Opfer immer auch schwere Verletzungen. Zudem wird es sich in jeder der darauf folgenden Beziehungen immer nach diesen extremen Höhen sehnen. Jemand, der aus einer solchen Beziehung kommt, ist für lange Zeit durch sie geprägt.

Ich erhalte recht regelmäßig Emails, in denen Subs um einen Rat bitten. Häufig geht es darum, dass ihr Dom sie durch ein Verhalten tief verletzt hat, meist in Verbindung mit einer Grenzüberschreitung. Frage ich nach, so kommt immer heraus, dass es nicht die erste Grenzüberschreitung war.

Wenn ich eine neue Sub habe weiß ich, sie wird irgendwann meine Dominanz testen, indem sie Anweisungen verweigert oder auch von mir gesetzte Grenzen überschreitet. Die meisten fangen klein an und schauen dann, wie ich reagiere. Ich bin in diesen Fällen sehr konsequent, deshalb muss ich dann nicht mehr viel tun. Sub weiß nun, die Grenze ist klar definiert und ich wache über diese. Damit ist sie kein theoretisches Konstrukt, sondern greifbar und jede Überschreitung ist mit harten Konsequenzen verbunden. Kurzum passt: Wehret den Anfängen! ;)

Was weniger bekannt ist: Auch wir Doms testen Grenzen aus. Die für mich einseitig unverrückbaren Grenzen sind die Tabus meiner Partnerin, aber auch ohne Tabus zu brechen, können wir Grenzen testen. Wie weit folgt Sub unseren Anweisungen, was ist sie bereit zu ertragen, was lässt sie mit sich machen und kann ich mit ihr zusammen aus einem Tabu eine Grenze machen, die wir gemeinsam überschreiten? Andere Doms sind hier leider häufig weniger skrupellos als ich und setzen sich eben auch über Tabus und Absprachen hinweg.

Auch eine Sub muss ihre Grenzen verteidigen. Tut sie dies nicht, wird aus einer gleichwertigen (nicht zu verwechseln mit gleichberechtigten) Partnerin ein williges Opfer, über das der Dom „wahre“ und eben nicht nur gespielte oder geliehene Macht ausüben kann. Ein Dom, der nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, wird dabei mit kleinen Überschreitungen anfangen und sich dann immer mehr steigern.



Anekdotenzeit:
Wenn man einen Frosch in kochendes Wasser wirft, dann tut er alles, um dem Inferno zu entkommen. Setzt man ihn aber in lauwarmes Wasser und erhöht langsam die Temperatur, dann kocht er bei lebendigem Leibe, ohne dass er Anstrengungen macht, sein Wärmegefängnis zu verlassen.“ Da die FDP nicht mehr auf der großen politischen Bühne zu sehen ist, will ich unseren kürzlich ausgeschiedenen Wirtschaftsminister Rösler hier zitieren und verlinken ;), wobei ich diese kleine Geschichte auch schon bei einer Fortbildung von einem Dozenten gehört habe. Sie soll zeigen, dass sich Menschen bei langsamen negativen Veränderungen nicht wehren, da es ein fließender Übergang und kein abrupter Einschnitt ist. Übrigens, der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte liegt bei Null (tagespolitisch also beim Wert, den wir der NSA auf der Beliebtheitsskala geben würden). Wir tun den Fröschen also Unrecht. Dennoch, auch wenn der Frosch reagiert, so reagieren sehr viele Subs auf die ersten kleinen Grenzüberschreitungen nicht oder nur in einem Maße, in dem es für den Dom bei weitem noch nicht schmerzhaft genug ist.

Dabei muss es doch gerade für die Subseite im eigenen Interesse sein, Grenzen klar zu definieren. Wie kann man einem Dom vertrauen, der sich nicht an Absprachen hält? Natürlich ist es nicht leicht, einen vernünftigen Dom zu finden. Aber bitte, wenn Ihr schon deswegen Kompromisse eingehen müsst, dann doch bitte welche, die für Euch nicht zu einer echten Gefahr werden können.

Stellt Euch vor, eine Sub trennt sich von ihrem Dom, der in dieser Beziehung keine klar definierten Grenzen kannte. Wen wundert es da, dass viele dieser Doms die Trennung nicht akzeptieren und die Sub stalken, bedrohen oder was auch immer. Sie haben gelernt, dass nur ihr Wille zählt. Also wie kann Sub dann entscheiden, dass eine Beziehung endet? Das steht nach dieser Dom-Logik dann auch nur ihnen, keinesfalls aber der Sub zu. Ich will mitnichten den Subs die Schuld in die Schuhe schieben, die Hauptverantwortung liegt für mich beim dominanten Part. Er bestimmt als aktiver Part die Richtung, die das Spiel nimmt. Dennoch, wenn ich sehe, dass mich mein Mitspieler beim Monopoly bescheißt und ich schreite nicht ein, dann kann ich mich nachher nicht wirklich beschweren, wenn ich das Spiel am Ende verloren habe.

Also liebe Subs, verteidigt Eure Grenzen! Denn es wird niemand sonst für Euch tun.
Der Unterschied zwischen einer Sub und einem Opfer liegt in der Freiwilligkeit der Unterwerfung. Eine Grenzüberschreitung bedeutet, dass Ihr etwas gegen euren Willen ertragen müsst und damit nicht mehr Sub, sondern nur noch ein Opfer seid. Wollt Ihr wirklich ein Opfer sein? Aus dieser Opferrolle kommt Ihr nur heraus wenn Ihr euch wehrt, dies kann auch noch nach der Tat erfolgen.

Also liebe Subs, Regeln binden beide Seiten!
Ihr habt einen Anspruch darauf, dass dies so ist. Eure Tabus sind seine Grenzen, überschreitet er sie, hat er keinen Respekt vor Euch und euren Bedürfnissen. Gemeinsame Absprachen binden Dom und Sub gleichermaßen. In meinen Augen binden diese einen Dom sogar noch mehr, da ich an eine Führungspersönlichkeit höhere Ansprüche stelle. Regeln, die der Dom aufstellt, gelten für Euch. Im Gegenzug muss der Dom die Einhaltung aber auch überwachen und die Regeln durchsetzen. Tut ein Dom das nicht, so ist sein Regelwerk nichts wert und nur eine Illusion, die seiner Bequemlichkeit dient.

Also liebe Subs, seid uns gleichwertig auch wenn Ihr nicht gleichberechtigt seid.
Eine dominante Person die keine Sub hat, kann sich zwar Herr schimpfen, ist aber keiner. Wir Dominanten brauchen Euch ebenso wie Ihr uns. Ohne Euch sind wir nichts, denn erst durch Euch können wir uns ausleben und Herr/Master/Sir/Slaveholder oder was auch immer sein. Also sind wir von Euch abhängig, entzieht Ihr uns eure Gunst, so behalten wir vielleicht noch den Titel, aber der Titel allein macht uns noch nicht zu einer solchen Person, das macht erst Ihr mit Eurer Hingabe und mitunter auch Liebe.


Kommentare:


Rabe schrieb am 04.05.2015


@ Kate_Minola vom 11.1.2014
Das Wort "Schuld" ist meiner Meinung nach oft schwer zu akzeptieren, weil es randvoll abgefüllt ist mit alten Glaubenssätzen, kirchlichen Schuldzuweisungen und häufig dahinter nichts anderes als Diffamierung und Verrat stand. Das alles umgibt diesen Begriff wie eine dunkle diffuse Wolke, man spürt das Unbehagen und kann es gleichzeitig nicht wirklich benennen.
Wenn ich aber daraus aussteige und sage: Ich bin mir selbst etwas schuldig geblieben, habe etwas verabsäumt - nämlich meine Grenzen zu definieren, sie auszusprechen und zu wahren, habe verabsäumt bei der ersten sich bietenden Gelegenheit Stop zu sagen und eine Übertretung, wie schwammig und klein in diesem Moment auch immer, nicht als solche demaskiert, dann liegt die Schuldigkeit bei mir, wenn die Übertretungen sich häufen, und vom anderen in seine sich erweiterndes "Norm"verhalten eingehen.
Schuld sein und Schuld haben als eine Schuldigkeit, der man sich selbst gegenüber nicht nachgekommen ist.
Ich bin es mir schuldig, dass ich auf mich achte!


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Kate_Minola schrieb am 11.01.2014


Schuld oder Verantwortung

Ich tue mich lediglich mit dem Begriff "Schuld" schwer. Inhaltlich sehe ich es genau wie redcat und Gentledom. Ich als Sub muss mich darauf verlassen können, dass mein Dom sich an Absprachen hält. Tut er dies - auch in der Öffentlichkeit- nicht, würde ich, wie im Beispiel Sub 2, sehr deutlich machen, wie groß der Vertrauensbruch ist. Das würde ich schon rein aus Selbstschutz tun. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass ich ihm eine Ohrfeige gebe, oder eine Szene mache - wobei ich auch das je nach Situation durchaus für angemessen halte. Aber es ist meine Verantwortung mir selbst gegenüber, dafür zu sorgen, dass ich solche Grenzüberschreitungen und Vertrauensbrüche nicht einfach übergehe. Auch als Sub liegt die schlussendliche Verantwortung für mein eigenes Wohlergehen bei mir, nicht bei meinem Dom. Überschreitet mein Dom regelmässig Grenzen - und ich rede nicht davon, dass er sie nur austestet, das ist für mich selbstverständlich, da menschlich - liegt die Verantwortung dafür, mich - meine Psyche, Seele, Herz, wie auch immer man es nennen möchte - zu schützen bei mir. Ich würde es eben nur nicht als "Schuld" bezeichnen.
LG Kate


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Megaera schrieb am 09.01.2014


Extreme

Lieber Gentledom,

ich habe bewusst die Beispielsituationen harmlos gestaltet, da ich überzeugt davon bin, dass jeder vernünftige Mensch - und ich spreche hier nicht mehr von Dom oder sub oder irgendwelchen Absprachen und Vereinbarungen - im Falle eine absichtlich ausgeübten Straftat, egal von wem ausgeführt, unverzüglich einschreitet. Es entbehrt jeder Diskussion, hier auf einen Verhaltenscodex der Beteiligten zurückzugreifen und Untätigkeit mit dem zugedachten Status zu entschuldigen. Wir wissen alle, dass einvernehmlich begangene Körperverletzungen (Spanking, Cutting, Nadeln etc) und Schein(!)-"Vergewaltigungen" (Rapeplay) zu den Facetten des SM gehören, also würde ich diese nicht pauschal unter Straftaten zählen. Gegen den Willen des Opfers erhält es natürlich den Unrechtstatbestand.

Es wird immer wieder unterschiedliche Auslöser für mehr oder weniger heftige Reaktionen in einer Partnerschaft geben und nicht vorhersehbare Folgen haben. Meine persönliche Meinung habe ich aufgrund einer nicht näher geschilderten Ausgangssituation geäußert. Im Zuge der Diskussion wurden "Extremfälle" (Straftaten und Gesundheitsgefahren für Dritte) als Veto gegen die Einhaltung der Verhaltensnorm bei "Kleinigkeiten" eingelegt.
Es stimmt mich nachdenklich, dass persönliche Einstellungen derart negiert werden.

Dass redcat der submissiven Seite zugehörig und weiblich ist, konnte ich leider nicht aus ihren Zeilen entnehmen oder habe es überlesen. Wie ich bereits erwähnte, Menschen sind und bleiben Individuen. Und so unterschiedlich die einzelnen sind, sind es auch deren Reaktionen auf Reize.
Für mich ist ihre Einstellung akzeptabel, dass ein Dom, der sich nicht an Absprachen hält, die längste Zeit ihr Dom gewesen ist.

Noch eine kurze Anmerkung zu red`s (auch weiblich, sub?) Beitrag... Ich sehe nichts verklärt und lasse mir ebenso wenig alles gefallen (ich bin "alltagsdominant", stehe mit beiden Beinen fest im Leben, habe ein intaktes familiäres und berufliches Umfeld). Dennoch bin ich immer bestrebt, bei Konflikten das Maß der Reaktion im Auge zu behalten. Wenn man ein temperamentvolles Wesen hat und bei Kleinigkeiten heftig reagiert, wie schaut es dann bei Extremfällen aus? Sollte mein Dom dann um sein Leben bangen?

Mein SM, wie ich es in einer festen Beziehung lebe, ist weder klischeebehaftet, noch vertragsgebunden oder handbuchgesteuert. Bitte nicht wieder als Provokation für eine Verallgemeinerung oder persönlichen Angriff anderer ansehen, ich schrieb von "meinem" SM.

Es freut mich jedoch, dass ich zur Diskussion im Blog beitragen konnte.

Alles Gute, nette Grüße und viele Leser
Megaera


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Hallo Megaera,leider kenne ich mehr als nur ein Beispiel bei dem Doms in einem öffentlichen Spiel die physische oder psychische Gesundheit einer Sub gefährdet haben. So weit hergeholt ist das leider daher keinesfalls. Ob die Kreise die Debris (falls du das kennst) ausleben sich strafbar machen ist eine weitere gute Frage, ich habe es in meinem Artikel über Metakonsens angesprochen. Dass SSC der Verhaltenscodex ist mag auf dem Papier stimmen auch hierzu gibt es eine Umfrage die belegt, dass dieser Grundsatz selbst auf dieser gemäßigten Seite mit tendenziell gemäßigten Lesern nicht wirklich verstanden wird. Ich habe dich zitiert und stehe dazu, wer solche Ausdrücke nutzt (niemals und unter keinen Umständen widersprechen) der muss es sich gefallen lassen, dass andere ihn hinterfragen, denn dieses niemals ist absolut. Dein BDSM mag in deiner Partnerschaft so funktionieren aber es las sich weitaus mehr danach, dass du es allgemein so sieht denn eine Einschränkung auf deine Partnerschaft habe ich bis gerade eben nie gelesen. Wenn es euer Spiel ist und mit den nun genannten Einschränkungen spricht ganz sicher nichts gegen deine Art dein BDSM auszuleben. Liebe GrüßeGentledom

redcat schrieb am 08.01.2014


"Egal ob Dom oder sub..

"Egal ob Dom oder sub, man sollte das Verhalten an den Tag legen, welches man auch vom Gegenüber fordert."

Ganz genau, und deswegen kann ein Dom der sich nicht an Absprachen mit mir hält nicht davon ausgehen, dass ihm meine Unterwerfung weiterhin gehört.




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red schrieb am 08.01.2014


sub sollte nie vergessen, dass sie gleichwertig ist!

Zitat Megaera:
"Eine stolze und gehorsame sub wird ihren Dom niemals in der Öffentlichkeit bzw. vor anderen bloßstellen, sie wird ihm nicht ins Wort fallen, geschweige denn bei seinen Handlungen - welcher Art auch immer - unterbrechen. Dies gilt für den Restaurantbesuch, den Einkauf, bei gesellschaftlichen oder privaten Feierlichkeiten etc. wie auch für den Besuch von neigungslastigen Veranstaltungen."

wow ich bin immer wieder überrascht, mit welchem enthusiasmus manche subs ihre neigung leben. siehst du das nicht etwas verklärt?
so konsequent wie dom sein sollte, bin ich als sub auch! wenn es eine absprache gibt, ist es für mich völlig klar, dass dom sich seinerseits ebenso daran hält. andernfalls werde ich natürlich die konsquenzen ziehen und das weiß er auch. nur weil ich sub bin, muss ich mir keinesfall alles gefallen lassen. ganz im gegenteil, so wie es bereits erwähnt wurde: ich erwarte von dom, dass er sich selbstverständlich an seine eigenen regeln hält. tut er dies nicht, macht er sich vor mir lächerlich und das ist viel schlimmer, als wenn er vor irgendwelchen fremden leuten sein gesicht verliert, denn schlimmstenfalls verliert er mich als sub. und zwar ganz einfach deshalb, weil er mein vertrauen verloren hat (schlimmstenfalls wohlgemerkt - kommt natürlich immer darauf an, was er getan hat).

ich würde deine argumente verstehen, megaera, wenn es vor der party keine, seinen spielraum einschränkende abmachungen gegeben hätte. dann muss ich mit allem rechnen und kann danach auch nicht die beleidigte mimen. das steht mir dann wirklich nicht zu.

aber wozu treffen wir vereinbarungen, wenn diese dann ohne rücksprache einseitig verändert werden? immerhin hat er diese regeln selbst aufgestellt. dann muss er auch dazu stehen und wenn er es nicht tut, hat er hoffentlich eine sub an seiner seite, die sich ihres wertes bewusst ist!

ich würde nicht reagieren wie beschrieben, ich liebe eher die feine klinge, aber ich bin auch der meinung, dass er diese kleine bloßstellung verdient hat.

lg red


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Megaera schrieb am 08.01.2014


Freiwild?

Hallo redcat,

gern möchte ich Dir die Fragen, die sich Dir aufgrund meiner Schreiberei stellen, beantworten. Wenn ich lese, dass Du "eher wie Gentledom denkst und handelst", vermute ich, dass Du Dich der dominanten Seite zuordnest. (Ich denke jedoch nicht, dass Du Dich in einer festen D/S-Beziehung befindest.)

Eine stolze und gehorsame sub wird ihren Dom niemals in der Öffentlichkeit bzw. vor anderen bloßstellen, sie wird ihm nicht ins Wort fallen, geschweige denn bei seinen Handlungen - welcher Art auch immer - unterbrechen. Dies gilt für den Restaurantbesuch, den Einkauf, bei gesellschaftlichen oder privaten Feierlichkeiten etc. wie auch für den Besuch von neigungslastigen Veranstaltungen.

Mir erschließt sich nicht, welche Vorstellung Du von (D)einer folgsamen sub oder dem Dir zugestandenen Respekt hast. Renitenz oder Ungehorsam gehören nicht zu den sub-typischen Tugenden. Vielleicht sehe ich mein BDSM auch mit anderen Augen oder mit einer anderen Qualität?

Die Frage, ob es für mich einen Unterschied machen würde, wo ich mich befinde, beantworte ich klar mit JA. Für andere Subs kann ich nicht sprechen. In der Öffentlichkeit wie auch im Privaten verhalte ich mich so, wie es mein Dom von mir erwartet, meine Reaktionen auf Einflüsse könnten sich jedoch unterscheiden.

Nur ein kleines Szenario zum besseren Verständnis: Stell Dir vor, Du bist mit Deiner Partnerin/sub zu einem SM-Event geladen. Vereinbart ist, dass Deine sub Dir taten- und kommentarlos beim Umgang mit einer anderen sub zuschaut. Du sicherst zu, die Fremde nur zu spanken und zu wachsen, aber nicht in ihre Öffnungen einzudringen. Ihr seid im Separee, neben Dir sind weitere Zuschauer anwesend, die Stimmung, der fremde Körper, die Fügsamkeit der sub reizen Dich, Du blendest die Zuschauer und Deine Partnerin aus. Im Rausch der Lust erkundest Du (unbewusst) die Körperöffnungen der anderen, dringst auf alle möglichen Arten in sie ein.
Zunächst schaut Deine sub still zu, wie Du es von ihr gewünscht hast, rennt dann aber wie eine Furie auf das Geschehen zu, reißt Dich von der Fremden weg, gibt Dir eine Ohrfeige, betitelt Dich mit Schimpfworten und verlässt nachfolgend wütend die Party.
Nun stelle Dir vor, auf Dich sind etliche fragende Augenpaare der anwesenden Doms gerichtet. Wie gefällt Dir die Situation? Die Stimmung ist hin. Die anderen denken: der hat seine sub nicht im Griff, er hat versagt als Dom. Sie hat Dich bloßgestellt. Wegen einer ganz normalen Sache (für die anderen, für Dich). Die anderen wissen nicht, was zwischen Euch abgesprochen war und dass diese Kleinigkeit schon für sie ausreichte. Du würdest Dich nicht vor anderen rechtfertigen oder das Verhalten Deiner sub erklären. Andere sehen nur das Ergebnis. Mit dieser sub wirst Du, wenn Du Dein Gesicht wahren möchtest, nicht wieder in diesem Kreis unterwegs sein - wenn überhaupt noch einmal Du selbst.

Und nun stelle Dir eine ähnliche Situation zu Hause vor. Hinter verschlossener Tür. Andere Konstellation - nur Du und Deine sub. Deine sub ist nicht fixiert und darf nicht reden. Grenze vor Monaten festgelegt - angetastet - nicht auf ihre Reaktion geachtet - Grenze leicht überschritten - sub rastet aus. Die Stimmung ist hin. Es endet im Streit, man würde über (vielleicht beidseitig) begangene Fehler diskutieren, aber es würde nie Dein Ansehen oder Deine Authorität vor anderen in Frage stellen.

Siehst Du nun den Unterschied? (Diskutieren wir aber bitte nicht über die angeführten Beispiele und deren Schweregrad - sie sind rein fiktiv und nur als Gedankenanstoß gedacht.) Was wäre für Dich selbst leichter zu ertragen?
Egal ob Dom oder sub, man sollte das Verhalten an den Tag legen, welches man auch vom Gegenüber fordert. Ist Beherrschung vom und an das Gegenüber gefordert, sollte man sie selbst zeigen. Man respektiert damit die Forderung, aber bestätigt nicht die Grenzüberschreitung. Darin sehe ich den Unterschied.

Wie bereits angedeutet, würde ich mich in der Öffentlichkeit im Extremfall wortlos abwenden und außerhalb der unmittelbaren Sichtweite warten, um mich nicht selbst zu quälen. Was danach passiert, ist von der Situation und dem vorherigen Geschehen abhängig. Im Privaten würde eine Grenzüberschreitung in dieser Form nicht geschehen, dennoch ist mir hier eine direkte und verbale Reaktion gestattet. Wie mein Partner darauf reagiert, kann ich nicht vorhersehen.

Zu Deiner zweiten Frage - eine ungebundene sub ist natürlich kein Freiwild - meine Aussage bezog sich schlicht auf die von Gentledom geschilderte Ausgangssituation des Partybesuchs eines Paares.
Eine ungebundene sub hat immer und grundsätzlich das Recht, eigenständig/-verantwortlich und in vollem Umfang Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Was sie tut oder nicht tut, ob sie auf einem Event nähere Kontakte zulässt, bleibt allein ihr überlassen. Schließlich unterwirft sie sich auch freiwillig und ohne Zwang. Danach sind eigenständige Entscheidungen meist nur noch begrenzt möglich, aber auch dies ist eine Frage der Absprache mit dem Partner.

Ich hoffe, ich konnte Deine Fragen umfassend beantworten.

Nette Grüße
Megaera


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Eigentlich schalte ich ja derzeit nur frei und mische mich nicht ein da die Nachrichten nicht an mich gerichtet sind. Redcat ist auf der devoten Seite zu finden, was mich (und wohl auch sie) stört sind diese Extreme ("Eine stolze und gehorsame sub wird ihren Dom niemals in der Öffentlichkeit bzw. vor anderen bloßstellen, sie wird ihm nicht ins Wort fallen, geschweige denn bei seinen Handlungen - welcher Art auch immer - unterbrechen.") 
Ich fände es schlimm wenn die Suche nach dem persönlichen Kick dazu führen würde, dass Straftaten des Partners oder Gesundheitsgefahren für Dritte akzeptiert würden. Welcher Art auch immer ist eben eine sehr harte Aussage. Sie bedeutet im Klartext: Egal was Dom in der Öffentlichkeit macht, Sub darf nicht einschreiten. Egal ob Körperverletzung, Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch. 
"Die anderen denken: der hat seine sub nicht im Griff, er hat versagt als Dom."Das hat er auch, aber nicht weil er seine Sub nicht unter Kontrolle hat, sondern weil er nicht in der Lage ist sich an einfache Absprachen zu halten. Sorry für mich hat er es verdient denn ein Dom der nicht in der Lage ist sich selbst unter Kontrolle zu halten sollte besser keine Sub haben.  
Ich stimme dir aber zu, bei leichten Vergehen erwarte ich, dass meine Sub auf einer Party mir das Fehlverhalten dort nicht vorwirft, sondern erst wenn wir unter vier Augen sind. Würde sie es dennoch tun würde ich es aber nicht primär als Fehler ihrerseits ansehen denn ich habe versagt nicht sie. Ein Dom der nicht zu seinen Fehlern steht ist für mich nicht authentisch sondern nur ein süßes Abziehbild von einem Dom. Wenn ich im Hormonrausch eine andere vögeln würde und die Absprache ist mit meiner Partnerin, dass ich eben keinen Sex haben, tja dann habe ich die Ohrfeige verdient. 
Ein Dom der nicht in der Lage ist sich an Absprachen zu halten, hat den Titel Dom für mich einfach nicht verdient. 

Megaera schrieb am 07.01.2014


Beziehungen

Liebe Natalie,

zu einer harmonischen Beziehung gehören immer zwei. Das unterscheidet die D/S-Beziehung nicht von einer "normalen".
Gerade bei ersterer sollte eine sub achtsam sein und bleiben, denn - wie Du es vielleicht selbst oder von anderen erfahren hast - es gibt immer schwarze Schafe. Dominanz wird seitens der Anfänger aus Unkenntnis mit purem Egoismus verwechselt, Sadismus grenzt an hirnlose Lust am Quälen. Die Möchtegern-Doms sterben nie aus, lies aufmerksam Kontaktanzeigen oder Profiltexte und Du weißt, wen Du nicht treffen brauchst. Natürlich meint der von sich überzeugte Dom, dass ihm eine Testrunde mit der willigen sub zusteht, ob sie denn auch in jeglicher Hinsicht benutzbar und gehorsam erweist - Finger bitte weg von solchen. Eine sub ist kein Stück Fleisch, sondern in erster Linie Frau und Mensch, das sollte Dom oder Sad nie vergessen. Und sub sollte sich auch nicht scheuen, nein zu sagen, wenn das Gefühl nicht stimmt. Es muss einfach passen.

Schlechte Erfahrungen sammelt man unfreiwillig, selbst bei sorgsamer Wahl, und der Glücksgriff lässt manchmal jahrelang auf sich warten (bei mir waren es 5 Jahre).

Nette Grüße
Megaera


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redcat schrieb am 07.01.2014


Frage an Megaera

@Megaera
Ich kann Teile Deiner Darlegung gut nachvollziehen, auch wenn ich eher wie Gentledom denke und handele.
Ich habe aber eine Frage, Du sagst sub (also die feste sub des Dom´s der auf einer Partie einen Vertrauensbruch begeht) kann auf einer Playpartie nicht in die Handlungen des Doms eingreifen bzw wird das nicht tun. Du gehst sogar soweit vorzuschlagen eine solche Partie, dann lieber gleich zu meiden. Heißt das im privaten könnte diese sub dann einschreiten sobald Dom etws tut was gegen die Absprachen war? Und wenn ja wie kommst du darauf? Ist das denn vom Umfeld abhängig?
Ich gestehe ein, dass man als sub Dom in der Öffentlichkeit natürlich nicht Maßregeln will, das will man gar nicht aber am wenigsten in der Öffentlichkeit. Bei kleineren Sachen würde man wohl warten und dann zu Hause später drüber reden. Aber bei Vertrauensbrüchen die so groß sind?

Ich denke eine sub ist entweder in der Lage ihre Grenzen zu verteidigen oder nicht. Wenn sie es kann, dann kann sie es auf einer Partie ebenso wie im privaten. Und genauso ist es auch bei einem Dom, der ist entweder Willens und in der Lage seine sub zu respektieren und ihre Grenzen nicht zu überdehnen bzw sich an Absprachen zu halten, oder nicht. Man kann zu Hause im stillen Kämmerlein nicht weniger das Vertrauen brechen, wie in der Öffentlichkeit.

Ich bin noch über eine weitere Sache gestolpert. Eine sub ist niemals Freiwild, auch wenn sie keinen Dom hat. Deine Formulierung lässt den Schluss, sub wäre wenn sie solo ist Freiwild, zu.


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Natalie schrieb am 07.01.2014


Traum und Wirklichkeit

Hallo Megaera und ROMEO,

ihr zeichnet ein wirklich schönes Bild einer guten D/S Beziehung. Nach meiner Erfahrung sind viele dieser Beziehungen aber eher komplexbeladen und alles andere als ssc, zumindest bei einem Blick hinter die Kulissen. Vertrauen und Macht wird dort oftmals eben nicht zum Wohle beider Partner eingesetzt.

LG Natalie


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Megaera schrieb am 07.01.2014


Authentizität

Lieber Romeo,

ich gehe mit Deiner Einstellung konform.

Im Laufe einer Beziehung verändern sich die Partner, es kommen gute und schlechte Erfahrungen hinzu, Dom und sub werden von vielen Einflüssen geprägt. Letztendlich möchte man seinen Erfahrungshorizont erweitern und sieht ehemals definierte Tabus nicht mehr als solche an.
An diesem Punkt ist es wichtig zu reden, die Tabus neu zu bewerten und möglicherweise als Grenze zu setzen. Es gibt Dinge, die betrachtet man nach einem ersten ungefährlichen Kontakt mit anderen Augen.

In diesem Fall, wie auch in anderen Dingen, sind beide Partner gleichberechtigt, auch wenn ein Machtgefälle untereinander vorhanden ist. Kein Dom, der in einer festen Beziehung zu seiner Partnerin steht, wird die Grenzen seiner sub vorsätzlich missachten, was jedoch nicht bedeutet, dass über diese nicht diskutiert werden darf.

Eine ernsthafte und respektvoll geführte D/S-Beziehung bedient keine Klischees, die man aus einschlägigen Büchern oder von Websites vermittelt bekommt. Und die Suche nach einem passenden Partner gleicht manchmal der Suche nach einer Stecknadel im Strohschober...

Nette Grüße
Megaera


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Megaera schrieb am 07.01.2014


Kontroverser Kommentar

Lieber Gentledom,

eine (Co-)Abhängigkeit kann aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und aus psychologischer Sicht sicher negativ beurteilt werden. (Vielleicht scheint der Begriff Co-Abhängigkeit etwas überzogen für das vorhandene tiefgreifende Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern und ich sollte ihn tatsächlich streichen.) Zu oft neigen wir dazu, nicht verstandenes und abweichendes Verhalten von anderen mit psychischen Fachbegriffen oder nach einem ärztlich/therapeutischen Prüfschema einzuschätzen und damit Vermutungen anzustellen, was im Falle des Vollbesitzes der eigenen und fremden geistigen Kräfte schnell zu Unmut führen kann. Überlassen wir die Einschätzung also letztendlich den Spezialisten.

Ich selbst empfinde eine gesteigerte Abhängigkeit von einer anderen Person in Rahmen einer D/S-Beziehung nicht krankhaft. In jedem Fall finden sich in einer realen Beziehung zwei "Sucht"partner. Du als Dom schreibst es selbst - die Macht, die man über einen anderen Menschen ausüben kann und darf, macht süchtig. Eine masochistisch orientierte sub lebt von dieser Sucht. Sie bedient sie und findet darin ihr eigenes Suchtpotential. Es mag eine Gratwanderung sein, gerade was die Psyche angeht. Aber gerade das ist es, was den Kopf kickt. SM beginnt und endet für mich im Kopf.

Ich sage nicht, dass SMler psychisch krank sind, nur weil sie eine besondere Form der Sexualität und gegenseitigen Abhängigkeit pflegen. Wenn, müsste ich mich dazu zählen, aber bisher habe ich keine Einklassifizierung in die Liste der ICD-10-Persönlichkeitsstörungen von einem Arzt bescheinigt bekommen.

Freiwild ist eine sub zu keinem Zeitpunkt, wenn sie einem Dom untersteht. Erst recht nicht auf öffentlichen Events. Was Dom selbst auf einer solchen Party veranstaltet, ist dennoch durch seine (!)sub nicht beeinflussbar. Sie wird ihn nicht bei dem stören, was er begonnen hat oder gar etwas verhindern. Ich spreche hier nicht von der fremden sub, die sich mit dem Dom auf dem Event einlässt - da setze ich beiderseitiges Einverständnis sowie die Zustimmung ihres Doms voraus.

Ob man öffentliche Veranstaltungen von Gleichgesinnten besucht oder seinen SM privat mit dem Partner auslebt, bleibt immer eine Frage der persönlichen Einstellung. Ich selbst bevorzuge es, mit meinem Partner SM unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu genießen. Meine Grenzen werden zu jeder Zeit respektiert und mit neuen Erfahrungen nach vorheriger Absprache peu a peu verschoben. Diese Zweisamkeit stärkt das Vertrauen in den eigenen Partner.
Weder "Lust" noch "Spaß" könnten mich als sub reizen, mich auf einer öffentlichen Party freizügig zu präsentieren noch von einem fremden Dom anfassen zu lassen.

Nette Grüße
Megaera


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Megaera,

vielen Dank für die weiteren Ausführungen nun verstehe ich dich schon mal etwas besser ;)

Wobei ich immer noch meine auch eine Sub hat Einfluss bei dem was beide auf einer Party machen. Du hast selber geschrieben sie kann sich abwenden und damit ihr Missfallen zum Ausdruck bringen. Ich würde sogar noch weiter gehen. Wenn es eine Absprache gäbe wie: "Wir spielen beide nicht mit anderen" steht ihr auch als Sub zu zu ihm zu gehen und ihm eine schöne gepfefferte Ohrfeige zu geben und sich an der Garderobe die Sachen anreichen zu lassen und mit dem Wagen und ohne ihn wegzufahren ;) 

Vielleicht bin ich da einfach zu wenig in der BDSM Welt oder habe zu hohe Ansprüche an das Verhalten eines Doms.

Jede Person kann auf einer Party jederzeit einschreiten, es ist nur die Frage wie, warum und ob. Würde jemand sehen, dass eine Gefahr für die Gesundheit (Körper aber eben auch Psyche) besteht ist es in meinen Augen sogar die Pflicht jeder Person einzuschreiten, eine andere Frage wäre dann nur das "Wie".

Liebe Grüße

Gentledom

ROMEO schrieb am 07.01.2014


Authentizität eines DOM`s

Lieber Gentledom, liebe Megaera,

eine D/s - Beziehung erfordert von beiden Seiten ein hohes Maß an Disziplin, gegenseitigen Respekt und tiefes Vertrauen. Die Gleichwertigkeit der Sub ermöglicht es Abmachungen jederzeit gemeinsam zu diskutieren oder neu zu definieren und somit Grenzen zu erweitern. Dies stabilisiert die D/s- Beziehung und nur so bleibt ein Dom authentisch und souverän, was ihn ja dadurch erst auszeichnet.

LG

ROMEO


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Romeo,

ich denke es gibt sehr viele Konstellationen, in jeder sollte ein Austausch zwischen den involvierten Personen möglich sein. Vielleicht lese ich da zu viel rein, aber jederzeit über bereits getroffene Abmachungen diskutieren kann sehr weit verstanden werden. Für mich sind Tabus fest und nichts worüber diskutiert wird (auch Doms können Tabus haben), ebenso muss es sehr gute Gründe geben damit ich der Verkleinerung des Spielfelds (also ich darf plötzlich etwas nicht mehr was ich vorher durfte) zustimmen würde. Dennoch kann man mit mir sicher jederzeit darüber reden. Jedoch festgelegte Grenzen ohne einen sehr sehr triftigen Grund enger zu ziehen, das wäre etwas das ich nicht mit mir machen lassen würde. Würde ich mich auf ständige Neuverhandlungen einlassen, wo läge dann noch meine Freiheit oder gar mein Führungsanspruch? Ich wäre dann doch nur noch eine ausführende Hand für die Wünsche meiner Sub und sie wäre es die, die mit ihrer ständigen Neusetzung von Grenzen bestimmen würde was ich machen kann.

Vielleicht verstehe ich dich aber wie bereits angedeutet falsch, du schreibst interessanterweise nur davon neu zu definieren und zu erweitern. Vielleicht erlaubst du ja keine Grenzverengungen, wobei ich mich dann frage ob dies ein ehrlicher Diskurs wäre wenn das Ergebnis nur der Status Quo oder mehr sein kann. Oder wir sind uns doch sehr ähnlich... dein kurzer Kommentar lässt einfach zu viele Möglichkeiten der Interpretation zu ;)

So genug geschrieben ;)

Liebe Grüße

Gentledom

Marc schrieb am 07.01.2014


Vertrauen

Wenn eine Sub wirklich vertraut wird sie wissen, dass ihr Dom sie nicht mehr aussetzt als sie vertragen kann.


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Marc,

sorry verstehe ich das richtig, Sub soll keine Tabus und Grenzen haben sondern darauf vertrauen, dass ihr Dom immer richtig handelt. Dann kann man ja auch noch auf das Safeword verzichten oder? Mal ehrlich meinst du wirklich Doms sind unfehlbare Übermenschen und Subs nur Spielzeug?

Liebe Grüße

Gentledom

Megaera schrieb am 07.01.2014


Grenzüberschreitungen

Lieber Gentledom,

als ich den Blogbeitrag las, war ich in Bezug auf die Reaktionen von sub1 und sub2 und einer möglichen Zukunftsprognose hin- und hergerissen. Es ist richtig, dass subs unterschiedlich auf eine Grenzüberschreitung ihrer Doms reagieren, denn Menschen sind Individuen. Dennoch wird eine sub, wenn sie grundsätzlich ihrem Dom erlaubt oder sich damit einverstanden erklärt, sich einer anderen, wenn auch nur in zeitlich begrenztem Rahmen, zuzuwenden, immer ihre eigene Eifersucht unterdrücken müssen und sich bei Nichteinhaltung "gewisser Absprachen" eine überzogene emotionale Reaktion reiflich überlegen. Die Frage nach dem "Warum" sollte eine sub klugerweise nicht stellen, denn sie kennt die Antworten bereits vorher - weil Dom es kann oder weil Dom es sagt. Welche Argumente könnte sie dagegen vorbringen? Keine. Schließlich hat sie sich ihm aus freien Stücken unterstellt.
Ja, es verletzt ungemein. Ja, es enttäuscht wahnsinnig. Und keine sub wird es tatenlos durchgehen lassen. Auf den Fehltritt des Doms sollte unbedingt reagiert werden, jedoch mit maßvoller Beherrschung. Selbst bestürztes Schweigen und Abwenden zeigen die Grenzüberschreitung und die damit erfahrene Verletzung deutlich an.
In jedem Fall ist, wenn Dom und sub1 sowie sub2 eine gefestigte D/S-Beziehung pflegen, eine ausgeprägte Co-Abhängigkeit vorhanden. Beide subs haben sich ihrem Dom freiwillig unterworfen, beide haben ihrem Dom die Macht über ihren Körper und Geist übertragen.

In diesem Fall haben beide der Teilnahme an einer "Playparty" zugestimmt. Beide subs hätten sich darüber im Klaren sein müssen, dass sie hier keinen Einfluss auf das Geschehen nehmen, sondern nur vertrauen und zusehen können - gerade als devoter Part.
Ich selbst würde mir die Frage stellen, ob ein Dom, der eine stolze sub an seiner Seite weiß, überhaupt die Benutzung einer fremden sub in der Öffentlichkeit in Betracht ziehen muss. Genügt seine sub ihm nicht? Steht sie nicht über allen anderen Subs oder ist sie ihm egal? Ist es nicht seine Aufgabe, seine sub vor allem Übel zu bewahren und zu beschützen? Welcher Dom "verleiht" seine sub öffentlich? (Für mich persönlich kommt so etwas fast einem Viehhandel gleich.) Welchen Nutzen zieht er persönlich aus einer Fremdbenutzung? Oder befriedigt er damit nur einen schnöden Trieb?
Fragen über Fragen...

Grundsätzlich ist eine sub gewillt, jeden Wunsch ihres Dom zu erfüllen und jeder Forderung nachzukommen, dabei Erfahrungen zu sammeln und sich selbst weiterzuentwickeln - die Grenzen aber, wie weit Dom dabei gehen darf, definiert eine sub allein. Zu Beginn einer Beziehung festgelegte Tabus kann man im Laufe der Zeit noch einmal diskutieren und eventuell als neue Grenzen festlegen, eine eigenmächtige Überschreitung seitens des Dom bedeutet aber immer einen Vertrauensbruch. Ist das Vertrauen einmal beschädigt, ist der Fortgang der Beziehung in jedem Fall offen. Die Reaktion von sub2 ist für mich demnach realistischer und folgerichtiger.

Die freiwillige Unterwerfung ist und bleibt das größte Geschenk einer sub an ihren Dom.
Wie es treffend gesagt wurde - (subs,) wehret den Anfängen (und lehnt den Besuch von Playparties ab).

In diesem Sinne, auf ein neues erlebnisreiches Jahr!

Megaera


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Megaera,

du schreibst von Co-Abhängigkeit, dies ist ein Begriff der ein krankhaftes Verhältnis zweier (oder auch mehr) Menschen zueinander beschreibt. Zwar ist das Konzept in der modernen Psychologie recht umstritten aber es gibt auch viele Befürworter. Die Co-Abhängigkeit umschreibt den Zustand dass eine nahe Person den Abhängigen (Alkohol, Drogen aber teilweise auch Aufmerksamkeitsstörungen etc) zum Mittelpunkt des Lebens macht und somit teilweise selbst Schaden verursachen und damit Täter und Opfer zugleich werden. Kann es überhaupt eine freiwillige Unterwerfung psychisch kranker Menschen geben? Sind BDSMler die in einer D/S Beziehung leben alle psychisch krank? Ja es gibt viele krankhafte Beziehungsformen, von einer pauschalen Krankheit würde ich aber nicht ausgehen.

Ebenfalls finde ich hat auch eine Sub bei einer Playparty Einfluss auf das Geschehen, oder ist sie wirklich Freiwild und gelten ihre Grenzen oder Tabus bei einer solchen Veranstaltung nicht mehr? Ist eine Sub zudem "grundsätzlich gewillt jeden Wunsch ihres Dom zu erfüllen und jeder Forderung nachzukommen", ich denke nicht. Auch eine Sub hat Erwartungen und Leidensgrenzen wie jeder Mensch der eine Beziehung führt, wäre Sub nur ein Objekt oder eine Maschine wäre es etwas anderes aber dies ist eben nicht der Fall.

Deine Fragen finde ich sehr interessant und die sollten sich die Leute durchaus stellen.

Ich kann nur jeder Sub raten mit ihrem Dom auf eine Playparty zu gehen, zumindest wenn sie Lust auf eine solche Veranstaltung hat. Ich bin kein Partygänger aber bei den wenigen Parties auf denen ich war, hatte meine Begleitung immer sehr viel Spaß, wobei ich mich auch an Absprachen halte und nicht meine diese würden nur unter gewissen Umständen gelten, für mich gelten diese immer. Ich finde es sogar sehr gefährlich Doms zu entschuldigen weil das Verhalten auf einer Playparty stattgefunden hat.

Schön auch mal einen längeren kontroversen Kommentar zu erhalten.

Liebe Grüße

Gentledom

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