Unterschiede MaleDoms und FemSubs

Immer wieder sehe ich, wie unterschiedlich die Ansprüche und Wünsche von männlichen Doms und weiblichen Subs sind. Seit Jahren kenne ich diese Unterschiede aus Gesprächen. Inzwischen gab es auf dieser Seite aber auch einige Umfragen, welche ich als Grundlage für meine Überlegungen nutzen will.

Sicherheit
Dass Doms tendenziell zu Extremen neigen, ist leider ein trauriger Fakt. Vielleicht liegt dies daran, dass sie die Konsequenzen ja nicht am eigenen Leib aushalten müssen, und vor allem der oder die Sub den eventuell daraus resultierenden Schaden davon trägt. Dies kommt bei verschiedenen Umfragen zu Tage, beispielhaft seien hier die Antworten auf die Fragen zu Vergewaltigungsspielen, zum Verleih oder auch nach der Art, wie zu strafen ist, genannt.


Ergebnis der Umfrage SSC und Toleranz
Für mich wenig verwunderlich, haben Subs in der Regel ein besseres Gespür für Gefahren und Grenzen (vgl. insbesondere Umfrage 1 und 6). Sie sind dafür aber öfters auch ein wenig intolerant, wenn es um extreme aber sichere (safe) Spielarten anderer geht, die ihnen zuwider sind, oder die sie nicht nachvollziehen können (vgl. Umfrage 3 und 5). Ich denke, Sub neigt einfach dazu, sich mehr in den/die andere Sub hineinzuversetzen und bewertet daher extreme Spielarten weniger objektiv als ein Dom, der in der Regel gar nicht aus persönlichen Erfahrungen weiß, was auf der anderen Seite alles erlitten werden muss. Außerdem neigen Doms wie bereits festgestellt grundsätzlich zu extremeren Spielarten, sind also auch deswegen schwerer zu schocken.

Ergebnis: Die große Umfrage zur Partnerschaft

Es wird wohl wenige verwundern: Doms mögen tendenziell eher BDSM unerfahrene Subs, Subs hingegen ist der Grad der Erfahrung zum Großteil egal. Jene, denen es wichtig ist, favorisieren dafür aber mehr den Dom mit einem gewissen Erfahrungsschat (vgl. Umfrage Nr. 3). Für mich ebenfalls keine Überraschung ist, dass 62% aller Doms die Figur des Subs wichtig ist, für die Subs spielt dies mit 37% scheinbar keine so bedeutende Rolle (vgl. letzte Umfrage). Dieses Ergebnis deckt sich auch mit einer anderen Umfrage, in der es darum ging, wie wichtige die äußerliche Attraktivität des Partners sei (Doms 60% wichtig oder am wichtigsten; Subs selbiges nur 35%).

Viel interessanter ist jedoch die Frage der Erwartungshaltung bei der Monogamie (Umfrage Nr. 4). 59% der Subs erwarten eine monogame Beziehung, 18% finden eine Beziehung, in der beide die gleichen Freiheiten haben fair, 11% ist es grundsätzlich egal, 7% räumen ihrem Dom das Recht auf Sex mit anderen ein, sich selbst aber nicht ein und 5% erwarten, dass der dominante Part monogam ist, während sie auch andere Spielpartner haben dürfen. Doms die letzteres akzeptieren würden, fanden sich bei der Befragung nicht. 42% der Doms können sich eine monogame Beziehung laut dieser Befragung vorstellen, 34% erwarten offen, dass ihr Partner monogam ist während sie gewisse/alle Freiheiten haben, 8% ist es egal und 16% sind für gleiches/ähnliches Recht für alle.

Eine andere Umfrage zugrunde gelegt (vgl. dort Umfrage Nr. 5), finden 60% aller männlichen Doms, ihnen stünden mehr Freiheiten als ihrer weiblichen Sub zu, 42% der weiblichen Subs sehen das ähnlich. In der jüngsten Umfrage meinen 59% der Subs und 42% der Doms, monogam leben zu wollen. Natürlich liegen die Ansichten von Doms und Subs auseinander, jedoch trennen sie nun nicht gerade Welten, da sollte eine Sub doch recht gute Chancen auf einen monogamen Dom haben. In diesem Zusammenhang verwundert einen das Ergebnis der nächsten Umfrage (Umfrage Nr. 5) "Glaubst du daran, dass mehr als 20% der männlichen Doms dauerhaft auf andere Frauen emotional und auch körperlich verzichten können?“) etwas. Im Gegensatz zu den vorgenannten Umfragen wurde hier nämlich zwischen Männern und Frauen und ihrem Erfahrungsschatz unterschieden. Die Gruppe mit der höchsten Quote pro monogame Doms ist die der unerfahrenen männlichen Doms selber. Sagenhafte 86% glauben an den monogamen Dom, fragt man ihre erfahrenen Kollegen, so glauben bei ihnen aber lediglich 36% daran. Dies, verglichen mit den weiblich Subs, bei denen die weniger erfahrenen immerhin zu 54% und die erfahrenen weiblichen Subs nur zu erschreckenden 13% an dieses „Phänomen“ glauben, zeigt eine deutliche Schieflage. Alle Erfahrenen zusammen kommen beim Glauben an die monogamen männlichen Doms übrigens auf einen Wert von 22%, bei den weniger Erfahrenen glauben hingegen 59% an selbige.

Die Umfrageergebnisse bezüglich der Erwartungshaltung und der Erfahrungen passen auf den ersten Blick nicht zusammen und widersprechen sich. Jedoch kenne ich einige weibliche Doms, die monogam leben, aber so gut wie keinen männlichen. Ich denke, dies erklärt durchaus die unterschiedlichen Werte bei den beiden Umfragen, denn die erste unterschied nicht zwischen FemDoms und MaleDoms.

Wie aber kann es zu solch eklatanten Unterschieden zwischen Anfängern und erfahrenen BDSMlern kommen? Hätte man mir selbst als Anfänger damals die Frage gestellt, hätte ich bei der These von weniger als 20% monogamen Doms widersprochen, der Wert hört sich einfach viel zu klein an.

Zwei Fragen drängen sich mir auf: Wie ist es für eine weibliche Sub, wenn sie anfangs glaubt, es gebe monogame Doms und später feststellen muss, es ist oftmals eine Lüge? Wie oft wird hier seitens der Doms gelogen oder von Subs gemeint, der monogame Mister Grey (Shades of Grey) sei eben der typische Dom? Ich glaube, es gibt sehr viele Enttäuschungen bei weiblichen Subs, wenn ihre Hoffnungen und Wünsche so oft zerstört werden. Noch interessanter finde ich aber die Situation der männlichen Doms. Bei den Anfängern glauben 86% daran, dass der monogame Dom keine riesige Ausnahme ist, bei den Erfahrenen tun dies lediglich noch 36%. Ist es womöglich sogar eine normale Entwicklung, dass ein Dom mit der Zeit nicht mehr monogam sein will, obwohl er dies am Anfang eigentlich wollte? Berauschen sich Doms womöglich an ihrer Macht und wollen immer mehr? Ist es natürlich, als männlicher Dom mehrere Subs zu haben und wird dies am Anfang nur durch gelernte und verinnerlichte Konventionen verhindert? Wie gehen Doms damit um, wenn sich ihre Einstellung während einer langen Partnerschaft ändert? Ich wäre sehr neugierig auf eure Kommentare zu den aufgeworfenen Fragen.

Bisherige Beiträge zum Thema monogame MaleDoms:
(Mythos) Monogame Doms (Gentledom)
Warum ich monogam leben kann (Gentledom)
Monogam (Gedanken der Sklavin Sisa)
Feste Beziehung und trotzdem mehrere Subs (Forumsdiskussion)


Kommentare:


Jana schrieb am 26.05.2013


Erfahrungen ändern die Ansichten

Lieber Gentledom,
ich denke, dass die Breite der gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse im Bereich Sex dazu führen das sich Einstellungen und Ansichten ändern. Bei Männern und Frauen, der Prinz/die Prinzessin sind ja nicht zwingend ausgeschlossen.

Umso mehr ich mich für Spielarten interessiere umso neugieriger werde ich. Und mit dem ausleben der Neugier kommt auch die Erkenntnis, dass Sex (egal ob BDSM oder nicht) nun mal mit jedem unterschiedlich ist. Was ich mit einem Mann/Frau machen kann, muss mit dem/der nächsten nicht funktionieren, dafür geht aber vielleicht wieder was anderes. So ist es halt möglich, dass die ganzen Facetten der Lust ausgelebt werden können.

Als Single ist es leichter, in Partnerschaften braucht man das Verständnis des Anderen. Außerdem müssen Partnerschaften auch ein gewisses Maß an Langeweile und Alltag aushalten können und wenn das schönen Blümchensex bedeutet, dann ist das in Ordnung. Für mich ist es wichtig, das "Fremdgehen" nicht heimlich passiert und jeder Partner diese Freiheit auch genießen kann. Unerfüllte Sehnsüchte fressen einen über kurz oder lang auf und schaden am Ende der Beziehung. Bevor die Wünsche des Anderen abgelehnt werden, sollten sie aber erst einmal ausprobiert werden, jedenfalls alle, die ein angenehmes ziehen in der Bauchgegend oder das Kopfkino auslösen. Danach kann immer noch nein gesagt werden.

Schöne Grüße, Jana


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Jana,

ich habe es immer ähnlich gehalten, meine Partnerin gibt mir die Freiheiten die über die aktuell üblichen hinausgehen. Ich finde Ehrlichkeit ist hier einfach sehr wichtig. Fremdgegangen bin ich sehr oft, da meine jeweilige Partnerin meist dabei war (Dreier) oder aber ich die Freiheiten hatte auch allein zu spielen, war es eben kein Betrug. Man kann diese Offenheit aber nicht von einem Partner erwarten und ganz ehrlich man muss sie sich wenn dann auch verdienen. Wer sich bei dem Gedanken unwohl fühlt sollte es sich gut überlegen diese Freiheiten einem Partner zu geben und jener der sie hat sollte immer die Gefühle des Partners im Auge behalten und dieses Geschenk sehr wertschätzen.

Liebe Grüße

Gentledom

Jens schrieb am 20.05.2013


Wie gehen Doms damit um, wenn sich ihre Einstellung während einer langen Partnerschaft ändert?

Ohne meine damalige Freundin hätte ich BDSM nie für mich entdeckt und ich fing damit wegen ihr an. Wir waren damals bereits sechs Jahre zusammen und meine Partnerin offenbarte mir, dass sie gerne mal devot wäre. Schnell entdeckten wir die Lust an BDSM und erweiterten es ständig. Mit der Zeit bekam ich immer mehr Fantasien, eben auch mit einer weiteren Sub. Ob dies eine normale Entwicklung ist kann ich nicht sagen. Ich sprach meine Wünsche an und anfangs wurden diese unter „das machen wir irgendwann mal“ abgebügelt. Nach einigen Monaten und immer mehr Blockade ihrerseits machte ich mich allein und heimlich auf die Suche. Dass sie sich dann strikt gegen meine Wünsche nach einer zweiten Sub sperrte hat mich damals sehr mitgenommen. Inzwischen bin ich mit meiner damaligen Affäre zusammen, sie akzeptiert mich und meine Bedürfnisse und dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Ich kann devoten Frauen eines raten: Lasst euren Partner nicht zappeln, wenn ihr einen Dreier ausschließt sagt dies direkt. Schiebt ihr das Problem vor euch her und macht uns Hoffnungen intensiveren sich unsere Sehnsüchte, sagt frühzeitig klar und deutlich, dass ihr das nicht wollt. Alles andere ist nicht fair und kann schnell dazu führen, dass auch wir nicht fair sind. Ich weiß Betrug ist nicht entschuldbar, wer aber immer in einer Hoffnung lebt, später dann aber abgebügelt wird, landet häufig in den Armen eines neuen Partners.

Liebe Grüße

Jens


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Jens,

vielen Dank für deine offenen Worte. Kommunikation ist in einer Partnerschaft sehr wichtig und hinhalten sollte man niemanden. Ich kenne euch nicht aber natürlich kann es auch sein, dass sie anfangs wirklich mit dem Gedanken spielte ihn später aber wieder verwarf.

Ich kenne einige Subs die solche Gedanken verwarfen nachdem ihr Partner zu penetrant das Thema auf den Tisch gebracht hat. Sie fühlten sich einfach minderwertig weil der Wunsch nach einer anderen, zumindest ihrer Meinung nach, beim Partner plötzlich einen zu hohen Stellenwert eingenommen hat.

Genauso habe ich es (im Forum) erlebt, dass der Dom seine Wünsche geäu0ert hat, Sub ihm danach über den Mund fuhr und er später kleinlaut meinte er würde das ja nie wollen. Dass der Wunsch trotz des Lippenbekenntnis nicht verschwindet sollte jedem klar sein. Wenn Sub kein Verständnis hat kommt es schnell zu einer Konfliktsituation und Heimlichkeiten. Das ist kein Appell an die Subs den Doms alle Freiheiten zu lassen, wohl aber Doms Wünsche obwohl sie einem nicht passen zu akzeptieren. Das Akzeptieren bedeutet, Dom muss sich nicht schämen oder schlecht fühlen wegen seinem Wunsch, es bedeutet aber eben auch nicht dass Sub ihm den Wunsch erlauben muss.

Wenn so viele erfahrene BDSMler meinen, dass es diesen männlichen monogamen Dom nicht/extrem selten gibt, sollte sich Sub schon fragen, wie sie mit diesem Umstand umgehen will. Den Kopf in den Sand stecken wird das Problem nicht lösen. Genauso sollte sich aber auch jeder Dom fragen, was ist mir wichtiger die Partnerschaft oder BDSM mit anderen? Wenn es mit anderen Subs sein muss, was ich durchaus verstehen kann, sollte aber die Gefühlswelt der Partnerin den höchsten Stellenwert haben. Die Frage ist also dann, wie kann man seiner Partnerin zeigen, dass es kein Angriff auf die Beziehung und sie immer noch in allen Bereichen die Nr. 1 ist?

Ich drücke dir für deine neue Beziehung die Daumen.

Liebe Grüße

Gentledom

Christine schrieb am 20.05.2013


Nichts Neues

Hallo GD,

als ich Anfängerin war hatte ich noch einige Luftschlösser. Irgendwann merkt aber jede Sub, dass es diesen perfekten Dom einfach nicht gibt der immer richtig zwischen Alltag und Spiel unterscheidet, monogam und verantwortungsbewusst ist, umwerfend ausschaut, keine psychischen Probleme hat und genau so spielt wie es einem gerade gefällt. Wer diesen Dom sucht sollte Bücher lesen, dort sind sie durchaus zu finden. Dass es den Prinzen in silberner Rüstung hoch zu Ross nicht gibt lernen wir Frauen bereits in jungen Jahren, warum dies so viele bei den Doms nicht auch lernen können erschließt sich mit nicht wirklich.

Liebe Grüße

Christine


Antwort auf diesen Kommentar

Hallo Christine,

ich denke unrealistische Erwartungen (gerade) bei (der virtuellen) Partnersuche ist nun nicht ein ausschließlich weibliches Problem. Wenn ich sehe welche Ansprüche viele Doms an ihre zukünftige Partnerin haben und was sie ihr im Gegenzug dafür bieten scheinen nicht nur FemSubs häufiger in einer Traumwelt zu leben. Dass Anfängern mancher Umstand nicht bewusst ist halte ich für normal, mir selbst ist es in Bezug auf die Monogamie ja nicht anders gegangen. Wer realistisch ist, muss sich einfach fragen was will ich und auf welchen Punkt kann ich evtl verzichten. Verzicht ist aber eine Übung die nur wenigen von uns leicht fällt, ich schließe mich da durchaus im Bezug auf die Partnerwahl mit ein und dass obowhl auch ich deinem Bild des perfekten Doms nicht zu 100% entspreche, ich werde kaum immer so spielen wie es ihr gefällt, dafür bin ich zu egoistisch, wie ich monogam lebe steht ja in einem der verlinkten Artikel und auch wenn ich mich nicht verstecken muss, ein Model (das verstehe ich unter umwerfend) bin ich auch nicht.

Liebe Grüße

Gentledom

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