Wo endet für euch die Verantwortung des Doms?

Herbstblüte
Für mich endet die Verantwortung von Dom da, wo meine beginnt. In allen Dingen die mich betreffen und die er nicht wissen kann – ohne, dass ich sie ihm mitteile.

Er kann nicht dafür sorgen, dass es mir gut geht, wenn ich ihm dafür die relevanten Informationen fehlen

Thalia2020
Ich weiß jetzt nicht ob ich das Thema richtig interpretiere. Für mich endet sie, wenn ich Entscheidungen bezgl. meiner und die Zukunft meiner Kinder treffen muss. Er kann mir gerne mit Rat zur Seite stehen, aber letztendlich trage ich dann die Verantwortung für mein Tun und Handeln. Und ich finde das, wenn jemand Probleme mit der Psyche hat, der Dom, diese Person unterstützen kann, aber er letztendlich nicht für diese die Verantwortung tragen kann. Dafür gibt es bessere Anlaufstellen. Wenn ihr versteht was ich sagen möchte

Samtkater
Verantwortung und BDSM sind untrennbar miteinander verbunden. Und wer handelt trägt in diesem Moment die gesamte Verantwortung. wer die Kontrolle abgibt erwartet, dass diese Kontrolle mit Verstand übernommen wird. Wer die Fesseln anlegt ist verantwortlich für das was gefesselt geschieht. Natürlich steht dem die Eigenverantwortung der Sub gegenüber. Und im Idealfalle sind beide deckungsgleich. Der Dom achtet die Grenzen der Sub, die Tabus und wacht über ihr Wohlergehen. Sub zeigt ehrlich an, wie es ihr geht und kommuniziert auch, wenn Dinge nicht gut sind die der Dom nicht merken kann. Also bei der Session ist der Dom für mich unbeschränkt verantwortlich.

Aber dies bezieht sich auf das konkrete Ausleben von BDSM - eine Session. Als Dom geht meiner Meinung nach die Verantwortung aber einen Schritt weiter, egal ob man sich nur auf das Spiel beschränkt oder eine weitergehende Beziehung führt: BDSM findet nicht im luftleeren Raum statt, BDSM ist und bleibt eine sehr tiefgehende emotionale Welt in der auch die psychische Verfassung eine Rolle spielt. Und genau hier muss ich als Dom meiner Meinung nach auch einen Blick darauf haben - wie geht es meiner Sub seelisch mit dem was geschieht, wie sehr kann sie sich fallen lassen oder nicht, wie weit beeinflusst BDSM ihren Alltag, ihr Erleben etc. Gerade wenn BDSM zum Rausch wird kann schnell der Mensch Schaden nehmen. Natürlich soll und muss Sub selbst in sich hineinhören und auch aktiv kommunizieren, aber das Machtgefälle in der Dynamik belässt immer eine "Mehr" an Umsicht beim Dom.

Für mich endet die Verantwortung aber dort, wo der Bereich BDSM verlassen wird - wenn die Spielbeziehung im Alltag nicht relevant ist trägt der Dom auch keine Verantwortung, beschränkt sich BDSM nur auf den Sex und ist ein Paar sonst egalitär aufgestellt kann man auch keine weitergehende Verantwortung des Doms finden, bei TPE odrer 24 /7 hingegen schon fast an der Grenze der unbegrenzten Verantwortung. Insofern ist für mich die Verantwortung des Dom schon sehr weit, findet ihre Grenzen aber in der Dynamik und der Rolle die BDSM in der Beziehung spielt. Aber auch dort sollte man sich fragen, ob der Einkauf beim Discounter dem Dom etwas abverlangt was relevant ist, oder man einfach nur einkauft.

Wolfs-land
Ich kann und möchte nur für mich sprechen. Meine Verantwortung beginnt und endet bei jeder Beteiligung meinerseits bei was auch immer. Ich fühle mich immer verantwortlich mit meiner Partnerin in jeder Weise fürsorglich umzugehen. Was mich zum nächsten Punkt bringt. Bdsm läuft bei mir nur in einer Beziehung ab und darum ist mein Gefühl von Verantwortung noch höher noch intensiver. Auch wenn das übertrieben klingt es engt meine Partnerin nicht ein aber ich meine sie ist sicher aufgehoben.

ZenDom
Kommunikation ist der Schlüssel zu allem.

Wenn ich einen Sturm auslöse, bzw. dieser in mir losbricht, so muss ich in der Lage sein, ihn zu beschreiben, dem jeweils anderen die Chance geben wahrzunehmen, was gerade in mir vorgeht - und wie tief dies geht.

Denn im Zweifelsfall muss ich rechtzeitig abbrechen, wenn die Dinge ins Rutschen geraten.

Im Laufe der Zeit habe ich in der Szene von Doms gehört, die gar nicht wissen, was sie einer Sub eigentlich antun. Oft auch, weil sich die Sub vertrauensvoll an den Dom wendet, im Glauben, er/ sie wisse schon, was zu tun ist.

Körperliche Blessuren heilen.

Seelische Verwundungen können ziemlich unschöne Narben bilden.

Wo endet die Verantwortung eines Doms?

Wenn sich eine Sub vertrauensvoll in meine Obhut begibt, endet sie nie.

Oder ich fange das Spiel gar nicht erst an.

Tricia
Wo die Verantwortung des Doms endet, hängt doch sehr von der Beziehung ab. Nichtsdestotrotz gibt es Bereiche, in denen jeder selbst Verantwortung für sich tragen sollte. Subs geben ihre Verantwortung ab, weil sie es wollen, nicht, weil sie etwas nicht können. Wenn also jemand nicht mit Geld umgehen kann, kann der Dom ein Auge darauf haben, aber es sollte meiner Meinung nach nie seine Verantwortung werden, die Finanzen der Sub zu regulieren.

Wie auch bereits mehrfach geschrieben wurde, ist die Grenze der Verantwortung nur durch Kommunikation festzulegen und wird sicher in jeder Beziehung anders gesetzt.

Zudem endet die Verantwortung des Doms, wenn dieser gerade nicht in der Lage ist, jene zu übernehmen. Als Beispiel lässt sich hier die Krankheit anführen, aber auch alltägliche Situationen, wo Sub ohne Dom Entscheidungen treffen muss, für die nur sie selbst verantwortlich sein kann.

GreenBlueEyes
Meiner Meinung nach nie, wie auch meine nicht, mir gegenüber und auch ihm gegenüber…

Außer man trennt sich und geht getrennte Wege…

Klar gibt man Verantwortung ab, oder eingegroovte Praktiken macht man aus dem „FF“, aber eine Grund-Verantwortung bleibt beiderseits bestehen…

Mr.Wednesday
Können wir die Perspektive auch mal wechseln und die Verantwortung der Sub ihrem Dom gegenüber thematisieren?

DigiDom
Eins noch, bevor wir die Perspektive wechseln.

In Zeiten von youtube und Internet glaube ich kaum, dass eine angehende Sub, die sich ernsthaft für das Thema interessiert, an Informationsmangel leidet.

Ich könnte es verstehen, wenn jemand, der einmal 50 Shades gesehen hat, sich in irgendetwas Negatives hineinmanövrieren lässt. Aber als ich angefangen habe, bin ich auf Youtube mannigfaltig fündig geworden. Da gibt es Inhalte für Doms, Subs und Vanillas.

Herbstblüte
DigiDom, nicht für jeden ist Youtube eine Informationsquelle. Als ich angefangen habe mich dafür zu interessieren, habe ich mir mein Wissen aus Büchern geholt. Bis das ganze Kind überhaupt erstmal einen Namen hatte und ich danach googlen konnte verging einige Zeit.

Also doch es gibt genügend Menschen jeden Alters die an Informationsmangel leiden.

HisSlave
Ich denke die Verantwortung des Dom hängt von der jeweiligen Beziehung ab und ist bei jedem Menschen individuell festzulegen. Was für mich selbstverständlich ist, ist für den nächsten vllt sogar undenkbar.

In unserer Beziehung wird demnach nichts ausgeschlossen. Wir leben tpe und er hat die Verantwortung bezüglich aller Entscheidungen und ich vertraue ihm da. Natürlich tauschen wir uns auch aus und reden bei großen Entscheidungen darüber, damit er meine Gedanken dazu kennt.

Letztendlich trägt er die volle Verantwortung eine Entscheidung zu treffen.

Er trägt die Verantwortung bei Entscheidungen und hat dafür zu sorgen, dass ich keinen Schaden nehme.

Meine Verantwortung liegt darin ihm Gutes zu tun, zu gehorchen und ihn stolz zu machen. :)

Herbstblüte
HisSlave, ist deine Verantwortung nicht auch ihm zu sagen, wenn es dir nicht gut geht? Egal ob körperlich oder psychisch. Damit er dann entscheiden kann ob er dieses oder jenes wünscht? Nur aus Neugier

HisSlave
@Herbstblüte

Ja natürlich. Dies zählt aber eben zur Kommunikation.

Es ist eine Pflicht, die er mir auferlegt, dass ich ihn immer über meinen Zustand und vllt sogar meine Launen informiere. Denn nur so kann er eben einschätzen, inwieweit ich ihm an dem Tag dienen kann.

Es kann aber durchaus auch vorkommen, dass ich mich evtl kränklich fühle, dennoch meine Aufgaben machen muss oder eben kleine Dinge tun muss. Aber immer in dem Maß, dass es mir nicht schadet. :)

Da wären wir wieder bei der Verantwortung... die Verantwortung seinerseits, dass ich (sein Eigentum) keinen Schaden nehme. :)

Herbstblüte
@HisSlave, vielen Dank für die Erklärung. So verstehe ich was du meinst

Tocken1978
Als Dom endet die Verantwortung dort, wo Sie durch den Beziehungsrahmen nicht mehr abgedeckt ist. Oder durch grob fahrlässiges Handeln der anderen Partei endet.

Paschaman
Für mich endet sie mit einem Vertrauensmissbrauch

Tama
@Paschaman

Da stimme ich dir zu. Der letzte Dom überschritt die Grenze zweimal innert kurzer Zeit. Als ich ihn darauf ansprach, hat er das ins lächerliche gezogen und gemeint, ich sei zu empfind ich. Die Tabus und meine Grenzen waren ihm bekannt. Für mich ist er kein verantwortungsvoller Dom sondern schlichtweg ein Dummdom, der nicht begriffen hat, welche Verantwortung er trägt und sich dementsprechend verhält. Auch mit Auffangen der Sub

Paschaman
Das sehe ich genauso, ein Dummdom.

Es ist so wichtig auf seine Partnerin/Sklavin einzugehen. Man weiß was sie mag oder auch nicht. Sich über die NoGo's hinwegzusetzen, ist absolut ein NoGo.

Das wäre für mich, (wenn er es nicht begreift) dann auch vorbei. Ich weiß wie schwer es ist eine solche Verbindung zu finden...die setze ich nicht aufs Spiel. Das wäre eine nicht Wertschätzung/Vertrauensbruch des Partners

Anselm
Der männliche bzw. weibliche Sklave unterwirft sich nach gemeinsamer Besprechung dem oder der Dom, das bedeutet, dass die Regeln klar sind. Fordert der Sklave mehr als das was vorher vereinbart wurde, geht erstmals die Verantwortung auf den Sklaven über. Erkennt jedoch der/die Dom, dass de Sklave gesundheitliche Schäden erleiden wird, hat der/die Dom die Aktivitäten einzustellen,

DigiDom
Bei allem, was bisher gesagt wurde, vielleicht noch eins. Der Dom hat die Verantwortung auch für sich selbst. Dass er sich unter Kontrolle hat und die festgelegten Regeln jederzeit für sich und seine Sub einhält. Auch wenn es manchmal härter hergeht und er im Domspace schwebt, muss er diszipliniert sein. Keine einfache Aufgabe und vielleicht nicht immer umsetzbar, aber wenn es einfach wäre, könnte es ja jeder machen :-).

Doc G
Für mich eher sie nicht. Allenfalls wenn die Beziehung, gleich welcher Art, irgendwann soweit beendet ist, dass man gar nichts mehr voneinander hört. Das entbindet sub allerdings nicht von ihrer Eigenverantwortung

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