Was ist ein KINK

Einen Kink zu haben bedeutet, dass die eigenen sexuellen Vorlieben oder Fantasien von dem abweichen, was in der Gesellschaft üblich ist, in der man gerade lebt. Kinks können dabei sehr unterschiedlich sein und reichen von Outdoorsex bis hin zu sehr komplexen und einnehmenden Praktiken wie einer TPE-Beziehung.

Das englische Wort Kink bedeutet wörtlich übersetzt „Knick“ oder „Verdrehung“. Im sexuellen Kontext steht es sinnbildlich für eine „abweichende“ oder „ungewöhnliche“ Neigung. Was genau abweichend ist hängt von dem Zeitgeist, der Intensität und auch der Verpackung ab. So dürfte offen polygam durchaus als Kink für viele zählen, selbst wenn ein Großteil der Gesellschaft heimliche Affären hat oder hatte. Andersherum bezeichnen Menschen, die kinky sind, jene Menschen, die es nicht sind, gerne als Vanillas. Der Hintergrund ist, dass Vanille die beliebteste Eissorte ist, es aber noch viele andere gibt. Vanilla steht dementsprechend für den üblichen Sex, den die meisten Menschen haben.

Was nicht unter Kink fällt, sind sexuelle Orientierungen, also wenn jemand bi-, homo- oder auch asexuell ist. Eine bisexuelle Person, die mit beiden Geschlechtern gleichzeitig Sex haben möchte, das wäre wiederum kinky, eben weil Dreier derzeit nicht der typischen Sex-DIN-Norm entsprechen.

Verbreitete Kinks sind BDSM, Petplay, Fetisch, Outdoor, usw.

Warum steht Fetisch in der Liste? Viele setzen die Begriffe gleich. Das ist sicher korrekt, jedoch ist die Gleichsetzung falsch. Ein Fetisch ist immer ein Kink, aber nicht jeder Kink ist eben auch ein Fetisch. Fetisch ist eine sexuelle Fixierung auf einen bestimmten Gegenstand oder Körperteil (z.?B. Latex, Füße, Ballon), was sicher von der Norm abweicht und ist somit ein Kink. Aber Kink ist eben weiter gefasst.

Bei manchen Spielarten ist es fraglich, wie diese einzuordnen sind. Früher war Oralsex über Jahrtausende in Europa verpönt, heute ist es recht normal. Früher wäre es ein Kink gewesen, darauf zu stehen (wurde deswegen auch vorwiegend von Prostituierten angeboten und nicht in der Beziehung ausgelebt). Heute dürfte Dirty Talk auf der Kippe stehen, denn in Beziehungen ist er vermutlich in einer nicht zu harten Form normal geworden.

Ein Kink ist eine individuelle sexuelle Vorliebe, die vom Standard abweicht. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn also jemand sagt, er sei kinky, bedeutet es nur, dass Sex eben nicht nur auf die ganz gewöhnliche Art und Weise mit ihm oder ihr ausgelebt werden soll. Kinky sein bedeutet eben nicht, dass man promiskuitiv oder poly leben muss, nur vielleicht muss etwas mehr kommuniziert werden… mit dem richtigen Menschen über Sex zu reden, das kann durchaus schön und spannend sein.

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