Kannst du dir eine Partnerschaft mit jemandem vorstellen, der zwar dominant ist, dies aber nicht bewusst wahrnimmt? Die Frage tauchte in einem Forum auf und hat mich zu einer Antwort inspiriert, die ich hier einfach mal einstelle:
Ein Gegenüber, das seine Dominanz bzw. Submissivität exzessiv im Alltag lebt, ist nicht erotisch motiviert und hat also keine innere Distanz zu diesen Haltungen bzw. zu diesem Teil seiner selbst. Und nur diese Distanz ist es, die DS reizvoll macht: das beiderseitige Bewusstsein, dass es eben NICHT „das Normale“ ist.
Frühere (Vanilla-)Beziehungen zu „Alltagsdominanten“ waren für mich nichts als beide Seiten aufreibende, niemals entschiedene Machtkämpfe: es gab keine Sieger, aber wir beide verloren Lebensqualität, Lust und Freude. Heute muss ich zwar nicht mehr kämpfen, doch ein „unbewusst Dominanter“ wäre mir im Alltag trotzdem einfach zu nervig und anstrengend. „Dominant“ in der Alltagsbedeutung heißt ja: da ist jemand, dem es vor allem drauf an kommt, SEINS durchzusetzen – und sowas empfinde ich eher als geistig arm, sehr berechenbar und ziemlich langweilig. Das gilt auch, wenn derjenige meint, stets das Beste für Andere zu wollen.
Etwas „erotisieren“ ist für mich immer eine zweiseitige Sache. Wenn es nicht erotisch gemeint ist (und damit meine ich jetzt nicht Sex!), dann ist es nur eine ganz gewöhnliche Kampfhaltung im Kampf aller gegen alle – zum Gähnen, denn ich bin ja nicht der Feind und fühl mich auch nicht im Krieg.
DS ist gerade NICHT der ganz gewöhnliche Beziehungsmachtkampf (auch nicht in seiner „entschiedenen“ Form, z.B. als patriarchalische Ehe), sondern eine Inszenierung – und nur dadurch lustvoll zu genießen.