Ich hörte einige Tage nichts von ihr, außer dass sie weiterhin meine Bude auf Vordermann brachte, wenn ich nicht zu Hause war. Ans Telefon ging sie auch nicht. Harley-Harry kam eines Abends zu Besuch und meinte, ich hätte wohl plötzlich Kultur entwickelt und ob er seine Stiefel draußen ausziehen müsste? Meine Hütte war blitzsauber. Das bemerkte ausgerechnet jemand, dessen heimischer Küchentresen aus drei ungereinigten Altölfässern bestand, die er nur wegen der Produktwerbung für diesen Zweck ausgesucht hatte. Seine Bude roch wie eine Tankstelle, und außer ihm selbst hielt es niemand länger als zwei Stunden bei ihm aus.
>Und? Nimmst du „sie“ mit zum Wintertreffen? Oder fährst „du“ mit Gepäck?< Lachte der Troll, während ich versuchte, dass Zündschloss seines rollenden Alteisens aus Milwaukee zu reparieren.
>Warum sollte ich?< Mein Herz fing an zu klopfen und erinnerte mich daran, dass ich keinen Alkohol mehr im Haus hatte.
>Sie ist doch deine neue, oder nicht? Kante meint, sie wäre mehr bei dir als bei sich und seine Alte muss das wissen. Sie ist die Hausmeisterin des Wohnblocks!<
> Eher die Blockwartin. Neugieriges Lästermaul. Nein, sie ist nicht meine. Wir sind nur… Befreundet!< Mir lief es plötzlich kalt den Rücken herunter und ich verbrannte mich am Lötkolben. Shit.
>Aha. Nennt man des jetzt so?< Harry schniefte ekelig und entblößte seine makellosen Zahnreihe. Allerdings seine dritten, denn die Originalbestückung war vor zwei Jahren irgendwo am Kamener Kreuz zusammen mit seinem Helm „verloren“ gegangen. Sorgfältig setzte ich den letzten Lötpunkt und reichte Harry sein Zündschloss.
>Das kostet dich einen Angel. Aber einen großen!<
>Klar Mann. Kein Problem. Mit großen Sachen kennst du dich ja aus!< Ich warf ihm einen leeren Plastikbecher hinterher, ohne ihn zu treffen und folgte ihm ins Easy Livin. Kaum war ich im Laden, grölte es auch schon vom Billardtisch herüber.
>Da kommt ja der Elefantenbändiger. Hey Django! Du lebst ja noch. Also liegst du wohl oben. Oder?< Brüllte Kai Uwe Motlich. Genannt Motte. Er war schon völlig high und in seinem Zustand war es unklug, einen Streit mit ihm anzufangen. Motte musste geduckt durch alle Standarttüren gehen und meistens noch seitlich, um überhaupt durchzupassen. Dieses „sieben Monatskind“ hatte sogar Abitur im Knast gemacht, aber eine Fresse, in der jeder Faustschlag einer Schönheitsoperation gleichkam. Außerdem merkte er unter Alkohol nichts mehr. Ein rechter Haken von ihm und das Licht ging aus.
Ich winkte schweigend und widmete mich meinem Drink. Warum schon heute sterben? Motte wäre morgen auch noch da. Harry witzelte mit Rollo, dem Wirt und sicher ging es um mich. So ging das nicht weiter. Die halbe Gegend lachte schon über mich. Alles wegen Gina. Wer war ich denn, das ich hier als lebende Blödelperformace herumlief?
Ich musste etwas tun, aber mir fiel nicht ein was. Der Gedanke, Gina rauszuwerfen, versetzte mir einen schmerzhaften Stich ins Herz. Plötzlich war mir übel und ich ließ den Rest des Dark Angels stehen. War mir das schon mal passiert? Ich konnte mich nicht erinnern. Vielleicht wurde ich auch krank. Der Rest vom Drink landete in der Kakteenlandschaft des Raumteilers, die Rollos Alte hegte und pflegte wie ein Kind. Harry bemerkte es nicht und ich schlich zurück nach Hause.

Endlich Wochenende. Es war der Abend der Party. Ich ging zu Ginas Haus, um sie abzuholen. Sie hatte sich meinem Befehl entsprechend für 20:00 Uhr bereitzuhalten und nun war es fünf Minuten vorher. Ich trug meinen schwarzen Anzug und eine Tasche mit einer Überraschung für meine „ Sub“. Mal sehen, wie Gina darauf reagierte.
Das Treppenhaus roch nach Bohnerwachs und als ich die Etage erreichte, huschte ein neugieriger Schatten am Türspion vorbei. Sicher eine von den Friedhofsanwärtern. Wahrscheinlich riefen sie gerade nach dem Überfallkommando, weil der Rocker von gegenüber vor ihrer Tür stand und wer weiß was von ihr wollte. Spießerpack.
Ich klingelte und die Tür wurde sofort geöffnet. Mir wurde der Mund trocken. Gina sah toll aus. Der frisch erworbene Latexrock fiel in nun drei Ebenen zum Boden ab und war an den Rändern mit winzigen Strasssteinen verziert. Sicher eine Arbeit von Mama Leone, der Änderungsschneiderin am Marktplatz. Die Korsage presste ihre Möpse nach oben und stellte sie in den beiden Brustschalen regelrecht aus, als wären es Birnen in einer Geschäftsauslage.
>Ist es so in Ordnung Herr?< Fragte sie mit sanfter Stimme. Ich war wirklich sprachlos. War das wirklich das Pizzagrab? Ihre prächtigen Locken glänzten wie geölt. Sie hatte sich bis auf die Lippen dezent geschminkt, und trug die Lederbänder und das Halsband.
>Dreh dich mal!< Presste ich mir raus, um überhaupt etwas zu sagen. Verdammt sah das Pizzagrab gut aus. Der Rock schwang etwas herum und öffnete den Schlitz, der ihre Beine bis zum Po freilegte. Sie trug keine Unterwäsche. Wie schön.
>Soll ich dir die Korsage noch mal nachschnüren. Was meinst du?<
>Lieber nicht. Eine Studienkollegin hat mir beim Anziehen geholfen. Ich kriege so noch einigermaßen Luft. Mehr wäre sicher nicht gut, Herr!< Okay. Also. Bevor noch etwas schief ging. Dachte ich und schloss die Tür. Dass sie so eine Taille hinbekommen würde, hätte ich nie für möglich gehalten.
>Ich habe eine Überraschung für dich. Einen persönlichen Begleiter für den Abend. Ganz für dich allein. Ich möchte, dass du ihn trägst!< Ich reichte ihr die Verpackung, und mit einem geilen Lächeln auf den Lippen wollte sie im Bad verschwinden.
>Nein. Hier. Zieh es hier vor mir an!< Gina nahm den durchsichtigen Gummislip aus der Packung und hielt ihn in der Küche kurz unter Wasser. Dann stieg sie mit den Beinen in das Teil hinein und zog ihn langsam nach oben. Allein der Anblick ließ meinen Intimbereich gefährlich kribbeln. Sie raffte den Rock zusammen und schob sich den im Schritt angeklebten Dildo schnell in ihre Grotte hinein. Sekunden später saß der Gummislip, wohin er gehörte. Das Luder war also schon klatschnass. Sehr schön.
>Und? Wie fühlt es sich an. Kannst du so gehen?<
>Kein Problem. Das Höschen ist etwas eng an den Beinen. Aber sonst geht es Herr!< Antwortete sie strahlend und wir gingen zum Auto. Gina bewegte sich damit, ohne das man es groß bemerkte. Als hätte sie Übung darin, verstopft herumzulaufen. Vielleicht hätte ich doch die Ausführung mit den zwei Dildos kaufen sollen. Egal.
Ich half meiner Sub in den blauen Wintermantel, und nahm sie auf der Treppe bei der Hand. Warum eigentlich? Hatte ich Angst, dass sie die Stiegen herunterfallen konnte? Blödsinn. Wir waren schließlich kein Paar.

Draußen fiel der erste Schnee. Vermutlich auch der letzte, aber auf der Werft würde es Montagmorgen eiskalt sein. Vielleicht sollte ich mal blau machen. Ein Pärchen kam uns auf der Strasse entgegen. Oh nein. Rollo, der Wirt von der Kneipe und Qualmer. Ausgerechnet die beiden.
>Hai Django. Sieht ja aus, als gehst du in die Kirche. Kann man euch gratulieren!< Rollo war voll wie ein Fass und Qualmer hatte sicher wieder von seinem Kraut geraucht. Er behauptete, es wäre eine spezielle indische Mischung, aber alle anderen mutmaßten, dass er seinen alten Hundekorb Stück für Stück durch die Pfeife zog.
Ich blieb cool. Beide würde in ihrem Zustand mit egal welcher Antwort eh nichts anfangen können. Rollo tuschelte kurz mit Qualmer dem fertigen und sie zogen vorbei. Plötzlich brüllten sie vor lachen. Rollo machte mit den Armen eine ausladende Bewegung. Shit. Ich wäre sicher das Gespräch des Abends im Easy Livin.
Gina sah mich stumm an und drückte kurz meine Hand. Verdammt. Warum musste dieses Mädel auch solche Augen haben?
>Alles Penner. Der einzige Anzug, den die im Schrank hängen haben, ist ihr Schlafanzug und Stil ist für die eine Schnapsmarke. Hör gar nicht hin!< Meine Worte sollten als Trost geeignet sein, aber Gina warf mir nur einen viel sagenden Blick zu. Sie sah traurig aus. Ahnte sie wie ich dachte? Verflucht. Warum konnte ich mich nicht besser verstellen.

Die Fahrt mit meinem alten Polo, dessen Stoßdämpfer schon bessere Tage gesehen hatten, entlockte Gina eine Menge lustvoller Geräusche, vor allem wenn wir über das unebene Pflaster rollten. Die meiste Zeit während der Fahrt lachten wir nur. Sie erzählte von ihren nervigen Verwandten aus Kalabrien, die sie einmal die Woche anriefen und beknieten, auch ja regelmäßig zur Beichte zu gehen. Ob dem Priester wohl die Ohren zuwucherten, wenn er hörte, was Gottes Tochter so in ihrer Freizeit trieb? Dachte ich, und versuchte die Spur in den grottenschlechten Strassen des Stadtrings zu halten.
Sie war in Deutschland geboren und hatte mit den klassischen süditalienischen Traditionen so ihre Probleme. Eine Heimkehr zu ihren Wurzeln war für sie undenkbar. Nach dem Studium hoffte sie auf einen Job in der Bio-Forschung. Mit Gina konnte man viel Spaß haben. Sie war klug. Weit klüger als ich, dessen schönste zwei Jahre die achte Klasse der Hauptschule gewesen waren. Weit belesener als die meisten Menschen, die ich kannte und verfügte über einen göttlichen Humor. Aber was am Wichtigsten war: Sie schien im Augenblick so geil zu sein, dass sie fast platzte.
>Nimm die Tasche!< Befahl ich ihr auf dem Parkplatz, bevor wir in die Party eintauchten. Wie zu erwarten, war voll Haus und es dauerte etwas, bis wir ins Warme gelangten. Vor der Garderobe galt es noch etwas zu klären.
>Hör zu Gina: Das Safewort für den Abend ist „Pilatus“. Hast du verstanden?<
>Ja Herr.<
 Wenn du aus dem Höschen raus willst oder etwas nicht mehr geht, sagst du es laut und vernehmlich!<
>Ja Herr!<
Ich holte die Gerte aus der Tasche und reichte sie ihr. Wie geplant, schob sie das Kleid zur Seite und befestigte den Griff an einer der kleinen Ösen des ledernen Strumpfbandes, das sie am linken Oberschenkel trug. Perfekt.
Ich konnte einen Blick auf den Slip werfen. Der Dildo steckte tief in ihrer Spalte und in dem durchsichtigen Kunststoff konnte ich die abgespreizten Lippen deutlich sehen. Entweder schwitzte sie unter dem Gummi stark oder sie lief gerade fast aus. Super. Wir gaben die Tasche ab und warfen uns ins Gewühl der Party.

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