Habe ich da einen Trend verpasst? Zwei von fünf Subs, mit denen ich geschrieben habe, wollten vor einem Treffen Referenzen erhalten, also Kontaktmöglichkeiten wie E-Mail-Adresse oder Handynummer zu Subs, mit denen ich bereits etwas hatte. Früher bin ich so etwas noch nie gefragt worden.
Aus dem deutschsprachigen Bereich kenne ich so etwas auch nicht, in den USA ist das laut Bekannten hingegen relativ normal. Ich wurde so etwas bisher noch nicht gefragt, aber ich bin auch selten online am Flirten und habe da vielleicht den Vorteil, dass ich relativ bekannt in der Szene bin und man sich mit ein wenig Mühe ein recht gutes Bild von mir machen kann.
Speziell bei extremen Datingfantasien (Rapegame, Sex/BDSM mit einer fremden Person) finde ich solche Sicherheitsaspekte, wie eben Referenzen, sogar absolut nötig, um diese überhaupt halbwegs verantwortungsbewusst umsetzen zu können.
Ich denke, zu schauen, mit wem man offiziell verbunden ist, ist als Suchender nicht falsch. Ich vermute, meine Ex-Lebensgefährtin hätte nicht mal ein Problem damit, kurz für mich zu bürgen; sie kennt mich ziemlich gut und ist in der Szene ebenfalls sehr gut vernetzt. Was aber eine E-Mail-Adresse bringen soll, frage ich mich ernsthaft. Jeder könnte sich ja SvenjaSiebenschläfer82@hotmail.com anlegen und behaupten, dass die E-Mail-Adresse zu seiner Ex-Sub gehört. Sicherheit geben also weder Handynummern noch E-Mail-Adressen, sondern maximal verifizierbare Szenekontakte oder Menschen, die man real trifft.Gerade bei Referenzen, die nicht über die aktive Teilnahme an einer Community (Stammtische, Partyreihe, usw.) entstehen, sehe ich außerdem die Gefahr, dass eher die guten Doms auch kritische Referenzen zugänglich machen würden, im Sinne einer objektiven Aufklärung, während schlechte Doms vermutlich dazu tendieren könnten, eben nur jene Subs zu benennen, mit denen es mal gut gelaufen ist. Auch hier ist also ein kritischer Umgang mit Referenzen und deren Herkunft notwendig.
Wenn so etwas verlangt wird, würde ich allerdings auch umgekehrt die Offenheit erwarten, dass die Sub ebenfalls Referenzen nennt. Ich finde es beim Kennenlernen bedenklich, ein Informationsungleichgewicht zu fordern. Natürlich sind Subs in der Regel gefährdeter, aber wer verlangt, dass der andere Part persönliche Kontakte benennt, sollte auch selbst bereit sein, dies zu tun, sofern es solche schon gab.
Die Idee an sich finde ich nicht falsch, die Umsetzung, so wie du es beschreibst, halte ich aber für wenig zielführend. Die Kontakte müssen verifizierbar sein, und das sind sie nur, wenn auch ein Treffen mit ihnen möglich wäre oder es sichtbare und offizielle Verbindungen gibt. Sollte sich der Trend im deutschsprachigen Raum durchsetzen, fände ich das nicht schlecht. Wobei man immer bedenken muss: Mancher Dom passt zu der einen Sub sehr gut, mit einer anderen wird es aber eine toxische Beziehung. Eine negative Referenzen oder Rückmeldungen kann eben nicht nur auf objektivem Fehlverhalten beruhen, sondern auch auf persönlichen Unvereinbarkeiten oder Missverständnissen. Es ist also nicht nur wichtig, den Kontakt herzustellen, sondern auch die richtigen Fragen zu stellen. Zudem würde Neulingen der Zugang zur Szene erschwert, alles Punkte, die kritisch gesehen werden können.