Kapitel I
“Freemond!”, rief mein Vater, als wisse er die Antwort auf die Millionenfrage und schlug mit der flaschen Hand auf den Tisch, dass das gute Rüdesheimer Kaffeegeschirr klimperte. “Lisa Freemond! So hieß sie.” Und gleich schmetterte er mit seiner unter der Dusche geschulten Tenorstimme hinter her: “Lisaaa la la la la”. Mehr als den Namen kannte er vom Text des Schlusssongs aus Alfred Hitchcocks Film “Fenster zum Hof” auch nicht.
Mein Vater war ein leidenschaftlicher Hitchcock-Fan und als ich meine Kommilitonin Lisa vorstellte, fiel ihm natürlich sofort ein, dass das der Rollenname von Grace Kelly in “Fenster zum Hof” gewesen war, doch der Nachname wollte ihm nicht einfallen, obwohl er ihm auf der Zunge lag und so hatte er den ganzen Nachmittag danach gegrübelt.
Meiner Mutter war dazu nichts Besseres eingefallen als die Situation mit dem für eine Soziologiestudentin sicher hochinteressanten Thema zu überspielen: “Ja, das hätte die gute Gracia Patrizia sicher gerne noch mit erlebt, wie ihr Sohn heiratet. Damit hat er sich aber auch Zeit gelassen der gute Fürst Albert von Monaco.”
Und ich hatte mich gefühlt wie vor knapp zehn Jahren, als ich das erste Mal ein anderes Mädchen mit nach Hause gebracht hatte. Meine Eltern hatten sich genauso peinlich verhalten wie heute. Mit zwölf nahm man solche Dinge aber wohl noch schwerer. Ich weiß, dass ich mich Tage lang nicht traute, meiner Angebeteten unter die Augen zu treten. Heute, mit einundzwanzig, ließ es mich zwar nicht ungerührt, aber ich konnte schon viel besser damit umgehen - wie der Soziologe so sagt. - Und auch Lisa nahm es mit einem Schmunzeln, dass sie höflich zu unterdrücken versuchte.
“Ich muss dann auch wieder”, eröffnete sie. “Einen kleinen Blick kann ich ja vielleicht doch noch in meine Bücher werfen.”
“Siehst du, Linus”, sagte meine Mutter, während sie die Kuchengabeln klimpernd auf den Tellerturm legte, “an Lisa solltest du dir mal ein Beispiel nehmen.”
“Ja, Mama.”
Ich wandte mich von meiner Mutter ab und kommentierte diese Aussage mit einer genervten Grimasse. Lisa grinste mich schadenfroh an und ihre blauen Augen funkelten dabei wie das Meer im gleißenden Sonnenschein.
“Sind Sie mit dem Wagen da?”, fragte meine Mutter plötzlich. Sie schaute aus dem Fenster und stellte fest, dass die Sonne schon untergegangen war.
“Nein”, antwortete Lisa, “ich nehme den Bus.”
“Am Ostersonntag? Fährt da überhaupt noch einer?”
Mein Vater zuckte mit den Schultern und machte eine Unschuldsmine. Ihn, als Autofahrer, dürfe man nicht nach öffentlichen Verkehrsmitteln fragen. Es bedurfte diesem eigentlümlichen seitlichen Nicken, dass meine Mutter immer machte, wenn mein Vater eine Andeutung nicht verstand. Das Seitwärtsnicken verfehlte auch diesmal seine Wirkung nicht.
Für eine Sekunde schreckte er zusammen, dann aber hatte er sich im Griff und seine Hand glitt in seine Hosentasche und zog den Autoschlüssel heraus.
“Na, dann sei doch mal Kavalier und fahr die Dame nach Hause.”
“Ach, das tut nich nötig”, wiegelte Lisa ab.
“Papperlapapp. Also, als ich in Eurem Alter war ...”
Ich griff hastig nach dem Autoschlüssel, stand auf und zog Lisa mit. Geschichten aus der “guten alten Zeit” wollte ich ihr und mir ersparen.
“Ich hol eben schnell meine Jacke und ziehe Schuhe an”, entschuldigte ich mich, ließ Lisa in der Waschküche, von der aus der Hinterausgang in die Garage führt, stehen und eilte den Flur entlang.
Als Mama mich hörte trat sie einige Schritte vom Geschirrspülerzurück, damit ich sie durch die Küchentür sah.
“Das ist ja wirklich mal eine ganz Nette”, flüsterte sie und zwinkerte mir voller Stolz zu. “Und noch dazu so eine Hübsche.”
“Ja, mein Lieber”, gröhlte mein Vater. Er war mit dem Milchkännchen und der Zuckerdose ebenfalls auf dem Weg in die Küche und hatte Mamas Bemerkungen mitangehört, sich aber leider absolut keine Gedanken gemacht, warum sie so leise Sprach. “So eine dürftest du mir wohl als Schwiegertochter nach Hause bringen.”
Ich beschleunigte meine Schritte und beneidete Lisa ein wenig. Nicht in seiner Heimatstadt zu studieren, konnte auch seine Vorteile haben. Sie musste nicht mehr bei Mama und Papa wohnen, sondern lebte in einer lustigen Weiber-WG, wie sie es selber nannte.
Als ich die Treppe wieder herunter getrippelt kam, empfing mich meine Mutter im Flur mit ernster Mine.
“Du hast beim Essen doch nichts getrunken?”
Jünger wurden meine Eltern auch nicht, dachte ich und antwortete: “Nein, zum Essen habe ich Cola getrunken. Du hast dich noch darüber aufgeregt, wie man zu Lamm an einem Festtag soetwas trinken könne. Ich hatte nur das Glas Sekt ganz zu Anfang und das ist nun schon gute acht Stunden her.”
Sie atmete erleichtert auf.
“Kann übrigens ein bisschen später werden”, flüsterte ich ihr noch zu.
Ihre Mine schwankte zwischen Stolz und der Pikiertheit, dass man so etwas zu ihrer Zeit nicht hätte tun dürfen.
Lisa lachte mir in der Waschküche, wo ich in meine Schuhe schlüpfte, entgegen: “Werden die Einladungen zur Hochzeit schon verschickt?”
Ich verdrehte genervt die Augen, öffnete ihr die Hintertür, entriegelte die Türen des Mercedes, schob das Garagentor hoch und beeilte mich, vom Hof zu fahren. Die Peinlichkeiten in die meine Eltern mich stießen, nahmen nun doch eine unerträgliche Dichte an und jeden Meter, den ich zwischen Lisa und mir und mein Elternhaus legte, wuchs meine Erleichterung den Nachmittag überstanden zu haben.
Ich hatte in letzter Zeit häufiger etwas mit Lisa unternommen und gerade meine Mutter wünschte sich so sehr, dass ich mal wieder “ein Mädchen mit nach Hause brachte”. Da war es natürlich ziemlich trottelig von mir, ausgerechnet ihr zu erzählen, dass Lisas Eltern über Ostern auf die Kanaren flogen. Lisa fand das okay und war eigentlich froh gewesen, diese Ostern mal nicht einen auf Familie machen zu müssen.
“An Ostern ganz alleine?”, hatte meine Mutter jedoch sofort mit allem mütterlichen Bedauern geseufzt und gleich hinzugefügt: “Lad sie doch hier her ein. Wenn Rolf und Annegret (das waren mein Onkel und meine Tante) mit den Kindern kommen, macht eine Person mehr nun wirklich nichts aus.”
Ich hatte noch versucht Lisa ihr familienfreies Osterwochenende zu retten, aber meine Mutter hatte keinen Einwandgelten lassen. So hatte ich sie eingeladen und war gleichermaßen erfreut wie entsetzt, als sie die Einladung annahm.
Erfreut, weil ich wirklich ein Auge auf sie geworfen hatte. Lisa war eine Frohnatur mit ausgeprägtem Helfersyndrom. Sie konnte jeder Situation etwas positives abgewinnen und schien, wie ein Korken im Wasser, durch nichts unterzukriegen zu sein. Das mochte ich. Zu dem besaß sie die Energie, jedem der ein Problem hatte, helfen zu wollen. Dabei war sie jedoch nicht irgendwie aufdringlich. Sie hatte einfach meistens praktische und oder sehr kreative Lösungen und machte sich nicht im geringsten etwas daraus, wenn ihr Hilfsangebot einmal abgelehnt wurde. Sie konnte jedem helfen, musste aber nicht. Das liebte ich. Da war ihre attraktive Erscheinung fast nur Nebensache, aber es wäre gelogen, wenn ich behauptete, diese zöge mich nicht an.
Lisa war nur zwei, drei Zentimeter kleiner als ich, wobei ich mit meinen einsneunundsiebzig nicht unbedingt zu den Riesen gehöre, und hatte eine schlanke, sportliche Figur. Ihre langen blonden Haare trug sie am liebsten als Pferdeschwanz, was immer etwas mädchenhaftes hatte. Ihre Brüste saßen relativ hoch an ihrem Körper. Als sie einmal einen Pushup-BH getragen hatte, weil sie bei einer Freundin übernachtet und ihren vergessen hatte, sah es aus, als würden ihr die Brüste gleich unter das Kinn stoßen. Auch ihre Freundinnen hatten sich in der Mensa darüber lustig gemacht. Sie hatte ihn dann im vollbesetzten Speisesaal durch ihr T-Shirt hindurch geöffnet und am Ende durch eine Ärmelöffnung herausgezogen. Ihre Brustwarzen hatten sich gleich im Stoff abgezeichnet. Ich hatte mich damals gefragt, ob das wegen der Kälte kam, oder ob es sie erregt hatte, sich vor so vielen Leuten auszuziehen. - Mich hatte es erregt.
Entsetzt, dass Lisa die Einladung meiner Mutter zum Osteressen angenommen hatte, war ich, weil ich die peinliche Vorstellung meiner Eltern vorausgeahnt hatte. Zudem waren die Kinder meines Onkels mit elf, neun und sechs deutlich jünger als wir, doch es war mir klar, dass sie den ganzen Nachmittag an Lisa und mir kleben würden. Für einen ungestörten Spaziergang oder ein paar ruhige Momente in meinem Zimmer gab es also leider keine Zeit. Wir hatten Mensch ärger dich nicht, Uno und andere Spiele spielen müssen. Ihr hatte das aber offenbar nichts ausgemacht.
“Du hast nette Eltern”, sagte sie nach einiger Zeit.
“Ja, aber voll peinlich”, antwortete ich.
Sie lachte zustimmend, widersprach aber höflich: “Ach, Quatsch. Meine Eltern wären da nicht anders, vor allem das mit dem Schwiegermuttertraum.”
Sie musterte mich einen Moment von oben bis unten und fügte hinzu: “Na ja, der bist du ja auch.”
Der Satz tat weh. Nach den gemeinsamen Unternehmungen und der Annahme der Ostereinladung hatte ich gedacht bei Lisa auf einem guten Weg zu sein. Der Titel “Schwiegermuttertraum” fühlte sich wie ein vor den Kopf geknalltes Stoppschild an.
Ich schwieg die restliche Fahrt und überlegte mir schon einmal Antworten für meine Mutter, warum ich doch so schnell zurückgekommen war.
Ich stoppte den Wagen vor der Tür des vierstöckigen, roten Backsteinhauses und wir verabschiedeten uns und es legte sich einen Moment eine reservierte Kühle zwischen uns. Ich wollte gerade wieder abfahren, als Lisa noch einmal an die Seitenscheibe klopfte. Ich ließ sie mit dem elektischen Fensterheber herunter.
“Ähm, magst du noch mit hoch kommen?”
Sie klang irgendwie komisch, nicht wirklich schüchtern, aber auch nicht wirklich selbstsicher.
Trotzdem machte mein Herz erstmal einen Sprung. Ich stellte den Motor ab und stieg aus. Dann bemerkte ich ihren besorgten Blick nach oben. Ihre Wohnung lag zur Straße hin und hinter einem der Fenster brannte Licht und gespenstische Schatten tanzten herum.
“Eigentlich sind außer mir alle weg”, erklärte Lisa und ergriff ängstlich meine Hand.
Mir wurde auch mulmig, aber die Rolle des Beschützers konnte ich natürlich nicht ablehnen. So ging ich die Treppe vor ihr hinauf, wie ein Ritter, der auszog seine Würdigkeit für die Hand der Prinzessin im Kampf gegen einen Drachen zu beweisen.
Die Tür war nicht aufgebrochen. Sie gab mir den Wohnungsschlüssel und ich schloss, bemüht, dass leichte Zittern meiner Hände zu verbergen, auf, stieß die Tür auf und rief: “Hallo?”
Aus einem der Zimmer kam Rica, eine von Lisas Mitbewohnerinnen und schaute mich verduzt an.
“Hallo... sie überlegte einen Moment, bevor sie sich an meinen Namen erinnerte, “... Linus.”
“Boah, hi Rica”, seufzte Lisa erleichtert. “Ich dachte, du bist bei deiner Mutter?”
“Da bin ich geflüchtet. Meine Mutter hatte nämlich die glorreiche Idee meinen Vater einzuladen. Der ist natürlich mit seiner Ische bei uns aufgeschlagen. Also gab’s statt Friede, Freude, Eierkuchen, großes Trara und da bin ich weg. Hab keine Lust mir das Geheule meiner Mutter anzuhören, wie er nur konnte, denn das hätte ich ihr vorher sagen können. - Aber ihr kommt gerade recht. Ich hab ein paar Kleider fertig und zwei müssten noch abgesteckt werden. Das geht alleine einfach nicht.”
Mit diesen Worten zog sie uns in die Wohnung, schloss die Tür, schob uns in Lisas Zimmer und verschwand kurz in ihrem.
Lisa verdrehte die Augen und erklärte mir auf meinen fragenden Blick hin: “Rica ist mit ihrem Studium fertig und hat zum August einen Job in Dortmund. Und in der Zwischenzeit hat sie sich offenbar in den Kopf gesetzt, zur perfekten Hausfrau zu werden. Sie kocht ununterbrochen für uns und zwar so die richtigen Hausmannsklassiker: Schweinebraten mit Semmelknödel und so. Sie hat angefangen Socken zu stopfen und näht sich ständig Kleider. Ihr Zimmer sieht aus, wie ein Stoffwarenlager auf dem Großmarkt.”
Ich schmunzelte, als Rica auch schon ins Zimmer gesprungen kam. Sie trug ein knielanges, luftiges Sommerkleid, dessen weißer Stoff mit Rosenblüten bedruckt war. Bei dem weißrot und ihrem schwarzen Haar musste ich unwillkürlich an Schneewittchen denken: rot wie Blut, weiß wie Schnee und schwarz wie Ebenholz. Aber es stand ihr wirklich gut und so nickten Lisa und ich wohl wollend.
“Toll geworden”, lobte Lisa.
“Total”, stimmte ich zu.
Sie sprang wieder aus dem Zimmer und kehrte wenige Minuten später mit dem nächsten Kleid zurück.
Ein fließender Traum in schimmerndem Königsblau. Als Schneiderlaie würde ich sagen, der Stoff war Satin. Die Ärmel waren dreiviertel lang und auf dem Rücken war es gewagt tief ausgeschnitten.
Ich pfiff anerkennend.
Sie rannte wieder raus, kam aber unmittelbar mit einem Armvoll Kleidern zurück.
“Das Hin- und Hergerenne wird mir jetzt zu blöd. Bei anderen Kerlen weiß man ja nie, die verlieren schnell den Respekt oder meinen die Situation ausnutzen zu können, aber du bist so ein richtig netter, oder Linus? Da weiß eine Frau gleich, dass sie sich nicht zu fürchten braucht.”
Mit diesen Worten streifte sie das Kleid ab und stand eine Sekunde späte nur in einem roten Slip vor uns. Ich konnte den Anblick ihrer nackten Brüste aber kaum genießen, denn schon wieder hatte ich so ein Todesurteil über mich hören müssen.
Ich war also ein Netter, bei dem Frauen nichts zu fürchten hatten. - Das nagte wirklich an meinem Selbstwertgefühl. Ein Supermacho wollte ich natürlich nicht gerade sein, aber als solches Lämmchen und Schwiegermuttertraum wahrgenommen zu werden, das tat schon weh.
Die Modenschau dauerte seine Zeit, Lisa steckte die beiden unfertigen Kleider ab und wir quatschten dann noch über dies und das, aber mir war klar geworden, dass bei Lisa - besonders an diesem Abend - nicht mehr viel zu holen war. Also erhob ich mich und erklärte, dass ich zurück müsse.
Ich weiß nicht, ob ich beim Weg zur Treppe arg wie ein geprügelter Hund wirkte, doch als ich die Klinke in der Hand hatte, spürte ich ihre Hand auf meiner Schulter.
“Hey, Schwiegermuttertraum.”
Sie flüsterte mit einer zärtlichen Vertrautheit, die mir zusammen mit ihrer Hand, die von der Schulter, während ich mich drehte, in meinen Nacken glitt, einen wohligen Schauer über den Rücken jagte.
Ihr ganzer Körper berührte mich, ihr Gesicht war so dicht vor mir, dass ich die Wärme ihrer Haut spüren und ihren Atem hören konnte. Ihr Blick sprangen zwischen meinen Augen und meinem Mund hin und her. Ich wurde von der gleichen Mischung aus Unsicherheit und Verlangen befallen, mit der sie offenbar gerade kämpfte. Dann bewegten sich unsere Lippen aufeinander zu. Ich spürte ihre auf meinen, ganz sanft.
“Ja, bye dann, Linus, und noch mal danke für deinen männlichen Rat”, platzte Rica dazwischen. Der Blick auf uns wurde ihr von dem Berg aus Kleidern versperrt, den sie vor sich trug.
Ihr Ruf ließ uns auseinander schrecken, als seien wir zwei Teenager, die von den Eltern überrascht wurden. Der perfekte Moment verflog. Wir lächelten uns an. Keiner brachte den Mut auf, einen erneuten Versuch zu starten. Doch ihr Blick sagte mir: Beim nächsten Mal.
Ich schwebte auf Wolke sieben nach Hause und wünschte, nein, sehnte die Vorlesungen des Sommersemesters herbei, damit wir - vielleicht in einer Mittagspause im Botanischen Garten - dort weiter machen konnten, wo wir von Rica unterbrochen wurden.
*
Unsere nächste gemeinsame Vorlesung war in Soziologie, die bis um dreizehn Uhr lief. Danach fuhren wir in eine kleine Mensa, die durch ihr reichhaltiges Angebot bestach und in der es ohne Zweifel das beste Uniessen in ganz Münster gab. In der Schlange vor der Kasse begrüßte Lisa jemanden.
“Hi, Kyra.”
“Ach, hi. Wo kommt ihr zwei denn her?”
“Soziologie des Kriminalromans”, berichtete Lisa. “Ich dachte, das wolltest du auch machen?”
Kyra verzog das Gesicht in Mitleid über sich selbst.
“Ja, würde ich auch gerne, aber ich bin doch durch Statistik gefallen. Und dieses Semester ist Statistik leider zur selben Zeit wie der Kriminalroman.”
“Warum hast du denn nicht den Nachschreibtermin in Anspruch genommen?”, wollte Lisa wissen.
Wir hatten inzwischen alle bezahlt und suchten uns einen gemeinsamen Platz. Ich ging einen Schritt hinter den beiden und schmunzelte über die Unterschiedlichkeit der beiden.
Kyra war der komplette Gegenentwurf zu Lisa. Während Lisa die Lebenslust pur verkörperte, kam Kyra aus der Gothicszene. Ihre Frisur, ein Pagenschnitt, erstrahlten in diesem Semester in violett. Sie war so zwischen einsfünfundsechzig und einssiebzig groß, schätzte ich und trug meistens schwarz oder wenigstens Farben die mit “dunkel” begannen. Ihre Haut, die mich zugegebenermaßen faszinierte, hatte echte Vampirblässe, fast etwas wie Porzellan. Sie hatte auch den zierlichen Körper einer solchen Puppe. Auf ihrem Rücken stachen unter dem breiten Gürtel, mit dem sie einen Rock im Fetzenlook, der links länger als rechts war, um ihre Taille gürtete, die Spitzen eines Tattoos hervor. Ihr knappes Top schimmerte Blutrot, und zwar dieses dunkle Blut aus den Venen, und lag hauteng an. Ihre Brüste waren nicht groß, daß hätte wohl aber auch nicht zu ihr gepasst, doch sie waren wunderschön geformt... zumindest das, was die Wölbung des Stoffes versprach. Über Dem Top trug sie eine transparente Bluse aus einem nichts von Stoff, dass ein Spinnennetzmuster erkennen ließ und um ihren Hals trug sie ein richtiges ledernes Hundehalsband, an dem sogar eine Marke mit einer Nummer hing.
“Ach, nachschreiben”, stöhnte Kyra, während wir uns setzten. “Ich hab den Quark mit Varianz und Signifikanz und den ganzen Formelkram einfach nicht kapiert.”
Sie stocherte frustriert in ihrem Käseüberbackenen Brokkoli herum. “Und es fragt sich, ob ich es diesmal kapiere.”
“Hm.”
Lisa saugte rechts ihre Wange zwischen ihre Zähne und kaute darauf herum, wie sie es immer tat, wenn sie überlegte.
Na klar, dachte ich, Lisas Helferinstinkt war gefordert und so verkündete sie nach einiger Zeit: “Du brauchst Nachhilfe.”
“Nachhilfe?”, wiederholte Kyra spöttisch. “Etwa bei einem der Hiwis vom Prof? Ne, keinen Bock und erst recht keine Kohle für sowas.”
“Ach, es gibt ja auch noch nette und weit weniger geldgierige Menschen auf der Welt.”
Sie grinste wissend und schob sich ein Stück Lasagne in den Mund, kaute es gründliche und als sie wieder sprechen konnte fragte sie, als wechsle sie das Thema: “Was hattest du eigentlich letztes Semester in Statistik, Linus?”
Meine Gabel stoppte auf dem Weg zu meinem Mund.
Kyras Augen weiteten sich voller Begeisterung.
“Stimmt”, erinnerte sie sich. “Du warst doch voll der Crack.”
Ich schaute zu Lisa und wusste in diesem Moment wie sich ein König im Schachmatt fühlt. Vor wenigen Tagen wurde sich noch über mich, den netten Schwiegermuttertraum, lustig gemacht und nun wurde genau dieser von mir erwartet. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nicht mehr so nett zu sein, sondern ein klein bisschen mehr Macho raushängen zu lassen. Doch als ich in ihre blauen Augen sah, die mich so liebevoll ansahen, wusste ich, dass ich diesen Plan vergessen konnte. Geld von Kyra fordern oder sonst eine Gegenleistung, nein, das ging nicht. In diesem Moment wollte Lisa sich in den Schwiegermuttertraum verlieben - so hoffte ich zumindest.
“Tja, ähm, klar”, stimmte ich zu. “Wenn du willst erklär ich dir das noch mal.”
Kyra schaute etwas beschämt zu Boden.
“Mit einer Erklärung ist da nichts getan, fürchte ich”, räumte sie ein. “Ich bin echt eine MVV.”
“MVV”, hakte zum Glück Lisa nach.
“Mathe-Vollversagerin.”
Wir lachten und sie fuhr fort: “Also, das muss schon so wirklich nachhilfemäßig laufen, so mit einmal die Woche. Rechne mal ein halbes Semester bis ich es kapiert habe und die zweite Hälfte bis ich es auch einigermaßen anwenden kann.”
Auf die Freizeitbeschäftigung von Statistiknachhilfe war ich wirklich nicht scharf. Es stimmte zwar, dass ich die Klausur mit eins bestanden und mir die Sache leicht fiel. Das bedeutete aber nicht, dass es mir gefiel.
Ich überlegte, wie ich dies dezent einflechten konnte. Doch Lisa preschte schon wieder vor: “Na, siehst du. Und mit Linus Unterstützung kannst du das Seminar auch gleich sausen lassen. Du gehst zum Brenner (so hieß der Statistikprof.) und fragst, ob du am Ende des Semesters die Klausur mitschreiben kannst ohne Anwesenheit, weil du ja den Kurs letztes Mal schon mitgemacht hast. Der steht doch voll auf dich und mit dem richtigen Augenaufschlag erlaubt der das bestimmt und schon kannst du beim Kriminalroman mitmachen. Die Referatsgruppen sind so groß, da merkt keiner, wenn du in der zweiten Woche noch dazu kommst. Gibt ja immer ein paar Nachzügler. Und wir nehmen dich gerne in unsere Gruppe auf.”
“Das wäre ja total super.”
Kyra strahlte, was zwar nicht so richtig zu ihrem Darkside-Image passte, doch ihr Lächeln war ansteckend und ich freute mich, ihr mit meiner Hilfe eine Freude zu machen. Ganz so schlecht war es also doch nicht, ein Netter zu sein. Auch Lisa schaute mich mit einem stolzen Blick an. Da gab es vielleicht noch mehr Pluspunkte einzufahren, dachte ich mir und fragte Kyra gleich: “Wann wollen wir uns denn das erste Mal Treffen?”
“Moment.”
Kyra ließ ihr Essen links liegen und kramte aus ihrer mit schwarzem Kunstfell überzogenen Tasche ein altmodisches Filofax, dass zwischen den eingehefteten Seiten noch eine Unzahl loser Blätter der unterschiedlichsten Art beherbergte und so völlig überfüllt zu sein schein. Doch in all dem Chaos fand sie die Seite mit der laufenden Woche auf Anhieb. Die Zeilen waren gut ausgefüllt. Sie fuhr mit dem Ende eines altmodischen Füllfederhalters, den man, das wusste ich noch aus der gemeinsamen Statistikvorlesung letztes Semester, an einem Tintenfass aufziehen musste, die einzelnen Eintragungen herunter und murmelte dabei vor sich her.
“Samstag”, sagte sie schließlich, “so ab halb acht.”
Das ging natürlich gar nicht, denn Samstag hatte ich mich mit Lisa zum Kino verabredet und ich hoffte sehr, dass sich an dem Abend eine Gelegenheit ergeben würde, dort weiter zu machen, wo wir Ostersonntag in ihrer WG unterbrochen wurden.
“Also, Samstag...”, begann ich, kam jedoch nicht weiter, denn Lisa fiel mir ins Wort: “Ach, das macht doch nichts. Den Film können wir ja auch ein anderes Mal gucken. Am Startwochenende ist es eh immer so brechend voll.”
Ich hielt für einen Moment den Atem an und entließ die Luft wenig später ohne sie für ein weiteres Wort zu nutzen.
Das war das wahre Schicksal der Netten. Der Macho hätte Kyra sofort eine Abfuhr erteilt, um Lisa zu zeigen, wie wichtig ihm der gemeinsame Abend war. Kyra hätte er wahrscheinlich noch an den Kopf geworfen, ob sie eine Macke hätte, Samstagabend für die Uni lernen zu wollen.
Ich spießte frustriert einen Rosenkohl auf meine Gabel und beschloss, dass diese Aktion meine letzte Nettigkeit gewesen wäre. Tief in mir hoffte ich, Lisa würde von sich aus noch einen Vorschlag machen, wann wir unseren Kinoabend machen konnten. Aber sie widmete sich zufrieden ihrem Essen. Ich konnte davon jetzt nicht mehr anfangen. Das hätte kriecherisch und irgendwie verzweifelt gewirkt. Kyra sofort zu sagen, dass das ein unmöglicher Termin sei, wäre soviel stärker und überzeugender gewesen.
Verloren.
*
Am Samstag brauchte meine Mutter natürlich ihren Wagen selbst und so musste ich mit dem Rad zu Kyra fahren. Es erschien mir wie eine zusätzliche Demütigung erst durch die Duftwolken von Holzkohle und Grillfleisch in unser direkten Nachbarschaft zu radeln, dann an den Straßencafes und zu letzt noch ein Stück an der Kanalpromenade, auf deren Rasenflächen unzählige Studenten einen der ersten wirklich warmen Frühlingsabende bei Lagerfeuer und einer Flasche Bier genossen. Nur ich Trottel hatte es wieder geschaft mich in die glorreiche Situation zu bringen, einer durchgeknallten Gothicbraut, Statistik erklären zu müssen, anstatt mit der Frau seines Herzens ins Kino zu gehen und das mit der Option auf mehr.
Kyras Wohnung rief in mir sofort die Erinnerung an ihre eigentümliche Familiensituation wach, die sie uns einmal erzählt hatte.
Ihre Eltern hatten sich aus klassischem Grund scheiden lassen: Ihr Vater hatte sich eine jüngere Frau gesucht. Trotzdem hatte Kyra sich für ihn entschieden und pflegte so gut wie keinen Kontakt mit ihrer leiblichen Mutter. Ihr Vater blieb sich jedoch treu und suchte sich nach weiteren fünf Ehejahren wieder etwas Jüngeres. Diesmal verstand Kyra sich mit ihrer Stiefmutter jedoch so gut und da sie schon sechzehn war, blieb sie bei ihr. Die Trennung lief wohl auch relativ harmonisch. Ihr Vater zahlte Unterhalt, sie besuchte ihn nicht regelmäßig, aber häufig und fühlte sich bei ihrer - sie bezeichnete ihre Stiefmutter, da sie sie nie adoptiert hatte, auch als Mitbewohnerin und meinte, mit ihr eine WG zu führen - wohl.
Warum sie bei ihr geblieben war, schien zumindest beim Öffnen der Tür mehr als offensichtlich. Die hohe Altbaudecke des scheinbar endlosen Flures war mit einem dunklen Tuch verhängt, das in sanften Bögen dahin floss. Neben der Garderobe, die aus gusseisernen Stäben bestand und mich durch die Runde Form an einen mittelalterlichen Folterkäfig erinnerte, standen zwei große, siebenarmige Kerzenständer, deren drei abgespreizte Füße Tierpfoten nachempfunden waren. Der große mannshohe Spiegel daneben steckte in einem schwulstigen, gold lackierten Rahmen, dessen Schnitzereien gewundene Rosen mit dicken Dornen darstellten. Es gab schwarzweiß Bilder von düsteren Schlössern und Vogelspinnen.
Kyras Stiefmutter war entweder so nachgiebig, Kyra die Einrichtung der Wohnung zu überlassen, oder sie tickte genauso.
Kyra führte mich den Flur entlang, dessen Ende ich durch eine Biegung nicht einsehen konnte.
“Wie weit geht denn das noch?”, fragte ich beeindruckt, als ich ihr in ihr Zimmer folgte. “Das ist ja die reinste Fabriketage.”
Sie lächelte mich mit einem gewissen Stolz über die Schulter an, antwortete aber nicht.
Ihr Zimmer passte genau ins Bild. Auch hier hingen Tücher in schwarz und dunkelrot unter der Decke. Der Schreibtisch war ein wuchtiger Klotz mit gewundenen Beinen und nur einer Schublade, auf dem sich Berge aus Mappen, losen Zetteln und Büchern, die von modernen Paperbackausgaben bis zu alten, Leder gebundenen Schwarten reichten, türmten.
Neben der Arbeitsfläche stand dann auch tatsächlich ein Totenkopf auf dem eine schwarze Kerze thronte, wie vor ihr wohl an die hundert anderen, was unzählige Schichten Wachs, die den künstlichen Schädel herunter liefen, bewiesen. Am anderen Ende des Zimmers, dicht zum Fenster, das von purpurnen Samtvorhängen verdunkelt war, stand ihr Bett. Auf den ersten Blick hätte ich es auf vier mal vier Meter geschätzt. So groß war es sicher nicht, doch normale Schlafzimmermaße hatte es auch nicht. Kopf- und Fußende schmückte jeweils ein kunstvoll gewundenes, die ganze Breite des Bettes einnehmendes Ornament aus schwarzem Schmiedeeisen. Das Bett musste bei dem Gestell sicher eine Tonne wiegen und aus vorsintflutlichen Tagen stammen.
Wir setzten uns an den Schreibtisch und wir sprachen ein paar Aufgaben durch. Die Begrifflichkeiten hatte sie voll drauf, aber mit dem Umgang der Formeln haperte es. Irgendwie schien es, als hätte sie eine Phobie gegen Zahlen. Ich machte diverse Erklärungsansätze und während ich mich fragte, wie Kyra in Mathe eigentlich durchs Abi gekommen war, wurde mir klar, dass diese Nachhilfestunden das Semester ziemlich in die Länge ziehen würden. Darüber hinaus bekam ich Durst, Kyra machte aber zu keiner Zeit Anstalten, mir etwas anzubieten, bis ich schließlich fragte: “Kann ich etwas zu trinken haben.”
“Klar. Die Küche ist die Tür rechts, kurz bevor der Flur den Knick macht. Kannst du gar nicht verfehlen, steht eh meistens offen.”
Ich sollte es mir selber holen?
Ich erwarte, dass du es mir servierst.
Nein, so etwas hab ich noch nie jemanden sagen hören. Entsprechend brachte ich diese Sätze auch nicht über meine Lippen, stand auf und machte mich auf den Weg in die Küche.
“Bringst du mir ein Glas Rotwein mit? Müsste noch ein offener im Kühlschrank stehen.”
Die Tür der Küche stand tatsächlich offen. Die Türen der Schränke leider nicht, also suchte ich einige Zeit bis ich Gläser gefunden hatte. Der Rotwein stand tatsächlich im Kühlschrank. Ich begnügte mich mit einer Flasche Mineralwasser, die ich sicherheitshalber mitnehmen wollte. Als ich mich umdrehen wollte stand eine Frau in der Tür.
“Oh, Entschuldigung”, sagte sie mit einer weichen Altstimme, “ich wollte dich nicht erschrecken.”
“Guten Abend, Frau..., Frau ...”, stammelte ich, denn ich wusste natürlich nicht, ob Kyra denselben Nachnamen hatte, wie ihre Stiefmutter. Darüber hinaus versuchte ich, meine Augen unter Kontrolle zu bekommen, denn der Anblick, der sich mir bot, war atemberaubend.
Sie war ungefähr so groß wie ich, wobei die Absätze ihrer Overkneestiefel ihr dabei halfen. Ihre schwarzen Haare hatte sie zu einem Haarknoten hochgesteckt. Ihre Lippen leuchteten knallrot, genau wie ihr Lack-Minirock. Ihr Oberteil, eine Korsage war wieder schwarz. An jeder anderen Frau hätte ich dieses Outfit wahrscheinlich als nuttig empfunden, doch bei ihr hatte es Klasse; vielleicht weil sie die entsprechende, attraktive Figur hatte mit Kurven, die heißer waren als auf dem Nürburgring; vielleicht war es aber auch nur die subjektive Wahrnehmung des Augenblicks.
Sie musterte mich mit ihren grünen Raubtieraugen sehr aufmerksam und irgendwie schien ich ihr zu gefallen. Das enttäuschte mich, denn es passte so in das Klischee, dass mir aufgedrückt worden war. Auch diese Mutter, wenn auch nur Stiefmutter, betrachtete mich wohlwollend, weil ihre Tochter offenbar einen sehr netten, anständigen Jungen mit nach Hause gebracht hatte.
Ich überlegte, ob ich etwas sagen sollte wie “Na, wie läufts, Baby”, um diesem Bild zu widersprechen. Aber dieser Satz wäre so blöd gewesen, dass eine Frau wie diese sicher nur in schallendes Gelächter ausgebrochen wäre und so etwas wie: “Wie süß!” hinzugefügt hätte und das wäre eine noch größere Demütigung geworden. Also ließ ich es.
“Ich bin Alexandra”, stellte sie sich vor. “Und du musst Linus sein. Lisa hat schon von dir erzählt.”
Ich stutzte einen Moment.
Das Kyra ihren Nachhilfelehrer erwähnte, überraschte mich. Ich kam aber nicht dazu, weiter darüber nachzudenken, denn sie reichte mir die Hand, allerdings so, wie Queen Elisabeth II es tun würde, um ihrem Untertan die Möglichkeit zu geben, ihr die Hand zu küssen und sich zu verbeugen.
Ich hatte keine Ahnung, wie ich darauf reagieren sollte. Ihre Hand einfach mit meiner nehmen, leicht drehen und schütteln. Das ging nicht mehr, denn durch mein Zögern hatte ich gezeigt, dass ich wusste, was sie von mir wollte. Die Begrüßung ausschlagen, oder ihr mit zwei Fingern von meiner Stirn weg einen Gruß zu winkend, wäre unhöflich gewesen. - Sie hatte mich. - Ja, genau das dachte ich in diesem Moment. Ich fühlte mich gefangen, gefangen in der Plicht, genau das zu tun, was sie wollte.
Ich legte meine rechte Hand unter ihre, hob sie sanft an, beugte mich vor und deutete den Handkuss an. Ich spürte ihren stolzen Siegerblick in meinem Nacken. Sie schien gerade noch einmal zwei Meter zu wachsen und ich schrumpfte auf Zwergengröße zusammen. In meinem Bauch brannte es jedoch plötzlich, als hätte ich eine glühende Kohle verschluckt. Einige Zentimeter tiefer wuchs jedoch etwas an mir.
Ich war verwirrt, richtete mich schnell wieder auf und versuchte diese Gedanken und Gefühle abzuschütteln. Ihr Gesicht löste sich auch plötzlich in ein nettes Lächeln auf. Sie ging an mir vorbei, nahm ein Glas aus dem Schrank und goß sich ebenfalls von dem Rotwein ein.
Sie nippte an ihm und meinte dann: “Viel Spaß noch.”
Das bedeutete, ich war entlassen.
Mein Bauch und meine Gedanken rotierten noch verwirrt, als ich zu Kyra zurückkehrte. Sie merkte schnell, dass ich nicht mehr so richtig konzentriert bei der Sache war. Da es ihr ebenso ging, wenn auch aus anderen Gründen, richtete sie sich auf und meinte dann nur: “Puh, mir schwirrt der Kopf vor Zahlen. Machen wir Schluss für heute. Ich muss den Schädel jetzt erst mal wieder klar kriegen. Lust auf ‘nen Fick?”
Kapitel II
Ich hatte ihre Worte wohl verstanden, aber durch die verwirrten Gedanken um ihre Mutter, meinte ich natürlich, ich müsse mich verhört haben.
“Wie bitte?”
“Ich fragte, ob du Lust auf einen wilden Fick hast?”, wiederholte sie, zog sich ihr enges Strechkleid über den Kopf und stand wenige Augenblicke später nur noch in einem knappen, schwarz glänzenden Slip vor mir, dessen winziges Stoffdreieck wirklich nur das Zentrum ihrer Lust verhüllte. Sie setzte sich breitbeinig auf meinen Schoß und rieb genau dieses Dreieck voller Verlangen an mir. Natürlich spürte sie sofort, die aktuelle Lage in meiner Hose und ihre Augen leuchteten.
“Das werte ich mal als Ja.”
Mein Widerstand, wenn man es überhaupt so nennen konnte, dauerte sicher nicht mehr als ein oder zwei Sekunden, doch er erschien mir wie eine Ewigkeit und ich erinnere mich noch an genau vier Phasen:
Die erste war die peinliche Verlegenheit, die mir die plötzliche Nähe ihrer Nacktheit unter die Haut trieb, gepaart mit dem Missverständnis, dass das Rohr in meiner Hose ja nicht ihretwegen, sondern durch ihre Mutter entstanden war, doch dieses Missverständnis konnte ich natürlich unmöglich aufklären.
Die zweite Phase, war der Gedanke, dass ich auch nicht wegen des Missverständnisses Rohr/Mutter nicht mit ihr schlafen sollte, sondern wegen Lisa. Ich war hier, um durch die aufopfernde Hilfe, die ich leistete, Punkte bei Lisa zu sammeln, und nicht, um dieser untreu zu werden.
Doch mit dem Gedanken an Lisa startete Phase drei. Ein heißes und durch ihren Gothicfabel irgendwie auch verruchtes Mädchen wollte Sex mit mir. Passierte so etwas einem Schwiegermuttertraum? Nein. Und nur ein Schwiegermuttertraum hätte voller Achtung vor seiner Angebeteten, sich höflichst für das verlockende Angebot bedankt, wäre ihr aber treu geblieben. - Und ich wollte kein Schwiegermuttertraum sein. Ich wollte - zumindest in diesem Moment - verrucht und schmutzig sein; einer jeden Schwiegermutter Albtraum.
Und als sie auf mir saß und ich das gierige Reiben ihres Schoßes an meinem Zepter spürte, schmolzen all diese Gedanken zu einem unbedeutenden Brei zusammen und ich sah in der vierten Phase nur noch ihren Körper.
Ihre Brüste wölbten sich mir stolz entgegen. Durch die kleinen, himbeerroten Spitzen lief je ein kleiner silberner Ring. Sie war gepierct. Noch ein Schwall kochendes Blut schoss in meinen Penis, während ein kalter Schauer der Begeisterung über meinen Rücken lief.
Ihre Haut war wirklich fast weiß und bot damit einen extremen Kontrast, denn die Spitzen, die ich hin und wieder auf ihrem Rücken entdeckt hatte und die ich für die Spitzen eines Arschgeweihs hielt, gehörten zu einem Tattoo, das ihren gesamten Körper im Hüftbereich umgab. Ein bizarres, rabenschwarzes Flammenmuster schlang sich in virtuosen Bögen und Spitzen von ihrem Rücken über die Hüften bis auf ihren Bauch, wo zwei Spitzen direkt zu ihrem Lustzentrum herunter führten. Ein ähnliches Muster verzierte ihre Oberarme.
Dieser Anblick verschlug mir den Atem.
Ihre Finger fuhren durch die Haare meines Hinterkopfes und im nächsten Moment spürte ich ihre Lippen auf meinen. Bis dahin hatte ich mich eigentlich nicht für einen schlechten Küsser gehalten, aber für mich bestand die Intimität eines Zungenkusses ganz simpel in der Tatsache, dass sich eben die Zungen berührten und sich der gegenseitige Speichel mischte, sonst nichts. In diesem Moment erschloss sich mir zum ersten Mal, warum in Kitschromanen von glühenden Küssen gesprochen wurde.
Kyra öffnete ihren Mund erst nur ganz leicht und schob ihre Zunge auch nur ganz sanft vor. Als ich ihrem Beispiel folgte, saugte sie leicht an meiner Zungenspitze. Es war so zärtlich, so innig. Ein Schmetterlingsschwarm setzte zum Sturzflug durch meinen Bauch an. Und er wurde mit jedem Mal größer je weiter unsere Zungen die Gegenseite erkundeten. Der Stuhl oder der Boden, das ganze Zimmer oder auch die ganze Welt drehte sich wie wild und ich saß im Zentrum des Strudels, der mich in die Tiefe saugte.
Dazu kam das samtene Gefühl ihrer Haut unter meinen Fingern, die begierig ihren Rücken streichelten, und sie rieb bei all dem immer noch ihren Schamhügel an meinem Penis. Ich musste etwas tun, damit das Vergnügen nicht ein all zu frühes Ende fand.
Ich umschlang sie mit den Armen, hielt sie fest und stand auf. Wir taumelten zum Bett, auf das ich uns fallen ließ. Sie griff nach meinem T-Shirt und zerrte es über meinen Kopf. Wir zogen mich aus, wälzten uns hin und her. Als ich auf ihr lag küsste ich ihre Brüste. Sie waren so zart. Der Ring in ihrem Nippel machte mich verrückte. Meine Zunge spielte mit ihm.
“Kondome sind im Kästchen auf dem Bord”, keuchte sie.
Ich krabbelte über sie zum Kopfende des Bettes, wo auf dem besagten Bord ein Samt bezogenes, schatztruhenartiges Kästchen von zirka fünfzehn mal zwanzig mal zehn Zentimetern thronte, dessen s-förmiger Verschluss einen Drachen darstellte. Ich öffnete es und staunte nicht schlecht. Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich ein Kondom oder vielleicht eine Packung neben irgendwelchen Esoteriksteinchen und anderen kleinen Schätzchen aus vergangenen Tagen darin befanden, doch es lagen ausschließlich Kondome darin. Alle Farben, alle Geschmacksrichtungen, genoppt, gerippt. Ich wollte gerade eine Bemerkung machen, als mein Reißverschluss zippte.
Unter mir öffnete Kyra meinen Gürtel und den Knopf. Dann zerrte sie meine Jeans soweit herunter, wie es meine breitbeinige Stellung zuließ. Ihre feingliedrigen Finger griffen beherzt in meine Unterhose und wühlten meinen Kolben samt Sack hervor. Und im nächsten Moment spürte ich ihre Zunge, die meine Eier leckte. Eine Hand legte sich um meinen Schwanz und wichste ihn.
Das fühlte sich unglaublich an, denn dort war noch nie ein Mädchen mit ihrer Zunge gewesen.
Ich war zwar keine Jungefrau mehr, aber keine von Kyras Vorgängerin war soweit gegangen... War ich wirklich so ein Netter gewesen, dass ich nie verlangt hatte, dass ein Mädchen mir einen bläst? Geleckt hatte ich immer fleißig, um die Damen in Fahrt zu bringen, aber andersrum...
In einem anderen Moment hätte mich diese Wahrheit sicher erschlagen wie ein Amboss die Cartoon-Figur. Doch hier und jetzt brauste die Achterbahn meiner Gefühle einfach über sie hinweg.
Kyra machte es wie selbstverständlich und sie machte es gut. Für einen Moment schämte ich mich, denn ich war dort unten nicht rasiert, aber sie schleckte ungeniert durch den Busch.
Ich packte meinen Schwanz in Gummi und kaum war das geschehen, schob sie ihren Mund darüber. Das Sauggefühl machte mich wahnsinnig.
Da ich an diesem Abend nicht mit solch einem Glück gerechnet und mein einarmiges Liebesspiel in den letzten Tagen etwas auf der Strecke geblieben war, stand ich in vollem Saft, der allerdings auch, wie ein Fass Dynamit in einem Meer aus brennenden Kerzen, jeder Zeit zu explodieren drohte. Wirklich gefickt hatten wir ja noch nicht und schon abzuspritzen, bevor es überhaupt losging, wäre mir schon peinlich gewesen. Ich entzog ihr also mit ein bisschen Wehmut meinen Schwanz, streifte meine Hosen ab und machte mich gleich darauf an ihrem Slip zu schaffen, den sie mir bereitwillig überließ.
Sie war natürlich perfekt rasiert und - ich schluckte - es lief schon Feuchtigkeit zwischen ihren Schamlippen hervor. Das hatte ich auch noch nie erlebt. Normalerweise brauchte es immer etwas, bis die Damen mit denen ich das Lager bisher geteilt hatte, soweit waren. Nicht hier. Ich schob ihr meine Finger also mehr aus Neugier und einem Gefühl, dass dieser Punkt jetzt an der Reihe war, sanft zwischen die Schamlippen und erreichte ein Feuchtbiotop, bei dem ich froh war, meinen Freischwimmer zu haben.
Alle Wehmut verflog, denn ich spürte, dass noch ganz andere aufregende Gefühle auf mich warteten.
Da ich ja eh schon geladen war, entschied ich mich, keine weitere Zeit zu verlieren. Ich legte mich auf sie. Sie sträubte sich etwas die Beine breit zu machen. Klar, Mädchen und das Vorspiel; konnte ja nicht lange genug dauern; aber damit wir von der Hauptsache noch etwas hatten, wurde es jetzt Zeit. Ich schob ihr mit sanftem Druck mein Knie zwischen ihre. Sie gab schließlich nach. Ich legte mich zwischen ihre Beine und drang vorsichtig erkundend in sie ein.
Die Zierlichkeit ihrer Person fand in ihrer Vagina eine konsequente Fortsetzung. Trotz aller Feuchtigkeit, die mir entgegenströmte, bot ihre Vagina einen muskulösen, engen Widerstand. Es fühlte sich unglaublich geil an, wie die Härte meines Penis ihre Schamlippen auseinander drückte.
Das erste Eindringen gehört ohnehin zu den intimsten und wundervollsten Momenten beim Sex, die ich immer besonders geniesse.
Plötzlich wand Kyra sich jedoch unter mir. Ihre Hände legten sich auf meine Brust und drückten mich weg.
Ich wich sofort zurück und überlegte, was ich falsch gemacht hatte. Also, zu trocken war sie mit Sicherheit nicht. Wollte sie doch noch mehr Vorspiel?
Ich richtete mich auf, wartete auf ein Zeichen oder eine Anweisung von ihr. Sie schnellte jedoch vor, umschlang meinen Nacken und zog mich wieder auf sich. Wir küssten uns, ich leckte ihren Hals und gönnte mir noch einen Ausflug zu ihren süßen kleinen Titten, an denen ich noch einmal ausgiebig nuckelte, dann aber versuchte ich erneut mein Glück und schob meinen Penis langsam in sie.
Sie ließ es zu und ich begann, sie langsam zu ficken. Ihre Vagina glühte und ich nahm einen ruhigen Rhythmus auf.
Plötzlich wand sie sich wieder unter mir, drückte sich ins Hohlkreuz und buckelte wie ein bockiges Pferd. Für einen Moment versuchte ich mich zu überzeugen, dass es ihre Geilheit war, die sie so zucken ließ, doch spätestens als ihre Hände sich auf meine Brust legten und mich wieder weg drückten, musste ich eingestehen, dass das nichts mit Lust zu tun hatte. Sie schien urplötzlich nicht mehr zu wollen, doch anstatt so etwas wie: “Tut mir Leid.” oder “Ich kann das doch nicht” zu sagen, gebar sie sich, als würde ich sie vergewaltigen.
Ich richtete mich wieder auf.
“Sorry, ist etwas nicht okay?”
Sie verdrehte die Augen, packte mich bei den Schultern und zog mich zurück.
Ich war ziemlich verwirrt. Was sollte das hier werden?
Noch vorsichtiger begann ich wieder meinen Rhythmus aufzunehmen, denn meine einzige Erklärung war, dass es ihr trotz aller Feuchtigkeit, die sie absonderte, weh tat, denn mein Schwanz gehört vielleicht nicht zu den längsten auf dieser Welt, aber sein Umfang kann sich sehen lassen und das ein zierliches Mädchen wie sie, dort unten etwas enger gebaut war, spürte ich ja, auch wenn es sich für mich unglaublich geil anfühlte. Ich fickte sie also betont vorsichtig, beschränkte meine Bewegung auf ein oder zwei Zentimeter vor und zurück.
Das ließ sie sich gefallen. Ich beruhigte mich also, glaubte alles im Griff zu haben und genoss das Gefühl meines kochenden Blutes, das in meinen Adern nun wieder Fahrt aufnahm.
Im nächsten Moment krallten sich ihre langen, wohl geschliffenen Fingernägel in das Fleisch meines Rückens. So ähnlich musste sich ein Axishirsch fühlen, der plötzlich in den Genuss einer Umarmung durch einen Königstiger kam.
Ich unterdrückte einen Schrei, gehorchte im ersten Reflex der männlichen Eitelkeit, nicht als Memme rüber zu kommen, doch was ich als Versehen erhofft hatte, schien volle Absicht. Obwohl ich meinen Rücken ins Hohlkreuz legte und so versuchte, ihren Krallen zu entkommen, verstärkte sie den Druck. Tränen schössen mir in die Augen. Bald hatte ich Angst, sie würde mir das ganze Fleisch vom Rücken reißen. Gleichzeitig flammte auch ein unerhörter Zorn in mir auf. Spielte sie etwa mit mir, wollte sie mich gar mit dieser Nummer verarschen, mich reizen und diesen netten Kerl einfach mal vorführen? Angefacht von dieser Mischung aus Schmerz, Selbstverteidigung und Zorn platzte mir der Kragen.
Da ich mich mit den Armen leicht abstützte, damit nicht mein volles Gewicht auf ihr lastete, konnte ich nur einen Arm zurzeit bewegen. Ich schlug also zu erst mit dem rechten ihren linken Arm zur Seite, dann mit meinem linken ihren rechten. Ich packte ihre Handgelenke und drückte sie mit aller Wut in die Matratze.
Ihr Mund stand staunend aufgerissen, doch nach einer Sekunde erkannte ich, dass sie trotzdem grinste. Aus ihren Augen loderte mir der blanke Trotz, die pure Herausforderung, entgegen.
Jetzt kapierte ich und in diesem Moment passierte etwas mit mir. Es war wie das Erwachen einer zweiten Existenz, eines zweiten Ichs. Ich, der nette Schwiegermuttertraum, saß als winziger Däumling irgendwo im hintersten Winkel im Körper eines völlig Fremden. Ich hörte eine harte Befehlsstimme, die nur noch entfernt Ähnlichkeit mit meiner hatte, aber definitiv aus meinem Mund kam: “Ach, die kleine Schlampe braucht es härter.”
Penisumfang, zierlicher Mädchenkörper. Es war mir schnurz egal. Ich rammte ihr meinen Schwanz mit aller Wucht bis zum Anschlag in ihre kleine Möse und presste nach, als wollte ich sie pfählen.
Sie keuchte; halb vor Schmerz, halb vor Lust. Ihr winziger Körper bäumte sich unter mir auf.
“Ja, wehr dich nur! Dir werde ich es zeigen!”
Ich stieß wieder mit aller Kraft zu. Sie stöhnte auf, warf ihren Kopf zurück, versuchte verzweifelt ihre Handgelenke aus meinem eisernen Griff zu winden, doch ich hielt sie fest. Um ihr meine Macht zu demonstrieren schleckte ich mit breiter, feuchter Zunge ihren Hals hinauf zum Kinn, mehrmals. Ja, ich konnte sie voll sabbern, wenn ich wollte und das sollte sie spüren.
Dann zerrte ich ihre Arme über dem Kopf zusammen, so dass ich ihre Handgelenke mit einer Hand festhalten konnte. Mit der anderen griff ich nach einer ihrer kleinen Brüste und quetschte sie zusammen. Das war kein Massieren und auch kein kraftvolles Massieren, das war echte Folter. Ich wollte, dass sie schrie.
Ich sah ihrem Gesicht die Schmerzen an und es stachelte mich an, dass sie mir genau diesen Schrei nicht geben wollte. Sie kniff ihre Augen zusammen, biss sich auf die Lippen, warf den Kopf hin und her, während ich quetschte und quetschte. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus und presste ein gedehntes “Aaah” hervor.
Ich hörte sofort auf, denn ein ungeahntes Gefühl des Triumphs überkam mich. Ganz tief in mir, gab es noch diesen Schatten meines alten Ichs, das entsetzt feststellte, dass ich gerade ein Mädchen beim Sex quälte und mich auch noch daran ergötzte, aber diese schwarze Bestie, die nun in mir tobte, feierte ihren Sieg.
“Ich mach dich fertig!”, raunte ich, während ich sie wieder mit aller Härte fickte. Mein Körper klatschte auf ihren. Ich wollte sie um Gnade winseln hören, stattdessen schlug sie jedoch ihre Augen auf, funkelte mich glühend vor leidenschaftlichem Trotz an und zischte: “Versuch’s doch!”
Ich raste. Wie konnte sie es wagen? Ich griff ihren linken Nippel mit Daumen und Zeigefinger und zwirbelte ihn, bis sie aufschrie. Als nächstes bohrte ich meine Ellenbogen in ihre Oberarmmuskulatur. So hielt ich ihre Arme weitgehend bewegungsunfähig und hatte meine Hände frei, die ich in ihre Haare krallte und ihren Kopf nach hinten riss. Sie stöhnte auf. Ich wollte noch irgendetwas anderes gemeines machen, doch in diesem Moment explodierte die Lava in meinem Inneren und eine riesige Orgasmuslawine riss mich mit.
Ich versuchte, ihr im Heranrauschen mit schnellerwerdenden Stößen zu folgen, vielleicht auch zu flüchten, doch als sie mich erfasste, erstarrte ich in der Bewegung und zuckte nur unkontrolliert, bis ich schwer atmend zusammensackte und langsam von Kyra herunter rutschte.
Mit dem Abebben des Gefühlsrausches verschwand auch die schwarze Bestie in mir und - ja, ich fühlte mich wie der Werwolf am Morgen nach der Vollmondnacht, der sich fragte, was über ihn gekommen war.
Kyra lag schwer atmend neben mir. Ich weiß auch nicht. Ich rechnete mit ihren wütenden Vorwürfen oder einer schallenden Ohrfeige, doch von diesem Mädchen hatte ich nicht den Hauch einer Ahnung, was in ihr vorging.
Ihre Hand streichelte sanft an meiner Seite hinab, fuhr auf meinen Bauch und umfasste schließlich meinen erschlaffenden Penis. Sie massierte ihn voller Zärtlichkeit und seufzte selig: “Das war nicht schlecht für den Anfang.”
Das Echo, etwas unglaublich Schlimmes getan zu haben, blieb in mir zurück, doch mit ihrem Lob breitete sich Stolz aus. Schwiegermuttertraum ade! Hier lag ein fieses Sexmonster, und ich fühlte mich verrucht und im besten Sinne schmutzig und verdorben.
Eine Weile lagen wir so neben einander, warteten, bis unser Atem sich beruhigt hatte. Ich hätte gerne etwas gesagt, ihre Sicht dieser für mich unglaublichen Erfahrung gehört, doch ich wusste nicht, was ich sagen sollte und sie schwieg. Nach einer Weile spürte ich jedoch, wie sie sich seitlich an mich schmiegte. Ich streckte meinen Arm nach rechts aus, sie hob den Kopf, damit ich ihn darunter legen konnte und bette ihn dann zu meiner Schulter geneigt auf ihn.
Sie schien zufrieden. Mit einem Mal fiel mir auf, dass ich nicht im geringsten darauf geachtet hatte, ob sie gekommen war, aber entweder war sie, oder es schien - zumindest in diesem Moment - keine Bedeutung für sie zu haben.
Wie lange wir so da lagen, kann ich nicht sagen. Nach einiger Zeit fuhr ihre Hand jedoch wieder zu meinem Penis. Sie zog das schlaff herunter hängende Kondom ab und warf mir ein Taschentuch auf die Brust. Während ich mich säuberte, fragte sie: “Bereit für Runde zwei?”
Um ganz ehrlich zu sein, dazu fühlte ich mich nicht in der Lage. Die Gefühlsachterbahn, die mich mitgerissen hatte, die Kraft, mit der ich sie gefickt und gequält hatte... ich war ziemlich ausgepumpt und glaubte nicht, dass ich noch einmal auch nur zu normalem Sex in der Lage war.
Das ich nicht antwortete, schien sie nicht zu stören. Sie öffnete eine Nachttischschublade und entnahm ihr eine Packung extra langer Streichhölzer, wie man sie zum Weihnachtsbaumkerzen anzünden benutzt. Sie riss eines an und entzündete eine Kerze am Ende des Bordes über uns. Um an die Kerze am anderen Ende zu kommen, stieg sie breitbeinig über mich. Ich roch das - sorry Mädels - fischige Aroma ihrer Vagina, das durch die Rückstände des Kondomgleitfilms eine künstliche, mehr spürbare, als riechbare Unternote bekam. Doch es war nicht abstoßen, ganz im Gegenteil. Es verströmte in diesem Moment die Vertrautheit, wie der muffige aber immer noch zutiefst geliebte Teddybär aus Kindertagen.
Ich zog mit meinen Fingerspitzen sanft die Rundung ihres Pos nach. Sie ließ es sich gefallen, entschuldigte sich dann aber mit einem Lächeln und stieg vom Bett.
Es gab noch weit mehr Kerzen in ihrem Zimmer. Lange schmale und kleine dicke. Dunkelrote, dunkelblaue, schwarze. Ausgehöhlte, deren Flamme ein Motiv wie ein Pentagramm oder einen Drachen beschien, oder welche die im Ganzen geformt waren, wie ein Spukschloss, ein Halloweenkürbis oder ein Totenkopf. Sie entzündete alle und tauchte das Zimmer in ein Meer aus weichem Licht, dessen leicht flackerndes Licht meine innere Spannung kitzelte.
Sie stolzierte mit katzenhaften Bewegungen zurück zum Bett, blies das Streichholz aus und legte es auf das Bord. Ihre andere Hand griff noch einmal in die offene Nachttischschublade. Als nächstes flog mir ein paar Handschellen auf die Brust und das waren nicht diese Fellbezogenen Leichtmetallschellen aus dem Krimskramladen. Das war knallharter, schwerer, eiskalter Stahl. Sie entfernte sich vom Bett und nahm dann mit vorgebeugtem Oberkörper und leicht gebeugten Knien eine Achtung-Stellung ein.
“Kiegst du mich...” Sie deutete mit dem kurzen Vorschieben ihres Kinns auf die Handschellen auf meiner Brust. “... fickst du mich.”
Kapitel III
Ihr Blick war so trotzig, ja vielleicht auch etwas verachtend. Schaffst du ja doch nicht, schrie mir ihre Körpersprache entgegen.
Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich sprang auf und jagte hinter ihr her. Sie flüchtete mit einem quietschenden Lachen.
“Fangen” hatte ich, glaube ich, seit der Grundschule nicht mehr gespielt, aber der Siegerpreis war mehr als verlockend und so rasten wir durch ihr Zimmer, sie nutzte die Deckung der beiden Stühle und eines flachen Couchtisches an denen wir uns gegenüberstanden. Ich täuschte Angriffe an, sie reagierte mit Fluchtbewegungen in die entgegengesetzte Richtung. Schließlich schaffte ich es aber, sie in eine Ecke zu drängen. Als sie mit einem überraschenden Satz an mir vorbeischlüpfen wollte, erwischte ich sie mit dem ganzen Arm um ihre Taille. Ich hob sie hoch, ihre Beine strampelten verzweifelt in der Luft, sie schlug mich, versuchte sich aus meiner Umklammerung zu drücken, doch es gab kein Entkommen mehr.
Ich lief zurück zum Bett, warf sie darauf und schnappte mir die Handschellen. Ich hatte keine Erfahrung im Umgang mit solchen Dingern. Handschellen hatte ich sicher mit dem letztes Sheriffset in der Grundschule besessen. Ich versuchte es erstmal auf die coole Polizistenart, die man aus dem Fernsehen kennt, bei der der Polizist, die Handschellen einfach locker gegen das Handgelenk des Gefangenen schlägt und der Verschluss dann einrastet. Ich war überrascht, als es wirklich klappte. Sie trat inzwischen nach mir, so dass ich ihren Füßen ausweichen musste. Mit einer schnellen Bewegung riss ich ihren Körper jedoch herum, so dass sie auf dem Bauch lag. Ich warf mich gleich mit meinem Oberkörper seitlich über ihren Po und drückte sie auf die Matratze. So konnte sie nur noch mit den Beinen strampeln, was sie verzweifelt tat, aber es half ihr nichts. Den Arm den ich schon gefesselt hatte, drehte ich auf den Rücken und fing den anderen ein. Das metallene Geräusch des Einrastens der Schelle ließ wieder diesen Siegerstolz in mir aufkeimen. Gewonnen. Jetzt gehörte sie mir und ich konnte machen, was ich wollte, doch perfekt war der Triumph erst, wenn ich ihre Niederlage sah. Ich musste ihr einfach ins Gesicht schauen, packte sie also unter einer Achsel und riss sie herum.
Ihr Blick schwankte zwischen einer glühenden Erwartung und der Unsicherheit, was nun mit ihr geschehen würde.
Das Gefühl von Macht beschleunigte meinen Herzschlag und dieser pumpte fleißig Blut in meinen Liebesknochen. Ich streichelte über ihre zarte Haut, wie ein Autobesitzer über den glänzenden Lack seines Neuwagens. Ich wollte diese Situation besonders auskosten, dachte aber erstmal an das Kondom.
Wie vorhin kniete ich mich breitbeinig über sie. Mein Sack baumelte ihr direkt über dem Gesicht. Ich hoffte, sie würde ihn wieder lecken. Sie tat es nicht. Ich suchte einige Zeit im Sortiment der Verhüterli herum, um ihr Zeit zu geben, sich an ihre Aktion von vorhin zu erinnern. Zum anderen studierte ich das Angebot wirklich. Ging die Farben, Geschmacksrichtungen und sonstigen Ausfertigungen durch.
“Kirsche?”, fragte ich.
“Ich hasse Kirsche”, zischte sie.
Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass sie log, um genau die Reaktion zu bekommen, die ich ihr bot. Sie wollte mir klar machen, dass es nicht darum ging, etwas zu tun, das ihr gefiel. Oder anders ausgedrückt, es gefiel ihr, wenn ich etwas tat, das ihr eben nicht gefiel.
Die Auswahl stand nun auf jeden Fall fest. Ich war der Bestimmer also hatte sie Kirsche zu ertragen. Ich nahm das Päckchen, riss es auf und zog das Kondom über meine voll ausgefahrene Latte.
Sie dachte immer noch nicht daran, mir den Gefallen zu tun. Ich wollte schon enttäuscht von ihr herunter steigen, als mir die Kondomaktion den Weg wies. Vielleicht war es auch die Erkenntnis, dass diese schwarze Bestie in mir, diesmal nicht von alleine erwachen würde. Ich musste sie schon wecken.
Also fasste ich mir ein Herz.
“Leck meine Eier!”
Sie gehorchte.
Mein Brustkorb wurde leicht wie eine Feder als ich ihre Zunge an meinem Sack spürte, breit, feucht - willig. Mein Herz flatterte und meine Eingeweide verwandelten sich in kochenden Pudding. Mir wurde wirklich etwas schwindelig, während mein Hirn meine umherschwirrenden Gedanken einzufangen versuchte, aber das war nicht so leicht, denn das, was gerade geschah, war einfach unfassbar.
Ich war der Herrscher. Ich durfte sie beherrschen. Oder sollte ich sie nicht sogar beherrschen? Durfte ich ein Mädchen so ausnutzen? Durfte ich es ablehnen, ein Mädchen, das sich mir so schenkte, so auszunutzen? Was konnte ich noch alles machen? Blasen! Schlucken! Sie wieder so hart knallen, wie vorhin! Sie doggystyle so hart ficken! Hatte sie nicht auch Schmerzen gemocht? Brüste quetschen! Nippel ziehen und kneifen! Ohrfeigen! Arsch versohlen! - Anal!!!
Die Explosion meiner Fantasien lähmte mich gerade zu, bis ich einen Schmerz spürte, der mich aus meinem Gedankenkarussell riss. Ein drückender, unangenehmer Schmerz im Unterbauch.
Ich sah nach unten. Kyra biss mir in die Eier. Ich handelte im Reflex, riss ihren Kopf zurück und gab ihr zur Strafe eine Ohrfeige. Erst das Geräusch des Klatschens ließ mich erwachen. Ihr Gesicht war zur Seite geflogen und drehte sich nun langsam in seine Ausgangsposition zurück.
Ich hatte die Entschuldigung schon auf der Zunge, als ich unter den quer über das Gesicht gefächerten violetten Haarstränen diese funkelnden Augen sah. Sie schüttelte ihre Haare zurück, reckte ihren Kopf, soweit es ging nach oben und zischte mir entgegen: “Mach mich fertig, wenn du kannst.”
Sie ließ ihren Kopf zurück sinken und presste ihre Lippen demonstrativ aufeinander. Es gab keinen Zweifel, was sie wollte. Wirklich glauben, konnte ich es nicht, denn eigentlich hatte eine Frau davon ja nichts, aber dennoch schien es ihr Wunsch zu sein. - Und um auch hier der Ehrlichkeit die Ehre zu geben: ich schob in diesem Moment skrupellos alle Bedenken zur Seite, denn zu sehr wünschte sich mein Penis, genau das, was ich in ihrem Gesicht zu lesen schien.
Ich ergriff ihre Nase und drückte sie mit Daumen und Zeigefinger so fest zusammen, dass sie weder Luft bekam, noch entkommen konnte. Mit der anderen Hand hielt ich meinen Schwanz in Bereitschaft. Sie holte Luft. Ich drückte meinen Schwanz mit der Hand nach unten und stieß mich einer schnellen Hüftbewegung zu.
Mein Kolben rammte sich tief in ihren Rachen. Ich ließ iher Nase los und packte ihren Kopf blitzschnell mit beiden Händen und dann fickte ich sie in den Mund, hart und rücksichtslos. Ihr Körper wand sich unter mir, aber ich wollte meinen Spaß. Sollte sie doch leiden, dieses kleine Miststück. Erst als ich spürte, dass das Vergnügen bald ein Ende haben könnte, wenn ich mit diesem geilen Fick nicht bald aufhören würde, entließ ich sie aus dem Griff.
“Na, hat die kleine Schlampe genug?”, fragte ich sie.
Sie keuchte und Speichelfäden liefen ihr nach dem harten Fick aus beiden Mundwinkeln. Sie musste sich einen Moment sammeln, um sprechen zu können, dann aber fauchte sie mir entgegen: “Schlappschwanz.”
Ich knallte ihr wieder eine, doch um einiges beherrschter als vorhin. Ihr Kopf ruckte sofort in seine Ausgangsposition zurück. Ich schlug wieder zu. Diesmal auf die andere Wange. Auch von der anderen Seite schnellte ihr Gesicht zurück.
Sie hätte sicher noch mehr Ohrfeigen entgegengenommen, aber irgendwie bekam ich wieder Appetit auf ihre kleinen, knackigen Titten. Der Gedanke, ihren Wunsch nach mehr Schlägen zu ignorieren und stattdessen einfach das zu tun, was ich wollte, schürte das Feuer in mir weiter. Eine neue Welle des Machtgefühls jagte mir als kalter Schauer über den Rücken und stürzte zischend in die Glut in meinen Bauch.
Ich schlabberte ihre Brüste voller Genuss ab, saugte an ihren festen Nippeln und sorgte dafür, dass die kleinen Hügel vor Speicheln glänzten. Mir kam die Assoziation eines schleimigen Weltraummonsters, das über sein Opfer herfiel, wie in den Mangapornocomics. In dem Moment wünschte ich, ich könnte Kyra komplett mit irgendeinem Schleim überziehen, doch die Gewissheit, dass weder mein Speichel, noch mein Sperma ausreichen würden, fühlten sich zwischen all der Geilheit, die mich erfüllte, wie ein Steinchen im Schuh an.
Ich hörte auf. Um das drückende Steinchen zu entfernen, musste ich ihr irgendwie anders meine Überlegenheit beweisen, musste ihr so meine Macht über sie demonstrieren. Ich drehte sie auf den Rücken, kniete mich zwischen ihre Beine und riss ihren Oberkörper an den Armen zu mir, so dass auch sie auf die Knie kam.
Meine Finger glitten in sie und ich steigerte meine Vorfreude auf den Fick in dem ich ihr meine Macht über sie mit einem Fingerfick demonstrierte.
Ihre Körperspannung verriet noch etwas Gegenwehr, um mich weiter zu provozieren, aber aus ihrem Mund kamen laute Luststöhner. So klatschte ich ihr ein paar Mal mit der Hand auf ihren knackigen Arsch, legte dann meine Hände um ihre Hüften und rammte meinen harten Schwanz wieder in sie.
Es war ein wilder Ritt, in dessen Verlauf ich ihr in die Haare griff und ihren Oberkörper daran hoch riss. Ich schlang meine Arme um sie, grabschte nach ihren Brüsten, massierte, knetete und quetschte sie und fickte sie bei alle dem so hart ich konnte.
Wir kamen gleichzeitig. Mein Pulver war schneller verschossen, doch im Anflug der Erschöpfung hörte ich sie nur betteln: „Fick weiter!“ Ich mobilisierte meine letzten Kraftreserven, bis auch sie ihren Orgasmus bis zum Schluss ausgekostet hatte. Wir sanken schwer atmend und immer noch einmal zuckend auf die Matratze zurück.
*
Eine Schwäche habe ich beim Sex, kann ich leider nicht leugnen. Das Nachspiel-Schmusen kann sehr schnell zu einem Nachspiel-Schnarchen werden. Nach der unglaublichen Gefühlsachterbahn, die ich an diesem Abend durchzustehen hatte, traf mich die Müdigkeit wie eine Keule. Ich erinnere mich noch, dass ich seitlich von Kyra herunter rutschte, mein linkes angewinkeltes Knie über ihre Beine gelegt, einen Arm auf ihrem schweißnassen Rücken und das war’s. Der Sleep-Modus sprang an.
Ich weiß nicht, wie spät es war, als ich aus einem sehr tiefen, traumlosen Schlaf erwachte, weil ich fror. Für einen Moment wusste ich nicht, wo ich war, doch als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, kehrte die Erinnerung zurück.
Im Raum lag der Geruch kalten Rauches. Die Kerzen, durchfuhr es mich. Sie hatten noch gebrannt und ich war einfach eingeschlafen. Kyra konnte sie ja nicht löchen, weil...
Kyra! Ich hatte ihre Fesseln nicht gelöst. Ich schaute neben mich. Die Mischung aus silbrigem Mondlicht und schmutziger Stadtbeleuchtung zeichnete ihre weiche Silhouette nach. Sie lag auf dem Bauch, die Hände nach wie vor auf den Rücken gefesselt und schlief.
Ich machte mir Vorwürfe. Wie hatte ich die Kerzen und vor allem sie nur vergessen können? Gefühlsachterbahn hin oder her, so etwas konnte lebensgefährlich werden. Ich richtete mich auf und wollte nach den Schlüsseln greifen, damit ich sie befreien konnte. Sie hatte die Schlüssel aber gar nicht bereit gelegt.
Natürlich durchzuckte mich Schreck, ob sie überhaupt welche hatte. Ich beruhigte mich schnell wieder. So einen blöden Eindruck, Handschellen zum Sexspiel heraus zu holen, und dann keine Schlüssel für sie zu haben, machte Kyra nun wirklich nicht. Ihre Schwäche lag ausschließlich in Mathe.
Sie hatte die Schellen aus dem Nachttisch genommen. Der wahrscheinlichste Aufenthaltsort der Schlüssel war also dieser. Es war aber dunkel im Zimmer. Ich erkannte wie gesagt nur Schemen. Für die Suche nach einem Schlüssel, war es aussichtslos. Sollte ich Licht machen?
Ich betrachtete sie. Ihr Atem ging ganz ruhig. Ich konnte mir nicht vorstellen, mit auf den Rücken gefesselten Händen schlafen zu können. Sie tat es. Dazu pochte die Erkenntnis in meinem Herz, dass sie, so lange sie noch gefesselt war, auch noch meine Gefangene, meine Sklavin war.
Mir flogen Gedanken durch den Kopf, was ich noch alles mit ihr anstellen könnte, aber ich dachte nicht ernsthaft daran, sie zu wecken. Stattdessen wollte ich lieber neben ihr liegen und einfach diesen Besitzerstolz auskosten, denn mit dem Sonnenaufgang würde all das verfliegen, das war klar.
Ein kühler Windhauch streifte mich und ich sah eine Bewegung. Einer der purpurnen Fenstervorhänge schwang in einem Luftzug.
Das Fenster stand offen. Wer hatte...?
Ich schaute auf Kyra und schämte mich, bei der Vorstellung wie ich schlief, während sie nackt und gefesselt durch den Raum gelaufen, die Kerzen gelöscht und das Fenster geöffnet haben musste. Ging das überhaupt mit gefesselten Händen?
Sie schlief so ruhig und friedlich. Und so, wie sie sich aufgemacht hatte, aus einem braven Jungen, einen verruchten Mann zu machen, der leider des Öfteren mit einer relativ langen Leitung ausgestattet war, schien sie auch dieses ... Versagen ... nicht weiter tragisch zu nehmen. Sie hatte sich diese Art von Sex gewünscht und schien damit zu frieden.
Ich entdeckte am Fußende des Bettes eine zusammengeraffte Tagesdecke, keine richtige Bettdecke, aber für die Nacht würde es reichen. Es war ja nicht wirklich kalt.
Ich griff einen Zipfel, schmiegte mich an meine Sklavin, zog die Decke über uns und legte einen Arm um sie, ganz so als wollte ich trotz der Handschellen sicher gehen, dass sie mir während meines Schlafes nicht entkommen konnte.
*
Am nächsten Morgen weckten mich Stöße im Hüftbereich. Ich hörte auch eine Stimme.
“Linus, ey, wach auf! Ich muss mal. Echt dringend.”
Kyra! Natürlich, sie war immer noch gefesselt.
In einer Bewegung warf ich die Decke zurück und richtete mich auf.
“Ja, klar. Keine Panik. Wo sind die Schlüssel?”
“Es ist echt dringend”, quengelte sie.
“Ja, ich bin ja wach. Sag mir einfach, wo die Schlüssel sind und das Problem ist gelöst.”
“Dringend!” Ihre Stimme klang nicht nur drängend, sondern auch eine Spur ungehalten. Das ärgerte mich. Okay, ich war eingeschlafen, während sie noch gefesselt war. Mein Fehler. Dass sie die Schlüssel nicht bereit gelegt hatte, konnte sie nun aber nicht mir ankreiden. Ich blaffte also in ähnlichem Ton zurück: “Schlüssel! Wo?”
“Ey, jetzt los!”
Das war ein wütender Befehl von ihr.
Ich sprang über sie hinweg zum Nachttisch auf ihrer Seite, riss eine Schublade nach der anderen auf und kramte hektisch darin herum, fand jedoch keinen Schlüssel.
“Das ist kein Spaß mehr.” Halb flehte, halb schimpfte sie
Ich wusste mir keinen Rat. Dass sie ins Bett pinkeln musste, wollte ich natürlich nicht, aber was konnte ich ohne Schlüssel tun?
Ich rannte zur Tür und öffnete sie. Kyra zappelte jedoch weiter auf dem Bett rum.
“Boah, ey, ich platze gleich. Bitte, Linus, ich muss zum Klo!”
Sie wirkte hilflos, wie ein Käfer auf dem Rücken, mit der kleinen Ausnahme, dass sie eben auf dem Bauch lag. Dann bekam ich eine Ahnung. Vielleicht hatte sie einen Krampf oder etwas war eingeschlafen. Ich eilte zu ihr, griff ihren Oberarm und half ihr beim Aufstehen.
Wirklich Hilfe brauchte sie nicht. Ich musste so gut wie keine Kraft anwenden. Sie erhob sich von alleine. Also fragte ich, als sie stand: “Geht’s?”
Sie nickte.
Ich ließ ihren Arm los.
“Wenn du mich führst.”
Schnell packte ich wieder zu, so als könne sie gleich umkippen. Wirklich stützen musste ich sie nicht. Es wirkte mehr, wie ein Polizist, der eine Gefangene abführte. An der Tür hielt ich Kyra kurz zurück und spähte durch einen Spalt nach draußen. Der Korridor war leer und ich hörte niemanden. Sollte ich dort wirklich hinausgehen?
Drei Türen starrten auf den Flur und hinter jeder konnte Kyras Srtiefmutter sich verbergen. Mein Herzschlag beschleunigte. Zum einen gefiel es mir, Kyra noch eine Weile länger in meiner Gewalt zu haben, denn es hielt dieses Gefühl, nicht mehr der Schwiegermuttertraum, sondern ein verruchter, böser Kerl zu sein, aufrecht. Das sorgte für einen gewissen Stolz, den ich jedoch nicht unbedingt mit dritten teilen wollte, schon gar nicht mit der Stiefmutter meines Opfers, so cool diese auch sein mochte, denn ich hatte schon das Gefühl, etwas ganz und gar Verbotenes zu tun.
Mit einem kleinen Stoßgebet öffnete ich die Tür und führte meine Sklavin hinaus.
Der Weg zum Bad erschien mir unendlich lang. Wir mussten an der Küche vorbei, die zum Glück leer war. Doch die drei weiteren Türen starrten mich unheilschwanger an.
Als ich die Badezimmertür hinter uns schloss, atmete ich auf. Kyra eilte zum Klo, ging in die Knie, um den Deckel mit ihren auf den Rücken gefesselten Händen greifen zu können, klappte ihn hoch und setzte sich.
Da stand ich nun und hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera. Sollte ich im Zimmer bleiben und ihr einfach beim Pinkeln zu sehen? Ich meine, okay, wir hatten mit einander geschlafen, aber eigentlich kannten wir uns ja nicht besonders gut und außerdem ist “auf dem Klo sitzen” doch eine irgendwie entwürdigende Situation, bei der ich nicht unbedingt Zuschauer wünschte.
Aber ich war natürlich auch noch nackt. So konnte ich mich unmöglich auf den Flur einer fremden Wohnung stellen.
Kyras Strahl traf die Keramikschüssel mit kräftigem Druck und das leise eher sirrende, als plätschernde Geräusch ihres strömenden Urins erfüllte den Raum.
Ich drehte mich um, nicht aus Neugier oder gar Voyeurismus, sondern weil ich spürte, dass es auch für mich Zeit zum Aufstehen gewesen wäre. Ich gehöre zum Glück nicht zu jenen, die mit der Wasserhahnmethode von ihrer Mutter zum Pipimachen konditioniert wurden, aber die Geräusche ihrer Erleichterung, weckten meine Sensibilität für meine Bedürfnisse, die wegen Kyras Panik abgelenkt gewesen waren. Nun aber bat auch meine Blase um ihr Recht und mein Blick zu Kyra war nicht mehr, als der Versuch Informationen zu bekommen, wann sie denn wohl fertig sein würde.
Sie saß kerzengerade auf der Toilette, die Brüste herausgestellt, die Beine gespreizt, um mir bereitwillig Einblick in das Geschehen zu geben. Ihre Augen suchten und fanden meine. Sie lächelte weder verlegen noch irgendwie verliebt oder verschmitzt. Ihr Gesichtsausdruck sagte mehr etwas wie: das muss so sein, ganz so, als hätte ich ein Recht, sie beim Pinkeln zu beobachten.
Meine Eingeweide gerieten schon wieder in Bewegung und begannen, sich wie ein Knäuel Strumpfbandnattern beim Sonnenbad durcheinander zu schlängeln. Ich schwankte zwischen der Unsicherheit und Befremdlichkeit dieser Situation und dem Machtgefühl. Ich hatte sie wie eine Gefangene nur Toilette geführt und kontrollierte ihr Tun dort, wie ein Gefängniswärter in einem Pornofilm.
Schließlich hörte ich die letzten Tropfen und hoffte, nun auch endlich an die Reihe zu kommen. Als sie keine Anstalten machte, auszustehen, teilte ich ihr mein Problem mit: “Ich müsste auch mal müssen.”
Sie zog entschuldigend die Augenbrauen hoch, schob ihren Unterleib etwas vor und schaute sich dann auf ihre eigene Spalte. Ein letzter Urintropfen glänzte an ihrer rechten, inneren Schamlippe.
Schamesröte stieg in mir auf. - Merkwürdig, wie der Mensch manchmal tickt. Ich hatte sie gefickt, sie hatte meinen Schwanz gelutscht und nun, da mir klar wurde, dass sie erwartete, ich solle sie an ihrer intimsten Stelle reinigen, wurde ich rot.
Aber frei nach Spiderman: “Aus großer Macht folgt auch große Verantwortung” Also schritt ich zur Tat. Ich ging zu ihr, riss zwei Blätter Klopapier ab, faltete sie und hockte mich vor sie hin. Der scharfe Geruch ihres Morgenurins stieg mir aus der Toilette entgegen, als ich mit zittrigen Fingern das Papier gegen ihre Vagina tupfte. Die warme Feuchtigkeit durchdrang das Papier und berührte meine Finger. Der Augenblick hatte die Intimität des ersten Mals, bei dem ich die Vagina eines Mädchens anfassen durfte. Doch ich spürte auch, dass etwas nicht stimmte, also mit ihrem Urin nicht stimmte, denn neben dem warm-wässrigen Gefühl, wie ich es von meinem eigenen Urin kannte, war da noch eine etwas zähflüssigere, oder sollte ich besser sagen, schmierigere Feuchtigkeit, etwas das einen Film bildete.
Boah, ich Idiot, durchzuckte es mich, denn wieder erreichte mich die Erkenntnis, was hier vor sich ging, wie der Hammerschlag Bugs Bunnys auf seinen Erzfeind Jäger Elmar. Die scheinbar so unpassende Flüssigkeit war natürlich ihr Scheidensekret. Sie war schon wieder geil, und damit wurde mir schlagartig bewusst, dass sie jederzeit alleine auf die Toilette hätte gehen können. Mit Sicherheit hätte sie mir auch den Aufenthaltsort des Schlüssels nennen können. All das war wieder so eine Inszenierung, wie ihre Abwehr und ihr Kratzen bei unserer ersten Nummer, mit der sie quasi ihre eigene Vergewaltigung provoziert hatte. Sie wollte sich genau so von mir abführen lassen, sie wollte, dass ich sie beim Pinkeln beobachtete, sie wollte, dass ich weiter über sie herrschte. - Allerdings fragte ich mich, wer hier eigentlich wen beherrschte.
Doch all diese Fragen waren dann echt unbedeutend, denn ich musste nun wirklich dringend selbst pinkeln.
Ich wischte sie also trocken, soweit das in ihrem geilen Zustand eben ging, erhob mich und bat: “So, jetzt muss ich aber.”
Sie rutschte mit ihrem Po auf der Toilette zurück, spreizte die Beine soweit sie konnte und bog ihren Oberkörper in ein extremes Hohlkreuz. Ihre Schultern drückten sich gegen den Spülkasten und ihre kleinen, weißen, gepiercten Brüste reckten sich mir entgegen.
Diesmal brauchte es keine weiteren Andeutungen von ihr. Ich wusste, was sie wollte. Mein Herzschlag sprang von 97,36 bpm schlagartig auf mindestens 250 bpm. Konnte ich das tun? Ich hatte sie beim Sex beherrscht, sie unterworfen und auch gequält. Doch jemanden anzupinkeln, jemand der noch dazu gefesselt war; das war die ultimative Demütigung.
Blut strömte in meinen Penis. Ich hatte nicht mehr viel Zeit mich zu entscheiden, denn in wenigen Augenblicken würde mein bestes Stück wieder steinhart sein und dann konnte ich nur noch stoßweise Urin abgeben. Wenn ich sie also so richtig genüsslich anpinkeln wollte, musste ich es jetzt sofort tun - und ich tat es.
Mein Penis zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger führend, zielte ich auf ihre Brüste und ließ dem Wasser freien Lauf. Mein goldener Strahl traf, benetzte ihre Brüste und rann zwischen, so wie links und rechts an ihrem Körper herunter über ihren Bauch zwischen ihre Beine, wo er in die Toilette topfte.
Sie wand sich unter dem muffig riechenden Strahl, so als wollte sie sicher gehen, dass auch jeder Zentimeter ihres Körpers getroffen wurde. Dazu stöhnte sie.
Mein Blut pumpte meinen Penis weiter auf. Ich musste bald schon eine gewisse Kraft aufwenden, um ihn auf sein Ziel nach unten gerichtet zu lassen. Schließlich drückte die Schwellung die Harnröhre zusammen, so dass ich, wie schon befürchtet, meinen Urin nur noch Stoßweise abgeben konnte. Und diese Stöße ließen sich auch nicht unbedingt hundertprozentig zielgenau lenken. Zu dem war mein Penis natürlich wieder hoch empfindlich und so entglitt mir der letzte Urinstoß völlig unkontrolliert. Wie die Fontäne eines Springbrunnens erklommen die Tropfen ihren Scheitelpunkt, und fielen in einem Bogen herunter, genau auf Kyras Gesicht.
Ich riss schon den Mund für eine Entschuldigung auf, als ich sah, wie sie die Augen schloss. Das war kein Schutzreflex, sondern das langsame Augenschließen einer Genießerin. Sie stöhnte lustvoll und leckte sich über die Lippen.
Der Druck in meinem Penis tat schon weh, so heftig drängte immer noch mehr Blut nach. Meine Eingeweide tanzten und ich war mir sicher in diesem Moment jeden indischen Fakir im Penisgewichtheben schlagen zu können.
Sie seufzte befriedigt, als sie ihre Augen wieder öffnete und einen geradezu dankbaren Blick zu mir hinauf warf. So schauend, rutschte sie von Toilette auf ihre Knie. Ich trat überrascht einen kleinen Schritt zurück, doch schon erreichten ihre Lippen meinen steinharten Penis. Sie leckte den Schaft gierig hinauf. Ihre Zunge fuhr über meine Eichel, ihre Spitze bohrte sich, so gut sie konnte, für wenige Millimeter in meine Harnröhre, als suche sie auch den allerletzten Tropfen. Dann verschwand meine Rute zwischen ihren Lippen und sie saugte, zog ihren Kopf langsam hoch, nur um meinen Schwanz gleich darauf noch tiefer in ihre Kehle zu treiben.
Sie verpasste mir eine Blasnummer, bei der mir die Knie weich wurden. Ich hatte ernsthaft Angst, umzukippen. Sie schaffte es sogar, meinen Penis so tief zu schlucken, dass sie mit der Zunge an meinem Sack lecken konnte. Das alles geschah mit gefesselten Händen. Sie kniete vor mir, als meine absolut demütige Sklavin, die ihren Herren nach allen Regeln der Kunst bediente.
Das wir diesmal nicht an Kondome gedacht hatten, fiel mir erst ein, als der Orgasmus mich schüttelte und ich ihr meine komplette Ladung in den Mund spritzte. Aber diesmal währte die Sorge nur Sekunden, denn es war klar, was geschehen würde, doch die Art wie es geschah, versetzte mich trotzdem in Erstaunen.
Kyra zog – nein aufgrund der Überempfindlichkeit meines Penis direkt nach dem Orgasmus, muss ich wohl richtiger weise sagen - ich entzog ihr meinen Penis.
Sie setzte sich auf ihre Unterschenkel, schüttelte einige schwarze Strähnen ihres Haares noch Urin nassen Gesichts und öffnete ihren Mund. Ihre Zunge spielte voller Vergnügen mit meinem milchigen Glibber. Dann schloss sie ihre Lippen demonstrativ und schluckte.
“Du bist ein perverses Dreckstück”, entfuhr es mir, doch es klang absolut hochachtungsvoll.
“Ja, mein Herr”, antwortete sie und senkte ihren Blick demütig zu Boden.
Die anschließende Dusche erschien mir wie ein wärmender und extrem entspannender Regen. Natürlich musste ich Kyra auch hier waschen, aber das war bei weitem nicht so peinlich, wie die Säuberung ihrer Vagina davor. Ich genoss es vielmehr, noch einmal jeden Millimeter ihres Körpers mit seifigen Händen ausführlich zu erkunden. Wäre ihre Haut nicht vor der Dusche schon so blass gewesen, hätte man glauben können, ich wüsche ihr mit meiner intensiven Behandlung die Farbpigmente heraus.
Nach dem Abtrocknen packte ich sie wieder am Oberarm und führte sie aus dem Badezimmer. Ich fühlte mich wie neugeboren. Zum einen natürlich, weil ich nach einer schweißtreibenden Nacht, eben diesen Schweiß abgeduscht hatte, zum anderen hatten mich die Ereignisse der letzten Nacht und dieses Morgens verändert.
War ich vorher beim Sex immer der unterwürfige Kriecher gewesen, der den Frauen jede erdenkliche Zärtlichkeit schenkte, nur um am Ende die gnädige Erlaubnis zu erhalten, meinen Penis in ihrer Vagina versenken zu dürfen. Damit war es nun vorbei. Ich hatte erkannt, dass auch ich ein Recht auf meinen Spaß hatte, dass ich mir auch einmal nehmen durfte, was ich wollte. Ja, mehr noch, es gefiel mir, beim Sex zu herrschen. Das Bild Kyras, wie sie mit auf den Rücken gefesselten Händen vor mir auf dem Boden kniete und mir vollgepisst wie sie war, eine Blasnummer verpasste, hatte sich in meine Netzhaut gebrannt und nur der Gedanke daran, machte mich wieder heiß - und daran änderte auch der kleine Hund nichts.
Äh, kleine Hund?!? Wie kam ich jetzt auf den Gedanken? Ich hörte ein Plätschern aus der Küche. Es wurde Wasser geschlabbert, es klang jedoch nicht nach der großen Zunge eines Schäferhundes oder eines Golden Retrievers, sondern eher nach etwas kleinem, wie ein Yorkshireterrier oder ein Dackel. Doch ich stutzte sofort, denn normalerweise roch ich immer sofort, ob in einer Wohnung ein Hund oder eine Katze gehalten wurde. Wahrscheinlich deshalb, weil ich nie ein eigenes Haustier besessen hatte.
Doch damit stürzte ich aus dem Dominus-Himmel zurück auf die Erde und landete genau dort, wo ich nun stand: nackt im Flur einer fremden Wohnung.
“So ist fein.”
Die Stimme von Kyras Stiefmutter drang aus der Küche und erfasste mich, auch wenn sie die Worte eigentlich sehr warm und liebevoll ausgesprochen hatte, wie ein sibirischer Eissturm.
Flucht! Zurück ins Bad? Vor ins Zimmer? Ich hatte keine Zeit mehr eine Entscheidung zu treffen, denn im nächsten Moment trat sie auch schon aus der Küche in den Flur hinaus. Sie trug wieder schwarz glänzende Lackoverkneestiefel mit extrem hohen Pfennigabsätzen. Es waren aber nicht dieselben wie gestern Abend. Doch der Rest ihres Körpers steckte in einem hautengen, knallroten Latexanzug, der bis zum Hals geschlossen war.
Natürlich war das ein extrem heißes Outfit, das wirklich keine Kurve ihre atemberaubenden Körpers verdeckte, sondern eher besonders herausarbeitete. Dennoch dachte ich nur eins: Sie war bekleidet. Ich nicht. Und ihre Stieftochter neben mir auch nicht und zu allem Überfluss war diese auch noch mit Handschellen gefesselt.
Inflagranti erwischt. In diesem Moment wurde mir der große Vorteil des Schwiegermuttertraums bewusst. Die Schwiegermutter freute sich, einen zu sehen. Ich, der neugeborene Bad Boy, musste nun wohl die Schattenseiten, dieses Daseins erfahren, nämlich den, mit einem heftigen Arschtritt hinausbefördert zu werden.
Ich suchte mehr aus Reflex nach Worten, die die Situation erklären konnten, wohl wissend, dass ich keine finden würde. Doch je länger das Schweigen andauerte, desto heftiger, fürchtete ich, würde das Donnerwetter ausfallen. Das einzige Geräusch, das die Stille des Sonntagmorgens durchbrach, war das mickrige Wasserschlabbern.
“Guten Morgen, Linus.”
Ihr Lächeln wirkte freundlich, ganz so, als würde man in der Fußgängerzone über einen netten Bekannten stolpern. Und wie ganz selbstverständlich streckte sie mir wieder ihre Hand entgegen, auf die sie einen Kuss erwartete.
Meine Persönlichkeit spaltete sich wieder und ich wurde zum Beobachter in meinem eigenen Körper. Während der Körper Linus tat, was von ihm erwartet wurde und sich zum Handkuss vorbeugte, betrachtete der Geist das groteske Bild, dass sich ihm Bot.
Da stand ich, splitterfasernackt mit einem ebenfalls splitterfasernackten, darüber hinaus noch gefesselten Mädchen vor ihrer in Latex gekleideten Mutter und küsste dieser in höfischer Etikette die Hand.
Ich überlegte kurz, ob ich gestern irgendwann einem weißen Kanninchen, mit einer Uhr, dass immer rief: “Ich komm zu spät! Ich komm zu spät!” gefolgt war und ich so in einer männlichen Version von Alice’ Wunderland gelandet war.
Ich versuchte mich gerade mit der drückenden Gewissheit, dass das nicht der Fall war, abzufinden, als Kyras Stiefmutter an einer metallenen Hundeleine zog, deren Lederschlaufe sie in den Händen hielt.
“Ist gut jetzt! Komm!”, zischte sie in die Küche.
Meine Augen folgten den Kettengliedern und die Kurve, in der sie durch die Küchentür liefen, machten unmissverständlich klar, dass sich am Ende dieser Kette niemals ein Dackel oder Yorkshireterrier befinden konnte. Wenige Sekunden später kroch auch schon ein ausgewachsenes, männliches Exemplar der Spezies Homo Sapiens mit nichts weiter bekleidet als als den eng geschnürten Riemen eines Lederharness durch die Tür zu uns in den Flur und kniete sich neben seine Herrin.
Computer haben es gut. Wenn sie mit etwas nicht klar kommen, senden sie eine Mitteilung wie: Schwerer Ausnahmefehler oder sie stürzen ganz einfach ab. Ich wäre in diesem Moment gerne mit einem schweren Ausnahmefehler abgestürzt, aber leider funktioniert das bei uns Menschen nicht so einfach und so musste ich versuchen, die Situation durchzustehen.
Ich schaute zu Kyra. Ihr schien das alles nichts auszumachen. Sie wurde von ihrer Mutter aber auch nicht so ins Auge gefasst, wie ich. Als ich wieder zu Alexa schaute, strafte sie mich mit einem strengen Blick, so als hätte ich etwas Verbotenes getan, in dem ich mich für diese Sekunde des Seitenblicks von ihr abgewandt hatte. Ich musste mich räuspern, um diesen unausgesprochenen Vorwurf herunter schlucken zu können. Als sie sich meiner vollen Aufmerksamkeit wieder sicher war, packte sie das Gesicht ihres Sklaven und presste ihm Daumen und Mittelfinger zwischen die Kiefer, bis er den Mund öffnete. Dann beugte sie sich über ihn und ließ einen großen Speicheltropfen aus ihrem Mund gleiten, der zielsicher in seinem Mund landete. Er schluckte ihn und sagte: “Danke, Herrin.”
Ich hatte in der Nacht zwei unglaubliche Nummern gehabt und vor wenigen Minuten eine noch unglaublichere im Badezimmer, war immer gekommen und trotz allem wurde ich in diesem Moment wieder geil.
Wenn ich diese Art der Demütigung als inspirierende Idee, die ich auf Kyra anwenden könnte, aufgefasst hätte, wäre auch alles in Ordnung gewesen, doch die Gefühle, die meinem Penis Auftrieb gaben, waren komplett gegensätzlich. Mein Herz klopfte bei der Vorstellung zu Füßen dieser Frau zu knien, von ihr an der Leine geführt zu werden und ihren Speichel schlucken zu dürfen.
Hatte ich denn jetzt einen kompletten Knall? Vor wenigen Minuten fühlte ich mich noch wie der Herrscher über alle Frauen auf der Welt und nun wünschte ich mir vor einer zu knien?
Vielleicht lag es aber auch daran, dass mir die Position, kniend an der Leine geführt, nicht halb so demütigend erschien, wie meine. Denn ich stand da, mein Penis wuchs und richtete sich Zentimeter für Zentimeter auf und es gab nichts, womit ich es verbergen konnte. Mir schamvoll die Hände vor mein Gemächt zu halten, wäre lächerlich gewesen. Doch es ihr so ungeschützt präsentieren zu müssen, gab mich nicht weniger der Lächerlichkeit preis. Und sie beobachtete haargenau und gänzlich ungeniert, was unter meiner Gürtellinie passierte und je weiter meine Latte wuchs, desto triumphierender wurde ihr Lächeln.
Plötzlich knallte sie ihrem Sklaven mit dem Handrücken eine schallende Ohrfeige. Er kauerte sich verwirrt zusammen und fragte sich wahrscheinlich, was er getan hatte.
Ich wusste, dass er nichts getan hatte. Der Schlag galt mir und auch wenn seine Wange schmerzte, hatte sie mich getroffen, denn auch ich war heftig zusammengezuckt. Ein eiskalter Schauer jagte mir über den Rücken. Auf der einen Seite machte mir diese Frau Angst und auf der anderen Seite spürte ich, dass diese Angst süchtig machen konnte. Wie gestern hatte sie irgendwie wieder gewonnen. Sie triumphierte noch einmal mit einem langsamen Blinzeln, zog an der Leine und ging an uns vorbei.
Ich atmete erleichtert auf und mein Penis senkte sich augenblicklich. Ich dachte, ich hätte es überstanden, doch dann hörte ich plötzlich: “Das ist jetzt nicht dein ernst, Kyra?”
Sie klang plötzlich nicht mehr wie diese femme fatal, sondern mehr wie eine echte Mutter, die sich über den Ordnungszustand des Zimmers ihres Sprösslings aufregte.
Wir drehten uns um und sahen ihre Stiefmutter an der Badezimmertür stehen. Kyra zog den Kopf ein, riss sich von mir los und eilte zurück. Vor ihrer Mutter blieb sie einen Moment stehen, senke schuldbewusst ihren Kopf und sagte: “Verzeiht, Herrin.”
Hatte ich mich gerade verhört, oder hatte sie ihre Stiefmutter “Herrin” genannt?
Kyra verschwand im Badezimmer. Ich wollte eigentlich nicht wieder in den Bannkreis dieser unglaublichen Frau treten, fürchtete mich vor meinen eigenen Reaktionen, die ich in ihrer Gegenwart zeigte, doch was immer das Problem im Badezimmer darstellte, dafür war Kyra nicht allein verantwortlich. Ich kehrte also langsam und mit zittrigen Knien zum Badezimmer zurück. Alexa, die bis dahin im Türrahmen gestanden hatte, trat sogar einen Schritt zur Seite, um mir einen besseren Blick zu gewähren.
Ich erblickte Kyra, die vor der Toilette kniete. Ich gebe zu, dass ich bei unserem Natursektspielchen nur auf ihren Körper geachtet hatte, den meine goldenen Ströme benetzten, und keinerlei Aufmerksamkeit auf die Umgebung verschwendet. Natürlich war so einiges daneben gegangen und prangte nun als gelbe Spritzer auf dem weißen Kachelboden. Eine besonders große Lache befand sich dort, wo Kyra gekniet hatte, als sie meinen Schwanz blies.
Wie befürchtet erfasste mich neben ihrer Stiefmutter gleich wieder tiefste Scham. Nicht genug damit, dass ich ihr nackt unter die Augen treten musste, nun konnte sie sich auch leicht zusammen reimen, was wir dort gemacht hatten.
Ihr Blick glitt wie eine Rasierklinge über mich. Ich fühlte mich so entblößt und ausgeliefert, aber ich konnte auch unmöglich weglaufen, dass wäre feige gewesen. Ja, soviel Kraft hatte ich. Es war besser, sich in diesem Moment bis auf die Knochen zu blamieren, als zu flüchten.
Auch Kyra warf einen Blick zu mir. Große Rehaugen schauten mich unterwürfig an, doch für den Bruchteil einer Sekunde blitzte dieses teuflische, diabolische, mit dem sie mich die ganze Nacht gereizt hatte, auf. Im nächsten Moment beugte sie sich nach unten und leckte den Boden sauber.
Hatte ich schon das Penisgewichtheben erwähnt? Ich war in Weltrekordverfassung, doch ich fühlte mich alles andere als euphorisch, denn das ständige Auf und Ab zerrte an mir, wie ein ausgehungerter Löwe an einem Zebrakadaver.
“Na, was würdest du jetzt lieber tun? Ihr Gesicht in die Pisse drücken oder ihr helfen?”
Ich versuchte, meinen Atem zu kontrollieren, ruhige und tiefe Züge zu nehmen, doch mein Brustkorb senkte in schnellen Pumpbewegungen. Mein Hals war auf einen Schlag knochentrocken und es kam mir, vor als würde eine Milliarde Ameisen gleichzeitig ihre Säure auf mich spritzen. Es kribbelte und krabbelte in mir, dass ich Angst hatte, zu platzen.
Ein bisschen war es, wie schon erwähnt, die Solidarität mit Kyra. Wir beide waren für die Sauerei verantwortlich, also hatten wir auch beide dafür zu sorgen, dass sie verschwand, so viel Pflichtbewusstsein hatte mir meine Mutter über die Jahre schon eingetrichtert.
Doch der größte Teil in mir sehnte sich danach, sich neben Kyra zu knien und es ihr gleich zu tun, weil sie, Alexa in ihren hohen Stiefeln und ihrem heißen latexanzug, zu sehen würde, weil sie über mir stehen und auf mich herab sehen würde, weil vielleicht sie mein Gesicht mit ihrem Stiefel in die Pisse drücken würde.
Ich brachte keinen Ton heraus. Die Situation überforderte mich, ja, vielleicht war jetzt der Moment, wo auch ich, um meinen Computervergleich noch einmal aufzugreifen, abgestürzt war und ein schwerer Ausnahmefehler meine Muskeln lähmte.
Ich stand da und schaute der armen Kyra zu, wie sie alleine den gesamten Boden um die Toilette sauber leckte. Auch ihre Stiefmutter wich nicht von meiner Seite und schaute sich die gesamte Darbietung an. Als Kyra sich nach unendlichen Minuten wieder aufrichtete und erwartungsvoll zu uns schaute, vielleicht auf ein Wort des Lobes hoffend, schlich ihre Mutter sich an mein Ohr heran, Ihr Körper berührte mich nicht, aber ich spürte ihre Aura mit jeder Pore meiner Haut und ich spürte die Wärme ihres Atems als sie mir ins Ohr flüsterte: “Küss sie!”
Das war wieder nicht der Tipp einer Domina an einen Dominus, wie man mit einer Sklavin verfahren musste, sondern ein knallharter Befehl und ihre subtile Art meinen Status als Kyras Meister aufrecht zu erhalten, mein Gesicht aber trotzdem in die Pisse zu drücken, wenn auch mit einem kleinen Umweg.
Mein Herz trommelte. Ich war mir sicher, dass mein Rippenfell spätestens heute Abend an dieser Stelle einen blauen Fleck haben würde. Doch dieser Befehl hatte etwas Magisches. Er kam mir vor wie ein schmales Brett über einem Abgrund, der mir den Weg von einer Seite auf die andere ebnete. Ich musste mich nicht zu ihren Füßen in den Staub werfen, aber ich stieg mit meinem Gehorsam klar herab und unterwarf mich.
Diese Magie lenkte meine Muskeln. Ich ging vorsichtig, ja wirklich so als könne ich auf meinem Weg durch das Bad von jenem schmalen Brett in einen Abgrund stürzen, auf Kyra zu und kniete mich zu ihr, wie ein Ritter vor der Königin.
Sie schien zu wissen, was kommen würde und legte ihren Kopf erwartungsvoll zurück, schloss die Augen und öffnete ihren Mund ganz leicht.
Auch ich schloss meine Augen, als meine Lippen die ihren berührten. Dieses Mal regte sich ihre Zunge kein bisschen und es war der Nachhall des Befehles ihrer Herrin, der mich dazu brachte, meine Zunge in ihren Mund zu schieben, und ihr Mund war in diesem Moment der Fußboden. Ich schmeckte bitteren Staub und salzigen Urin auf ihrer Zunge, die sie mir nun entgegen drückte. Ja, mit diesem Kuss leckte ich den Boden nachträglich, drückte mein Gesicht selber in den Urin. Ich erniedrigte mich und fühlte mich zu meiner großen Überraschung gut dabei. Mir wurde warm, nichts schwankte mehr, nichts war mehr unsicher. Ich kniete, schmeckte meinen eigenen Urin und es erschien mir … richtig.
Autor FlorianAnders