Da ist sie. Immer, wenn ich sie sehe, tut mein Herz einen Sprung. Sie fasziniert mich, sie wäre genau der Typ Cheerleader, wenn sie für so einen Auftritt zu haben wäre.
Blond, blaue Augen, ein strahlendes Lächeln.
Natürliche Ausstrahlung, nur Licht, keine Schatten.
Heute hat sie wieder so einen Minirock an, irgendein fransiges Teil, dazu ein enges Top und Springerstiefel. Ihre Beine sind nackt, muskulös, aber noch schlank genug.
Ein Girly - Outfit, aber sie ist eigentlich mehr ein Saubermann. Oder ein Saubermädchen eben.
Ich fühle mich in ihrer Gegenwart, wie gerade einer Schlammgrube entstiegen, linkisch, unbeholfen und so verworfen wie ein Waldschrat.
Aber sie lächelt mich an, und ich schmelze dahin.
Ich stammle irgendetwas, das geistreich sein sollte, aber ich merke selbst, es ist nur dummer Unsinn.
Sie lacht und fragt mich, ob ich nicht mit ihr ein Stück spazieren gehen wolle.
Ich will, ja, ich will. Natürlich will ich das!
Wir gehen nebeneinander her, die Sonne bescheint den Waldweg, die Bäume und Sträucher, deren Blätter sich gerade in allen Schattierungen goldbraun färben, die Sonne scheint auf SIE und macht sie noch strahlender als sie es schon ist, und sie scheint wohl auch auf mich, lässt mein schlammiges Braun zu einem freundlichen schlammigen Hellbraun werden.
Sie redet, ich antworte, sie scheint mir manchmal sogar zuzuhören. Dann bleibt sie stehen und lacht mich an."Ich mag deine Augen", sagt sie. "So eine Farbe habe ich noch nie gesehen, gelblich oder grün, je nach Licht. Und ich mag deinen Humor."
Ich stammle irgendetwas Dummes, und wieder lacht sie. Dann küsst sie mich, ein schneller Kuss auf die Lippen.
"Und jetzt hör auf, dummes Zeug zu reden wie ein Idiot."
"Aber ich bin ein Idiot", sage ich und muss selbst lachen.
"Ich will mit dir schlafen", sagt sie.
"Sei nicht dumm", antworte ich. "Such dir einen gescheiten Kerl."
"Das lass meine Sorge sein."
Sie kommt zu mir nach Hause, sie meint, sie kann sich sicher fühlen, weil sie schon angekündigt hat, mit mir zu schlafen. Aber ich fühle mich ein wenig unbehaglich, als sie in die alte Scheune kommt, in der ich wohne.
Sie sieht sich alles mit unbefangener Neugier an, die groben Sandsteinwände, den gescheuerten und lackierten Dielenboden, die Teppiche, den gemauerten Kamin, das große Kanapee, die Bilder an den Wänden. Es muss ihr alles abgedreht und theatralisch erscheinen, und ich fühle mich wie ein aufgeblasener Furz, kurz vor dem Entweichen in das Mundstück einer Trompete.
"Du wohnst interessant", sagt sie.
Sie hat keine Ahnung, wie interessant, denke ich.
"Möchtest Du etwas trinken?"
Warum klingt meine Stimme immer wie eine rostige Gießkanne, wenn ich mit ihr rede?
"Ich möchte mit dir schlafen."
"Du hast keine Ahnung, auf was Du Dich da einlässt", sage ich, womöglich noch rostiger.
Sie knöpft mein Hemd auf, und ich küsse sie vorsichtig. Sie sinkt in meine Arme, wie vom Winde verweht, und ich muss mit einem Mal ihr ganzes Gewicht tragen. Vielleicht sollte ich sie einfach auf den Boden fallen lassen, aber dann entscheide ich mich, ihr meine Fingerspitzen in den Nacken zu graben. Sie wird nun womöglich noch schlaffer in meinen Armen, und ich habe irgendwie genug davon.
Ich greife in ihr Haar zu ziehe sie auf die Füße. Sie sieht mich an, und es gelingt mir nicht, ihren Blick zu deuten, also ohrfeige ich sie.
Sie zuckt, und ihre Mimik bekommt Risse. Ich ramme ihr das Knie in den Unterleib.
Mir wird schlecht.
Dünnes Eis, ganz dünnes Eis. Tu ihr nicht weh!
Sie knickt ein wenig ein, bleibt aber auf den Beinen, zumindest, bis ich sie mit einer Außensichel wegfege. Der anschließende Tritt in die Rippen erfolgt beinahe automatisch, zumindest der erste. Der zweite und dritte kommen mit Bedacht und Gefühl. Sie rollt sich zusammen, aber ich ziehe sie wieder auf die Beine. Sie schwankt ein wenig, noch eine Ohrfeige, und jetzt wird sie hässlich.
Das ist weder Bedingung, noch ist es sonderlich schlimm, es IST einfach.
Ihr Gesicht zerspringt wie ein aufplatzender Kürbis, wird zu einem rotzenden, heulenden Elend. Sie keucht und wimmert, während ich sie quer durch den Raum prügle. Ich reiße an ihrem Rock, der Bund platzt auf, ich ziehe den Fetzen mitsamt dem Top über ihren Kopf. Ihr Slip bietet Widerstand, aber schließlich zerreißt auch er.
Du Fotze, du heulende, torkelnde, nasse Fotze!
Sie geht wieder zu Boden, jetzt gleich richtig, Schenkel auseinander, Beine angestellt.
Wie kann man nur gleichzeitig plärren und geil sein?
Na ja, genauso, wie man den wilden Stier geben kann und den kühlen Analytiker auf einmal?
„Lutsch!“
Irre Kopfbewegungen unter mir, gelernt ist gelernt.
Nein, das ist zynisch, und Zynismus ist Scheiße.
Sie macht es gut, sie bläst meinen Schwanz, obwohl sie rudert wie eine Ertrinkende. Sie sieht nichts mehr, sie ist irgendwo in ihren Scherben unterwegs. Ich krieche auf sie und finde den richtigen Weg in das Feuchte, Warme. Sie bewegt sich freundlich mit, und das macht es mir leichter, weiter zu machen.
Ich packe ihre Haare mit beiden Händen und hämmere ihren Hinterkopf gegen den Holzboden.
Pock, pock, pock.
Nicht wirklich fest, aber fest genug. Sie ächzt irgendetwas, das Rotzmädchen mit dem roten Gesicht und den tränenblinden Augen, es kann nur ein ‚weiter, mehr, noch mehr!’ sein.
Aber ich will endlich unbeschwert ficken, statt sie halb totschlagen, ich lasse ihren Kopf los und tue mir keinen Zwang mehr an.Es wird ein toller Fick, wir sind ein gutes Team, und als es vorbei ist, bette ich sie auf das Kanapee und kauere mich neben sie, bis sie wieder normal atmet.
„Willst Du jetzt was trinken?“
„Hast du auch ein Schlafzimmer?“
Ich nehme sie an der Hand und führe sie in den hinteren Raum der Scheune. Sie macht große Augen, dann stellt sie sich unter den Bondagerahmen vor dem Bett, spreizt die Beine und hält sich an den Ketten fest, die herunterhängen.
„Soll ich Dich festbinden?“
„Nein, wegen mir nicht. Nur wenn du möchtest.“
„Rohrstock?“
„Ja.“
Ihr Hintern ist wie geschaffen dazu. Schließlich liegen wir doch im Bett, und sie ist wieder ganz die alte, strahlende Schönheit, ein paar blaue Flecken, ein paar Striemen, verrotzte Haare, aber das Lächeln ist wieder das einer Stewardess.
Ich merke, wie ich schrumpfe, aber das ist ok.
„Du hast das nicht zum ersten Mal gemacht.“
„Du doch auch nicht. Wie kommt es, dass du hier wohnst?“
„Ich arbeite nebenbei in der Werkstatt.“
„Darf ich wieder kommen?“
Ich will etwas Geistreiches sagen, aber der Witz mit dem ‚kommen’ verkneife ich mir wohlweislich.
Außerdem hätte meine Stimme geklungen wie eine rostige Gießkanne.
Also nicke ich nur und versuche ein Lächeln.
Autor Gerwalt