Sicherheit für Sub bei der Dom-Suche
Das Sicherheitsbedürfnis von Doms und Subs ist sehr unterschiedlich, dass Subs, die in einer deutlich vulnerablen Position sind, mehr Sicherheit wollen ist verständlich, denn Missbrauch aber auch unbeabsichtigte Grenzverletzungen sind ein Thema, dass leider immer wieder vorkommt.
Tabelle: Sicherheitskonzepte im BDSM – Umsetzung & Wirksamkeit
| Sicherheitskonzept | Beschreibung der Umsetzung | Einschätzung der Wirksamkeit |
|---|---|---|
| Ausführliche Kennenlernen | Umfassende Gespräche zu Vorlieben, Tabus, Gesundheitslage, Safewords, Aftercare. Ziel: Ehrlichkeit und Verständnis prüfen. | Mittel, zumindest wenn auf Widersprüche geachtet wird. Problem, wenn keine offenen und ehrlichen Antworten erfolgen. Positiv, wenn BDSM nur ein Thema unter vielen ist. |
| Langsamer Vertrauensaufbau | Schrittweise Intensivierung der Begegnungen. Erste Dates ohne BDSM Spiele, danach langsames Steigern der Intensität und Intimität. | Hoch, da Risiken schrittweise erkannt werden können. Drängeln von Dom ist ein erhebliches Warnsignal. |
| Öffentliches oder semiöffentliches Spiel | Erste Begegnungen nur auf Playpartys oder in öffentlichen BDSM-Räumen. | Mittel bis hoch, soziale Kontrolle und schnelle Hilfe im Notfall möglich. |
| Nachfragen bei Veranstaltern oder innerhalb der Szene | Person wurde von einer dritten, vertrauenswürdigen Szenequelle (z.B. Clubleitung) geprüft oder empfohlen. | Hoch, wenn die Quelle vertrauenswürdig und erfahren ist. In der deutschsprachigen Szene aber unüblich. |
| Covern – vor Ort | Eine Person aus deinem Umfeld ist anwesend und greift bei Problemen ein. | Sehr hoch, direkte Hilfe möglich. Aber eben nur für dieses Treffen, danach mittel. |
| Covern – telefonisch / Safe Call | Vertraute Person kennt Ort, Zeit und Person. Meldung per Anruf oder Nachricht zu vereinbarten Zeiten. Bei Ausbleiben wird reagiert. | Mittel bis hoch, je nach konkreter Umsetzung. Covern ist nicht nur beim ersten Treffen eine Option. |
| Referenzen einholen | Rücksprache mit früheren Submissives des Doms. Fragen zu Verhalten, Einhaltung von Grenzen, Aftercare usw. | Mittel, kann hilfreich sein, aber auch sehr subjektiv oder gefälscht. |
| Spiel nur mit in der Szene bekannten Personen | Spiel nur mit Personen, die in der lokalen oder Online-Szene durch Präsenz, Reputationen oder Engagement schon länger als vertrauenswürdig bekannt sind. | Hoch, wenn Reputationen nachvollziehbar und glaubwürdig sind. Selbstbehauptete Reputation wie ich kenne X oder Y ist eher ein Warnsignal. |
| Erhalt verifizierbarer persönlicher Daten | Sub erhält Informationen wie Klarname, Adresse, ggf. Arbeitsstelle des Doms – als Absicherung und zur Nachverfolgbarkeit im Notfall. | Sehr hoch, bietet juristische und psychologische Sicherheit. |
| Kleine Test-Szenen | Kurze Sessions mit vorher besprochenem Ablauf, Safeword Test, Reflexion danach. Kein vollständiges Ausliefern beim ersten Mal. | Mittel, direktes Erleben des Gegenübers in einer Lightversion einer Session. |
| Gemeinsames Beobachten von Szenen und Austausch | Zunächst gemeinsam auf Playpartys Szenen anschauen, um Dynamik, Spielstil und Umgang mit Partnern zu beobachten und drüber sprechen. | Gering, ein erster Eindruck, aber nicht sehr aussagekräftig. |
Durch eine Kombination von Maßnahmen wächst natürlich die Sicherheit, dennoch bestehen die Grenzen des Schutzes, insbesondere dort wo ein bewusster Täuschungswille oder struktureller Machtmissbrauch vorliegt. Die einzige Maßnahme die hier einen erweiterten Schutz bietet, sind die persönlichen verifizierten Daten (Name, Anschrift, Arbeitgeber).