Für nicht wenige SM-Freunde ist Seilbondage zu kompliziert. Es dauert länger bis man jemanden schön verschnürt hat, deutlich länger als das Fesseln mit den praktischen Ledermanschetten. Zudem erfordert Seilbondage Lernbereitschaft und Übung bis man es so gut kann, dass es fließend funktioniert – also ohne dass man dabei in Bücher gucken muss oder sich heftig im Seil-Ikebana verstrickt.
Ein im Zusammensein zelebriertes und geschätztes DS-Verhältnis behindert ebenfalls manche Einsteiger: es wirkt nicht besonders dominant, wenn Top allzu deutlich anzumerken ist, dass er sich jetzt SEHR auf die Knoterei konzentrieren muss und auch mal was falsch macht. Mir persönlich haben da Workshop-Szenarien sehr geholfen: explizit zum Üben vorgesehene Stunden, in denen völlig klar ist, dass hier ein Handwerk erlernt wird und es nicht schon darum geht, Sub mit der Fesselung zu nerven, zu strafen, zu „quälen“ oder besondere Machtlosigkeit spüren zu lassen. Ein Humor-fähiger Top, den eine spitze Bemerkung nicht aus der Fassung bringt, ist natürlich auch äußerst hilfreich!
Beim Seilbondage kann man viel falsch machen, es besteht Verletzungs- und Unfallgefahr! Ich empfehle, zum Einstieg ein paar Bücher zu lesen, Workshops zu besuchen und von Erfahrenen zu lernen. Immer eine (gerundete) Schere in Reichweite zu haben, um den Passiven schnell befreien zu können, ist eine wichtige Vorsichtsmaßnahme. Die medizinischen Infos beim Bondage-Projekt geben einen Überblick über alles, was passieren kann und wie man Unfälle vermeidet.
Noch vor ein paar Jahren gab es recht viele Webseiten mit genauen Anleitungen für diverse Fesselungen. Leider sind viele davon hinter Bezahlschranken verschwunden oder haben den Betrieb eingestellt. Hier will ich Euch mal auflisten, was ich bei einer aktuellen Suche noch vorfand: