Dies ist die erste von mehreren Kurzgeschichten, die aufeinander aufbauen. Alle Personen werden früher oder später nochmal auftauchen, auch wenn jede Geschichte in sich abgeschlossen ist. Die zweite Geschichte ist 'Ali, Baba und die vier Räuber
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Henrike war müde, ihre Füße taten weh und sie hatte nur noch den Wunsch, in ihr Bett zu fallen und drei Tage zu schlafen. Es war immer noch heiß, obwohl es erst Ende Mai war, und sie fühlte sich völlig verklebt. Doch auch die Dusche musste noch warten. Stattdessen eilte sie durch die nächtlichen Straßen, auf dem Weg zu ihrer winzigen Einraumwohnung, die etwas außerhalb lag. Eigentlich hatte sie sich eine größere nehmen wollen, konnte aber derzeit froh sein, nur wenig Miete zahlen zu müssen.
Das kam davon, dass sie sich mit einem Aushilfsjob in einer Eisdiele herumschlagen musste, weil sie vor ein paar Wochen ihre Stelle als Sekretärin verloren hatte und noch keine neue in Aussicht war, trotz der mindestens dreißig Bewerbungen, die sie geschrieben und abgeschickt hatte. Für diesen Job war sie überhaupt erst in die Stadt gezogen und hatte ihre alte Wohnung aufgegeben. Dabei konnte sie gar nichts dafür, dass die Firma Insolvenz anmelden musste. Hätte sie das doch nur eher gewusst …
Bedienung in einer Eisdiele zu sein war nicht unbedingt ihr Traumjob, aber so konnte sie sich wenigstens über Wasser halten und Trinkgeld verdiente sie sich einiges. Lächeln war wahrscheinlich ihr größtes Plus, das ein wenig ihr Temperament wieder gut machte, mit dem sie doch öfter mal aneckte und die Männer auf Abstand hielt.
Heute fühlte sie sich jedoch auf dem Heimweg ziemlich unbehaglich und hatte sich schon gefühlte hundert Mal umgedreht, weil sie glaubte, verfolgt zu werden. Aber allmählich verließ sie das bewohnte Gebiet und jetzt nach 22.00 Uhr fühlte sie sich ziemlich alleine auf der Straße. Vielleicht hätte sie sich doch ausnahmsweise ein Taxi leisten sollen.
Aus irgendeiner Hofeinfahrt kamen plötzlich drei Männer, die nicht so ganz sicher auf den Füßen zu sein schienen, und als sie versuchte, ihnen auszuweichen, rempelte einer von ihnen sie an und sie spürte etwas wie einen Stich an ihrem Arm, den sie gedankenverloren rieb. Ihr einziger Gedanke war, sich möglichst schnell von dem Pöbel zu entfernen, obwohl die Kerle die gleiche Richtung nahmen wie sie.
Ein Griff in ihre Handtasche bewies, dass sie vergessen hatte ihr Pfefferspray einzupacken und das schürte ihre Angst zusätzlich.
Sie ging nun viel zügiger, um nicht los zu rennen, aber nach nur wenigen hundert Metern wurde ihr schwindelig und sie musste sich an eine Hauswand lehnen, weil sich alles um sie herum drehte und ihr schlecht wurde. Alle drei Männer waren nun dicht bei ihr und wirkten gar nicht mehr betrunken, sondern absolut nüchtern und lauernd. Von vorne kamen Lichter auf sie zu, die die ganze Szenerie unheimlich beleuchteten und sie unwirklich erscheinen ließen.
Kaum hatte sie sich ängstlich von der Wand abgestoßen und war ein paar Schritte getaumelt, da griff einer der Typen nach ihr und presste von hinten seine Hand auf ihren Mund. Sie spürte seine Finger auf ihren Lippen und biss so fest zu, wie sie nur konnte. Mit einem letzten Kraftaufwand riss sie einen Fuß in die Höhe und platzierte ihn genau im Schritt eines anderen Kerls, der seine Hände reflexartig zwischen seine Beine presste und langsam in die Knie ging.
Doch jetzt gaben auch Henrikes Beine nach und sie konnte nichts mehr sehen. Nur ihr Gehör funktionierte noch und nahm das schabende Geräusch einer Schiebetür wahr.
„Los, los, macht, dass ihr reinkommt“, befahl jemand barsch.
„Ich kann nicht. Sie hat mir voll in die Eier getreten“, stöhnte ein anderer und schrie dann leise auf. Wahrscheinlich hatten seine Kumpane ihn in das Fahrzeug gezogen.
Sie spürte, wie sie in den Wagen gehoben wurde und eine weitere Stimme fragte: „Seid ihr sicher, dass sie die Richtige ist?“
„Ja, sie wurde bestellt. Wir beobachten sie schon einige Tage. Es gibt keinen Zweifel, dass sie es ist.“
Sie war tatsächlich verfolgt worden.
„Das ist eine Furie. Wer will denn so eine? Abgesehen davon ist sie nicht mehr jung und wahrscheinlich keine Jungfrau mehr.“ Da triefte Verachtung in der Stimme mit.
„Ist das unser Problem? Vielleicht soll sie in einen Jagdclub kommen. Was weiß ich.“
„Sie ist fett.“
„Nur weil du kein Ave Maria durch ihre Rippen blasen kannst, ist sie doch nicht fett. Ich mag es, wenn ich mir die Eier nicht an irgendwelchen Knochen stoße.“
„Mehr als eine Handvoll Busen ist eine Sauerei.“
„Du hast ja keine Ahnung.“
Die Männer amüsierten sich scheinbar köstlich über ihre wehrlose Gefangene.
Mehr bekam Henrike nicht mehr mit, weil gnadenvolle Dunkelheit sie umarmte.
War das ein Traum? Sie spürte wie eine Person sich an ihr zu schaffen machte und ihre Beine auseinanderschob.
„Es wäre ein Wunder, wenn sie noch unberührt ist“, sagte jemand.
„Trotzdem muss ich es genau wissen.“
Henrike konnte sich nicht wehren und beschloss, dass alles nicht real sein konnte – nicht real sein durfte. Finger, die sie zwischen den Beinen berührten und sich glitschig anfühlten. Finger, die in sie eindrangen und herum tasteten, die sie nicht abwehren konnte.
„Da war schon jemand dran, aber sie ist dennoch eng. Wir bekommen unseren Preis für sie.“
„Das ist das Mindeste, was wir verdienen, nach dieser Aufregung. Pascha kann immer noch nicht sitzen und jammert …“
Es dauerte eine Weile bis Henrike spürte, dass sie die Augen geöffnet hatte und an eine weiß gestrichene Decke starrte. Sie blinzelte ein paar Mal, damit sich ihre Sicht klärte. Weiße, kahle Wände umgaben sie und standen ziemlich nah. Langsam drehte sie den Kopf. Das war ein völlig fremder Raum und außer der Pritsche, auf der sie lag, gab es nichts darin. Wie seltsam. Sie schloss die Augen.
Wie Blitzlichter erschienen Bilder vor ihrem inneren Auge und sie sah sich selbst in einer dunklen Straße. Männer tauchten auf, ein schreckliches Gefühl der Benommenheit, Lichter und Stimmen, die lästerten. Der Rest, der Griff in ihre Intimzone, war hoffentlich nur ein Albtraum, ausgelöst durch irgendwelche Drogen.
Mit einem Aufschrei schoss sie in die Höhe, nur um gleich wieder zurück zu fallen, weil ihr schwindelig und kotzschlecht wurde. Sie war entführt worden, soviel wusste sie wieder und das war mehr als sie wissen wollte.
Jetzt erst spürte sie, dass sie nackt war und auch keine Zudecke hatte. Der Raum war warm, aber nun bekam sie eine Gänsehaut. Ängstlich kauerte sie sich so klein wie möglich zusammen, um ihre Nacktheit zu verbergen, als sie etwas an der Tür hörte und starrte dorthin, während sie gleichzeitig darum kämpfte, sich nicht sofort übergeben zu müssen.
Herein kam ein Mann im blauen Anzug, der sie abschätzend musterte. Seine blonden Haare fielen bis auf den Kragen und seine grauen Augen blickten kalt.
„Du bist wieder wach. Das ist gut.“ Nach einem jetzt misstrauischen Blick drehte er den Kopf nach hinten und rief: „Ich brauche einen Eimer – sofort.“
Es dauert nur Sekunden bis er das gewünschte bekam und noch weniger bis Henrike darüber hing und sich ihr Magen krampfhaft entleerte. Danach klebten ihre langen braunen Locken verschwitzt an ihrer Stirn.
„War es das jetzt?“, wollte er angeekelt wissen, griff nach ihrem Arm und zerrte sie auf die Füße. Nur schwach konnte sie sich wehren, da sie immer noch nicht völlig bei sich war. Stolpernd folgte sie ihm aus dem Raum und in einen anderen, der sich als Bad entpuppte. Oberhalb der Stelle, an der er sie gepackt hatte, sah sie nun eine kleine rote Stelle.
Der Stich, fuhr es ihr durch den Kopf. Das war eine Spritze mit einem Betäubungsmittel. Und sie hatte es erst jetzt begriffen – viel zu spät, um sich noch retten zu können.
„Wasch dich. Duschzeug und Shampoo findest du da. Ich komme in ein paar Minuten wieder. Wenn du nicht sauber bist, helfe ich nach – und glaub mir, das wird kein Vergnügen“, knurrte er drohend.
Benommen, irritiert und eingeschüchtert sah sie die Tür an, die sich hinter ihr schloss. Zu ihrer Erleichterung fand sie eine Toilette und benutzte sie eilig. Vorsichtig schob sie den Vorhang zu der einfachen Dusche beiseite und ging hinein. Auch dieser Raum war weiß. Diesmal allerdings bis zur Decke gekachelt. Ihre Hände zitterten dermaßen, dass sie Probleme hatte, die Wasserhähne aufzudrehen, denn eine Mischbatterie hatte diese alte Vorrichtung nicht.
Vielleicht würde sie sich besser fühlen, wenn sie sich wusch und ließ das Wasser nur lauwarm über sich laufen, in der Hoffnung die Benommenheit endlich loszuwerden.
Schließlich drehte sie die Hähne wieder zu und stand tropfend da. Mit der Hand strich sie sich die nassen Haare aus dem Gesicht und sah sich suchend um. Es gab kein Handtuch.
Erschrocken schrie sie auf als der Vorhang zurück gerissen wurde und der Mann von vorhin da stand. Sie hatte ihn nicht hereinkommen gehört.
Wortlos hielt er ihr ein kleines Tuch entgegen. Sich verlegen ihrer Nacktheit bewusst werdend, wandte sie ihm den Rücken zu und trocknete sich so gut wie möglich ab.
Kaum tropfte sie nicht mehr so stark, riss er ihr das Stück Stoff aus der Hand, ließ es achtlos fallen und trat zurück.
„Vorwärts“, kommandierte er und sie gehorchte, wobei sie versuchte sich so gut wie möglich mit ihren Armen zu bedecken, woraufhin er rau lachte.
„Glaub mir, ich habe hier schon mehr als eine Frau gesehen. Das verlockte mich nicht mehr besonders.“
Henrike spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss und sie rot wurde, was ihn nicht interessierte. Wieder griff er nach ihrem Arm und ein paar Türen weiter wurde sie in einen noch kleineren Raum gestoßen, in dem lediglich ein Stuhl stand. Doch in der Tür war ein Spiegel, von dem sie annahm, dass er vom Gang aus durchsichtig war, damit sie beobachtet werden konnte.
Sie rückte den Stuhl in eine Ecke und versuchte sich so klein wie möglich darauf zu machen und schämte sich nach wie vor darüber, nackt zu sein. Wie hatte ihr das passieren können?
Die Warterei darauf, was nun kommen würde, zerrte an ihren Nerven und sie war sich nicht sicher, ob sie jeden Moment anfangen würde zu weinen oder zu schreien. Warum hatte sie nicht besser aufgepasst? Warum hatte sie die Männer erst so spät bemerkt? Warum hatte sie kein Taxi genommen? Warum hatte sie ihr Pfefferspray in der anderen Tasche vergessen? Warum hatte sie ihren Job verloren und statt Arbeitslosengeld zu beziehen in dem Eiscafé angefangen?
Noch mehr ‚warum-Sätze‘ schossen ihr durch den Kopf und schließlich liefen die Tränen über ihr Gesicht und ließen sich nicht mehr stoppen.
Panisch verkrampfte sie sich als sich die Türe öffnete, aber umdrehen wollte sie sich nicht, zuckte aber zusammen als der Fremde neben ihr auftauchte und sie anfuhr: „Hör die Heulerei auf. Was soll denn der Kunde über dicke Augen denken?“
Das Wort Kunde löste bei ihr die gewünschte Reaktion aus. Ihre Tränen versiegten sofort, vor purem Entsetzen.
Ihr kam das Gespräch der Männer im Auto ins Gedächtnis, die auch von einem Auftrag geredet hatten.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie zu dem Blonden auf, der ihr ein Taschentuch in die Hand drückte.
„Ich hoffe doch sehr, du benimmst dich, wenn er gleich kommt. Alles andere wird furchtbare Konsequenzen für dich haben. Hast du mich verstand?“
Ruckartig nickte sie, obwohl ihre Gedanken wieder durch ihren Kopf schwirrten wie aufgeschreckte Bienen. Was meinte er mit Konsequenzen? Was konnte schlimmer sein als an jemanden verkauft zu werden?
Hieß es, wenn ein Kunde kam, dass sie tatsächlich verkauft würde? Was konnte es sonst bedeuten? Leider fiel ihr keine andere Erklärung ein, so sehr sie sich auch eine herbeiwünschte, und sie verfluchte ihren Realitätssinn.
„Sie können mich nicht verkaufen. Das ist verboten!“, erwiderte sie mühsam und erkannte ihre raue Stimme kaum wieder.
„So? Das sehen wir hier ein wenig anders“, grinste er sie dreckig an, nahm das Taschentuch aus ihrer Hand und ging wieder.
Von ihr aus konnte er für immer fort bleiben. Vielleicht wäre es leichter, hier zu sterben, als an einen anderen Fremden verschachert zu werden. War der Tod als Konsequenz für Ungehorsam gemeint gewesen? Was für ein Tod? Ein schneller oder würde er sie langsam zu Tode quälen?
Ein entsetzter Ton entrang sich ihrer Brust und tausend schlimme Gedanken rasten durch ihren panischen Verstand. Ihr Zeitgefühl war völlig abhanden gekommen und sie merkte erst, dass sie lange dagesessen haben musste, weil ihre Haare trocken waren, als sie mit den Händen hindurch fuhr und ihr alle Muskeln weh taten.
Steifbeinig stand sie von dem Stuhl auf und lief ein wenig hin und her. Sie konnte sich nicht einfach kampflos ergeben, wenn die Männer kamen.
Vielleicht war der Käufer ja auch eine Frau, auch wenn es dann Käuferin hätte heißen müssen. Aber was sollte eine Frau von ihr wollen? Waren Frauen wirklich besser als Männer? Vielleicht kam ja auch jemand von der Polizei, der Undercover arbeitete und den Menschenhändlerring sprengen wollte.
Mit einem Satz stand sie hinter dem Stuhl und versuchte sich wieder erfolglos zu bedecken, als sich die Tür erneut öffnete. Herein kam wieder der Blonde im Anzug. Er trug keine Krawatte, fiel ihr auf und hatte das Hemd zwei Knöpfe weit geöffnet. Bedeutete die Beule an seiner linken Seite, dass er eine Waffe trug? Würde er sie bei Widerstand erschießen?
Ihr Mund wurde schlagartig völlig trocken, obwohl sie in der Dusche soviel Wasser wie möglich getrunken hatte. Der Blonde kam nicht alleine. Hinter ihm erschien ein zweiter Mann und der machte ihr noch viel mehr Angst als der andere.
Er war so groß, dass seine kurz geschnittenen dunklen Haare oben am Türrahmen entlang streiften und kräftig war er auch. Obwohl er salopp in Jeans und Shirt gekleidet war, hatte sie keine Sekunde Zweifel daran, dass er der erwartete Käufer war. Der Anzugträger wirkte dienstbeflissen und wachsam und warf ihr einen warnenden Blick zu. Unter dem Shirt des Neuankömmlings waren klar definierte Muskeln zu sehen. Seine leuchtend blauen Augen hefteten sich gleich auf sie.
„Das ist sie. Gute Arbeit."
Er machte einen Schritt auf sie zu und sie presste sich noch dichter in die Ecke.
„Wie lange ist sie schon hier?", wollte er wissen, ohne sie aus den Augen zu lassen.
„Seit letzter Nacht. Wir haben Sie so schnell wie möglich informiert, wie Sie es gewünscht haben. Sie ist geduscht, ansonsten aber haben wir sie in Ruhe gelassen."
Der Dunkelhaarige nickte zustimmend und kam noch näher auf sie zu. In diesem Moment nahm die Angst Henrike die letzte Selbstbeherrschung. Sie griff sich den Stuhl und versuchte mit einem Aufschrei den Fremden zu schlagen, doch dieser wich katzengleich aus, packte ihre Hand und als ein scharfer Schmerz von ihrem Daumen in ihren Arm schoss, polterte der Stuhl zu Boden. Im nächsten Moment fand sie sich mit dem Gesicht voran an die Wand gedrückt, ihre Arme wurden nach hinten gedreht und obwohl sie zappelte, spürte sie wie die Gelenke zusammen gebunden wurden. Sein Körper hielt ihren mühelos fest. Ihr Atem kam nur noch keuchend.
Dann wurde sie schwungvoll umgedreht, sodass ihre gefesselten Hände schmerzhaft in ihren Rücken drückten.
Sein Gesicht näherte sich ihr jetzt und seine Lippen streiften ihre Ohrmuschel als er ihr zuflüsterte: „Versuch es und es wird dir sehr leid tun.“
Das glaubte sie ihm aufs Wort, schluckte hart und fragte sich woher er gewusst hatte, dass sie ihr Knie in seine Leiste rammen wollte. Der Duft seines angenehmen Rasierwassers stieg ihr in die Nase und sie wünschte sich, er würde sich von ihr entfernen.
„Es tut mir leid. Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie den Stuhl als Waffe benutzen will“, entschuldigte sich der Blonde und warf ihr einen wütenden Blick zu, „obwohl sie zwei meiner Männer verletzt hat.“
Henrike versuchte dem jetzt allzu nahen Blick des Fremden auszuweichen, aber er legte seine Hand um ihre Kehle und sofort hielt sie still. Er drückte nicht zu, aber dennoch fühlte sie sich von dieser Geste wie paralysiert, was er lächelnd zur Kenntnis nahm. Sie ging ihm gerade mal bis unters Kinn.
„Was hat sie getan?“, wollte er wissen, ohne den Blonden anzusehen.
„Den einen hat sie gebissen und dem anderen einen Tritt in die Spaßlandschaft versetzt.“
„Darum wollte ich sie ja haben. Sie hat Temperament, das ich allzu gerne zügeln werde. Ich habe sie bei einem Streit beobachtet und wusste, sie ist es.“
Ihr fiel sofort ein, welcher Streit das gewesen sein musste. Es war vielleicht vier Wochen her als ein Gast der Eisdiele sie in der Pause angesprochen hatte, um sie einzuladen. Ein Nein als Antwort wollte er nicht akzeptieren und so ergab ein Wort das andere, bis sie wütend geworden war und ihm richtig die Meinung gesagt hatte. Dummerweise hatte er die Unverschämtheit besessen, sie anzufassen, und sie hatte ihn so vor die Brust geschubst, dass er auf seinem Hosenboden gelandet war. Das hatte ihm den Rest versetzt und er war schimpfend davon gegangen.
„Feigling“, hatte sie noch hinterher gerufen. Kein Mann schien den Mumm zu haben, sich ihrem Temperament zu stellen.
Zum Glück hatte das nicht vor ihrer Arbeitsstelle stattgefunden, aber zu ihrem Pech war das ganze dann doch nicht ohne Konsequenzen geblieben, wie sie gerade schmerzhaft feststellte. Am liebsten wäre sie in Tränen ausgebrochen, aber ihre Augen blieben trocken, obwohl sie einen dicken Knoten im Hals hatte, was durch den leichten Druck der großen Hand nicht besser wurde.
„Wir erledigen jetzt das Geschäftliche und dann muss ich noch etwas aus dem Auto holen“, sagte der Dunkelhaarige zu dem anderen Mann und ließ sie los. Ohne sie weiter zu beachten, verließen beide den Raum und die Tür wurde wieder einmal verschlossen. Den Stuhl hatte der Anzugträger mitgenommen und so stand sie nackt, wehrlos und mit auf dem Rücken gefesselten Händen in dem leeren weißen Raum und starrte die spiegelnde Fläche in der Tür an.
Sie sah blass aus und ihre braunen Augen schienen fast schwarz zu sein, weil ihre Pupillen so groß waren. Ihre Locken, die ihre Schulterblätter kitzelten, standen in alle Richtungen ab und gaben ihr ein wildes Aussehen. Genau das, was den unheimlichen Mann anzog.
So sehr sie auch zog und zerrte, sie bekam ihre Hände nicht frei, obwohl sich das Material der Fessel weich anfühlte. Durch diese Haltung wurde ihr Busen in den Vordergrund gerückt und das war ihr wieder mehr als peinlich. Sie war nicht fett, wie der Mann im Transporter behauptet hatte, aber mit Konfessionsgröße 40 auch nicht sehr dünn. Und Körbchengröße DD war leider auch nicht zu übersehen.
Von hilflosem Entsetzen gepackt ließ sie sich zu Boden gleiten und legte sich, so weit es die Fesselung zuließ, zusammen gerollt auf die kühlen Fliesen.
Wieder gingen jede Menge Horrorszenarien durch ihren Kopf. Eine davon blieb wie in Dauerschleife hängen. Der Dunkelhaarige Mann würde sie vergewaltigen. Sie wusste nicht wann oder wo, aber sie hatte nicht den Funken eines Zweifels daran und er würde sich daran ergötzen, wenn sie sich wehrte.
Es blieb ihr nur eines übrig – sie durfte keinen Widerstand leisten. Sie musste ruhig und folgsam sein, egal was er von ihr verlangte. Dann würde er das Interesse an ihr verlieren und …
Ja, was dann? Er konnte sie nicht gehen lassen, also musste er sie töten. Vielleicht konnte sie ja von dem Ort fliehen, an den er sie brachte. Vielleicht gab es jemanden, der ihr helfen konnte und wollte. Vielleicht war er ja auch von der Polizei und half diesen Menschenhändlerring zu vernichten. Vielleicht …
Für ihren Geschmack war er viel zu früh wieder zurück und sie spürte ihren Körper unkontrolliert zittern, als er sich zu ihr runter beugte und sie in eine sitzende Position brachte. Wie eine Puppe ließ sie sich willenlos aufrichten und er stülpte ihr etwas über den Kopf, das wie ein übergroßer Poncho aussah und ihr bis zu den Knien reichte als sie wieder mit hängendem Kopf auf ihren Füßen stand. Wenigstens war sie nicht mehr so offensichtlich nackt.
Aber alle ihre guten Vorsätze wurden zunichte gemacht als er ihr eine Augenbinde über den Kopf zog und sich der grellweiße Raum in absolute Finsternis verwandelte.
Hektisch versuchte sie die Binde an ihrer Schulter abzustreifen, kam damit aber nicht daran und schüttelte ebenso vergeblich ihren Kopf.
Vor Schreck schrie sie auf als er seine Hände von hinten auf ihre Schultern legte und sie umdrehte.
„Ich werde dich führen. Wenn du dich an meine Anweisungen hältst, wird dir auf dem zum Auto nichts geschehen“, sagte er leise neben ihrem rechten Ohr.
Auf dem Weg zum Auto … Und danach?, schrie es in ihrem Inneren, aber sie brachte kein Wort heraus.
Unsicher machte sie einen Schritt nach dem anderen, so wie er sie an der Schulter schob oder zog. Sie hatte kein Gefühl für die Distanz, die sie zurück legten, und es kam ihr alles endlos weit vor. Unter ihren nackten Füßen spürte sie die ganze Zeit die gleiche Kühle, die von einem gefliesten Boden stammte.
„Jetzt kommen fünf Stufen. Du stehst genau davor“, sprach er endlich wieder. Diese Wortkargheit von ihm zerrte an ihren überreizten Nerven.
Vorsichtig hob sie einen Fuß und wollte ihn auf die Stufe setzen. Aber sie hatte ihn zu hoch gehoben und stolperte nach vorne, weil sie ihn tiefer aufsetzen musste als sie es eingeschätzt hatte. Doch seine Hände hielten sie davon ab zu fallen. Dennoch stand ihr der Schweiß auf der Stirn, als sie endlich oben angekommen war. Auch fünf Stufen konnten eine ganze Welt bedeuten.
Dann fühlte sie frische Luft und einen kühlen Wind, der ihr ins Gesicht blies. Es war nicht mehr so heiß wie am Vortag und sie konnte Regen riechen. Wo mochte sie sein? Er hatte etwas von einem Auto gesagt.
Alle ihre guten Vorsätze vergessend, holte sie tief Luft und schrie so laut sie konnte: „Hilfe!“
Der Mann lachte nur und entgegnete: „Du kannst schreien bis du heiser bist. Hier hört dich niemand. Solltest du das allerdings noch einmal im Auto versuchen, werde ich dich mit einem Gummiball knebeln. Du hast die Wahl.“
Er half ihr ins Auto und sie spürte, dass er sich neben sie setzte. Wer fuhr dann denn Wagen? Er fühlte sich ziemlich geräumig an und sie fragte sich, ob jemand von außen hineinsehen konnte.
„Der Chauffeur wird nicht auf dich achten und die Zwischenscheibe ist geschlossen. Du brauchst also nicht darauf zu hoffen, dass er dir hilft“, bekam sie erklärt und es war ein vernichtendes Gefühl, dass er immer zu wissen schien, was sie plante oder sich erhoffte. Entweder war er Gedankenleser, hatte ähnliche Fahrten mit hilflosen Frauen schon häufiger gemacht oder konnte ihr alles vom Gesicht ablesen. Keine Variante davon gefiel ihr.
„Mir wird im Auto bei längeren Fahrten schlecht“, teilte sie ihm mit, obwohl sie das Gefühl hatte, jedes Wort nur mühsam heraus quetschen zu können. Aber die Vorstellung was er mit Ihr machen würde, falls sie ihm auf die Füße oder sonstwohin kotzte, war stärker als ihre Angst zu sprechen.
Eine Antwort bekam sie nicht, aber sie hörte, dass er etwas zu öffnen schien und dann klang es wie sprudelndes Wasser oder ähnliches, das in ein Glas geschüttet wurde. Kurz darauf spürte sie etwas Kühles an ihren Lippen.
„Trink“, forderte er sie auf und da sie sehr durstig war, gehorchte sie und schluckte runter, was in ihren Mund floss. Es war tatsächlich Wasser. Erst nach einer Weile merkte sie, dass es etwas enthalten haben musste, denn ihr immer noch rebellischer Magen beruhigte sich und sie fühlte sich fremd in ihrem Körper, aber ohne bewusstlos zu werden. Irritiert schüttelte sie den Kopf, um das komische Gefühl los zu werden.
„Das ist nur ein ganz leichtes Beruhigungsmittel, damit du die Fahrt gut überstehst“, sagte er und sie zuckte wieder einmal zusammen, weil er sehr nahe bei ihr war.
Dann machte er sich an ihren Hände zu schaffen, aber noch bevor sie erleichtert aufatmen konnte, weil sie wieder frei waren, hatte er ihr etwas um die Gelenke gelegt und sie konnte sie nicht von einander trennen. Bei dem Versuch, sie hoch zu heben, erklang ein leises Klirren wie von einer Kette. Viel beweglicher war sie nun auch nicht, aber ihre Schultern fühlten sich besser an, seitdem die Arme nicht mehr hinten, sondern vorne gebunden waren.
„Du trägst nun Ledermanschetten, die in der Mitte verbunden sind. Damit du nicht auf dumme Ideen kommst, sind die mit einer Kette gesichert“, erklärte er ihr, was sie eigentlich gar nicht wissen wollte.
Der Wagen fuhr ruhig und sehr leise. Nach einigen Kurven verlor sie die Übersicht wie oft sie rechts oder links herum gefahren waren. Henrike bemühte sich etwas von außen zu hören, um sich orientieren zu können, aber es drang nichts Auffälliges zu ihr durch.
Erneut schrie sie auf vor Angst als sich eine Hand auf ihr Knie legte und somit ihre nackte Haut berührte. Schmerzhaft schnell schlug ihr Herz in der Brust und sie dachte daran, dass er sie jetzt sofort und noch im Auto vergewaltigen würde. Ihr Vorhaben, sich nicht zu wehren, hatte sie im gleichen Moment vergessen und versuchte seine Hand abzustreifen oder von ihm weg zu rücken, was ihr nicht gelang.
Wieder legte sich eine Hand um ihre Kehle, sodass sie still hielt.
„Ich werde nicht über dich herfallen. Aber du wirst lernen, meine Berührungen zu akzeptieren. Mit dieser Lektion fangen wir nun gleich an.
Während seine eine Hand an ihrem Hals blieb, begann die andere ihr Knie zu streicheln. Erst vorsichtig, dann deutlich fordernder und rutschte schließlich zur Innenseite ihres Oberschenkeln und glitt dort ein Stück nach oben.
An diesem Punkt konnte sie nicht mehr still halten und wehrte sich so weit ihr das möglich war gegen beide Hände, die nun fester zugriffen, bis sie aufhörte zu zappeln.
Keuchend versuchte sie genug Luft in ihre Lungen zu bekommen und hatte das Gefühl, ihr Herz würde jeden Moment still stehen bleiben und hoffte, das würde schnell geschehen. Doch leider blieb ihr dieses Glück versagt und er machte weiter in seiner Lektion und hielt erst inne, als seine Hand kurz vor ihrem Schambereich war. Dort ließ er sie liegen. Die anderen Finger verschwanden von ihrem Hals und er schien es sich bequem zu machen, während sie sich wie nie zuvor ihrer weiblichen Geschlechtsteile bewusst war.
Sie traute sich gar nicht, sich auch nur ein Stück zu bewegen, aus lauter Angst, er würde ihre Schamlippen doch noch berühren, wenn sie zappelte.
Mühsam versuchte sie an etwas anderes zu denken, aber immer wieder streichelte er mit dem Finger sanft über ihre Haut und sie konnte nicht anders, als sich seiner Hand nahe ihrer Mitte äußerst bewusst zu sein.
Wie lange die Autofahrt auch gedauert haben mochte, sie hatte jedes Gefühl für Zeit oder Richtung verloren und selbst als er endlich – endlich – seine Hand wieder weg nahm, blieb der Eindruck, sie läge immer noch dort.
Sie zitterte am ganzen Körper und ihre Beine trugen sie kaum noch, als er ihr aus dem Wagen half. Ihre Knie gaben nach und plötzlich verlor sie den Boden unter den Füßen. Der Fremde hob sie hoch und sie hatte nicht den Eindruck, dass es ihn besonders viel Mühe kostete, sie zu tragen. Er musste sehr stark sein.
Sie merkte aber sofort als sie ein Gebäude betraten, denn die Luft war ganz anders. Erst hatte es nach Wald gerochen, aber nun roch es nach Holz, das nicht mehr lebte. Schließlich wurde sie auf einem weichen Untergrund abgesetzt und sie blinzelte verwirrt und geblendet als die Augenbinde verschwand.
Hektisch sah sie sich um, aber was sie erblickte gefiel ihr nicht. Sie befand sich in einem kleinen Schlafzimmer und saß auf einem Bett, das mittig an einer Kopfwand stand. Es war vielleicht 1,20 m breit und besaß ein Gestell aus Metall mit vier Pfosten und vielen Gitterstäben, wie sie es noch nie gesehen hatte.
Rechts gegenüber der Eingangstür war ein Fenster, hinter dem sie Bäume sehen konnte und es gab eine große Kommode mit vielen verschieden großen Schubladen.
Einen Moment hatte sie nicht auf den Mann geachtet und der näherte sich nun mit etwas in der Hand, das sie nicht sofort identifizieren konnte. Bevor sie zurück weichen konnte, hatte er den Poncho gegriffen und ihn über ihren Kopf gezogen. Ihr Versuch, ihn von innen festzuhalten, scheiterte an ihren immer noch verbundenen Händen.
Er beugte setzte sich nun neben sie und schlang sehr schnell etwas um ihren Hals, sodass sie panisch nach seinen Unterarmen griff, um ihn davon abzuhalten, sie zu würgen, denn genau das erwartete sie nun.
„Hör auf“, fuhr er sie an und nahm seine Hände fort.
Ihre Finger fanden nun ein Lederband an ihrem Hals und so sehr sie auch zerrte, sie bekam es nicht ab. Es war wie ein Hundehalsband, richtig mit einem Ring versehen.
„Du hast mich gekratzt“, sagte der Mann und zerrte sie über seine Beine. Eine Hand drückte er fest in ihren Nacken und bevor sie wusste, was geschah oder wie sie etwas dagegen tun konnte, knallte seine andere auf ihren nackten Po und gleich noch ein zweites Mal.
Henrike schrie vor Schmerz und Schreck laut auf, aber da hatte er sie schon wieder von sich gestoßen und sie landete rücklings auf dem Bett. Er beugte sich über sie und sie starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
„Regel eins in diesem Haus ist, dass du mich zu respektieren hast. Du kannst mich Herr nennen oder Master oder auch Gebieter. Wenn du mich verletzt, werde ich dich bestrafen. Das gerade war nur ein Vorgeschmack davon. Ich lege dir zu Gunsten aus, dass du die Regeln noch nicht kennst und noch völlig fremd bist. Ab jetzt sieht das anders aus. Hast du das verstanden?“
Es war ihr kaum möglich zu nicken, aber selbst die winzige Bewegung ihres Kinns nahm er als Zustimmung.
Plötzlich hatte er eine Kette in der Hand, die er an ihrem Halsband einhakte und die andere Seite an einem Ring in der Wand über dem Kopfende des Bettes befestigte. Dann stand er auf und ging wortlos hinaus, wobei er die Tür offen ließ. Von ihrer Position aus konnte sie nicht viel sehen, denn die Kette hielt sie auf dem Bett gefangen.
Wieder versuchte sie den Verschluss des Halsbandes zu finden und zu öffnen, aber es hatte keine Schnalle wie erwartet und auch sonst nichts, das sie ertasten konnte. Auch die Ledermanschetten um ihre Hände ließen sich nicht entfernen, da sie aneinander gehakt waren und sie nicht an die Verschlüsse dran kam. Sie versuchte es sogar mit den Zähnen und scheiterte auch damit kläglich. Er wusste genau was er tat.
Aber wenigstens gelang es ihr, sich ein Stück der Bettdecke über zu ziehen, damit sie nicht ganz nackt herumsitzen musste. Wieder ging das große Warten los und sie hatte Mühe, nicht sofort und auf der Stelle laut loszuschreien. Doch ihre Angst war in diesem Moment größer und verschlug ihr die Stimme.
Schneller als ihr lieb war, kam er wieder und hielt in der Hand ein Tablett, das er dann auf den einzelnen Nachttisch neben dem Bett stellte.
„Du musst etwas essen“, sagte er nun so freundlich, dass sie glaubte, nicht richtig zu hören. Eben noch hatte er sie angeschnauzt und geschlagen und verlangt, sie soll ihn Herr oder so ähnlich nennen.
Abgesehen davon wusste sie nicht, was ihr Magen wirklich brauchte. Das Gefühl darin hätte Hunger sein können, aber auch Übelkeit vor Angst und von der Autofahrt und den Medikamenten, aber auf jeden Fall war ein Knoten der Nervosität zu spüren. Daher schüttelte sie den Kopf.
Eine Weile sah er ihr intensiv ins Gesicht, bevor er ein Stück Melone nahm und es ihr hinhielt. „Du wirst essen. Entweder freiwillig oder ich helfe nach.“
Also nahm sie das Obst mit den Lippen aus seiner Hand und erwartete, dass es sofort wieder hoch käme. Doch es blieb wo es war und mit einem Zögern und einem fragenden Blick auf ihn, nahm sie noch etwas.
Er selbst hatte einen guten Appetit und griff kräftig zu. Mit dem Obst begnügte er sich nicht, sondern reichte ihr ein Brot mit Käse und Salat, an dem sie zögernd nagte. Ihr Magen behielt die Kost bei sich, aber mehr ging nicht rein und das schien er zu wissen.
Diesmal hielt sie bewegungslos still als er nach dem Halsband griff. Doch er machte nur die Kette los, hakte die Manschetten auseinander und half ihr auf die Füße, die sie immer noch kaum tragen wollten. Die Tür am anderen Ende des Raums war ihr vorher nicht aufgefallen, aber dahinter fand sich ein kleines Bad und er zeigte wortlos hinein.
Die Tür schloss er nicht ganz, aber sie war zu erschöpft, um sich noch Gedanken zu machen, benutzte die Toilette und trank Wasser aus dem Hahn, als er auch schon wieder herein kam.
Reflexartig wich sie vor ihm zurück, aber er zog sie einfach an der Hand mit sich, stieß sie aufs Bett, machte die Kette wieder am Halsband fest und verband auch ihre Handgelenksmanschetten miteinander.
„Ruh dich aus“, sagte er und ging einfach.
Diesmal konnte sie das Gefühl in ihrer Brust nicht mehr unterdrücken und sie begann zu schreien. Laut und schrill und voller Entsetzen. Doch auf ihre Schreie reagierte niemand.
Dann brach sie in Tränen aus und weinte sich in einen unruhigen Schlaf.
Als Henrike erwachte, war es dunkel. Sie hatte keine Ahnung wie spät es war und viel sehen konnte sie auch nicht. Durst plagte sie und im schwachen Schein, der von draußen eindrang, konnte sie aber etwas auf dem Nachttisch erahnen, das wie eine Flasche aussah. Ja, das war Wasser und ein Becher stand auch da. Beides, Flasche und Trinkgefäß, bestanden aus Kunststoff, vermutlich damit sie sich nicht damit verletzen oder als Waffe verwenden konnte. Also musste der Mann noch einmal dagewesen sein. Beim Klirren der Kette, die immer noch am Halsband befestigt war, zuckte sie zusammen.
Es schien so als hätte er nur darauf gewartet, etwas zu hören, denn wenige Augenblicke später kam er ins Zimmer. Er griff an die Wand und dort schien sich ein Lichtschalter zu befinden, den er betätigte und das Licht dimmte. Dann kam er auf sie zu.
„Für ein Uhr nachts bist du ziemlich munter. Dann können wir ja mit ein paar Lektionen weiter machen“, sagte er freundlich und schüttete Wasser in den Becher.
Instinktiv wollte sie zurückweichen, aber er hatte schon die Kette gegriffen und zog sie ein Stück näher zu sich, bevor er ihr den Becher an die Lippen hielt bis er leer war. Dann packte er die Decke und beförderte sie mit einem kräftigen Schwung über das Gitter am Fußende des Bettes auf den Boden. Henrike krümmte sich zusammen, um sich zu bedecken. Sie konnte sich einfach nicht daran gewöhnen, nackt vor einem Fremden zu sein.
„Du magst deinen Körper nicht“, stellte er fest und sah sie aufmerksam an. „Bist du noch nie nackt schwimmen gegangen oder in der Sauna gewesen?“
Hektisch schüttelte sie den Kopf, sodass ihre Locken um sie flogen.
„Auch nicht in einer reinen Frauensauna?“
Noch einmal verneinte sie wortlos.
„Mich macht dein Körper heiß. Mit der Zeit wirst auch du lernen, ihn zu lieben und seine Reaktionen kennen lernen“, stellte er ruhig fest.
Nur mühsam hielt sie sich davon ab, wieder den Kopf zu schütteln oder ihm zwischen die Beine zu blicken, um herauszufinden, ob er bereits jetzt heiß auf sie war. Stattdessen hielt sie ihre Augen auf sein Gesicht gerichtet. Da sie immer noch von ihm weg strebte, spürte sie einen starken Zug in ihrem Nacken und gab schließlich nach, sodass er die Kette lockerer halten konnte. Unbehaglich rollte sie mit den Schultern.
„Erinnerst du dich noch an die Regel eins?“, wollte er wissen.
Diesmal nickte sie zustimmend. Die konnte sie genauso wenig vergessen wie den Schmerz auf ihrer Kehrseite, als er sie geschlagen hatte.
„Sag sie mir.“
Wie hätte sie denn sprechen können, wo sich ihr Hals doch anfühlte als hätte sie schon seit Jahren kein Wort vorgebracht? Aufgeregt schluckte sie, aber sein Gesicht wurde langsam finsterer und so bemühte sie sich und antwortete leise: „Ich darf Sie nicht angreifen oder verletzen.“ Da fehlte etwas und sie fügte schnell hinzu: „Ich muss Respekt zeigen.“
„Wie ist deine Anrede für mich?“
„He-herr, Master o-oder Ge-Gebieter“, stotterte sie nun den Teil, der ihr noch viel schwerer fiel auszusprechen.
„Das hast du gut gemacht“, lobte er sie und legte eine Hand auf ihren Oberschenkel. Sie saß seitwärts neben ihren untergeschlagenen Beinen und der Zug an dem Halsband nahm sofort zu als sie versuchte auszuweichen.
„Regel zwei lautet, du hast zu gehorchen und meine Berührungen zu akzeptieren.“
Entsetzt sah sie wieder von seiner Hand weg in sein Gesicht.
„Du wirst es lernen“, versprach er ihr sanft.
„Ich kann das nicht und ich will das nicht. Ich will nach Hause“, stieß sie hervor. „Bitte lassen Sie mich gehen.“
Ihr flehender Ton schien ihn nicht besonders zu berühren und war ihm auch keine Antwort wert. Dafür wanderten seine Finger nun zu ihrer Hüfte hinauf und sie versuchte, sich zurück zu werfen, woran sie aber durch die Kette gehindert wurde. Mit den gefesselten Händen griff sie danach und begann daran zu reißen, in der Hoffnung, das Halsband, den Haken oder alles zusammen los zu werden.
Im nächsten Moment hatte der Mann sie aber rücklings nieder geworfen, ihre Hände gepackt und über ihren Kopf gedrückt, wo sie ein Klicken hörte und merkte, dass er den Haken, mit dem sie aneinanderhingen, jetzt in die Kette eingehängt hatte.
Trotz der Regel des Respekts strampelte sie mit den Beinen, traf ihn und wurde grob auf den Bauch gedreht. Sie schrie laut auf als der erste Hieb ihren Po traf und diesmal hörte er erst nach dem vierten auf. Keuchend blieb sie liegen und kämpfte mit den Tränen.
Wieder Erwarten ließ er jetzt nicht von ihr ab, sondern beugte sich über ihre brennende Kehrseite und begann sie erst sanft zu streicheln und dann fuhr er zu ihrem Entsetzen mit der Zunge darüber. Immer und immer wieder, bevor er sie dann doch wieder umdrehte. Die Linderung war ihr wegen der Intimität völlig unwillkommen.
„Ich glaube, ich muss eine Gerte nehmen, da du sonst meine Hände nur mit Schmerzen verbindest und das soll so nicht sein. Sie dienen deinem Halt und deiner Lust, wenn ich es so möchte. Da du dich nicht im Griff hast, werde ich das nächste Mal etwas anderes zu deiner Strafe finden“, erklärte er ihr ruhig. „Abgesehen davon brauche ich den Schmerz in meiner Hand nicht.“
Henrike wimmerte leise vor Angst. Auch sie ahnte trotz aller guten Vorsätze, dass sie sich nicht einfach einfügen würde. Das entsprach einfach nicht ihrer Art. Aber eine Peitsche würde sie nicht ertragen. Wie hatte sie je darauf hoffen können, dass dieser Mann von der Polizei sein könnte und gekommen war, um sie zu retten?
Sein Gesicht schwebte nun über ihrem und sie biss sich die Unterlippe wund, damit sie nicht wieder schrie.
„So kann ich dich nicht lassen. Du musst lernen, dich berühren zu lassen und mit dieser Lektion fange ich jetzt gleich an, damit du dich nicht weiter in deine Panik rein steigerst. Weil es dir schwer fällt, still zu halten, werde ich dir dabei helfen.“
Mit einer geschmeidigen Bewegung stand er auf und öffnete die Kommode, aus der er etwas holte. Dann zog er sich das Shirt über den Kopf und trug nun nur noch eine Sweathose.
Nachdem er sich umgedreht hatte konnte sie zum ersten Mal sehen, wie kräftig er tatsächlich war. Zuvor hatte sie seine Muskeln nur ahnen können. Das sah nicht aus als würde er sich an irgendwelchen Geräten aufpumpen. Egal wie sehr sie kämpfen würde, niemals war sie ihm gewachsen. Diese Erkenntnis ließ ihr Herz noch schneller schlagen.
Mit ruhigen Bewegungen griff er sich einen ihrer Füße und befestigte eine ähnliche Manschette an ihrem Gelenk wie sie die schon an den Händen trug. Nur kam daran noch ein Strick, den er dann an einem der Bettpfosten am Fußende befestigte. Ihr Po tat aber noch zu weh, als dass sie sich getraut hätte, ihn davon abzuhalten, auch noch den zweiten auf ähnliche Weise zu fesseln.
Weit waren ihre Beine nun gespreizt und sie konnte sie nur wenig anwinkeln und gar nicht schließen. Nie in ihrem Leben hatte sie sich so hilflos, ausgeliefert und verlegen gefühlt.
Nun streckte sich der Fremde neben ihr aus und sie wandte das Gesicht ab, schon alleine, um ihn ihre Tränen nicht sehen zu lassen.
„Ruhig Rika“, sagte er leise und strich ihre einige Haarsträhnen aus dem Gesicht. „Du regst dich nur unnötig auf. Ich tu dir jetzt nichts, aber ich werde dich anfassen.“
Er musste ihren Namen kennen, wenn er ihn auch ungewohnt abkürzte. Wahrscheinlich war er auch im Besitz ihrer Papiere, die sich in der Handtasche befunden hatte. Also wusste er auch wo sie wohnte und selbst im Falle einer gelungenen Flucht konnte sie nicht dorthin zurück.
„Bitte nicht“, flehte sie wieder.
Seine Hand legte sich an ihre Wange und er drehte ihren Kopf wieder zu sich. Sein Daumen wischte die Tränen fort, während sie ihn panisch ansah.
Langsam strich er mit den Fingernägeln an ihrer Handinnenfläche entlang und sie ballte diese sofort zu Fäusten, schon alleine weil es so kitzelte, was ihn zu ihrem Erstaunen dazu brachte, leise zu lachen.
Einer seiner Finger wanderte an ihrem Brustansatz herum, doch noch bevor sie völlig in Panik geriet, hörte er wieder auf und stand auf, um erneut zur Kommode zu gehen.
„Da du mich nicht ansehen willst und nicht weißt, wo du hingucken sollst, werde ich dir die Augen verbinden. Dadurch wirst du viel besser fühlen können“, flüsterte er ihr zu.
Ruckartig drehte sie den Kopf zu ihm um und er legte sofort das Tuch über ihre Augen. Völlig umsonst versuchte sie es wieder abzustreifen, erstarrte jedoch sofort als seine Finger wieder in der Nähe ihrer Brüste zu fühlen waren. Wie er es gesagt hatte, spürte sie alles viel intensiver. Vielleicht auch deshalb, weil sie versuchte herauszufinden, was er tat und ihre Ohren außer ihrem eigenen keuchenden Atem und dem Klirren der Kette nichts hören konnten. Er war sehr leise.
Nun setzte er sich bequem neben sie und wiederholte die Berührungen an ihren Armen und hörte erst auf als sie eine Gänsehaut bekam. Dann kamen ihre Schultern dran und ihr Hals. Mal mit den Fingerspitzen, mal leicht mit seinen Fingernägeln und manchmal auch mit der ganzen Handfläche, die rau war berührte und streichelte er sie.
An ihren Achseln angekommen, quiekte sie laut und das gleiche galt für ihre Flanken, weil sie furchtbar kitzelig war. Er berührte sie überall, nur nicht an ihren Brüsten und nicht zwischen den Beinen. Als er ihre Kniekehlen streichelte, schüttelte sie sich und bekam am ganzen Körper eine Gänsehaut, weil sie da besonders empfindlich reagierte. Genauso war es während er jeden ihrer Zehen in den Mund nahm und daran saugte. Sie konnte nicht still halten und sich dennoch nicht bewegen.
Aber alleine dieses stille Erdulden hinterließ bei ihr ein Gefühl der Erschöpfung, doch er war noch nicht fertig. Irgendwann war die innere Anspannung in ihr zusammen gebrochen wie ein Kartenhaus und sie spürte jeden Zentimeter, den er berührt hatte und noch viel mehr jeden Flecken Haut, der unberührt geblieben war. Ihre Brustwarzen waren hart zusammengezogen und prickelten vor Verlangen, so wie ihre Mitte pulsierte und auch auf Zuwendung zu warten schien.
„Ich habe eine Menge über dich gelernt“, flüsterte er ihr unvermittelt ins Ohr und dann bewegte sich seine Hand zu ihrer linken Brustwarze, die er sanft rieb und dann plötzlich daran zog. Mit einem Keuchen machte sie so gut es ging ein Hohlkreuz, um ihm näher zu kommen und auch, um dem Zug zu entgehen. Flammende Hitze stieg in ihr auf als er das Gleiche auf der anderen Seite tat und ständig wiederholte.
Dann folgten seine Lippen und Zähne bis sie laut stöhnte und bevor sie gemerkt hatte, dass eine Hand sich nun zwischen ihren Beinen befand, waren zwei Finger in ihre Nässe eingetaucht und bewegten sich forschend in ihr.
Ein kehliger Laut entrang sich ihr als sein Daumen dabei über ihre Klitoris strich und diese ebenfalls stimulierte. Vergessen waren Angst und Abscheu und hatten reiner nackter Begierde Platz gemacht, wie sie diese noch nie erlebt hatte. Die Dunkelheit vor ihren Augen, die keine Ablenkung zuließ, hielt sie genauso wirkungsvoll gefangen wie die Fesseln an ihren Armen und Beinen.
Schneller als sie es erwartet hätte, rollte ein Orgasmus durch sie und sie schrie hemmungslos, während sich ihr ganzer Körper anspannte.
Noch bevor ihr Beben völlig vorbei war, spürte sie ein Gewicht über ihr und der Fremde legte sich zwischen ihre Beine, wobei seine Eichel sich an ihren Eingang drückte. Sie schien groß zu sein und Henrike fürchtete sich einen Moment, wurde aber schnell abgelenkt als er ihr die Augenbinde herunterriss und gleichzeitig ein Stück in sie eindrang. Sein Blick hielt ihren fest, aber sie verkrampfte sich bis er sie unverhofft in eine Brustwarze kniff und der Schmerz sie von ihrer Angst ablenkte und er tief in sie hinein stoßen konnte.
Diesmal stöhnte auch er, zog sich ein Stück zurück und eroberte ihre feuchte Weiblichkeit erneut bis er gänzlich in sie eingedrungen war und sie völlig ausfüllte.
„Ich spüre noch deinen Höhepunkt zucken“, sagte er rau und begann sich in einem gleichmäßigen Rhythmus zu bewegen, der schnell härter und energischer wurde, ohne sie aus den Augen zu lassen.
Seine Pupillen weiteten sich bis sie das Blau fast verdrängt hatten und die Erregung, die sie in seinen Augen sah, schien sich auf Henrike zu übertragen. Ihr Atem ging genauso keuchend wie seiner und zu ihrer Überraschung merkte sie, dass sie einem neuen Orgasmus entgegen strebte. Auf die Art war sie noch nie gekommen, noch nie zweimal und horchte erstaunt in sich hinein. Warum jetzt?
Doch dann verwandelte sie sich in reines Gefühl und ihre inneren Muskeln zogen sich erneut zusammen, während sie gleichzeitig spürte, dass er ebenfalls kam.
Noch ein paar Mal stieß er hart in sie, stöhnte und zuckte, während sie gar keine Luft mehr bekam. Erst danach ging ihr auf, dass er irgendwann ein Kondom übergestülpt haben musste.
Dann ließ er sich einfach auf sie fallen und begrub sie unter seinem Gewicht, sein Gesicht an ihren Hals gepresst, wo er mit den Zähnen einen Abdruck hinterließ und sie erneut zum Aufschreien brachte. Aber gleichzeitig kam sie noch immer.
Ihre Augen fielen ganz von alleine zu und sie merkte es kaum, als sie auch schon einschlief.
Etwas rüttelte an ihrer Schulter und riss sie auf diese Art aus dem Schlaf. Durch das Fenster drang helles Licht und sie blinzelte, bevor sie merkte wer sie geweckt hatte.
Natürlich stand er neben ihrem Bett und zu ihrer Überraschung war sie nicht gefesselt, obwohl sie die Ledermanschetten an Hand- und Fußgelenken immer noch trug.
„Steh auf, du musst etwas essen“, forderte er sie auf und zittrig erhob sie sich vorsichtig, immer in der Befürchtung etwas falsch zu machen. Dann erst erinnerte sie sich daran, was in der Nacht geschehen war und sie spürte, wie flammende Röte in ihr Gesicht stieg. Sie drehte entsetzt von sich selbst den Kopf weg und wich seinen Blicken aus.
Sofort nahm er ihr Kinn und drehte ihr Gesicht wieder zu sich, auch wenn sie den Blick gesenkt hielt.
„Du hast nicht nur ein feuriges Temperament, wenn du wütend bist, sondern bist auch im Bett voller Feuer, genau wie ich es erwartet habe. Sieh mich an.“
Der Befehl war klar heraus zu hören und sie erinnerte sich daran, dass eine seiner Regeln sie zu Gehorsam verpflichtete, wenn sie keine Schläge bekommen wollte. Dennoch fiel es ihr sehr schwer, zu gehorchen, weil es ihr so abgrundtief peinlich war.
Doch dieses Mal hatte er Geduld mit ihr und wartete bis sie ihm ins Gesicht sah. Sogleich lächelte er sie erfreut an. Er sah gut aus. Seine Gesichtszüge waren kantig und glatt rasiert, aber nicht primitiv und wenn er lächelte war sie fast geneigt, ihn zu küssen. Jetzt strahlten seine blauen Augen, die sich so sehr von seinen dunklen Haaren und Augenbrauen abhoben.
„Du machst das sehr gut“, lobte er sie. „Jetzt musst du nur noch etwas mehr Haltung zeigen.“ Eine Hand legte er auf ihren Bauch und eine in ihren Rücken und drückte bis sie sich gerader hielt. „Jetzt noch das Kinn ein wenig höher. Sehr schön.“
Henrike fühlte sich nicht danach, sich aufzurichten, weil sie sich viel lieber klein zusammen gerollt hätte und spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen.
„Ich will nach Hause“, sagte sie wie schon einmal und hörte sich wie ein kleines Mädchen an, selbst in ihren Ohren.
„Du wirst dich schon einfügen. Da bin ich mir ganz sicher“, bekam sie zur Antwort und dann führte er sie aus dem Raum.
In der Tür versuchte sie die Füße in den Boden zu stemmen, weil es ihr peinlich war, nackt hinaus zu gehen. Sie hatte die Befürchtung, jemand könnte sie sehen und derjenige war ihr nicht zur Hilfe gekommen als sie geschrien hatte, konnte ihr also nicht wohl gesonnen sein. Ihre Fantasie machte Überstunden.
„Du bist ungehorsam und das ganz ohne Grund. Soll ich die Tawse holen?“, fragte er ruhig.
Auch wenn sie nicht wusste, was das für ein Ding war, klang es Angst einflößend genug, um sie in Bewegung zu setzen.
Staunend sah sie sich in der neuen Umgebung um. Nun standen sie in einem großen Wohnraum, von dem ein Teil für eine offene Küche abgetrennt war. Ihre Nase hatte am Vortag Recht behalten, denn es handelte sich um ein Holzhaus von ziemlichem Ausmaß. Große Fensterscheiben zeigten nach draußen und dort sah sie ausschließlich Wald, der sich eine Terrasse und einem kleinen Rasenstück anschloss.
Hier waren die Wände nicht wie in ihrem Zimmer verkleidet, sondern bestanden aus rohen Balken. Außer der Türe hinter ihr sah sie noch zwei weitere.
Eine Hand in ihrem Rücken, schob er sie zur Küchenzeile, wo ein Tisch mit zwei Stühlen stand und nachdem er sie zu einem davon hin dirigiert hatte, drückte er sie hinunter, nahm ihre Arme und hakte die Manschetten hinter ihrem Rücken ein.
Sofort wollte sie hochfahren, weil der Stuhl an ihrem nackten Gesäß kalt war und die Fesselung sie noch mehr verunsicherte, aber seine Hände drückten auf ihre Schultern bis sie still hielt.
Alleine dieser kurze Ringkampf hatte sie völlig aus der Puste gebracht.
„Haltung!“, kommandierte er und sie zuckte erschrocken zusammen.
Es fiel ihr sehr schwer, sich gerade hin zu setzen, aber sie gab sich Mühe. Einen kurzen Moment verschwand er und als er wieder kam, legte er ein seltsames Teil auf den Tisch. An dem Holzgriff war ein breites Lederstück befestigt, das am anderen Ende zu drei Riemen geschnitten war und entfernt an Finger erinnerte.
„Das ist die Tawse und sie wird meine Hand ersetzen, wenn du ungehorsam bist“, erklärte er ihr ruhig.
Wie gebannt starrte sie auf das Utensil und bekam vor Angst eine Gänsehaut.
„Ähnliche, oft mit nur zwei Riemen, wurden früher in England auch in Schulen gebraucht. Sie hinterlassen keine Wunden und sind auch durch Kleidung hindurch zu spüren.“
Mehr brauchte es nicht, um Henrike völlig einzuschüchtern. Damit wollte sie keine Bekanntschaft machen, zumal sie ihr Gesäß auch so schon spürte, nur von seinen Händen versohlt.
Er stellte sich jetzt neben den Stuhl und legte seine Finger auf ihre Knie, die sie sofort fester zusammen presste.
„Du hast die Beine immer gespreizt zu halten, egal ob du sitzt, kniest oder liegst. Verstehst du das?“
Sie hatte davon gelesen, dass manche Männer, dominante Männer, von ihren Frauen stets Zugang zu sämtlichen Körperöffnungen verlangten. Es war ihr unangenehm und furchtbar peinlich, aber ein Blick auf das Handwerkzeug, das immer noch auf dem Esstisch lag, reichte, um sie für den Moment gefügig zu machen und sie nahm die Beine auseinander.
„Du lernst schnell“, lobte er sie und sie senkte verlegen den Kopf.
„Tss. Was habe ich gerade gesagt?“, bemerkte er weniger freundlich und sie hob sofort das Kinn. So viele Regeln, so viel an das sie denken sollte. Wieder kämpfte sie mit den Tränen.
Während sie sich Mühe gab, nicht zu weinen, und sich umsah, werkelte er in der Küche und begann den Tisch zu decken.
An der Längswand, die der Küche gegenüber lag, war ein großer Kamin, vor dem der Boden statt aus Holz aus Steinplatten bestand, wahrscheinlich um vor Funken zu schützen.
Dunkle Ledermöbel standen lässig angeordnet im Raum, nur die lederbezogene Liege passte nicht so richtig ins Bild, aber darüber machte sie sich wenige Gedanken, denn sie würde nicht hier bleiben. Irgendwann ergab sich die Gelegenheit und sie würde fliehen. Das nahm sie sich fest vor und mit diesem Vorhaben fiel es nicht mehr so schwer, Haltung zu bewahren.
Als er sie nun ansah, begann er plötzlich wissend zu lächeln und sie bemühte sich um einen neutralen Gesichtsausdruck. Gedankenlesen konnte er ja nicht.
Auf dem Tisch stand nun ein Teller neben einem Messer. Ein Teil ihres kurzen Hochgefühls verflog. Ansonsten war alles vorhanden. Brot, verschiedene Marmeladen, eine Wurstplatte und Obst. Er wollte sie hungern lassen und sie sollte ihm beim Essen zusehen. Sollte er doch, sie war sowieso nicht hungrig, denn alleine sein Anwesenheit schlug ihr auf den Magen. Nur den Geruch nach frisch gebrühtem Kaffee fand sie verlockend, aber darauf würde sie bestimmt auch verzichten müssen.
Nachdem er sie eine Weile beobachtet hatte und das stille Grinsen nicht mehr wich, begann er ein Brot mit Butter und Marmelade zu schmieren, das er dann in kleine Stück schnitt, sodass sie in Versuchung war zu gucken, ob irgendwo ein Kind herum lief. Außerdem häufte er Obst auf den Teller, zog den Stuhl zu ihr und stellte das Frühstück zwischen sie beide.
Mit einem Brotstück in der Hand kommandierte er: „Mund auf.“
Überrascht sah sie ihn an. Er wollte sie nicht hungern lassen, sondern füttern, was ihr auch nicht gefiel.
„Du wirst essen, wenn ich es dir gebe. Hungerstreik wird von mir als Gehorsamsverweigerung angesehen“, erklärte er ihr und zog das Schlaggerät etwas näher zu sich. „Bald wirst du lernen, mir zu vertrauen. Für jeden Fortschritt wirst du belohnt. Zum Beispiel mit Bekleidung oder einem Fessel freien Tag. Es lohnt sich also für dich, dir Mühe zu geben.“
Es lohnte sich für sie wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Belohnung schien ihr unter diesen Umständen, dem absoluten Gehorsam, genauso wenig verlockend wie gewaltsame Unterwerfung.
„Wann hattest du deinen letzten Freund?“, kam eine Frage, mit der sie nicht gerechnet hatte und wegen der sie sich an ihrem Brotstück verschluckte.
Sofort bekam sie ein Glas mit Wasser an die Lippen gehalten und hustend versuchte sie wieder richtig Luft zu bekommen. Langsam trank sie, schon alleine, um sich eine Antwort zu überlegen. Dieses Thema wollte sie mit dem Mann nicht besprechen und andere ebenso wenig.
„Ich erwarte deine Antwort!“
Henrike spürte wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. War die Antwort es wert, sich Schläge einzuhandeln? Wahrscheinlich nicht.
„Das muss schon vier oder fünf Jahre her sein“, antwortete sie leise und ihr Kopf wurde noch heißer.
„Du bist siebenundzwanzig Jahre alt und hast seit Jahren keinen Sex mehr? Oder stehst du auf One-Night-Stands?“
„Es tut mir leid für Sie, dass ich aus der Übung bin, aber ich habe keinen Mann gefunden, der den Aufwand wert war“, erwiderte sie bissig, weil sie sich in die Enge getrieben fühlte. Dann reagierte sie jedesmal ziemlich ungehalten.
Sein diabolisches Grinsen verschlechterte ihre Laune nur, aber sie biss sich auf die Lippen, um nicht noch mehr von sich zu geben. Nun zog er ein kleines Notizbuch näher zu sich, das sie bisher nicht beachtet hatte und schrieb etwas hinein, bevor er es zu ihr umdrehte.
Strafbuch, las sie und riss die Augen auf. Fragen unverschämt beantwortet, stand auch noch darin. Zornig sah sie ihn an und verkniff sich nur mühsam die Frage, ob das sein Ernst sei. Daran hatte sie keine Zweifel mehr als sie sein Grinsen sah.
Widerwillig und wütend aß sie weiter, was er ihr reichte. Inzwischen taten ihre Schultern weh und sie bewegte unruhig die Hände, weil sie es nicht gewohnt war, diese hinter dem Rücken gefesselt zu haben. Auch nackt zu essen kam ihr furchtbar verwerflich vor. So war sie nicht erzogen worden.
Schließlich traute sie sich wenigstens zu sagen: „Danke, ich bin satt.“ Begehrlich wanderte ihr Blick jedoch zur Kaffeekanne.
Tatsächlich stand er auf und schüttete zwei Tassen ein, von denen er in eine Sahne hinzu tat und vor sie abstellte. Woher wusste er, wie sie ihren Kaffee trank?
„Ich habe dich eine Weile beobachtet und hin und wieder hast auch bei der Arbeit Kaffee getrunken“, beantwortete er die nicht gestellte Frage. Scheinbar konnte er doch Gedanken lesen und das machte ihn noch unheimlicher.
„Dein Gesichtsausdruck verrät dich. Der spricht Bände, auch wenn du dich bemühst, nicht sehen zu lassen, was in deinem hübschen Köpfchen vor sich geht.“
„Warum tun Sie so etwas?“, fragte sie, weil sie es nicht mehr aushielt, ohne Antworten einfach nur schweigend herum zu sitzen.
Er hielt ihr die Tasse vorsichtig an den Mund und sie probierte vorsichtig, aber das Getränk war schön heiß, ohne sie jedoch zu verbrennen.
Die einzigen Schmerzen, die ich erleiden soll, will er mir wohl selbst zufügen, dachte sie aufrührerisch.
„Was tue ich denn?“, stellte er eine Gegenfrage, was sie gleich wieder ungehalten machte.
„Sie haben mich entführt, gefesselt und eingesperrt. Ganz zu schweigen von … von …“ Das Wort Vergewaltigung lag ihr auf der Zunge, wollte sich aber nicht aussprechen lassen. Stattdessen musste sie daran denken, dass sie zwei Mal gekommen war und das, obwohl sie sonst nie soweit hatte entspannen können. Das machte es nicht besser, aber warum hatte er geschafft, was selbst ihr selten gelang?
„Ich habe dich nicht entführt“, korrigierte er ihre Aussage.
„Entführen lassen ist genauso strafbar“, entwich es ihr und sofort starrte sie wieder auf das unheilvolle Notizbuch.
„Es ist schön zu sehen, dass du noch vor Verlegenheit rot werden kannst. Die Reaktion deines Körpers überrascht dich tatsächlich. Das ist sehr interessant.“
Noch einmal bekam sie von ihrem Kaffee zu trinken und enthob sie deshalb einer Antwort. Dennoch hatten seine Worte eine seltsame Reaktion zur Folge. Ihre Brustwarzen kribbelten als sie an seine Berührungen dachte und zogen sich zusammen, was sie peinlicherweise nicht verbergen konnte und noch verlegener machte.
Er streckte leise lachend eine Hand aus und strich mit den Fingern über ihren rechten Nippel, was sie bis in ihre Mitte spüren konnte. Sofort warf sie sich nach hinten, aber das hielt ihn nicht ab, sie zu streicheln.
„Aufhören, bitte!“, rief sie. Es war hell im Raum und sie konnte sehen und fühlen, was er mit ihr tat und das wollte sie nicht. In ihrer Verzweiflung setzte sie hinzu: „Bitte nicht, Herr.“
Wortlos stand er auf und stellte sich hinter den Stuhl, sodass sie ihn nicht mehr sehen konnte. Seine Hände ruhten einen Moment auf ihren Schultern und massierten vorsichtig ihre verspannten Muskeln, bevor er sie nach vorne gleiten und seine Fingerspitzen dich vor ihren Brustwarzen haltmachen ließ. Dort berührte er sie ganz leicht und schließlich wusste sie nicht, ob sie wollte, dass er aufhörte oder ob sie wollte, dass er richtig zufasste. Völlig verunsichert schloss sie die Augen, um nicht sehen zu müssen, was er tat, aber das machte es nur schlimmer. Schließlich atmete sie schnell, aber erleichtert auf, als er seine Hände zurück nahm. Doch leider ließ sich das dumpfe Ziehen in ihrem Unterleib nicht ignorieren.
Obwohl sie nichts getan hatte, außer ein bisschen zu kauen, fühlte sie sich völlig erschöpft und nicht einmal mehr fähig, ihm Widerworte zu geben, als er leise in ihr Ohr flüsterte: „Jetzt werde ich dich duschen.“
Fürsorglich half er ihr auf die Füße und führte sie in das kleine Bad, das neben ihrem Zimmer war. Dort hieß er sie stehen zu bleiben und nahm ihr die Manschetten von den Füßen ab und befreite dann ihre Arme und auch ihre Handgelenke. Mit verzogenem Gesicht bewegte sie die Schultern und rieb sich steif die Arme, während er das Wasser anmachte und sie nicht zu beachten schien.
Sehnsüchtig sah sie sich nach der Tür um, als er immer noch abgewandt sagte: „Vergiss es.“
Erschrocken zuckte sie zusammen, weil sein Ton sehr herrisch klang. Dann drehte er sich zu ihr um und zog sein Shirt über den Kopf. Als er sich an seiner Hose zu schaffen machte, drehte sie sich zur Seite, doch das hinderte ihn nicht, zu ihr zu gehen und sie zu ihrem Entsetzen in eine Umarmung zu ziehen, bei der sich seine Erregung gegen ihren Bauch drückte.
Sofort versuchte sich Henrike von ihm zu befreien, aber dafür war er zu stark und gab erst nach, nachdem sie aufhörte zu kämpfen und ruhig in seinen Armen liegen blieb. Dabei musste er ihr Herz rasen hören. Nach einer Weile merkte sie, dass sie bei ihm Halt fand und das verwirrte sie noch viel mehr. Sie hätte abgestoßen sein müssen, sich bedrängt fühlen müssen und nicht seinen Geruch genießen dürfen, seine Stärke und Nähe.
Wann hatte sie zuletzt jemandem erlaubt, sie anzufassen oder wann hatte jemand versucht, sie zu umarmen? Sie wusste es nicht mehr. Wieso war ihr nie aufgefallen, dass sie nicht nur alleine, sondern extrem einsam war und nach drei Umzügen, auf der Jagd nach einem besseren Job, auch keine nahen Freunde oder Bekannte mehr hatte? Ihre eigenen Gedanken erschütterten sie tiefer als seine Berührungen.
Widerstandslos ließ sie sich unter das warme prasselnde Wasser führen. Doch als ihr Blick auf seine Erektion fiel, kam die Furcht wieder. Sie wusste, dass er in sie passte, doch schien er zu groß zu sein. Wollte er sie nun gleich hier unter der Dusche nehmen?
Aber während sie noch dabei war, sich in Panik zu denken, nahm er von einem Duschbad und begann sie einzureiben. Wie in der Nacht zuvor ließ er keine Stelle aus, bis auf zwei, die ihr sofort wieder viel zu bewusst waren. Diesen widmete er nur die nötigste Berührung, um sie zu reinigen. Doch als er mit den Füßen fertig war, begann er ihr die Haare zu waschen und duschte sich dann selbst ab. Sein Blick warnte sie, raus zu gehen, ohne seine Erlaubnis und so sah sie ihm zu.
Unter ihrem erstarrten Blick begann er sich selbst zu reiben, wobei eine seiner Hände an seinen Hoden lag und diese drückte. Wie gebannt sah sie ihm zu und bald spürte sie seine Erregung und er stöhnte leise, während er sich selbst befriedigte. Mit einem leisen Aufschrei kam er und spritzte ab.
Henrikes Körper war nun ebenfalls entflammt, aber er machte keine Anstalten, sie wieder zu berühren. Das unvertraute Pochen in ihrer Scham ließ sie erzittern. Sein wissendes Lächeln machte sie wieder wütend, aber das wollte sie nicht zugeben, also verbiss sie sich jeden Kommentar und vor allem die Bitte, sie von ihrer Erregung zu erlösen.
Er rubbelte sie mit dem Handtuch ab, aber zwischen den Beinen und an der Brust tupfte er nur ganz zart, was sie fast in den Wahnsinn trieb. Dann widmete er sich ihren Haaren bis das letzte Knötchen aus ihren Locken verschwunden war.
Als er allerdings die Manschetten wieder befestigen wollte, flüchtete sie in die Ecke des Bades und wehrte sich energisch gegen seinen Griff. Schließlich lag sie jedoch keuchend auf den Bodenfliesen und ihre Hände wurden wieder hinter dem Rücken eingehakt, wobei er sein Knie zwischen ihre Schulterblätter gestemmt hatte, damit sie nicht um sich treten konnte.
„Noch ein Eintrag fürs Strafbuch“, sagte er mit deutlicher Genugtuung in der Stimme. „Du möchtest wohl gerne bestraft werden.“
Dann zerrte er sie zu ihrem Bett und warf sie bäuchlings darauf. Die Kette kam wieder an ihr noch feuchtes Halsband und ihre Füße wurden auch wieder weit gespreizt befestigt.
Nur ganz kurz verließ er den Raum und als er wieder eintrat konnte sie hören, wie etwas laut durch die Luft geschlagen wurde. Er hatte dieses Lederteil geholt und ließ es zischen und dann auf seine Hände schlagen, was einen lauten Knall gab.
So sehr sie auch zog und zerrte, sie kam nicht frei und vor lauter Angst bekam sie nicht einmal einen Ton heraus. Dafür war ihr nun eiskalt und eine Gänsehaut jagte die nächste über ihren ganzen Körper.
Ganz langsam strich er mit dem Leder über ihren nackten Rücken. Immer und immer wieder bis ihre Muskeln vor lauter Verkrampfen von alleine nachgaben und mit dem nächsten Klatschen fuhr ein brennender Schmerz in ihren Rücken knapp unterhalb ihrer Arme.
„Je mehr du dich verkrampfst, desto mehr tut es weh“, mahnte er, aber sie konnte gar nicht anders als zu versuchen, dem nächsten Schlag auszuweichen. Doch der traf nicht wie erwartet wieder ihren Rücken, sondern dieses Mal ihren Po und der nächste folgte ohne Pause und malträtierte ihren Oberschenkel.
Keuchend blieb sie liegen und er streichelte sie wieder mit dem Leder, während die getroffenen Stellen wie Feuer brannten und stachen, sobald er sie berührte. Drei weitere schnelle Hiebe kamen unversehens und versetzten noch andere Stellen in Hitze. Dann war es vorbei und sie blieb verschwitzt und zitternd still liegen.
Im nächsten Moment wurde sie von etwas wirklich Kaltem berührt und verdrehte den Kopf so weit, dass sie die Schüssel mit Eiswürfeln in seiner Hand bemerkte. Damit fuhr er über die geschlagenen Stellen und der Schmerz ließ etwas nach, obwohl sich auch das Eis unangenehm anfühlte, sobald er es längere Zeit auf ein und der gleichen Stelle bewegte.
Das Schmelzwasser lief an ihr hinunter und jagte noch mehr Schauer über ihren Körper. Erschrocken keuchte sie laut auf als er mit einem Eiswürfel über ihren Po fuhr und das Wasser von dort über ihren Spalt tropfte. Das brachte ihr diesen Körperteil von ihr mehr in Erinnerung als es ihr lieb war, dennoch glitt er mit einem Finger das Wasser entlang und hatte ihn im nächsten Moment tief in ihr vergraben, woraufhin sie laut stöhnte.
„So, so“, lachte er leise. „Diese Feuchtigkeit kommt nicht von außen. Du bist geil!“
Ein zweiter Finger drang in sie ein und er bewegte die Hand im gleichmäßigen Rhythmus, wobei sie sich unruhig in ihrer Fesselung wand und immer lauter stöhnte.
Ein Klagelaut kam ungewollt über ihre Lippen, weil er sich plötzlich zurück zog und sie auf dem Weg zu einem Höhepunkt gewesen war. Mit der flachen Hand fuhr er noch einmal über die roten Spuren auf ihrer Rückseite, was wieder ein unangenehmes Prickeln auslöste, stand auf und ging.
Nur ihr Stolz hielt sie davon ab, hinter ihm her zu rufen und ihn darum anzuflehen, ihr Erlösung zu schenken. Leise stieß sie ein Schimpfwort nach dem anderen aus, zu feige, um sie ihn hören zu lassen und zu stur, um ihn um Hilfe zu bitten. Auch der Versuch, nur an schlechte Dinge zu denken, scheiterte und sie war sich der feuchten Hitze zwischen ihren Schenkeln nur zu bewusst.
Scheinbar endlos zog sich die Zeit dahin, in der sie nur ihre Gedanken hatte, die sich um seine Finger in ihr drehten, bis er wiederkam, und sie war sich nicht sicher, ob sie froh oder entsetzt sein sollte.
Erleichterung war das erste Gefühl, das sie dann verspürte, weil er ihre Hände befreite und dann ihre völlig verkrampften Schultern massierte. Zuerst schmerzte es, aber dann wurde es schnell besser. Sorgsam half er ihr, sich umzudrehen und zog sie dann auf die Füße. Zu ihrer Überraschung nahm er sie eine ganze Weile einfach in den Arm und sie spürte, wie ein Teil ihrer Anspannung einfach von ihr abfiel, auch wenn das nie hätte passieren dürfen.
Dann brachte er sie wieder in die Küche, aber diesmal ließ er ihre Arme in Ruhe und dafür war sie wirklich dankbar.
„Du kannst die Gurke reiben und die Tomaten für den Salat schneiden", sagte er und stellte ihr alles auf den Tisch was sie dafür benötigte. Noch nie hatte sich so eine banale Tätigkeit so gut für sie angefühlt. Er bereitete inzwischen Folienkartoffel und Steaks zu, sodass bald ein herrlicher Duft durch den Raum zog. Ihr Magen begann so laut zu knurren, dass er sie lachend ansah. Fasziniert sah sie ihm ins Gesicht. Er sah wirklich toll aus.
Als Nachtisch hatte er eine Schokoladenmousse gemacht und Henrike lief das Wasser im Mund zusammen.
Wieder kam nur ein Teller auf den Tisch, aber diesmal wusste sie warum und dass er sie wieder füttern wollte. Um ihn nicht in Versuchung zu bringen, ihre Hände wieder auf den Rücken zu binden, nahm sie sie vom Tisch und legte sie auf ihre Oberschenkel.
„Das machst du gut, mein Herz", lobte er sie und sein Tonfall ließ ihr Herz schneller schlagen, als ob es sich angesprochen gefühlt hätte. Ihre Mundwinkel verzogen sich ganz von allein zu einem Lächeln.
Artig ließ sie sich die einzelnen Bissen in den Mund stecken, fragte sich aber was passieren würde, falls etwas auf den Tisch käme, das sie nicht mochte. Scheinbar hatte er nicht vor, sie zu fragen, was sie essen wollte.
„Wann hast du zum letzten Mal etwas gekocht?", fragte er sie. „Isst du überhaupt regelmäßig?"
„Ich esse fast nur Brot. Es macht mir keinen Spaß, nur für mich zu kochen und zum Ausgehen fehlt mir das Geld", antwortete sie bereitwillig, weil es schön war, diese ständige Stille zu unterbrechen und über Belanglosigkeiten zu sprechen.
„Warum hattest du in dieser Eisdiele gearbeitet? Ich habe dir etwas Besseres zugetraut."
„Ich bin seit kurzem meinen Job in einem Büro los, weil die Firma pleite ging und ich die letzte war, die dazukam. Dabei habe ich für diese Stelle alle Brücken hinter mir abgebrochen“, erzählte sie und hörte selbst ihren zornigen Unterton.
Alles wäre anders gekommen, wenn ich da geblieben wäre, setzte sie innerlich hinzu.
Ihr Käufer strich mit der Hand über ihre Wange, ließ sie dann tiefer gleiten und zog an einer Brustwarze. Sofort war ihr unbefriedigt gebliebenes Verlangen wieder geweckt und das dumpfe Pochen in ihrem Schoß begann von neuem. Ein leises Stöhnen konnte sie nicht unterdrücken.
Dann ließ er los, zog sie hoch und führte sie mit der Hand in ihrem Rücken zu der seltsamen Liege die von Nahem betrachtet nicht einfach ein Ruhemöbel war, sondern Haken und Ösen besaß und sich scheinbar in alle mögliche und wahrscheinlich unmögliche Positionen verändern ließ.
Unruhig machte sie einen Schritt zurück, wurde aber von ihm aufgehalten. Nun stand er hinter ihr, umfasste mit einer Hand wieder eine Brust und legte die andere auf ihren Venushügel.
„Wie wichtig ist dir ein Orgasmus auf einer Skala von Null bis Zehn?“, fragte er sie ins Ohr.
Ihr Stolz schrie sofort Null und sie versuchte, sich aus seinem Griff zu winden, aber ihr Körper hatte diesen Stolz nicht mehr, er brannte vor Verlangen und daher flüsterte sie: „Zehn.“
„Wie viele Orgasmen möchtest du haben?“
„Einen?“, fragte sie verunsichert.
„Den verschaffe ich dir innerhalb von Sekunden“, lachte er höhnisch. „Neuer Versuch.“
„Zwei?“ Sie spürte schon wieder die Schamröte in ihrem Gesicht.
„Sagen wir mal drei bis vier. Mit der Zeit könnte ich dir auch mehr abverlangen.“
Das hielt sie für unmöglich. Sie konnte ja schon froh sein, überhaupt zwei zu haben und vielleicht war es das letzte Mal reiner Zufall gewesen. Daher entspannte sie sich etwas.
„Es gibt noch eine neue Regel für dich. Egal ob ich dir Schmerz oder Lust schenke, du musst mich darum bitten und dich dafür bedanken“, erklärte er ihr.
Wieder kämpfte sie mit sich selbst und verlor die Schlacht Verstand gegen Gefühl. Kaum wahrnehmbar bat sie: „Bitte, ich will kommen.“
Er hob leicht die Augenbraue und sie setzte hinzu, während sie sich vor Scham wand und sich am liebsten umgedreht hätte: „Bitte, Herr.“
„Braves Mädchen. Ich heiße Thorolf. Du wirst diesen Namen genauso respektvoll aussprechen wie Herr.“
Während sie noch völlig verwirrt war, plötzlich seinen Namen zu kennen und sowohl seine neue Regel als auch die Veränderung der alten zu verdauen, wies er sie an: „Leg dich so auf die Liege, dass dein Gesäß an der Kante ist und streck die Arme neben dir aus“, woraufhin sie wieder in Versuchung war, sich zu weigern, aber jetzt hatte sie auch wieder das Schlaggerät gesichtet und das Pochen zwischen ihren Schenkeln machte sie fast wahnsinnig. Am liebsten hätte sie sich schon selbst befriedigt, nur damit es aufhörte, und das lag ihr sonst gar nicht.
Zögernd tat sie wie geheißen und er hakte ihre Armmanschetten seitwärts ein, bevor er die Seitenteile der Liege anhob, sodass sie weit gespreizt da lag, und schnallte sie mit Riemen fest.
„Du hast mir nicht geglaubt, oder?“, fragte er mit einem diabolischen Grinsen. Mit zwei Fingern griff er nach einer Brustwarze und zwirbelte sie, bis Henrike laut nach Luft schnappte und presste einen Finger der anderen Hand auf ihre erwartungsvolle Klitoris und bewegte ihn dort ein paar Mal – und sie kam binnen Sekunden wie er es ihr prophezeit hatte. Erleichtert schrie sie, bäumte sich in ihren Fesseln auf und sackte dann befreit wieder zurück. Doch darauf hatte er scheinbar nur gewartet, denn er begab sich zwischen ihre Beine, hielt einen Löffel mit dem Nachtisch in die Höhe, damit sie es sehen konnte und verteilte die Schokoladencreme überall auf ihren angeschwollenen, feuchten Falten, bevor er millimetergenau begann sie wieder abzulecken. Sofort stellte sich wieder Lust bei ihr ein und bald keuchte sie in hilflosem Verlangen, während seine kundige Zunge erst ihre großen Schamlippen reinigte, dann zu den kleinen überging, die er leicht einsaugte und schließlich ihren Kitzler auf eine Art bearbeitete, die sie zum Wimmern brachte. Viel langsamer als zuvor näherte sich ein neuer Orgasmus und rollte schließlich krampfhaft über sie hinweg. Ihr lauter Schrei hallte in ihren Ohren als sie spürte, dass er gegen den Widerstand ihrer zuckenden inneren Muskeln in sie eindrang.
„Ich liebe deine Enge und ich liebe die Massage, die mir zuteil wird“, stöhnte er begeistert, zog sich zurück und stieß wieder ganz in sie, wobei er laut lachte, weil sie erneut aufschrie. Alles war so empfindlich und trotz der Nässe spürte sie seine Größe.
„Aufhören, ich kann nicht mehr!“, flehte sie atemlos, doch er bewegte sich nur noch viel schneller in ihr. Sein Körper klatschte an ihrem und sie hörte ihre eigene Nässe schmatzen, während er immer wieder hart und tief in sie stieß.
Auch sein Atem kam bald schwer, aber er gab nicht nach, egal wie sie bettelte und flehte.
„Ich will, dass du kommst. Sonst werde ich dich bestrafen“, keuchte er und beugte sich dichter über sie. Seine Finger reizten ihre empfindlichste Stelle erneut und sie fühlte sich plötzlich wie abgelöst als sie den geforderten Höhepunkt nahen fühlte. Ihre Muskeln schienen sich schwer zu tun, sich erneut zusammen zu ziehen und es war Schwerstarbeit, ihn auszuhalten. Doch in dem Moment, in dem er einsetzte, brüllte Thorolf auf und verkrampfte sich selbst unter seinem Orgasmus, der sein Sperma in sie hinein pumpte.
Er blieb so lange in ihr, bis auch das allerletzte Zucken ihres Körpers verklungen war. Dann zog er sich zurück und entfernte das Kondom.
„Du bist bildschön, so verschwitzt und angestrengt wie du nun bist“, sagte er rau als er wieder genug Luft bekam. „Einen vierten Orgasmus erlasse ich dir diesmal.“
„Da-danke“, stotterte sie und war nur dankbar dafür, dass er sie nun in Ruhe lassen würde. Seine Regel hatte sie schon fast wieder vergessen, doch er schien den Unterschied nicht zu bemerken.
Kaum hatte er sie auf die Füße gestellt, gaben ihre Beine schon wieder nach und er fing sie auf. Auf den Armen trug er sie zu ihrem Bad und duschte sie zum zweiten Mal ab, immer darauf bedacht, ihr Halt zu geben, wenn sie zu schwanken begann. Zwischendurch sog sie die Luft scharf durch die Zähne, weil sie sich ziemlich wund fühlte.
Zu ihrer Überraschung brachte er sie nach draußen und setzte sie in einen Liegestuhl, den sie von innen nie bemerkt hatte, hakte aber ihre Manschetten seitwärts ein, damit sie nicht weglaufen konnte. Dabei war sie froh, nicht auf eigenen Füßen stehen zu müssen und zum Weglaufen wäre sie sowieso nicht in der Lage gewesen. Obwohl es reizvoll gewesen wäre, sich von ihm fangen zu lassen, wenn sie durch den Wald flüchtete.
Ohne groß darüber nachzudenken, sprach sie das Nächstbeste aus, was ihr durch den Kopf ging und das von ihrer Fantasie ablenkte. „Bekomme ich auch etwas von dem Schokopudding?“
Thorolf begann laut zu lachen und wieder einmal sah sie ihn fasziniert an. Dann tat er etwas, was er bisher noch nie gemacht hat, er beugte sich über sie und seine Lippen trafen sanft ihren Mund. So war sie noch nie geküsst worden. Er war zärtlich und dennoch hatte sie keine Zweifel an seiner Dominanz, als sich seine Zunge in ihre Mundhöhle drängte und sie genau erforschte. Mit einem Lächeln erhob er sich und holte ihr tatsächlich von dem Naschzeug.
Mit tiefen Atemzügen sog sie die warmfeuchte Waldluft tief in ihre Lungen und genoss die leichte Brise, die ihr erhitztes Gesicht umspielte.
Nachdem er sich eine zweite Liege neben sie gezogen hatte, begann er sie wieder zu füttern und dieses Mal war es wirklich egal, Hauptsache es schmeckte. Mit Bedauern sah sie schließlich in die leere Schale.
„Später, Naschkatze“, lächelte er.
„Warum darf ich nicht alleine essen?“, traute sie sich zu fragen, weil die Stimmung gerade so friedlich war und hoffte, sie würde es noch eine Weile bleiben.
„Du brauchst nicht selbst zu essen. Du hast ja mich. Ich nehme dir die Entscheidungen ab. Das gilt für das Essen, wann du duschst, über Kleinigkeiten hin bis zu deiner Lust, deinem Schmerz oder deinen Orgasmen. Wahrscheinlich hast du dich nie zuvor fallen lassen können.“
Erschöpft und durch seine Worte dennoch aufgewühlt schloss sie die Augen und dachte über das Gesagte nach.
Bisher war Sex immer schwierig gewesen, voller Selbstzweifel und Druck, den sie sich selbst machte. Aber wieso wusste er das und warum konnte er ihrem Körper jede Reaktion abverlangen, die er wollte und seien es drei Höhepunkte hintereinander? Darüber wollte sie sich auch nicht beschweren, aber es war doch sonderbar. Nicht einmal ihr selbst war das je gelungen. Schaute er hinter ihre Stirn und wusste, was sie sich wünschte?
Er hatte sie entführen lassen und hielt sie gefangen. Doch ganz tief in ihr drin bereute sie es nicht einmal. Sie hatte nie zuvor so viel Lust erfahren und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, könnte sie das tatsächlich vermissen. Ihn vermissen. Irgendetwas in ihr tickte nicht ganz sauber, denn normal konnten diese Gedanken nicht sein. Oder waren sie es doch - für sie? Sollte sie den Maßstab an sich selbst messen, nicht an anderen? Es gab so viele verschiedene Spielarten …
Vor sich hin dösend, hörte sie den Vögeln zu, die ihre Lieder in den Wald schmetterten und verdrängte alle verwirrenden Gedanken. Stattdessen genoss sie, was sie gerade hatte und das war mehr als sie lange Zeit getan hatte. Da war sie immer auf der Suche gewesen. In diesem Moment war die Jagd beendet.
Das Abendessen verlief wie die anderen Mahlzeiten und allmählich fand sie es okay, gefüttert zu werden, solange sie das Essen mochte. Außerdem hielt er sein Versprechen und sie bekam mehr von der Schokoladenmousse. Scheinbar befürchtete er nicht, dass sie davon dick würde.
Anstatt sie danach zu Bett zu bringen setzte er sich mit ihr auf das Sofa und drückte ihr ein Buch in die Hand mit den Worten: „Ich möchte, dass du mir daraus vorliest. Kennst du es?“
‚Die Geschichte der O‘ stand auf dem Cover und sie sah es angewidert an.
„Ja, ich kenne das Werk, aber ich mag es nicht.“
„Erklär mir warum nicht“, forderte er sie neugierig auf und wandte sich ihr zu, wobei er ihr ein paar Locken aus dem Gesicht strich.
„Ihre große Liebe ist ein Weichei und ein Feigling. Er hätte sie alleine erziehen können. Sie hätte sich auch nicht aus Liebe verkaufen lassen dürfen. So kam es mir zumindest vor. Es mag zwar sein, dass sie ihn geliebt hat, aber umgekehrt auf gar keinen Fall, denn sonst hätte er nicht so egoistisch gehandelt. Abgesehen davon finde ich Brandmale weit jenseits aller Dinge, die akzeptabel sind. Der Besitz muss hier drin verankert sein, nicht auf der Haut“, erklärte sie heftig und zeigte auf ihre Herzgegend.
„Interessanter Gedanke. Was stört dich noch?“
„Sie musste allen zu Willen sein.“
„Hast du noch nie davon geträumt, zwei Männern zu dienen?“
„Ich habe von einem tollen Job geträumt, einer großen Wohnung und Anerkennung für meine Arbeit!“, erwiderte sie empört, ohne sich auf wirklich auf seine Worte einzulassen, was er natürlich gleich mit einem leisen Lachen kommentierte.
„Wo liegen deine Tabus? Weißt du das?“, fragte er sanft.
Sie wusste was das war, denn davon hatte sie gelesen. Das waren die Dinge, die jemand für sich als ausgeschlossen hielt.
„Ich will nicht dominiert werden!“, warf sie ihm an den Kopf und wurde rot dabei, denn allzu genau wusste sie, dass sie darauf reagierte und ihn im Grunde anlog.
Prompt fand seine Hand wieder an ihre Kehle und sie sah ihn entsetzt an.
„Lüg mich nicht an!“, herrschte er sie mit bösem Tonfall an.
„Entschuldigung, Thorolf“, flüsterte sie kleinlaut und schluckte als er seinen Daumen über ihren Kehlkopf strich. Sie fürchtete sich, aber dennoch hatte sie tief in sich die Gewissheit, dass er sie nicht ernsthaft verletzen wollte. Er hatte sie geschlagen, weil sie nicht gehorcht hatte und dennoch begann sie ihm zu vertrauen. Seine Regeln waren klar und eindeutig. Wenn sie sich daran hielt, blieb auch die Strafe aus. Ansonsten ging es ihr so gut wie nie zuvor im Leben …
„Ohrfeigen sind ein Tabu“, antwortete sie dann ehrlich. „Sie sind eine Art der Herablassung, die nicht akzeptabel ist. Nie und unter gar keinen Umständen.“
„Du hast dir schon Gedanken darüber gemacht, hm? Heißt das, du bist in diesem Bereich nicht ganz so fremd wie du sein willst? Zumindest theoretisch?“
Warum klang das nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung? Hatte nicht jeder schon mal darüber gelesen?
Eine kleine Stimme erhob sich und mahnte sie mit erhobenem Zeigefinger, dass dies nicht so war. Nicht jeder wusste etwas darüber, sie aber schon.
Um sich nicht zu verraten, biss sie sich auf die Unterlippe.
„Sonst noch etwas?“
Auf einmal war ihr Hirn wie leer gefegt und sie zuckte nur unruhig mit den Schultern.
„Setz dich gerade hin an die Sofakante“, herrschte er sie ohne Vorwarnung an und sie fragte sich, was sie falsch gemacht haben könnte. Wahrscheinlich hatte er ihre offensichtliche Lüge übel genommen. Dennoch gehorchte sie und wusste sofort was er wollte, als er die Hose runterzog. Seine Erektion war nicht zu übersehen.
„Leck meinen Schwanz“, knurrte er sie an und bemerkte mit einem breiten Grinsen, dass sie diese grobe Sprache nicht mochte. Anscheinend hatte er das gewusst und provozierte sie gerade darum.
Seine Hände in den Haaren vergraben, musste sie gehorchen und leckte erst zögernd über die breite Eichel, bevor sie ihn dann ein Stück weit in den Mund nahm.
Damit gab er sich nicht zufrieden und zwang sie, ihn weiter aufzunehmen bis sie begann zu würgen. Nur ein Stück zog er sich zurück, bevor er wieder in sie eindrang und sie an die Grenze der Luftnot brachte.
„Fester“, kommandierte er keuchend und zu ihrem eigenen Erstaunen drückte sie die Zunge kräftiger an ihn und versuchte sich festzusaugen, während er sie immer härter in den Mund stieß. Ihren Versuch, die Hände zu Hilfe zu nehmen, verhinderte er, indem er sie ihr wieder auf den Rücken band. So rücksichtlos er auch war und so oft sie das Gefühl hatte zu ersticken, immer wieder kam eine Atempause und sie merkte, dass er das durchaus eingeplant hatte. Er würde sie nie gefährden.
Schließlich spannte er sich an, hielt ihren Kopf fest zwischen den Händen, schrie auf und ihr blieb nichts anderes übrig als sein Sperma zu schlucken, was nicht so viel war, wie sie befürchtet hatte. Das hatte sie noch nie zuvor getan und war nur froh, dass er über den Tag schon mehrmals gekommen war. Es war aber nicht so schlimm wie sie es erwartet hatte.
Schwer atmend lehnte er sich über sie und stützte sich auf die Rückenlehne des Sofas.
„Hast du nicht etwas vergessen?“, herrschte er sie an.
Henrike musste eine Weile überlegen, bevor sie dann hochrot hervor brachte: „Danke Thorolf.“
Nun erst bemerkte sie, dass sie von dem Blowjob auch nicht unbewegt geblieben war und sich Nässe zwischen ihren Schenkeln gebildet hatte. Peinlich berührt presste sie die Knie zusammen und bekam einen derben Schlag auf einen Schenkel, der sie sofort daran erinnerte, dass sie die Beine stets geöffnet haben musste.
Automatisch murmelte sie: „Entschuldigung!“ Wo war ihr Stolz geblieben?
„Du lernst dazu“, sagte er nun wieder freundlich und presste seine Hand an ihre Spalte. „Das ist definitiv kein Tabu gewesen.“
Immer wieder brachte er sie dazu, sich abgrundtief zu schämen, und presste ihr heißes Gesicht gegen seinen Hals als er sie hochnahm und zu Bett brachte. Völlig verkrampft nahm sie wahr, dass er sie nicht alleine lassen würde, sondern sich neben sie legte und relativ schnell eingeschlafen war.
Nur probehalber wollte sie aufstehen, aber sofort war er hellwach und befestigte wortlos die Kette an ihr Halsband, was sie sich hätte ersparen können, wenn sie ihn nicht provoziert hätte. Soviel war ihr durchaus bewusst. Vielleicht schadete sie sich selbst mehr als er es tat. Die Spielregeln waren ganz klar, nur wollte sie sich nicht daran halten.
Plötzlich ging ihr auf, dass sie nicht ein einziges Mal an ihre Stelle in der Eisdiele oder an ihre enge, unfreundliche Wohnung gedacht hatte. Beides vermisste sie nicht. Doch schließlich war die Erschöpfung größer als ihre verwirrenden Gedanken.
Der nächste Tag begann wie der vorherige mit einem Frühstück und einer Dusche, bei der sie nur stillstehen durfte.
„Diesmal möchte ich, dass du die Arme hinter den Kopf nimmst und die Füße weiter auseinander. Wenn ich nichts anderes sage, ist das ab jetzt deine Ausgangsstellung“, erklärte er sie.
„Dann schlafen mir die Arme ein“, protestierte sie und er drängte sie heftig gegen die Wand der Dusche.
„Jetzt weißt du ja, was du gleich als erstes in dein Buch schreiben kannst“, brummte er und nun erst fiel ihr das Strafbuch ein. „Ich verlange, dass du dort jede Verfehlung einträgst.“
Wieder wollte sie aufbegehren, aber ein strenger Blick hinderte sie daran und gehorsam nahm sie die Arme nach oben und bemühte sich, ihn nicht ansehen zu müssen, ohne die Haltung zu vernachlässigen.
Diesmal widmete er sich besonders ihrem Busen und ihrem Schambereich bei seiner Waschung und bald schon konnte sie kaum noch stillstehen, geschweige denn seine Berührungen einfach so ertragen.
Doch kurz vor ihrem Höhepunkt hörte er auf und diesmal meckerte sie ihn an: „Du kannst mich doch so nicht zurück lassen.“
„Nicht?“, fragte er herablassend und band ihr die Hände wieder hinter den Rücken. „Damit du nicht in Versuchung kommst, es dir selbst zu machen. Du hast Orgasmusverbot, solange ich nicht zustimme.“
Beim Mittagessen kam die nächste Situation, die ihr nicht gefiel. Er hatte Kartoffelklöße und Sauerbraten gemacht, was sie beides verabscheute und verweigerte die Nahrungsaufnahme.
Er hakte ihre Hände los und legte ihr das Buch auf den Tisch.
„Ich will da nichts reinschreiben“, protestierte sie und er drückte seine Hand schmerzhaft in ihren Nacken.
„Sofort!“
Voller Widerwillen nahm sie den Stift auf und notierte: In der Dusche widersprochen. Essen verweigert, weil es scheußlich ist.
„Da fehlen noch zwei Dinge“, herrschte er sie an und tippte auf das Wort ‚scheußlich‘.
Notizen verweigert und Essen beleidigt, notierte sie dazu.
So zerrte er sie dann zu der verhängnisvollen Liege, drückte sie bäuchlings darauf, sodass ihr Po in die Luft ragte und befestigte ihre Hände und Arme. Wieder drückte sie ihre Beine zusammen und von irgendwo holte er eine Spreizstange, die sie anschließend daran hinderten, die Knie zu schließen. Dann ließ er sie allein.
Am liebsten hätte sie laut geschrien, traute sich aber nicht, denn wer wusste schon, was ihm noch einfallen würde. Tausende Gedanken rasten durch ihren Kopf, aber keiner ließ sich wirklich fassen und daher hörte sie auch nicht, dass er wieder da war.
„Du wirst die Schläge mitzählen“, raunte er ihr ins Ohr und lachte in Anbetracht der Tatsache, dass sie eine Gänsehaut bekam und zusammenzuckte. „Sechs zum Aufwärmen und vier zur Strafe. Für jeden wirst du dich bedanken. Wenn du einen vergisst zu zählen, werde ich von vorne anfangen. Hast du mich verstanden.“
„J-ja Thorolf“, stotterte sie und begann zu zittern.
Wieder begann er mit dem Leder über ihre Haut zu fahren und der erste Schlag kam völlig unerwartet und traf ihre linke Pobacke.
„Eins – danke“, schrie sie und der zweite traf sogleich die andere Seite.
Sie zählte und bedankte sich, in Erwartung der dritte Schlag würde wieder ihren Po treffen, aber er ging knapp unterhalb auf ihre Schenkelrückseite. Egal wie oft sie versuchte auszuweichen, es gab kein Entkommen und nach Schlag sechs fühlte sich ihre ganze Rückfront heiß an.
„Atme noch einmal durch. Jetzt kommen die Strafschläge“, erklärte er ruhig.
„Bitte nicht. Ich habe es begriffen, aber …“
„Zähl mit“, unterbrach er sie und der nächste Hieb trieb ihr den Schweiß aus den Poren. Wie von fern hörte sie sich selbst mitzählen.
Dann war es vorbei und die Hitze strahlte wie verrückt in ihre Scham. Peinlich verlegen spürte sie, wie ihre eigene Feuchtigkeit die Schenkel hinunterlief.
Lauter als zuvor schrie sie als er seine Finger machtvoll in sie hinein stießen und sie sofort in hektischen Wellen kam. Wenn sie gekonnt hätte, wäre sie danach sofort in die Knie gegangen, aber jetzt rammte er sich in ihre Feuchtigkeit und mit lautem Schmatzen glitt er in ihr ein und aus. Immer wieder und immer heftiger, sodass es ihr erschien, der eine Orgasmus schloss nahtlos an den anderen an.
Bald fehlte ihr sogar die Luft, um zu schreien, und sie atmete durch den weit geöffneten Mund und spürte schließlich, wie er ebenfalls kam und sich seine Finger schmerzhaft in ihre Hüfte bohrten. Das gebrauchte Kondom ließ er einfach fallen.
Doch auch jetzt ließ er nicht von ihr ab, sondern sie hörte ein böses Brummen und dann vibrierte etwas kühl an ihrem geschundenen Po.
Sekunden später presste sich der Kopf des Vibrators an ihre Klitoris und sie bekam gerade noch genug Luft, um ein weiteres Mal zu schreien. Hitze stieg wieder in ihr auf, vor allem, weil er sich an ihre roten Stellen presste und diesmal schien ihr Orgasmus die Wirbelsäule mühsam hinauf und wieder hinunter zu kriechen, bevor er ihre Muskeln zu einem erneuten Marathon zwang.
Genau diesen Moment nutzte er, um das Spielgerät tief in ihre Scheide zu schieben und noch stärker einzuschalten, was diesen Höhepunkt auf fast unangenehme Art und Weise verlängerte.
Kraftlos rührte sie sich nicht mehr und wünschte sich, sie könnte sich hinlegen und schlafen, aber das wollte er ihr nicht gönnen.
Seine Zunge ersetzte nun das Spielzeug und er leckte, saugte und bearbeitete sie so lange bis er ihr einen vierten Orgasmus abgerungen hatte. Doch dessen Ende bekam sie nicht mehr mit, weil plötzlich alles schwarz um sie herum wurde.
Das nächste was sie mitbekam waren die reuevoll gesprochenen Worte: „Es tut mir leid, ich habe es übertrieben.“
Ganz sicher hatte er das, aber irgendwie konnte sie keine Wut aufbringen und fühlte einfach nur Unsicherheit. Völlig zerschlagen, mehr seelisch als körperlich, machte sie sich nicht einmal die Mühe, die Augen zu öffnen.
Ein wenig zuckte sie zusammen als etwas ihre Lippen berührte und erst als ihre Nase etwas schokoladiges wahr nahm, ließ sie sich den Löffel in den Mund schieben. Das war kein Pudding, aber Schokoladeneis und es war köstlich. Ihr Magen fing sofort an zu knurren und sie konnte gar nicht genug davon bekommen. Aber irgendwann schlief sie wieder ein.
Bei jedem Erwachen spürte sie seine Nähe und es tröstete sie, nicht alleine zu sein, ohne dass sie darüber nachdenken wollte, warum das so war.
Aber auch die Flucht in den Schlaf war schießlich beendet und sie fühlte sich in sich gekehrt.
Bei der nächsten Mahlzeit saß sie stumm da und aß, bis er ihr Kinn hob und fragte: „Was geht in deinem hübschen Kopf vor?“
Zu ihrem eigenen Erstaunen brach sie in Tränen aus und fand sich binnen Sekunden in einer warmen, tröstlichen Umarmung.
„Alles in Ordnung. Wein du ruhig. Das ist überfällig“, murmelte er ihr beruhigend zu.
Sehr viel später stellte er ihr erneut eine Frage: „Was haben deine Tränen zu bedeuten? Kannst du mir das erklären?“
„Ich bin entführt worden und habe Gefühle, die ich nicht haben dürfte“, antwortete sie nach langem Nachdenken.
„Was für Gefühle und warum darfst du sie nicht haben?“
„Ich benehme mich als wäre ich deine Sub und du mein Dom, aber ich habe mit dieser Materie nichts zu tun. Außerdem müsste ich jeden Moment darüber nachdenken zu entkommen.“
„In deinem Herzen bist du devot und das nicht erst seit heute oder gestern. Du hast dich bestimmt schon häufig mit diesen Dingen beschäftigt, das könnte ich sogar wetten. Was dein fehlendes Fluchtverlangen betrifft, vielleicht ist nicht alles so wie es scheint.“
Danach ließ er sich auf kein weiteres Gespräch in diese Richtung ein, das ihr den letzten Satz erklären könnte. Fakt blieb, dass sie keinerlei Gedanken mehr an ihre Wohnung oder ihre Arbeit verschwendete.
Die nächsten Tage behandelte er sie wesentlich vorsichtiger. Er bestand weiter auf seinen Regeln, fütterte und duschte sie, aber er war nicht mehr so extrem grob und seine Versuche, sie einzuschüchtern oder ihr Angst zu machen waren nicht mehr so, dass sie dauerhafte Probleme damit hatte. Es war mehr wie ein Spiel.
Mit einem Kleid am Leib ging er mit ihr nach draußen und sorgte dafür, dass sie genug frische Luft bekam. Im Haus blieb sie meistens nackt, aber nicht mehr die ganze Zeit und allmählich gewöhnte sie sich auch daran.
Nachts lagen sie zusammen und manchmal unterhielten sie sich über ganz banale Dinge und langsam wuchsen sie immer mehr zusammen, auch wenn Henrike noch häufig das Gefühl hatte, nicht ganz normal zu sein. Doch er hatte recht gehabt, als er davon ausging, sie hatte sich bisher schon häufiger mit dem Thema BDSM auseinander gesetzt. Allerdings war sie davon ausgegangen, dass nur die Theorie interessant war.
„Kann es sein, dass du die Giftzwille spielst, damit sich jemand findet, der dir zeigt, wo es lang geht?“, fragte Thorolf sie eines Abends, nachdem sie ihm dann doch noch aus der ‚Geschichte der O‘ vorgelesen hatte. Danach diskutierten sie immer über verschiedene Passagen aus dem Werk.
Rot im Gesicht gestand sie: „Ich weiß es nicht genau, aber wenn du das so ansprichst, denke ich, du könntest recht haben. Doch bisher ist nie jemand darauf eingegangen, wenn ich provoziert habe.“
„Du hast auf mich gewartet“, erklärte er mit einem breiten Grinsen und beugte sich über sie, um sie zu küssen. Seine Zunge eroberte ihren Mund auf eine Art, die sie immer ganz heiß machte, besonders wenn er ihre Zunge leicht ansaugte. Ein Kuss von ihm und ihr Körper stand in Flammen.
Sie fühlte sich lüstern, begehrt und lebte in einem Kontinuum, das scheinbar unabhängig war von der Realität. Bald schon hatte sie völlig das Gefühl für den Ablauf der Zeit vergessen und zählte die Tage nicht mehr mit. Zwischendurch band er sie an ihr Bett und ließ sie alleine und sie glaubte, er fuhr auch schon mal fort, aber das hinterfragte sie nicht. Zu lange war sie alleine gewesen mit ihren Hoffnungen, Wünschen, geheimen Gedanken und ohne Familie oder andere nahe stehenden Personen.
„Ich will, dass du dich in den Raum stellst, wartest und ich möchte keinen Ton von dir hören“, befahl er in dem Tonfall, der sie immer noch dazu brachte, ihm widersprechen zu wollen. Auch die geforderte Haltung fand sie immer noch unangenehm, aber inzwischen ließ sie sich darauf ein. Also stand sie gehorsam im Wohnzimmer, nahe der Liege, die sie hassen, fürchten und lieben gelernt hatte, die Hände hinter dem Nacken verschränkt und wartete darauf, was er vor hatte. Doch zuvor verband er ihr noch die Augen.
Henrike fühlte sich kribbelig, denn während ihrer Periode hatte er völlig darauf verzichtet, sich ihr zu nähern, obwohl er erklärt hatte, das würde nur geschehen, damit sie richtig ausgehungert würde. Er hätte im Anschluss eine Überraschung für sie.
Was das sein könnte, hatte er mit keiner Silbe angedeutet und ihre Fantasie reichte nicht aus, um sich vorzustellen, was er noch vorhaben könnte und das sie noch nicht kannte.
Ging er etwa an die Tür? Sie war sich nicht sicher, aber war da nicht das Geräusch einer Autotür gewesen? Es war ein seltsames Gefühl, daran zu denke, dass hier jemand plötzlich vorbei kam. Vielleicht die Polizei, um sie zu befreien? Wollte sie gerettet werde? Nervös nahm sie Hände runter und wollte gerade die Augenbinde runter reißen, als Thorolf losdonnerte: „Untersteh dich, Haltung!“
Sofort gehorchte sie.
„Erstaunlich, das hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagte eine fremde Männerstimme, die ihr entfernt bekannt vor kam. Einerseits wollte sie sofort flüchten, aber andererseits war sie wie erstarrt.
Dann spürte sie Thorolf neben sich, der sie vorwärts schob und auf die Liege hob.
„Bitte nicht“, flehte sie, aber er befestigte schnell ihre Hände, als sie wieder nach der Augenbinde griff. Völlig verkrampft spürte sie fremde, warme Hände, die ihre Beine weit spreizten und ebenfalls fest banden, bevor sie innen über ihre Schenkel nach oben glitten und kurz vor ihrer Scham verschwanden.
Sie öffnete ihre Mund zu einem Schrei und bekam einen Knebelball zwischen die Zähne geschoben, der dann hinter ihrem Kopf befestigt wurde. Nun konnte sie nur noch dumpf dagegen rufen.
Mit einem Ruck verschwand die Augenbinde und sie sah über sich einen riesigen Spiegel, der bisher immer hinter Deckenpaneelen verborgen geblieben war.
Panisch suchte ihr Blick nach dem Neuankömmling und stöhnte entsetzt. Da war der blonde Mann im Anzug und hatte wieder die beiden obersten Knöpfe des Hemdes geöffnet. Er grinste sie amüsiert an. Der gleiche Typ, der sie verkauft hatte. Was machte er hier? Welches böse Spiel wurde hier mit ihr getrieben?
„Schhh, ganz ruhig. Alles ist anders als es zu sein scheint. Das ist Moritz“, flüsterte Thorolf ihr ins Ohr.
Während der Blonde sie freundlich angrinste, griff er links in sein Jackett und holte ein Mobilfunktelefon heraus, das er ausmachte und wieder hinein steckte, bevor er das Kleidungsstück über den nächsten Sessel warf. Dieses Ding hatte sie für eine Waffe gehalten. In diesem Haus hatte sie zuvor noch kein Telefon zu Gesicht bekommen und sie nahm an, es befand sich eines hinter einer der Türen, wo sie bis jetzt noch nicht gewesen war.
Henrike drehte verzweifelt den Kopf zur Seite und bemerkte erst jetzt, dass noch eine Frau im Raum stand. Sie war klein, blond und zierlich, hatte die Arme auf dem Rücken verschränkt, die Beine leicht gespreizt und trat dennoch unruhig von einem Fuß auf den anderen.
Was war anders als es zu sein schien und in welcher Beziehung stand er zu dem Mann, den er Moritz nannte?
Eine Hand auf ihrem Bauch lenkte Henrikes Aufmerksamkeit wieder auf die Männer.
"Hat sie schon mal zu dritt oder zu viert gespielt?“, wollte der Blonde wissen und bewegte die Finger in Richtung ihres Venushügels.
„Nein, sie hatte lange Jahre gar keinen Sex.“
"Grmmm“, rief sie gegen den Knebel an und spürte wie sie rot wurde.
Moritz beugte sich über sie und einen Moment lächelte er sie jungenhaft an und in seinen grauen Augen blitzte der Schalk.
Jetzt lag sein Finger über ihrer Perle und klopfte dort als würde er überlegen, was er tun sollte. Entsetzt spürte sie, dass ihre Klitoris anschwoll und sie immer feuchter wurde. Das durfte doch nicht sein.
Thorolf schlich nun um die andere Frau herum und fragte: „Sag mal Mo, zappelt deine Sklavin immer so herum?“
„Ich habe sie noch nicht lange, aber ich glaube, ich muss strenger werden. Du kannst ja sehen, was du heute erreichen kannst.“
Henrike konnte sehen, wie die andere zusammenzuckte und noch unruhiger wurde.
„Hast du was dagegen, wenn wir deine kleine Katzbürste hier rasieren? Mir spukt da so eine Idee im Kopf herum, die dir auch gefallen wird.“
„Warum nicht? Geh ins Bad und bedien dich, du kennst dich ja hier aus“, antwortete Thorolf, ohne seine Aufmerksamkeit von der Blondine zu nehmen, der er von hinten plötzlich an den Busen griff und an ihren Brustwarzen zupfte. Mit einem Aufschrei versuchte sie nach vorne zu springen, aber der Mann hielt sie problemlos auf und lachte in ihr Ohr.
Ein Gefühl tiefer Eifersucht machte sich in Henrike breit und sie bemühte sich, nicht mehr zu sehen, was die beiden miteinander machten, doch plötzlich wurde die zierliche Person über ihren Bauch geworfen und er befestigte die Manschetten an der Außenkante der Liege.
Mit einer Entschuldigung in den Augen und vor Verlegenheit rotem Gesicht sahen sich die beiden Frauen einen Moment an. Die Kleine bemühte sich, nicht ihr ganzes Gewicht auf Henrike zu verlegen und ächzte laut als Thorolf ihr plötzlich zwischen die Beine fasste.
„Ach, du machst die beiden schon miteinander bekannt?“, fragte Moritz und kam mit einer Gummimatte, einer Schüssel und Rasierzeug wieder, das er auf den Boden stellte. „Betty, das ist Henrike, Henrike, das ist Betty“, fügte er dann mit einem dreckigen Grinsen hinzu.
Langsam begann er dann Henrikes Schambereich zu rasieren und ließ sich dafür mehr Zeit als nötig gewesen wäre. Immer wieder tippte er völlig unverhofft auf ihren Kitzler und sagte schließlich: „Thor, deine Sklavin ist geil und scheint ziemlich gierig zu sein.“ Mit einem Stoß versenkte er zwei Finger in sie und sie stöhnte hilflos gegen ihren Knebel.
„Dafür hat deine zu viel Energie und kann nicht mal eine Sekunde Haltung bewahren. Was machen wir mit ihnen?“
„Wo sie sich doch jetzt schon so gut kennen gelernt haben, kann Betty ihre überschüssige Energie doch darin umsetzen, deiner Süßen hier die benötigte Erlösung zu schenken, was meinst du? Zumal sie nun so glatt und weich ist.“
Thorolf entfernte den Ball aus Henrikes Mund und sie versuchte erst einmal zu schlucken, sich der Spucke in ihrem Gesicht peinlich bewusst werdend. Ihr Kiefer schmerzte, aber dennoch brachte sie hervor: „Nein!“
Die Bewegungen des Fingers an ihrer Lustperle waren nun deutlich zielgerichteter und im nächsten Moment hatte sie die Klippe erreicht und fiel, während ihr Körper heftig zuckte.
„Nein, Master, bitte das nicht!“, flehte auch die andere Frau, stöhnte aber auch als der dunkelhaarige Mann seinen Finger an ihr rieb.
Ihre Hände wurden befreit und ihr Herr zwang sie mit der Hand in ihrem Nacken zwischen die Beine der gefesselten Frau und dann wurden ihre Arme auf dem Rücken gebunden.
„Du bringst sie zum Höhepunkt mit deiner Zunge“, befahl er ihr und schob sie näher.
„Mein Mäuschen hier möchte widersprechen. Wie wäre es, wenn du sie knebelst und ich sehe zu, dass deine Hübsche ihre Arbeit richtig mit Begeisterung macht?“, fragte Thorolf mit einem diabolischen Grinsen.
Die Männer nickten sich zu und tauschten die Plätze. Moritz zog sich aus und während Henrike noch wie paralysiert zusah, stellte er sich neben ihren Kopf, veränderte die Höhe der Liege an dieser Stelle und grub seine Hände in ihre Haare, während sein hartes Glied vor ihrem Mund auftauchte.
Ein unerwarteter Hieb auf ihren Schenkel ließ sie aufschreien und gab ihm die Gelegenheit, sich in ihren Mund zu schieben.
„Mach deine Sache gut, sonst lernst du die Peitsche kennen“, raunte er ihr ins Ohr. „Ich stehe nicht auf Spielzeuge wie die Tawse, sondern auf die guten alten Lederriemen, die sich tief ins Fleisch beißen können.“
Gehorsam nahm sie ihn nun weiter auf und mit einem leisen Stöhnen begann er sich vor und zurück zu bewegen. Er war nicht so mächtig gebaut wie Thorolf und drang auch nicht so weit in sie ein, wie er es immer tat.
Ein weiteres Klatschen erklang und diesmal schrie Betty auf, während der Dunkelhaarig sie mahnend ansah.
Zaghaft und kitzelnd spürte Henrike nun die Zunge der anderen auf ihrem Schenkel und bemühte sich, es zu ignorieren, aber nach einem weiteren Hieb, der diesmal eindeutig von den Lederriemen der Tawse stammte, gab sich Betty tatsächlich mehr Mühe und leckte und knabberte sich wieder den Schenkel nach oben.
An der Stelle, wo das Bein in den Leib überging, verharrte sie besonders lange, aber ein Zischen in der Luft rief sie zur Ordnung. Sie hatte eindeutig die gleiche Unlust, Henrike zu lecken, wie diese, von einer Frau oral verwöhnt zu werden.
Aber plötzlich schien sie sich zu besinnen und konzentrierte sich auf ihr Werk. Die kleine Zunge leckte über die großen Schamlippen und dann saugte sie diese ein und knabberte ein bisschen daran, was sie an den kleinen Labien wiederholte. Mal fester mal sanfter massierte sie diese und rutschte dann ein Stück in den feuchten Spalt.
Wider ihrem Willen und wider Erwarten stieg Henrikes Erregung immer weiter an, wobei es ihr immer schwerer fiel, sich gleichzeitig auf den Penis in ihrem Mund zu konzentrieren und nicht versehentlich zuzubeißen.
Als die Zunge ihren Kitzler umkreiste, stöhnte sie gegen den Knebel aus Fleisch und der ruckte tiefer in ihre feuchte Höhle.
Der nächste Aufschrei hatte nichts mit Schlägen zu tun, denn wie Henrike im Spiegel sehen konnte, nachdem sie den Kopf ein wenig gedreht hatte, war Thorolf von hinten in Betty eingedrungen und nahm sie mit kraftvollen Stößen. Jede fester er sie nahm, desto intensiver bearbeitete diese das Knötchen unter ihrer Zunge und fachte Henrikes Lust noch weiter an. Sie spürte ihre Feuchtigkeit herausquellen und sehnte die Erlösung herbei. Instinktiv saugte sie kräftiger an dem Fleisch in ihrem Mund und bald war aus vier Kehlen wildes Stöhnen zu hören.
Betty kam zuerst und saugte so heftig an dem Kitzler, dass auch Henrike wild zuckend ihren Höhepunkt erreichte.Im selben Moment verströmte sich Moritz auf ihr Gesicht und dann röhrte auch Thorolf laut seine Erfüllung hinaus. Anschließend entsorgte er das Gummi.
Das Glied wurde aus Henrikes Mund entfernt und sie saugte hektisch Luft in ihre Lungen, weil ihr schon fast schwarz vor Augen geworden war.
„Das war erstklassig“, raunte ihr Moritz zu.
„Danke“, hauchte sie, sich plötzlich der Spielregeln erinnernd.
„Möchtest du auch ihre anderen Qualitäten ausprobieren?“, fragte Thorolf. „Sie ist herrlich eng.“ Mit den Worten hielt er ihm eine Schale mit Kondomen entgegen. Moritz hielt das ausgewählte Teil so hin, dass sie sah, auf der Packung waren Noppen abgebildet.
„Ich weiß und danke dir für dein Angebot“, bekam er zur Antwort. „Meist du, du schaffst es, dass Betty solange still hält? Du hast den kleinen Wildfang hier ja wirklich toll erzogen. Sie denkt sogar ans Bedanken und davon ist meine Kleine weit entfernt.“
„Ich werde mein Bestes tun.“
Henrikes Augen baten ihren Dom um Gnade, aber er achtete nur am Rande auf sie. Wenn sie nun laut protestieren würde, machte sie es nur noch schlimmer und das war ihr bewusst. Sie wollte keinen anderen Mann in sich spüren, aber ihn schien das anzumachen, denn sein Penis richtete sich bereits wieder auf.
„Leck meinen Schwanz wieder hart“, befahl Moritz Betty und mit einem kleinen Schluchzer begann sie sofort, seinen Befehl zu befolgen.
Scheinbar gefiel es ihr auch nicht, ihren Herrn teilen zu müssen, aber allmählich wurde klar, die beiden Männer waren ein eingespieltes Team und würden nicht nachgeben.
Es dauerte nicht lange bis der Blonde wieder voll einsatzfähig war und stellte sich zwischen Henrikes Beine.
„Du hältst ihren Kopf fest, damit sie in den Spiegel sieht und spreizt die Beine. Für jede unnötige Bewegung, die du machst, wirst du im Anschluss einen Strafhieb bekommen“, wurde Betty von Thorolf instruiert.
Ganz genüsslich drang der andere nun in Henrike ein und sie beobachtete ihm Spiegel was vor sich ging. Resigniert merkte sie, dass der durch die Zunge ausgelöste Orgasmus in ihr den Drang ausgelöst hatte, es härter zu spüren und der Penis in ihr sich gut anfühlte.
Im Spiegel konnte sie aber auch sehen, dass ihr Herr an der kleinen Blonden herumspielte und für jedes Mal weiter zählte, an dem sie versuchte, ihm auszuweichen oder sonst irgendeine Bewegung machte. Zunehmend sah die junge Frau verzweifelter aus, zumal ein Finger zwischen ihren Beinen erfolgreiche Arbeit leistete und ihre Feuchtigkeit nicht zu übersehen war.
Ein wirklich harter Stoß, der Henrike den Atem aus den Lungen trieb, brachte ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Mann vor ihr, der sich zunehmend kräftiger in sie trieb. Es brauchte Ewigkeiten, die sie fast zur Verzweiflung trieb, bis sie merkte, er kam dem Ziel, ihr einen neuen Höhepunkt aufzuzwingen, immer näher. Als sie schließlich kam, liefen ihr Schweiß und Tränen über das Gesicht vor Anstrengung und sie hatte Schmerzen in den Gelenken, weil sie so kräftig an ihrer Fesselung gezerrt hatte.
Moritz kam um die Liege herum und wischte ihr das Gesicht mit einem feucht-kühlen Lappen ab und küsste sie leicht auf ihren immer noch geöffneten Mund.
„Hast du ihr schon mal mehr als drei abverlangt?“, wollte er an seinen Spielpartner gewandt wissen.
„Ja, beim Vierten wurde sie ohnmächtig. Wir lassen ihr eine Pause und ich weiß auch schon, was sie wieder auf die Füße bringt.“
Thorolf beugte sich über sie und lächelte sie zärtlich an. Gemeinsam banden die Männer sie los und sie wurde vorsichtig auf das Sofa gelegt. Sogar die Manschetten wurden entfernt und um die Gelenke kamen kühle Stoffstreifen.
„Das ist wirklich eine Herausforderung für dich, nicht wahr?“, fragte Moritz sanft. „Viele Frauen kommen mehrfach hintereinander und es fällt ihnen leicht, weil sie sich fallen lassen. Du glaubst, es geht nicht und entsprechend musst du leiden. Armes Herzchen.“ Jetzt war sein Lächeln ein gutes Stück sadistisch. „Dabei wirst du immer wieder erregt.“
Dann drehte er sich um und sah zum ersten Mal zu seiner Sklavin hinüber und fragte: „Wie viele Verfehlungen hat sie begangen?“
„Genau neunzehn“, kam prompt die Antwort. Betty stand nun neben der Liege, die Throrolf abgewischt hatte und er hatte ihr die gleiche Haltung aufgezwungen, die auch Henrike einnehmen musste.
„Dann runden wir doch auf zwanzig auf. Zehn Hiebe zum Aufwärmen und zehn zur Strafe.“
„Du oder ich? Welches Mittel? Peitsche, Gerte oder Tawse?“, wollte der Dunkelhaarige wissen. Ein leichtes Zittern ging durch Bettys Körper.
„Zeig mir mal dein Lieblingsspielzeug. Mal sehen, was es kann“, antwortete Moritz. Das hätte ihm Henrike sagen können. Allerdings hatte sie natürlich keinen Vergleich, wie sich eine Peitsche anfühlen könnte, und darauf verzichtete sie auch allzu gerne, obwohl die Haltung der anderen Frau etwas Erregendes hatte.
Gemeinsam begannen sie ein paar Steinplatten vor dem Kamin zu entfernen und steckten in die entstandenen Löcher zwei große Stangen. Daran befestigten sie ein Brett mit diversen Löchern, das im unteren Teil leicht abgeknickt war.
Daran musste sich Betty stellen. Sie lag bäuchlings auf dem seltsamen Gebilde und ihr Busen war durch zwei Löcher frei zugänglich. Durch den Knick, der sich in Höhe ihrer Hüfte befand, streckte sie ihren Po in die Luft.
Mit breiten, gepolsterten Gurten wurde sie an Armen, Beinen und dem Oberkörper fixiert und dann kamen die Männer zum Sofa zurück. Dieser Raum enthielt noch sehr viel mehr Möglichkeiten als Henrike es bisher bemerkt hatte.
Moritz setzte sich und nahm ihren Kopf auf den Schoß, wogegen sie erst aufbegehren wollte, aber keine Lust hatte, sich dafür eine Strafe einzufangen. Mit den Fingern massierte er ihren Haaransatz und sie schloss einfach die Augen.
„Na komm. Du musst trinken, damit du mir nicht wieder kollabierst“, hörte sie Thorolf sagen. Sorgfältig half er ihr das Glas Wasser zu lehren und reichte ihr gleich noch ein zweites. Dann hob er eine Schüssel an, in der ihre Lieblingsspeise zu sehen war. Schokoladenmousse.
Er hielt ihr einen Löffel hin und sie nahm ihn wirklich gerne. Sie war hungrig geworden.
„Du fütterst sie?“, fragte der Blonde, der ihren Kopf hoch hielt, damit sie leichter essen konnte, nachdem er sie daran gehindert hatte, sich aufzusetzen. Das klang nicht spöttisch und auch nicht herablassend, sondern ehrfürchtig. „Dann ist sie also die Richtige für dich, nach der du so lange gesucht hast.“
„Ja, genau das ist sie.“ Die blauen Augen unter den dunklen Brauen strahlten sie an und plötzlich hatte sie das Gefühl, ihr Brustkorb würde sich weiten und ihr Herz ihm entgegen fliegen. Warum hatte sie zuvor nicht bemerkt, wie sehr sie diesen Mann lieben gelernt hatte?
Die Zeit schien still zu stehen, bis er sich wieder in den Dom zurück verwandelte und sich der anderen Frau zuwandte, die noch immer gezwungenermaßen reglos da stand und auf ihre Bestrafung wartete.
„Ich muss mich noch für das Betäubungsmittel entschuldigen“, lenkte Moritz sie von ihren Beobachtungen ab.“
„Was?“, fragte sie verblüfft und sah ihn an.
„Das war so nicht geplant. Ich hätte nur eine bessere Auswahl treffen sollen, wer die fingierte Entführung durchführen sollte. Drogen hätten nicht mit ins Spiel kommen sollen.“
„Sie war nicht echt? Äh, hast du nachgesehen, ob ich noch Jungfrau bin? Ich erinnere mich da an so etwas.“
„Nein, sie war genauso wenig echt wie die Räume, die zu einem verlassenen Anwesen gehören und die wir derzeit umbauen, um daraus einen Club zu machen. Was das andere anbelangt, musst du geträumt haben. Thorolf hätte mich kastriert, wenn ich dich angefasst hätte.“
Mit diesen Informationen musste sie nun erst einmal klar kommen.
„Die Männer haben mich beleidigt als sie dachten, ich höre sie nicht“, antwortete sie schließlich leise. Alle Bemerkungen hatten sie stärker getroffen als ihr das bisher bewusst gewesen war.
„Sieh es mal so. Du hast dich erfolgreich gewehrt und sie gestraft. Vielleicht war manches im Rausch auch nicht real. Träumst du vielleicht ziemlich lebhaft?“
Thorolf hatte jetzt begonnen, Betty mit dem Leder zu berühren, wie er das auch bei Henrike machte. Nur jetzt war er nicht so gründlich wie bei ihr.
„Du kannst anfangen, wenn du magst“, sagte nun Moritz, stand auf und ging zu ihm hinüber. Das angefangene Thema von der Entführung hatte er nun erfolgreich beendet.
Nach fünf schnellen Schlägen fuhr der Blonde mit den Händen über die geröteten Stellen auf der Haut seiner Sklavin.
„Das sieht doch ganz interessant aus und hinterlässt schön großflächige Rötungen. Das gefällt mir und die Haut wird schön heiß, obwohl es bisher nur wenige Schläge waren“, sagte er und ließ seinen Freund dann weiter machen. Nach zehn Schlägen ächzte sie, dabei standen ihr die schlimmsten Hiebe erst noch bevor. Henrike wusste wie sich das anfühlte, aber der Anblick der anderen Frau erregte sie, wie sie sich eingestehen musste.
Langsam stand sie auf und stellte sich so vor Betty, dass sie ihr ins Gesicht sehen konnte. Trotz der Schmerzen war diese fast high und ihr Geschlecht glänzte feucht als Henrike hinsah.
Ohne darüber nachzudenken, griff Henrike nach ihren Brüsten und mit dem nächsten Schlag zupfte sie an ihren Brustwarzen, woraufhin die Blondine stöhnte. Nicht nur, weil der Hieb heftig war, sondern auch voller Lust. Da keiner der Männer etwas dagegen sagte, rieb, knetete und zupfte Henrike weiterhin an den Brüsten der anderen und war selbst überrascht, wie sehr sie selbst davon erregt wurde.
Den letzten Schlag führte der Dunkelhaarige von unten zwischen die Beine der Frau und Henrike sah überrascht, dass Betty davon einen heftigen Höhepunkt bekam, der sie schrill aufschreien ließ. Sie hätte nicht gedacht, dass das möglich war und ihr fielen die Worte des Blonden wieder ein, der erwähnte, nicht jede Frau tat sich so schwer wie sie. Aber alleine durch Schläge …
Dann war es vorbei und Moritz rammte seine eingehüllte Erektion in die Feuchtigkeit seiner Sklavin, die diesmal aus purer Wollust aufschrie und sofort noch einmal kam.
Starke Arme schlangen sich von hinten um Henrike herum und eine Hand verschwand zwischen ihren Beinen, wo sie sehr zielgerichtet die Feuchtigkeit verteilte und nach der geschwollenen Klitoris tastete.
„Es macht dich geil zuzuschauen“, flüsterte ihr der Mann zu und bewegte seinen Finger noch schneller auf ihrer Lustperle.
Im gleichen Moment, wo Betty erneut kam, wurde auch Henrike von einem Höhepunkt überspült, was sie nicht für möglich gehalten hätte. Die kundigen Finger hielten sehr lange ihren Orgasmus aufrecht bis ihre Knie wieder nachgaben.
„Danke“, keuchten beide Frauen gleichzeitig.
Jetzt durften sie sich beide ausruhen und die Eifersucht aufeinander war plötzlich verschwunden und hatte einem stillen Einvernehmen Platz gemacht.
„Bleibt ihr über Nacht hier?“, wollte der Hausherr wissen. „Dann könnt ihr das Gästezimmer haben.“
„Gerne“, antwortete Moritz für sich und seine Begleiterin.
„Wo schlafe ich?“, wollte Henrike leise wissen, denn das Gästezimmer hatte sie ja bisher bewohnt.
„Du hast dir deinen Aufenthalt in meinem Bett redlich verdient. Das ist ab jetzt dein Platz.“
Sie lächelte ihn stolz an und Betty sah ein wenig neidisch aus.
„Erklärt ihr mir das mit der Entführung bitte?“, konnte sie ihre Neugierde nicht zügeln.
„Mo und ich sind seit Jahren befreundet und verkehren in der gleichen Clubszene. Die ganze Entführung war nur vorgetäuscht, was allerdings etwas besser gelungen ist, als wir das ursprünglich geplant hatten. Das tut mir wirklich leid.“
„Aber warum? Woher wusstest du …?“, versuchte sie ihre wirren Gedanken auszusprechen, fand aber nicht die richtigen Worte dafür.
Thorolf brachte sie in sein Schlafzimmer, wo sie sich neugierig umsah, und hieß sie, sich auf das Bett zu setzen, das deutlich größer als das andere war, aber ebenso viele Möglichkeiten besaß, sie zu fesseln.
Nun starrte sie auf ein verhülltes Möbelstück und er zog die Decke davon herunter. Wie magisch angezogen stand sie auf und ging darauf zu. Ihre Finger fuhren die Kante des antiken Waschtischs mit dem verschnörkelten Spiegelaufsatz und der Marmorplatte entlang und blieben dann hinten an einer Einkerbung stehen.
„Das war die Kommode meiner Großeltern. Ich musste sie verkaufen, weil ich in einem finanziellen und räumlichen Engpass war. Woher hast du sie?“, sprudelte sie hervor und sah ihm ins Gesicht.
An der Hand zog er sie wieder auf das Bett und hielt sie fest.
„Ich bin Antiquitätenhändler und habe sie gekauft, weil sie mir gefiel“, erklärte er.
„Aber ich verstehe trotzdem nicht, woher du weißt, dass sie mir gehörte.“
Unter der Decke zog er ein völlig zerknittertes dickeres Heft hervor, das vollgeschrieben war, schlug es auf und begann zu lesen: „Lusttagebuch. Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben einen so erotischen Traum gehabt, wie in der letzten Nacht. Alleine von den Traumbildern hatte ich einen Orgasmus, was mir nie zuvor passiert ist, wo ich mich doch damit so schwer tue. Also habe ich beschlossen, dieses Tagebuch anzufangen und hinein zu schreiben, was ich mir wünsche und erträume. Erst dieser Traum hat mir klar gemacht, was ich wahrscheinlich brauche, zumindest in der Theorie, denn die Praxis würde mich zu sehr erschrecken. Im Traum war ich gefesselt und ein Mann schlich um mich herum. Er berührte mich, er schlug mich und er fickte mich. Ich schreibe dieses Wort nicht gerne, aber genau das war es, was er tat. Mit einfachem Sex oder Liebemachen hatte das nichts zu tun. Es tat mir unendlich gut, nichts tun zu können und mich fallen lassen zu müssen. Keine Verantwortung für meine Lust tragen zu müssen. Ich konnte loslassen, was mir im Wachen nie gelingt, so traurig das auch ist. Dennoch fühlte ich mich im Traum wohl bei dem Mann. Ich bin in der realen Welt so alleine, seitdem meine Großeltern gestorben sind. Ich habe keine Familie und Freundschaften auch nicht. Auf der Suche nach irgendetwas, das ich nicht benennen kann, nehme ich eine Arbeit nach der anderen an, nur um einen Grund zu haben weg zu ziehen. Niemals bleibe ich lange und fühle mich immer schlechter dabei. Gibt es für mich nicht auch einen Mann, einen, der mir zeigt, wo der Hammer hängt, der sich nicht von meiner frechen Art aus der Ruhe bringen lässt? Sie halten mich immer für kalt und frech, temperamentvoll und anstrengend. Niemand will hinter die Fassade sehen und ich weiß nicht, wie ich sie fallen lassen soll. Ich habe mich mit den Bestandteilen meines Traumes auseinander gesetzt und festgestellt, dass mich das Thema erregt und ich dennoch zu feige bin, in die Richtung etwas zu suchen, obwohl ich schon die Adresse von entsprechenden Clubs rausgesucht habe. Ich will gefesselt werden, geschlagen und gefickt bis mir Hören und Sehen vergeht. Ich will aber auch verwöhnt werden und nie mehr einsam sein. Ich will lernen, einem Mann zu vertrauen bis ich mich fallen lassen kann. Warum findet er mich nicht, nimmt mich und …“
An dieser Stelle hörte er auf zu lesen und Henrike starrte ihn an.
„Das habe ich geschrieben. Es ist mein Tagebuch, das ich schon lange verloren und vergessen habe. Woher hast du es?“
„Als ich die Kommode auseinander genommen habe, lag ganz hinten, halb unter der untersten Schublade begraben dieses Heft und als ich hinein gesehen habe, hatte ich das Gefühl du redest mit mir. Also habe ich mich daran gemacht und herausgefunden, wie du heißt und wo ich dich finde. Es hat ziemlich gedauert, weil du wieder umgezogen warst, aber schließlich sah ich dich in der Nähe dieser Eisdiele und auch wie du dich gestritten hast und der junge Mann schließlich die Flucht ergriff. In diesem Tagebuch steht eine Fantasie von einer Entführung und ich habe sie wahr gemacht, wie viele andere deiner Ideen auch. Eigentlich hätte ich erwartet, du bemerkst das ziemlich schnell, aber du warst so in deinen Selbstzweifeln verfangen, dass du dem gegenüber blind warst. Allerdings war die Entführung auch realistischer als sie sein sollte und alleine dafür möchte ich mich entschuldigen, aber nicht für den Rest. Ich habe mich in die Worte einer devoten Frau verliebt, in deine, und als ich dich erlebt habe, war es um mich geschehen. Selbst Moritz, den ich schon so lange kenne, hat es gemerkt.“
„Was war in dem Wasser, das du mir im Auto gegeben hast und wer hat es gefahren?“
Moritz hat uns hier her gebracht und in dem Wasser war nur Wasser. Es war nur ein Placebo, damit du mir nicht ins Auto kotzt“, lachte er.
Ein paar Tränen des Glücks liefen über Henrikes Wangen und sie sagte das, was er bestimmt richtig verstehen würde und nicht durch tausend Worte zu erklären war: „Danke Master!“ Ihre Augen leuchteten wie nie zuvor und sie strahlte von innen heraus wie es nur jemand konnte, der liebte. Er hatte sich sogar strafbar gemacht, um ihre Fantasie, die sie ausführlich beschrieben hatte, wahr zu machen. Gut, zu dem Zeitpunkt hatte sie ihn noch nicht gekannt, aber er war alles, was sie sich je erträumt hatte – und noch sehr viel mehr.
Nun wusste er, dass sie ebenfalls glücklich war und verwandelte sich wieder in ihren Dom. „Du schuldest mir noch einen Orgasmus!“, sagte er im Kommandoton und sie nahm sofort wieder Haltung an. „Ja, Thorolf.“
Zusammen gingen sie hinaus, um noch miteinander zu spielen.
Autorin Vertriebene